Ganz einfach mehr Torchancen erspielen!

Dezember 28th, 2009 by Martin Hasenpflug

Mit unserer Initiative abwehrkette.de konzentrieren wir uns ja hauptsächlich mit dem Verfassen von Artikel wie man Torchancen verhindert und zu einer schnellen Balleroberung kommt. Doch von Zeit zu Zeit wollen wir mit dem einen oder anderen Artikel darüber hinausgehen und zeigen wie man gekonnt in die Offensive umschaltet und sich so gute Torchancen erspielt.

Mit dem heutigen Beitrag wollen wir also zeigen wie man nach der Balleroberung effektiv arbeitet. Dazu haben wir wieder ein Merkblatt erstellt, wo jede wesentliche Situation abgebildet und mit einem kompakten Text versehen ist. Dieser Zettel eignet sich, wie auch unsere anderen zuvor erstellen Merkblätter, hervorragend zum Verteilen an die Mannschaft. So haben die Spieler die Möglichkeit sich das Ganze in Ruhe zu hause anzusehen und so den ganzen Ablauf zu verinnerlichen.

Wenn man vom Umschalten in die Offensive spricht, kommt einem natürlich auch direkt das Thema in den Kopf, wie man sich im umgekehrten Fall korrekt verhält? Wie agieren bei einem Ballverlust? Wie verteidigen wir in einer ungeordneten Defensive und wie können wir möglichst schnell wieder den Ball erobern? Dieses Thema haben wir in vorherigen Artikel immer mal leicht angeschnitten, doch um auch hier einen ausführlichen Leitfaden anzubieten, werden wir an einem entsprechenden Beitrag arbeiten.

Jetzt aber erstmal unser Merkblatt zur Offensive. Anhand dessen kann der Trainer auch einige Punkte zur Verbesserung seiner Vierer-Abwehrkette ableiten. Denn diese muss erstmal ausgespielt werden um eine Torchance zu erhalten. In diesem Zusammenhang sei aber nochmal ganz ausdrücklich erwähnt, dass wir das Merkblatt ganz bewusst so gestaltet haben, dass man eine Abwehrkette ausspielen muss und keinen gegnerorientierten Abwehrverbund! Denn wenn die Offensive bei einem ballorientierten Gegner in der Lage ist den Ball schnell und direkt nach vorne zu passen, Doppelpässe spielt, Schnittstellen in der Defensive ausnutzt usw. wird es ihr erst recht bei einer Mannschaft mit agierendem Libero gelingen!

Spieleröffnung: Was tun nach der Balleroberung? Die Mitspieler schwärmen in alle Richtungen aus und der Ball wird möglichst schnell und direkt nach Vorne gespielt!

Spieleröffnung: Was tun nach der Balleroberung? Die Mitspieler schwärmen in alle Richtungen aus und der Ball wird möglichst schnell und direkt nach Vorne gespielt!

Doppelpass: Die Spieler versuchen stets zusammen mit dem Ballführenden ein Dreieck zu bilden, um so Anspielstationen in Breite und Tiefe zu schaffen! Mittels Doppelpässen gewinnt man Raum und kann so sein Spiel schnell vors gegnerische Tor bringen!

Doppelpass: Die Spieler versuchen stets zusammen mit dem Ballführenden ein Dreieck zu bilden, um so Anspielstationen in Breite und Tiefe zu schaffen! Mittels Doppelpässen gewinnt man Raum und kann so sein Spiel schnell vors gegnerische Tor bringen!

Pässe: Nach Möglichkeit immer einen Steilpass spielen! Ist es nicht realisierbar, da zu risikoreich, dann den Ball auf den Flügel spielen. Sollte auch diese Möglichkeit nicht bestehen, dann einen Quer- oder Rückpass zu einem Mitspieler.

Pässe: Nach Möglichkeit immer einen Steilpass spielen! Ist es nicht realisierbar, da zu risikoreich, dann den Ball auf den Flügel spielen. Sollte auch diese Möglichkeit nicht bestehen, dann einen Quer- oder Rückpass zu einem Mitspieler.

Flügelspiel: Steht die Abwehr kompakt, passt man zum Flügel. Die Angreifer kreuzen und besetzen den kurzen und langen Pfosten. Ein dritter Spieler wartet im Rückraum auf den Ball. Die Flanke kommt flach zum kurzen oder hoch zum langen Pfosten. Mit Tempo in den Ball!

Flügelspiel: Steht die Abwehr kompakt, passt man zum Flügel. Die Angreifer kreuzen und besetzen den kurzen und langen Pfosten. Ein dritter Spieler wartet im Rückraum auf den Ball. Die Flanke kommt flach zum kurzen oder hoch zum langen Pfosten. Mit Tempo in den Ball!

Finaler Pass: Dadurch das gewisse Räume nicht angelaufen werden (Ellipse), können Lücken in der Abwehr entstehen, die man zu einem finalen Pass nutzen kann. Haben Verteidiger keine Tiefenstaffelung, so können diese mit einem Doppelpass ausgespielt werden.

Finaler Pass: Dadurch das gewisse Räume nicht angelaufen werden (Ellipse), können Lücken in der Abwehr entstehen, die man zu einem finalen Pass nutzen kann. Haben Verteidiger keine Tiefenstaffelung, so können diese mit einem Doppelpass ausgespielt werden.

Kreuzen: Die Verteidiger in einer kompakten Abwehr kann man mittels kreuzenden Spitzen verwirren. Die dann entstehenden Lücken werden zum finalen Pass genutzt. Die Angreifer zeigen immer Mut zum Risiko, schießen aus allen Lagen und suchen 1-gegen-1-Situationen!

Kreuzen: Die Verteidiger in einer kompakten Abwehr kann man mittels kreuzenden Spitzen verwirren. Die dann entstehenden Lücken werden zum finalen Pass genutzt. Die Angreifer zeigen immer Mut zum Risiko, schießen aus allen Lagen und suchen 1-gegen-1-Situationen!

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Erfolgreiches Fußballtraining organisieren

Dezember 21st, 2009 by Martin Hasenpflug

Man trainiert in erster Linie um sich fußballerisch zu verbessern und um als Team zur Einheit zu finden. Aus diesem Grund sollte diese beiden Bestrebungen bei der Planung des Trainings und dessen Umsetzung im absoluten Mittelpunkt stehen. Um erfolgreich zu spielen, sollte sich alles andere dem unterordnen. In diesem Artikel wird man einige grundsätzliche Gedanken finden, die einem bei der Verwirklichung dieses Ziel behilflich sein können.

Durch attraktive und abwechslungsreiche Übungsformen versucht man die Spieler immer so gut es geht zu motivieren. Dies kann u.a. durch kleine Wettkämpfe geschehen, wo zwei Gruppen gegeneinander mit dem Ziel antreten, um als erstes eine gewisse Punktzahl zu erreichen. Ein großer Motiviationskiller ist die Langeweile, die z.B. entsteht wenn die Wartezeit zwischen den Aktionen zu groß werden. Aus diesem Grund sollte der Trainer das Training so gestalten, dass alle Spieler stets in Bewegung sind.

Bei manchen Übungen ist dies aber nicht so einfach, deswegen empfiehlt es sich da in kleinen Gruppen zu trainieren. Wenn man also über einen Trainerkollegen verfügt, teilt man zumindest im Hauptteil des Trainings die Mannschaft auf und lässt sie bis zum Abschlussspiel separat trainieren. Kleine Gruppen ermöglichen eine bessere individuelle Betreuung und führt gleichzeitig zu mehr Ballkontakten der Spieler. Allgemein sagt man, dass es Ziel des Trainers sein sollte jeden Spieler im Training ca. 500 Ballkontakte zu ermöglichen.

Ob ein Spieler jetzt 300 oder 700 Ballkontakte hat ist erfahrungsgemäß nicht das Alleinentscheidende. Vielmehr zählt die Qualität der Übung, die Konzentration des Spielers, der Einsatzwille und wenn dann auch noch eine hohe Zahl an Ballkontakten zustande kommt, kann man von einem gelungenen Training sprechen.

Weitere wichtige Aspekte die der Trainer in seiner Arbeit berücksichtigen sollte, ist eine knappe und fachkundige Erklärung des Trainingsziels, wie dessen korrekte Demonstration. Der Trainer sollte nicht alle Fehler korrigieren die er sieht, sondern im Allgemeinen sich auf Wiederholungsfehler und den Sachen betreffend des Trainingsschwerpunktes konzentrieren. Ein gewisser Trainings- und Spielfluss sollte zur Förderung der Kreativität nicht unterbunden werden.

Spielerische, individuelle und mannschaftliche Fortschritte sollte der Trainer zur weiteren Motivation positiv ansprechen. Dies bestärkt eine Mannschaft und auch einen Spieler darin den eingeschlagenen Weg fortzuführen. Gute Trainingsleistungen und gute Aktionen im Training sollten unmittelbar und dezent gelobt werden. Begeisterungsstürme könnten von einigen Spielern schon als Erreichung des Gesamtziels fehlinterpretiert werden.

Vor und nach dem Training sollte eine kurze Besprechung erfolgen. Was bringt der Mannschaft die anstehende Trainingseinheit? Was erwartet der Trainer von mir? Wie kann ich dies erreichen? Nach dem Training: Was habe ich gut gemacht? Wo kann ich mich noch verbessern? Durch diese direkten Anweisungen und Rückmeldungen erleichtert man dem Spieler sich in die nötige Richtung zu entwickeln.

Was die Trainingsinhalte betrifft, so vertreten wir gewisse Vorstellungen die sich allesamt in der Praxis bewährt haben. Zum einen sollte man Schwerpunktmäßig mit vielen Wiederholungen trainieren. Somit erleichtert man dem Spieler sich auf eine Sache zu konzentrieren, was wiederum zu einer optimalen Entwicklung in diesem Bereich führen kann. Man sollte immer spielnah trainieren, das bedeutet spielnahe Abstände bei den Übungen, realistische Anordnung des Parcours im Spielfeld und Trainingsformen die häufige Spielsituationen simulieren.

Bei unserer Art zu Trainieren gibt es drei Komponenten die sich immer wiederholen. Da steht zu Beginn des Trainings, direkt nach der Besprechung, das Brasilianische Aufwärmen. Neben der körperlichen Vorbereitung auf die folgenden intensiven Aufgaben, wird der Spieler dadurch in einigen weitere Punkten verbessert. So wird aufgrund den parallel ausgeführten Aktionen der Teamgedanke und das Abstimmen auf gemeinsame Handlungen gefördert. Durch die Art der Bewegungen des Brasilianischen Aufwärmens wird zusätzlich noch die Koordination geschult.

Die zweite Komponenten die in jeder unserer Trainingseinheit zu finden ist, ist die Antrittsschnelligkeit. Durch gezielte kurze Sprints mit Richtungswechsel und Koordinationsaufgaben erreicht man das Ziel, im Wettkampf schneller am Ball zu sein als der Gegner. Außerdem wird durch dieses Training die Ausdauer der Spieler ohne spezielles Konditionstraining verbessert.

Das Trainieren der Antrittsschnelligkeit sollte nach dem Aufwärmen im ersten Drittel der Trainingseinheit gelegt werden. Wichtig ist, dass der Antritt in voller Intensität ausgeführt wird. Allgemein wird nach jeder Aktion eine Minute Pause empfohlen. Die Erfahrung zeigt aber auch, dass diese auch etwas darunter liegen kann. Durch das intensive Training der Antrittsschnelligkeit läuft man auch weniger Gefahr die Spieler im Training zu unterfordern. Es erhöht die Konzentration, weil kräftebedingt auf fußballfreie Gedanken verzichtet werden muss. Durch leicht dosierte Überforderungen im Training kann auch die Antizipationfähigkeit der Spieler gesteigert werden.

Die letzte gleichbleibende Komponente im Training betrifft das Abschlussspiel. Die von uns erläuterte Ansicht mag nicht auf alle Mannschaften zutreffen, doch im mittleren Jugendbereich nach der Umstellung auf die Viererkette hat sie sich bewährt. Es werden keine besonderen Sonderregeln vorgegeben, um gewisse Spielweisen zu provozieren, sondern allein aufgrund der Mannschaftsaufstellung und den taktischen Vorgaben des Trainers ein auf das Ballorientierte fokussiertes Abschlussspiel absolviert.

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Einfach und Erfolgreich spielen mit der Viererkette

Dezember 18th, 2009 by Martin Hasenpflug

Bayer Leverkusen ist in der Bundesliga eine der Überraschungsmannschaften der Saison. Nach dem 16. Spieltag befinden sich die Heynckes-Elf ohne Niederlage an der Tabellenspitze. Als zu Saisonbeginn der neue Trainer Jupp Heynckes kam, gab es einige Änderungen im System von Bayer. Bisher agierte man ständig im Pressing und spielte im Mittelfeld mit einer Raute. Das ständige Pressing wurde reduziert und auch von der Raute im Mittelfeld hat man sich verabschiedet. Man spielt nun mit einer Viererkette vor der Abwehrkette und es wird nun nur noch gezielt gepresst. Bei gegnerischen Ballbesitz im Mittelfeld verschieben sich zwei kompakte Viererketten hinter dem Ball und ein Angreifer übt Druck auf den ballführenden Gegner aus.

Die ballfernen Seiten werden bei Bayer komplett vernachlässigt. Das oberste Ziel lautet, Überzahl in Ballnähe zu schaffen und dabei die Räume so eng wie möglich für den Gegner zu gestalten. Dieses System unterscheidet sich relativ stark vom niederländischen System, welches Bayern München unter Louis van Gaal spielt. Hier ist das Spielfeld in Zonen unterteilt, welches das Ziel verfolgt, in jeder Spielsituation Zugriff auf alle gegnerische Anspielstationen zu haben.

Dieses klassische System der Heynckes-Elf ist im Grunde so einfach wie wirkungsvoll. Die Mannschaft hat schnell die Spielphilosophie ihres neuen Trainers verinnerlicht und stellt nun nach 16 Spieltagen die beste Defensive der Liga. Das sehr ausgeprägte ballorientierte Spiel von Bayer ist sogar so simpel, dass man es bereits in den Grundzügen in mittleren Jugendmannschaften recht schnell einführen kann. Die taktischen Vorgaben halten sich in Grenzen, was wiederum Raum für die kreative Entfaltung der Spieler zulässt.

Auffallend bei der Viererkette von Bayer ist, dass diese sehr stark und kompakt auf einer Linie agiert. Befindet sich der Ball beim Gegner im Mittelfeld, so versucht sie keine Tiefenstaffelung herzustellen. Es befinden sich so kaum Schnittstellen in der Viererkette für den finalen Pass. Dies führt dazu, dass die gegnerischen Spitzen dem Ballführenden oft entgegenstarten müssen. Das nutzt die Abwehrkette um aufzurücken und so den Raum für den Gegner noch mehr zu verengen.

Die Linie in der Abwehrkette wird aber unter gewissen Bedingungen aufgehoben. Befindet sich der ballführende Gegner im Mittelfeld nicht unter genügend druck, so lassen sich die beiden Innenverteidiger etwas in der Tiefe fallen. Auch lässt sich ein Innenverteidiger fallen, wenn der andere Innenverteidiger in den Zweikampf geht. Dies ermöglicht ihm im Falle eines verlorenen Zweikampfs seines Mitspielers noch rettend einzugreifen.

Die Seitenabstände der Viererketten bleiben beim Verschieben gleich. Jedoch werden die Seitenabstände in der Abwehrkette in dem Verhältnis geringer, wie sich der Gegner dem eigenen Tor nähert. Teilweise betragen die Abstände zueinander nur 2-3 Meter. Durch diese Kompaktheit in dem gefährlichen Bereich zentral vor dem Tor, versucht Bayer den Gegner nach außen zu drängen. Man vertritt hier ganz klar die Ansicht, dass der Flügel ungefährlicher für das eigene Tor ist als das Zentrum. Bei Bayer wird also immer von innen nach außen verteidigt, bzw. ihr Balleroberungs-System angewandt.

Nach der Balleroberung agiert Bayer sehr flexibel und zielstrebig nach vorne. Spätestens nach 3-4 Querpässen erfolgt der Pass nach vorne. Die Innenverteidiger schrecken auch nicht vor einem langen Pass in die Sturmspitze zurück. Hier versucht Bayer durch aggressives Pressing den zweiten Ball zu erobern und so gleich in einer aussichtsreichen Situation vor dem gegnerischen Tor zu kommen. Die Innenverteidiger schlagen auch lange Diagonalpässe zu den Mittelfeldaußen. Ihm rücken dann bewusst keine Mitspieler entgegen, die wiederum Defensivspieler des Gegners nach sich ziehen würden. So ermöglicht man dem Mittelfeldaußen eine 1-gegen-1-Situation am Flügel und, bei einem erfolgreichen Durchbruch, der Zug zum Tor. Oft rücken auch bei der Spieleröffnung der Innenverteidiger, die Mittelfeldaußen ins Zentrum als Anspielstationen und schaffen so Platz für vorrückenden Außenverteidiger.

Das Spiel Bayer Leverkusens ist auch dadurch gekennzeichnet, dass immer einer der beiden Angreifer sehr viel Defensivarbeit leistet. Er schließt u.a. Löcher im Mittelfeld und arbeitet am Flügel, um der anderen Spitze das Angriffszentrum zu überlassen. Erkennen die beiden Angreifer, dass Mitspieler den Ball erobert haben, versuch sie mit Tempo in die Spitze zu kommen. Dabei starten sie oft von einem Punkt und kreuzen sehr oft ihre Laufwege. Bietet sich einem Angreifer nicht der direkte Weg zum Tor, so behauptet er den Ball für nachrückende Mitspieler. Oft schieben auch beide Angreifer bewusst nach außen in einer Richtung, um so Räume für Spieler aus der zweiten Reihe zu schaffen.

Bei der Spieleröffnung des Gegners tief in deren Hälfte wird der Ballführende oft von den beiden Angreifern seitlich angelaufen, um so einen Pass ins Zentrum zu provozieren. Im Zentrum lauern dann Mitspieler die bei einem solchen Pass den Gegner sofort aggressiv attackieren. Die ganze Mannschaft schiebt dabei nach Vorne Richtung Ball. Diese Art des Forecheckings kostet zwar Kraft, doch gezielt im Verlaufe des Spiels angewandt, ergeben sich daraus oft sehr gute Torchancen und man vermittelt dem Gegner das Gefühl unter ständigem Druck zu stehen.

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Doppeln - Der Schlüssel zum Erfolg

Dezember 10th, 2009 by Martin Hasenpflug

Die signifikantteste Änderung der letzten Jahre im Fußball betrifft das Spielsystem. Früher spielte man Gegnerorientiert und heutzutage Ballorientiert. Es gibt zwar immer noch Mannschaften im unteren Amateur- und Jugendbereich bei denen diese Wandlung noch nicht stattgefunden hat, doch mit der Erhöhung der Qualität der Trainer an der Basis, wird auch hier immer mehr das Ballorientierte Spiel vorangetrieben.

Eines der Hauptgründe wieso alle leistungsorientiere Mannschaften auf das Ballorientierte Spiel umgestiegen sind ist der, dass man in Ballnähe Überzahl schafft. So ist man in der Lage offensiv zu verteidigen. Man reagiert nicht auf Aktionen des Gegners, sondern ergreift selbst die Initiative den Ball schnellstmöglich zu erobern und dann einen Angriff einzuleiten. Der ballführende Gegenspieler wird dabei zu Zweit attackiert, was in der Fußballersprache Doppeln genannt wird. Gleichzeitig werden von weiteren Mitspielern in Ballnähe die Passwege zugestellt, so dass der Ballführende zu einem Alleingang provoziert wird. Dies erleichtert die Balleroberung und durch die Überzahl in Ballnähe verfügt man so über viele Anspielstationen das Spiel fortzusetzen.

Wie genau man Überzahl in Ballnähe schafft haben wir ja nun schon zur Genüge dargelegt. Grundsätzlich verschiebt sich die Mannschaft im Kollektiv bei Einhaltung von Seiten- und Tiefenabständen zum Ball. Doch was nützt einem die Überzahl in Ballnähe, wenn man nicht genau weiß wie man sich dann richtig zu verhalten hat? Handelt man falsch, setzt sich der Gegner trotz Unterzahl durch, man foult den Gegner oder schlägt den Ball ins Seitenaus. Aus diesem Grund werden wir in diesem Artikel genau erklären, wie man korrekt doppelt um den Ball nicht zu klären, sondern zu erobern.

Je nach Spielsituation ist ein anderes Handeln notwendig. Man muss unterscheiden, ob man bereits zusammen mit seinem Mitspieler vor dem ballführenden Gegner positioniert ist, der Mitspieler erst von der Seite heranrücken muss, der Mitspieler von hinten heranrücken muss und hier nochmal ob er aus dem Zentrum oder dem Flügel kommt. Grundsätzlich gilt aber auch hier eine absolute Notwendigkeit der Kommunikation. Klare Kommandos wer attackiert (Vor!) oder (Ich!), dass man dabei ist heranzurücken (Warte!) und das man in Position ist (Bin da!).

Es gilt immer eine leichte Tiefenstaffelung beim Doppeln zu schaffen. Ein Spieler rückt entschlossen Richtung Ball vor und versucht mittels seitlicher Stellung ein Dribbling des Gegners nach innen zum Mitspieler zu provozieren. Sobald dieser erkennt, dass der Ball einen Augenblick frei ist, attackiert er.

Auch die Verzögerung des Angriffs ist ein wichtiger Bestandteil des Doppelns. Das Verzögern des Angriffs erreicht man dadurch, dass man erst dem Gegner entgegenstartet, dann dass Tempo des Gegenspielers aufnimmt und ohne ihn zu attackieren ca. zwei Meter Distanz hält. So gewinnt man Zeit für heranrückende Mitspieler und gelangt zur notwendigen Überzahl.

Frontales Doppeln im Zentrum: Der Verteidiger auf der Seite des Dribbelfußes des Angreifers rückt vor und bietet in seitlicher Stellung dem Angreifer seine schwache Seite zum Durchbruch an! Der absichernde Verteidiger attackiert den Ball, sobald dieser vom Angreifer in seiner Richtung vorgelegt wird! Aus diesem Grund darf er sich nicht zu weit vom vorderen Verteidiger entfernt positionieren!

Frontales Doppeln im Zentrum: Der Verteidiger auf der Seite des Dribbelfußes des Angreifers rückt vor und bietet in seitlicher Stellung dem Angreifer seine schwache Seite zum Durchbruch an! Der absichernde Verteidiger attackiert den Ball, sobald dieser vom Angreifer in seiner Richtung vorgelegt wird! Aus diesem Grund darf er sich nicht zu weit vom vorderen Verteidiger entfernt positionieren!

Frontales Doppeln am Flügel: Befinden sich zwei Verteidiger am Flügel (C und A) wird die Außenbahn verschlossen, um den Angreifer zum inneren Verteidiger zu steuern! Befindet sich B noch nicht am Flügel, so verzögert A den Angriff indem er Distanz zum Angreifer hält. B nimmt nun die Position von A ein und A verschließt die Außenbahn! B signalisiert A sein Kommen mit einem Kommando! Mit "Bin da!" beginnt C den Angreifer nach innen zu steuern.

Frontales Doppeln am Flügel: Befinden sich zwei Verteidiger am Flügel (C und A) wird die Außenbahn verschlossen, um den Angreifer zum inneren Verteidiger zu steuern! Befindet sich B noch nicht am Flügel, so verzögert A den Angriff indem er Distanz zum Angreifer hält. B nimmt nun die Position von A ein und A verschließt die Außenbahn! B signalisiert A sein Kommen mit einem Kommando! Mit "Bin da!" beginnt C den Angreifer nach innen zu steuern.

Nach hinten doppeln am Flügel: Der Verteidiger geht in seitlicher Stellung, um dem Angreifer die Außenbahn zum Durchbruch anzubieten! Der Mittelfeldspieler läuft außen zum Angreifer um seinen Körper zwischen Ball und Angreifer zu bringen! Erkennt der Mittelfeldspieler einen Durchbruch nach innen, so läuft er innen zum Angreifer!

Nach hinten doppeln am Flügel: Der Verteidiger geht in seitlicher Stellung, um dem Angreifer die Außenbahn zum Durchbruch anzubieten! Der Mittelfeldspieler läuft außen zum Angreifer um seinen Körper zwischen Ball und Angreifer zu bringen! Erkennt der Mittelfeldspieler einen Durchbruch nach innen, so läuft er innen zum Angreifer!

Nach hinten doppeln im Zentrum: Der Verteidiger A versucht zuerst den Pass zum Angreifer abzufangen! Gelingt dies nicht, setzt er sich wieder leicht nach hinten ab und schließt den direkten Weg zum Tor! Der Mittelfeldspieler B rückt auf Position C zurück und geht in seitlicher Stellung, um den Angreifer zum Verteidiger A zu steuern!

Nach hinten doppeln im Zentrum: Der Verteidiger A versucht zuerst den Pass zum Angreifer abzufangen! Gelingt dies nicht, setzt er sich wieder leicht nach hinten ab und schließt den direkten Weg zum Tor! Der Mittelfeldspieler B rückt auf Position C zurück und geht in seitlicher Stellung, um den Angreifer zum Verteidiger A zu steuern!

Die ganze Anleitung gibt es auch wieder als PDF-Dokument zum Ausdrucken für seine Spieler. Viel Spaß und Erfolg damit!

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Zu Zweit jeden Angriff abwehren!

Dezember 4th, 2009 by Martin Hasenpflug

Im letzten Artikel haben wir beschrieben, wie man sich korrekt im 1-gegen-1 in der Defensive verhält. Dieser individualtaktische Aspekt ist der erste Schritt Richtung Viererkette. Heute werden wir den zweiten Schritt gehen und das richtige Agieren in der kleinstmöglichen Gruppe von zwei Spielern zeigen. Je nach Standort von Ball, Mitspieler, Gegenspieler und deren Anzahl sind teilweise ganz unterschiedliche Dinge zu berücksichtigen.

Greift Beispielsweise der Gegner in Überzahl an, versucht man den Angriff zu verzögern und die nicht ballführenden Angreifer aus dem Spiel zu nehmen. Hat man dagegen eine Gleichzahl mit den Angreifern, rückt man vor und ein und versucht den Ballführenden zu doppeln und Querpässe zu provozieren. Auch wenn die verschiedenen Situationen verschiedene Handlungsaktionen verlangen, so gibt es doch einige Grundregeln die immer eingehalten werden sollten: Ballorientiert verschieben, nicht kreuzen, Abstände halten, in die Tiefe staffeln, laut kommunizieren und gegenseitig absichern. Das oberste Ziel lautet bei der Gruppentaktik: Überzahl in Ballnähe schaffen!

Unter den folgenden Zeichnungen finden man eine Beschreibung, wie man sich in der abgebildeten Situation korrekt verhält. Das ganze Thema haben wir in dem Merkblatt Gruppentaktik zusammengefasst, welches der Trainer ausdrucken und an seinen Spielern verteilen kann.

Unterzahl, Ball am Flügel

Unterzahl, Ball am Flügel: Verteidiger rücken Richtung Ball ein und weichen bis auf ca. 22 Meter zurück um Zeit für nachrückende Mitspieler zu gewinnen! Seitliche Stellung zum Ballführenden einnehmen um ihn den Durchbruch nach außen anzubieten! Aus einer Unterzahl- wird dann eine Gleichzahlsituation. Die Verteidiger agieren in einer leichten Tiefenstaffelung, verhindern dadurch den Pass in die Tiefe und provozieren so zu ungefährlichen Querpässen.

Unterzahl, Ball im Zentrum: Torwart rückt immer vor, um Steilpässe abzufangen! Der Verteidiger auf der Seite des Dribbelfuß rückt vor! Er bietet so dem Ballführenden die schwache Seite zum Durchbruch an. Dort hat sich bereits der andere Verteidiger postiert der auf den Durchbruch wartet, um den Angriff abzuwehren. Die Abstände der Verteidiger müssen so klein sein, dass sie sich gegenseitig absichern können, aber auch so groß, dass sie Passwege zustellen!

Unterzahl, Ball im Zentrum: Torwart rückt immer vor, um Steilpässe abzufangen! Der Verteidiger auf der Seite des Dribbelfuß rückt vor! Er bietet so dem Ballführenden die schwache Seite zum Durchbruch an. Dort hat sich bereits der andere Verteidiger postiert der auf den Durchbruch wartet, um den Angriff abzuwehren. Die Abstände der Verteidiger müssen so klein sein, dass sie sich gegenseitig absichern können, aber auch so groß, dass sie Passwege zustellen!

Gleichzahl: Der ballnahe Verteidiger rückt vor und der ballferne Verteidiger rückt ein! Es wird versucht in Ballnähe Überzahl zu schaffen! Bei großem Abstand der Verteidiger zueinander, den Ballführenden nach außen lenken und bei kleinerem Abstand nach innen lenken um zu doppeln! Verteidiger steuern sich durch laute Kommandos!

Gleichzahl: Der ballnahe Verteidiger rückt vor und der ballferne Verteidiger rückt ein! Es wird versucht in Ballnähe Überzahl zu schaffen! Bei großem Abstand der Verteidiger zueinander, den Ballführenden nach außen lenken und bei kleinerem Abstand nach innen lenken um zu doppeln! Verteidiger steuern sich durch laute Kommandos!

Gleichzahl, Gegner hinterläuft: Gleiches Verhalten wie beim Punkt zuvor! Wird der Ballführende hinterlaufen, lassen sich beide Verteidiger diagonal in die Tiefe fallen! Somit wird der Passweg zum Hinterlaufenden zugestellt und der Ballführende kann gedoppelt werden! Immer Tiefenstaffelung, Abstände und Absicherung beachten!

Gleichzahl, Gegner hinterläuft: Gleiches Verhalten wie beim Punkt zuvor! Wird der Ballführende hinterlaufen, lassen sich beide Verteidiger diagonal in die Tiefe fallen! Somit wird der Passweg zum Hinterlaufenden zugestellt und der Ballführende kann gedoppelt werden! Immer Tiefenstaffelung, Abstände und Absicherung beachten!

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