Ab sofort jeden Zweikampf gewinnen!

November 24th, 2009 by Martin Hasenpflug

Die Trainingsmethodik unserer Einheiten und auch die aus den Büchern Martin Hasenpflugs sind vom Einfachen zum Schweren strukturiert. Alle Übungen so unkompliziert und regelarm wie möglich konzipiert. Erklärungen auf ein Minimum reduziert. Nur die essentiellen Aspekte der einzelnen Bereiche des Fußball dargelegt. Eine gewisse Detailtiefe wird gemieden, aber unbewusst suggeriert. Aus dem Grund, dass man den jugendlichen Spieler nicht durch eine Informationsflut überfordert und so den natürlichen Spieltrieb hemmt. Die Methodik ist jedoch so aufgebaut, dass die Spieler die Möglichkeit haben die Feinheiten eigenständig zu antizipieren.

Heute haben wir das Thema 1-gegen-1-Situationen in der Defensive. Dies zu trainieren ist ein unentbehrlicher Schritt zum Weg zur Viererkette und auch eine Sache die man immer wieder trainieren sollte, um die Qualität der Viererkette aufrecht zu erhalten, bzw zu verbessern.

Zum Abschluss oder begleitend zum Trainieren von 1-gegen-1-Situationen in der Defensive möchten wir an dieser Stelle wieder ein Zettel unseren Lesern anbieten, den sie ausdrucken und an ihren Spielern verteilen können. Es hat sich in der Vergangenheit bewehrt, dass man den Spielern eine Möglichkeit an die Hand gibt, sich das Gelernte zuhause nochmal anzusehen, zu visualisieren und durch gelegentliches nachschauen im Kopf präsent hält.

Sollten bei den Spielern arge Defizite in diesem Bereich vorhanden sein, sollte das Training von 1-gegen-1-Situationen in der Defensive unbedingt am Anfang zur Umstellung auf die Viererkette stehen und in mindestens vier Trainingseinheiten als Schwerpunkt behandelt werden.

Das Merkblatt kann hier heruntergeladen werden.

Aussenbahn: Angreifer bis auf ca. 2 Meter entgegenstarten! Seitliche Stellung einnehmen! Den direkten Weg zum Tor verstellen! Auf den Fußballen bewegen! Nur auf den Ball konzentrieren! Eventuell Scheinangriffe anwenden! Die Aussenbahn zum Durchbruch anbieten! Beim Durchbruch (Angreifer legt sich den Ball vor) Körper zwischen Ball und Angreifer schieben!

Aussenbahn: Angreifer bis auf ca. 2 Meter entgegenstarten! Seitliche Stellung einnehmen! Den direkten Weg zum Tor verstellen! Auf den Fußballen bewegen! Nur auf den Ball konzentrieren! Eventuell Scheinangriffe anwenden! Die Aussenbahn zum Durchbruch anbieten! Beim Durchbruch (Angreifer legt sich den Ball vor) Körper zwischen Ball und Angreifer schieben!

Zentral: Angreifer bis auf ca. 2 Meter entgegenstarten! Schussbein des Gegners erkennen (meist Dribbelfuß)! Seitliche Stellung einnehmen! Abstand zum Angreifer halten! Nur auf den Ball konzentrieren! Die Seite des „schwachen Fuß“ des Angreifers zum Durchbruch anbieten! Beim Durchbruchsversuch den Ball von der Seite klären!

Zentral: Angreifer bis auf ca. 2 Meter entgegenstarten! Schussbein des Gegners erkennen (meist Dribbelfuß)! Seitliche Stellung einnehmen! Abstand zum Angreifer halten! Nur auf den Ball konzentrieren! Die Seite des „schwachen Fuß“ des Angreifers zum Durchbruch anbieten! Beim Durchbruchsversuch den Ball von der Seite klären!

Im Rücken des Angreifers: Den Angreifer möglichst eng decken, jedoch ohne Körperkontakt! Nur auf den Ball konzentrieren! Erst den Ball attackieren, wenn sich der Angreifer zum Tor dreht und man den Ball sicher klären kann.

Im Rücken des Angreifers: Den Angreifer möglichst eng decken, jedoch ohne Körperkontakt! Nur auf den Ball konzentrieren! Erst den Ball attackieren, wenn sich der Angreifer zum Tor dreht und man den Ball sicher klären kann.

Angreifer wird angespielt: Seitlich versetzt hinter dem Angreifer stehen! Angreifer und Zuspieler genau beobachten! Beim Zuspiel versuchen den Ball abzufangen! Sollte man erkennen, dass dies nicht gelingt, sofort den Versuch der Balleroberung abbrechen und wieder hinter dem Angreifer postieren. Jetzt gleiches Handeln wie im „Rücken des Angreifers“!

Angreifer wird angespielt: Seitlich versetzt hinter dem Angreifer stehen! Angreifer und Zuspieler genau beobachten! Beim Zuspiel versuchen den Ball abzufangen! Sollte man erkennen, dass dies nicht gelingt, sofort den Versuch der Balleroberung abbrechen und wieder hinter dem Angreifer postieren. Jetzt gleiches Handeln wie im „Rücken des Angreifers“!

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Erfolg durch Steuerung des gegnerischen Spielaufbaus

November 19th, 2009 by Martin Hasenpflug

Diejenigen Trainer die sich näher mit 1-gegen-1-Situationen in der Defensive auseinander gesetzt haben, wissen welchen enormen Vorteil es für die Mannschaft sein kann, wenn man den Gegner bewusst in eine für ihn ungünstige Lage bringt. Im 1-gegen-1 am Flügel bietet man dem angreifenden Gegnner die Außenbahn zum Durchbruch an, indem man diese sehr offen lässt und die Innenbahn zum Tor deutlich schließt. So wird sich der Angreifer für einen Durchbruch auf der Außenbahn entscheiden. Dies ist erstmal für die verteidigende Mannschaft ungefährlich, da am Flügel keine direkte Torgefahr besteht.

Im Profibereich wird einem Angreifer am Flügel dagegen meist die Innenbahn zum Durchbruch angeboten, um ihn im zentralen Bereich vor dem Tor, zusammen mit dem ballnahen Innenverteidiger, doppeln zu können. In der Jugend oder unteren Amateurbereich wird davon jedoch abgeraten, da hier ein sehr gutes Zusammenspiel innerhalb der Viererkette gegeben sein muss.

Dribbelt dagegen ein gegnerischer Spieler auf zentraler Position Richtung Tor, so wird dieser auf seinen schwachen Fuß gelenkt (meistens womit er nicht dribbelt). Hier wird ihm also die Seite mit seinem schwachen Fuß zum Durchbruch angeboten. Nimmt er dieses Angebot an, so hat er den Ball bei einem erfolgreichen Durchbruch lediglich auf dem Fuß liegen womit er nicht so gut schießen kann. Würde der Abwehrspieler nicht nach diesem Prinzip vorgehen, so würde der Angreifer immer auf seiner starken Seite den Durchbruch versuchen und hätte bei einem Erfolg den Ball immer auf seinem starken Fuß liegen.

Diese kleine Exkursion Richtung 1-gegen-1-Situationen ist notwendig um zu zeigen, wie sehr man von der bewussten Steuerung des gegnerischen Angreifers profitieren kann. Im Fußball ist man jedoch nicht allein darauf begrenzt einen einzelnen Spieler zu lenken, sondern man kann die Aktionen einer ganzen Mannschaft bestimmen. Durch spezielle Laufwege der Angreifer und auch die der anderen Spieler ist man in der Lage, den gegnerischen Spielaufbau entweder ins Zentrum oder auf den Flügel zu bringen. Entscheidet man sich für den Flügel, hat man auch noch die Möglichkeit die Seite zu bestimmen.

Besonderen Sinn macht die Sache wenn man weiß, wo auf dem Feld man den Gegner am effektivsten bekämpfen kann. Hat man z.B. aufgrund des Spielsystems die Flügel stark besetzt, versucht man den gegnerischen Spielaufbau auf den Flügel zu lenken. Ist man dagegen im Zentrum stark präsent, würde einem natürlich ein versuchter Spielaufbau des Gegners an dieser Stelle zusagen. Erkennt man, dass der Gegner auf einer Flügelseite enorme Probleme hat den Ball zu halten, so würde man stets versuchen den Spielaufbau dorthin zu lenken.

Wie kann dies nun geschehen? Möchte man den Spielaufbau des Gegners auf die Flügel lenken, so agieren zwei Angreifer auf gleicher Höhe in keinem allzugroßen Abstand zueinander. Die beiden äußeren Mittelfeldspieler rücken etwas Richtung Zentrum ein, um den Gegner nicht von einem Pass auf den Flügel abzubringen. Die beiden Angreifer (4-4-2-System) attackieren nicht die zentralen Abwehrspieler des Gegners, sondern agieren etwas tiefer. Sie warten solange ab bis ein gegnerischer Spieler am Flügel angespielt wird. In diesem Augenblick verschiebt sich der komplette Mannschaftsverbund Richtung Ball, wobei nun der ballnahe Angreifer und äußere Mittelfeldspieler den Ballführenden doppeln. Der ballferne Angreifer verschließt den Passweg in den Rückraum. Je nach Situation unterstützt auch der eigene Außenverteidiger oder ein ballnaher zentraler Mittelfeldspieler das Doppeln des Gegners.

Möchte man dagegen den Spielaufbau des Gegners ins Zentrum lenken ist es wichtig, dass die die Angreifer in größerer Entfernung zueinander agieren. Sie orientieren sich mehr Richtung Flügel, um den Gegner von einem Pass dorthin abzubringen. Wichtig ist in diesem Fall, dass die Spieler des Gegners in der Zentrale markiert sind. Markiert bedeutet, dass der Gegner nicht zu eng gedeckt ist, sondern dass er bei einem Anspiel sofort attackiert werden kann. Generell gilt, sobald ein Pass in die gewünschte Richtung gespielt wird, dass im höchsten Tempo zum Angespielten verschoben wird um ihn bereits bei der Ballannahme zu stören.

Möchte man dagegen den Spielaufbau zu einer ganz bestimmten Seite lenken. So kann dies geschehen, indem ein Angreifer den ballführenden zentralen Abwehrspieler seitlich anläuft. Also die Seite zu der nicht gepasst werden soll. Gleichzeitig müssen die Mitspieler im Zentrum kompakt stehen und die Gegenspieler am Flügel, wohin der Spielaufbau gesteuert werden soll, dürfen nicht zu eng gedeckt sein.

Bereits vor dem Spiel sollte man seinen Spielern eine klare Vorgabe machen, wie sie den gegnerischen Spielaufbau steuern sollen. Viel Spaß nun zur Umsetzung eines weiteren Schrittes Richtung Selbstinitiative der Spieler. Die Zeiten des bloßen Reagierens sind vorbei. Mut, Selbstständigkeit, Kreativität, Entschlossenheit, Kollektiv usw., das sind die Stichworte des modernen Fußballs!

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Erweiterte Auflage von Fußballtraining mit Kids

November 15th, 2009 by Martin Hasenpflug

Dem Einen oder Anderen ist es vielleicht schon aufgefallen, dass vor rund zwei Wochen eine neue Auflage von Fußballtraining mit Kids erschienen ist. Das Standard-Werk des Gründers unserer Initiative Martin Hasenpflug wurde um vier Seiten erweitert und erhielt zahlreiche Detailverbesserungen. Ein Jahr intensive Trainingsarbeit mit diesem Buch führte zu folgenden Änderungen:

  • Korrektur einiger Rechtschreib- und Grammatikfehler
  • Brasilianisches Aufwärmen überarbeitet
  • Neue Trainigseinheit zum Ballorientiertem Verteidigen
  • Die Übungen zum Ballorientiertem Verteidigen wurden überarbeitet
  • Neue Covergestaltung
  • Neue Übung im Kapitel “Pass in die Tiefe”

Für Martin Hasenpflug ist die Neuauflage seines Buchs ein wichtiger Schritt, da es jetzt - aus seiner Sicht - auf einen Stand ist, dass kaum noch Raum für Verbesserungen lässt. Mit diesem beruhigendem Gefühl kann er sich nun intensiver mit seinem neuen Projekt befassen, in welchem die Viererkette eine zentrale Rollen spielt. Mehr wird zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht verraten… :-)

Von Martin Hasenpflugs Trainingsbuch ist eine neue Auflage erschienen

Von Martin Hasenpflugs Trainingsbuch ist eine neue Auflage erschienen

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Moderner Fußball aus Sicht der Initiative abwehrkette.de

November 13th, 2009 by Martin Hasenpflug

Von dem lokalen Fußball-Magazin Final-Kick wurden wir für einen Artikel zum Thema Viererkette befragt. Man wollte näheres über unsere Ansicht zum modernen Fußball wissen. Der Bitte kamen wir gerne nach und gaben folgende Antwort:

Wir machen auf unserer Webseite die klare Aussage, dass die Manndeckung in allen Klassen und Jugendmannschaften ad acta gelegt werden sollte und das möglichst schnell! Das Gegenteil der Manndeckung, das Ballorientierte Spiel kann mit den Vorteilen Punkten, dass Überzahl in Ballnähe mit wenig Kraftaufwand hergestellt werden kann. Es bleibt so Kraft für Pressingaktionen. Das Pressing an sich kann einfacher vermittelt werden, da die Mannschaft als Kollektiv agiert. Wer als Kollektiv agiert, weiß wiederum von den Vorteilen der Teamfähigkeit und ist in der Lage diese auch außerhalb des Fußballplatzes erfolgreich umzusetzen.

Das Ballorientierte Spiel wird teilweise auch als Ballgewinnspiel bezeichnet. Die Balleroberung ist der zentrale Gedanke aller Spieler beim Gegnerischen Ballbesitz. Deswegen wird im modernen Fußball von jedem Spieler erwartet innerhalb des Mannschaftsverbundes Initiative zu ergreifen und Kreativität zu zeigen. Spielpositionen die hauptsächlich von einer Sache geprägt sind oder gar nur das Reagieren auf Aktionen von Gegenspielern zum Inhalt haben sind unattraktiv und hemmen die fußballerische Entwicklung des Spielers.

Den Mannschaften wird im modernen Fußball also das Erobern des Balls erleichtert und wenn dies geschehen ist, haben sie aufgrund ihrer Spielweise viele geordnete Anspielstationen in Ballnähe. Dies erleichtert die Einleitung eines erfolgreichen Angriffs.

Ob das Ballorientierte Spiel jetzt mit Dreierkette oder Viererkette und davor mit Raute, flache Vier, drei Stürmern usw. praktiziert wird, hängt von den individuellen Bedürfnissen und Fähigkeiten der Teams ab. Wer jedoch die Meinung vertritt, dass das Ballorientierte Spiel mit einer Viererkette oder Dreierkette nur funktioniert, wenn man die richtigen Spieler hat oder Linienrichter oder Otto Rehhagel mit Libero ja auch Europameister wurde, der hat sich mit dem modernen Fußball nicht richtig auseinandergesetzt, bzw. nicht verstanden.

Die einzige offene Frage ob man mit Viererkette (Dreierkette) spielen kann oder nicht ist die, ob man als Trainer in der Lage ist diese zu vermitteln. Es gibt ehrenamtliche Trainer die in der C-Jugend-Kreisklasse erfolgreich mit Viererkette spielen. Da sollten bezahlte Trainer der Kreis- oder Bezirksliga erst recht in der Lage sein diese zu lehren. Ab Landesliga geht sowieso kein Weg mehr am modernen Fußball vorbei um mithalten zu können.

Unsere Erfahrung zeigt, dass es Sinn macht bei der Umstellung auf das Ballorientierte Spiel direkt auf die Vierkette zu setzen. Die Grundlagen der Viererkette sind nur unwesentlich umfangreicher als die der Dreierkette. Außerdem hat man die Möglichkeit im Mittelfeld ebenfalls mit Viererkette zu spielen. So kann man relativ schnell seine komplette Mannschaft auf das Ballorientierte Spiel umstellen.

Mit der Viererkette ist man unserer Meinung nach flexibler als mit der Dreierkette. So können sich die Außenverteidiger mit ins Angriffsspiel einschalten oder besetzen freie Räume zwischen Innenverteidigung und angreifendem Mannschafsverbund. Mit der Viererkette kann man auch offensiver spielen, da immer nur zwei (anstatt drei wie bei der Dreierkette) Spieler beim Angriff hinter dem Ballführenden bleiben. Mit einer Dreierkette ist es nicht einfach über die komplette Breite des Spielfeldes präsent zu sein, da ist ein geschicktes agieren der Mittelfeldspieler gefragt, was den einen oder anderen Spieler überfordern könnte.

Dagegen hat sich bei den Abschlussspielen im Training die Dreierkette bewährt. Wobei sich die Außenverteidiger bei einem Angriff immer mit einschalten und sich vor dem Ball schieben. So kann man ab fünf Spieler pro Mannschaft sehr gut das Ballorientierte Spiel wettkampfmäßig trainieren, ohne dabei das Offensivspiel vernachlässigen zu müssen.

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Aufgaben des Mittelfelds beim Spiel mit der Viererkette

November 6th, 2009 by Martin Hasenpflug

Ein großer Irrtum der noch immer seine Kreise zieht ist der, dass man glaubt, dass das Spiel mit der Viererkette nur die Abwehr betrifft. Die Leser unserer Seite wissen natürlich, dass dies absolut falsch ist. Das Spiel mit der Viererkette betrifft die komplette Mannschaft! In diesem Artikel versuchen wir die Aufgaben der Mittelfeldspieler klar auf den Punkt zu bringen.

Unsere Initiative empfiehlt für Mannschaften die neu im Bereich der Viererkette vordringen, dass das Mittelfeld auch als Viererkette agiert. Dies bedeutet grundsätzlich, dass das Mittelfeld versucht bei gegnerischen Ballbesitz komplette hinter den Ball zu kommen, kompakt zu stehen und versuchen den Ball bereits vor der Abwehrkette zu erobern. Dabei bedient sich das Mittelfeld den gleichen taktischen Mitteln wie die Abwehr. Sollte der Gegner das Spiel verlagern, muss auch das Mittelfeld darauf achten, dass sie synchron verschiebt und keine gefährlichen Lücken dabei entstehen lässt.

Beim Angriff des Gegners über den Flügel, versucht der ballnahe Mittelfeldspieler den Angreifer zusammen mit dem Außenverteidiger zu doppeln. Die restlichen Mittelfeldspieler verschieben sich Richtung Ball. Im Idealfall verstellt der Außenverteidiger den Weg nach Außen für den Angreifer, um ihn nach Innen zum Mittelfeldspieler zu lenken.

Beim Angriff durch das Zentrum, wird der ballführende Gegner von den beiden ballnahen Mittelfeldspielern gedoppelt. Wird ein Mittelfeldspieler von einem Angreifer beim Doppeln unterstützt, oder schafft es nur ein Mittelfeldspieler druck auf den Gegner auszuüben, bildet dieser Mittelfeldspieler mit den beiden benachbarten Mittelfeldspielern ein Abwehrdreieck und der vierte Mittelfeldspieler rückt ein.

Wird nun vom Gegner ein Pass in die Tiefe zur Sturmspitze gespielt, jagen je nach Spielsituation ein bis zwei Mittelfeldspieler nach, um die Sturmspitze zusammen mit dem aufrückenden Abwehrspieler zu doppeln.

Sollten die zentralen Mittelfeldspieler erkennen, dass der Gegner Probleme mit der Ballannahme hat geben sie ein Kommando zum Pressing. Der ballführende Gegner wird nun von mindestens zwei Spielern attackiert und seine Anspielstationen aggressiv zugestellt. Alle Spieler schieben deutlicher Richtung Ball. Darauf achten, dass die Abwehrkette und der Angriff dabei nicht weiter als zehn Meter vom Mittelfeld entfernt ist.

Bei der Balleroberung strömen die Spieler in alle Richtungen aus um Anspielstation in Breite und Tiefe zu schaffen. Also verwirklichen sie so die Idee der Dreiecksbildung. Wird der Spielaufbau von einem Innenverteidiger initiiert, so bieten sich die beiden zentralen Mittelfeldspieler in deutlicher Tiefenstaffelung zum Zuspiel an. Die beiden äußeren Mittelfeldspieler besetzten die Halbpositionen.

Übrigens bei der Balleroberung schalten sich die Außenverteidiger mit ins Angriffsspiel ein! Sie können z.B. den ballführenden Mitspieler auf ihrer Seite hinterlaufen oder Doppelpass mit den zentraler positionierten Mitspielern spielen. Lediglich die beiden Innenverteidiger bleiben hinter dem Ball. Sie bieten sich aber für Rückpässe an, um das Spiel verlagern zu können.

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Positionspezifische Aufgaben im 4-4-2

November 3rd, 2009 by Martin Hasenpflug

In diesem Artikel möchten wir einen kurzen Überblick über die positionspezifischen Aufgaben in einem 4-4-2-System geben. Der Trainer sollte seinen Spielern immer wieder vergegenwärtigen welche speziellen Aufgaben mit ihrer Spielposition verbunden sind und diese dann auch regelmäßig trainieren.

Torspieler: Dieser dirigiert die Deckungszuweisungen seiner Vorderleute. Er bietet sich beim Spielaufbau als zusätzliche Anspielstation im Rückraum an, um bei einem Zuspiel das Spiel verlagern zu können. Er agiert vor der Torlinie, je weiter der Ball von ihm entfernt ist, desto weiter rückt er vor. So ist er in der Lage Pässe im Rücken der Abwehr abzufangen. Trainingstipp: Den Torspieler immer wieder als Feldspieler im Mannschaftstraining mitwirken lassen.

Innenverteidiger: Sichern sich gegenseitig und ihre Außenverteidiger ab. Dirigieren die Viererkette, indem sie Kommandos zur Spielerübergabe, Attackieren, Aufrücken, Einrücken usw. geben. Durch sichere Pässe eröffnen sie den Spielaufbau. Situationsbedingt schalten sie sich ins Angriffsspiel ein, indem sie z.B. den Rückraum zur Spielverlagerung besetzen. Trainingstipp: 1-gegen-1-Situationen “Gegner im Rücken”.

Außenverteidiger: Sie üben Druck auf den Ballführenden Gegner auf ihrer Seite aus. Ist der Gegner mit Ball auf der Gegenseite, rücken sie ein. Stoßt ein Innenverteidiger zur Balleroberung nach vorne, rücken sie ein um die innere Linie zum Tor zu schließen. Beim Spielaufbau schalten sie sich mit in den Spielaufbau ein, indem sie Anspielstationen am Flügel schaffen, in den Strafraum flanken, mit diagonalen Flugbällen das Spiel verlagern und selbst nach Innen Richtung Tor ziehen und zum Torabschluss gelangen. Trainingstipp: 1-gegen-1-Situationen “Gegner am Flügel”, Doppelpass und Hinterlaufen.

Zentralen Mittelfeldspieler: Sie geben die Kommandos zum Verschieben. Dirigieren die Angreifer zum Stören des gegnerischen Spielaufbaus. Durch Pässe in den Nahtstellen der Abwehr ermöglichen sie den Angreifern Torchancen. Sie stoßen selbst als dritte Spitze nach Vorne, werden dann aber vom anderen zentralen Mittelfeldspieler abgesichert. Trainingstipp: Pass in die Tiefe und Ballan- & Ballmitnahme.

Linker/Rechter Mittelfeldspieler: Sie unterstützen die Außenverteidiger beim Doppeln. Sie setzen den Ballführenden Gegner auf ihrer Seite bereits im Mittelfeld unter Druck. Befindet sich der Gegner mit Ball auf der Gegenseite rücken sie bis ins Zentrum ein. Sie agieren über die komplette Spielfeldlänge und können je nach Spielsituation von Außenverteidiger bis Außenstürmer alles sein. Sie dribbeln bis zur Grundlinie um in den Strafraum zu flanken oder in den Rückraum zu passen. Durch diagonale Dribblings stoßen sie selbst Richtung Tor und suchen den Torabschluss. Trainingstipp: Flugbälle und Schnelligkeit.

Angreifer: Aufbauspiel des Gegner stören und es in einer vorab besprochenen Richtung lenken (Zentrum oder Außen). Ball behaupten für nachrückende Mitspieler. Rouchieren, Lücken in der Abwehr erkennen und Pässe durch diese fordern. Über einen Torriecher verfügen (Spielsituationen antizipieren). 1-gegen-1-Situationen suchen und zum Torabschluss gelangen. Trainingstipp: Kopfball und 1-gegen-1 in der Offensive.

Komplette Trainingseinheiten zu den genannten Trainingstipps findet man in Martin Hasenpflugs Lehrbuch: Fußballtraining mit Kids - In 12 Wochen zum Spitzenteam.

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Ideales Spielsystem bei Umstellung auf Viererkette

November 1st, 2009 by Martin Hasenpflug

Die Frage mit welchem Abwehrsystem man spielen sollte ergibt sich für die Leser unserer Seite zum Glück nicht mehr. Es wird ballorientiert innerhalb einer Viererkette verteidigt und das Spielsystem ist dahin ausgerichtet, dass bei gegnerischem Ballbesitz der Gedanke der Balleroberung im Mittelpunkt steht.

Die Zahl der hinteren Spieler steht mit vier also fest. Im modernen Fußball zieht man bewusst den Begriff hinterer Spieler dem Abwehrspieler vor, da man so vermitteln möchte, dass bei eigenem Ballbesitz der Offensivgedanke im Vordergrund steht. So bleibt nur noch die Frage zu klären, ob man mit drei oder vier Mittelfeldspielern agiert? Vom Spiel mit fünf Mittelfeldspielern raten wir ab, da man in diesem Fall nur noch über eine nominelle Spitze verfügt. So wären zum Einen die kreativen Möglichkeiten des Offensivspiels sehr einschränkt und zum Anderen wäre man nur noch sehr schwer in der Lage das gegnerische Aufbauspiel zu steuern (dieses Thema werden wir später aufgreifen).

Aus unserer Sicht fällt es einem Mittelfeld mit drei Spielern sehr schwer auf der kompletten Breite des Spielfelds präsent zu sein. So wäre es zwingend notwendig, dass die beiden Außenstürmer sich bei gegnerischem Ballbesitz zurückfallen ließen, bzw. die Außenverteidiger bei eigenem Ballbesitz aufrückten. Dieses für Anfänger recht umfangreiches rouchieren könnte gerade in der Phase der Umstellung auf das Ballorientierte Spiel einige Spieler überfordern. So bleibt am Ende das klassische 4-4-2.

Nun kann man dieses 4-4-2 nochmals in zwei unterschiedliche Varianten unterteilen, die sich in der Formation des Mittelfelds bemerkbar macht. Die Mittelfeldspieler können entweder als Raute oder als Flache Vier aufgestellt sein. Bei der Flachen Vier agieren vier Mittelfeldspieler ebenfalls als Viererkette. Wir haben bisher kein Geheimnis daraus gemacht, dass wir zumindest für den Beginn der Umstellung auf die Viererkette die Flache Vier favorisieren. So ist es leichter die Spieler für das Training der Viererkette zu begeistern, da im Grunde alle Positionen unmittelbar oder indirekt davon betroffen sind. Obendrein kann man sich eine gesonderte Schulung des Mittelfelds sparen, da dieses bei gegnerischem Ballbesitz fast identisch wie die hinteren Spieler handelt. So wird das Taktiktraining minimiert und man kann so mehr Zeit in die Entwicklung der technischen Fähigkeiten der einzelnen Spieler investieren.

Ein weiterer Vorteil der Flachen Vier ist der, dass man auf den Außen recht präsent ist. Man benötigt deswegen auf den Außenverteidiger-Positionen keine Maradonnas und Peles. Die Außenverteidiger kann man also behutsam auf die offensiven Aspekte ihrer Position vorbereiten. Dagegen muss man aber sagen, dass das Spiel mit der Raute einen ganz wichtigen Vorteil gegenüber der Flachen Vier bietet. Im eigenen Spiel verfügt man über viel mehr Möglichkeiten der Dreiecksbildung. Das bedeutet, dass Spieler im Ballbesitz sich in einem Dreieck mit Mitspielern befinden und so stets über Anspielstationen in Breite und Tiefe verfügen.

Zuletzt sollte man noch bedenken, dass man durch das Spiel mit zwei Viererketten und zwei Spitzen auf dem kompletten Feld symmetrisch verteilt ist. Dies sichert einen kompakten Mannschaftsverbund, geringe Laufwege zum Schaffen von Überzahlsituationen und bei Balleroberung ein effektives Umschalten auf Angriff.

Stellt man nun die Vor- und Nachteile der verschiedenen Systeme gegenüber und berücksichtigt man die eigenen Erfahrungen als Trainer, kann man zu dem Schluss kommen, dass das klassische 4-4-2 mit einer Flachen Vier zumindest in der Phase der Umstellung auf das Ballorientierte Spiel unbedingt zu empfehlen ist.

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