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Sep 13 2010

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Angriffspressing – Kraftreserven in Tore ummünzen


Angriffspressing im 4-4-2

Angriffspressing im 4-4-2

Das Pressing im Fußball unterteilt man im Abwehrpressing, Mittelfeldpressing und Angriffspressing. Beim Angriffspressing, auch Forechecking genannt, agiert der Mannschaftsverbund weit vor dem eigenen Tor mit dem Ziel den ballführenden Gegner einzuschnürren und dadurch den Ball zu gewinnen. Eine Balleroberung nahe dem gegnerischen Tor bietet eine ideale Voraussetzung zum Erspielen einer Torchance.

Das Angriffspressing erfordert eine große Laufbereitschaft aller Spieler. Zuerst massiv Richtung Ball und dann wieder ein schnelles Umschalten in die Defensive. So unterbindet man Kontermöglichkeiten des Gegners, falls das Pressing nicht erfolgreich ausgeführt werden konnte. Weil das Angriffspressing die kraftraubendste Spielweise im Fußball ist, wird diese auch nur phasenweise praktiziert. Bewährt hat sie sich direkt nach Spielbeginn, zum Beginn der zweiten Halbzeit, bei einem Rückstand und als Überraschungseffekt sobald ein schwacher Gegenspieler angespielt wird.

Vorab sollte ein gemeinsames Kommando vereinbart werden der allen Spielern das Angriffspressing signalisiert. Dieses Kommando kann z.b. „Pressen“ lauten und sollte von einem zentralen Mittelfeldspieler gerufen werden. Der ideale Zeitpunkt dafür wäre das Abspiel eines zentralen Abwehrspielers zu einem schwachen Außenverteidiger. Einem Außenspieler kann man mit weniger „Personal“ die Anspielstationen in alle Richtungen zustellen, als einem zentralen Spieler.

Sobald also das gemeinsame Kommando kommt, verschieben alle Spieler massiv Richtung Ball. Der ballferne Angreifer muß sofort die Rückpassmöglichkeit des Außenspielers zustellen. Der ballnahe Angreifer doppelt den Angespielten zusammen mit dem Mittelfeldaußen. Die anderen Mitspieler müssen schnellstmöglich alle Anspielstationen zustellen.

Der eigene Torwart agiert sehr weit vorgerückt um z.B. gespielte Flugbälle des Gegners über die Abwehrkette abzufangen. Die Innenverteidiger befinden sich als einzige Feldspieler in der eigenen Spielfeldhälfte, knapp hinter der Mittellinie. Die Außenverteidiger rücken in die gegnerische Hälfte vor und schieben somit ihre Vorderleute weiter voran. Das Mittelfeld postiert sich gerade im zentralen Bereich sehr kompakt. Die Mitteldfeldaußen orientieren sich dabei recht weit nach innen und provozieren dadurch den gegnerischen Spielaufbau über die Außenspieler.

Wichtig ist, dass noch während der Ball zu dem Außenspieler unterwegs ist, alle Spieler im höchsten Tempo ihre Aufgaben erfüllen. Sobald der Ball den Außenspieler erreicht hat, muss schon die Rückpassmöglichkeit zugestellt sein und die Mitspieler zum Doppeln bereit sein. Ist man nicht rechtzeitig auf Position und der Außenspieler kann den Ball verarbeiten und sich Richtung Spiel drehen, wird dieser nicht gedoppelt. In diesem Fall wird er lediglich gestellt und erst das nächste Abspiel wieder massiv bekämpft. Die Rückpassmöglichkeit des Gegners bleibt aber verstellt, damit sich dieser nicht aus der Umklammerung befreien kann.

Sollte der Angespielte zu einem Dribbling nach hinten ansetzen, um sich aus der Umklammerung zu befreien, so bleibt der komplette Mannschaftsverbund an ihm dran und hält so den Druck aufrecht. Nach einer Angriffspresssing-Phase sollte wieder auf Abwehrpressing oder Mittelfeldpressing umgeschaltet werden. So kann man wieder Kräfte für die nächste Phase sammeln und bestimmt somit den Rhythmus des Spiels.

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