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Okt 17 2011

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Antrittsschnelligkeit für das Fußballtraining

Ein Fußballspieler muss selten einen Sprint von über 15 Metern absolvieren. Dagegen sind kurze Antritte aus lockerem Lauf, aus dem Stand, nach einem Sprung, vom Boden liegend und nach einem Richtungswechsel die Regel. Welcher Spieler hier größere Defizite hat, wird es schwer haben einer Mannschaft weiterzuhelfen. Denn selbst die größten fußballerischen Qualitäten erübrigen sich, wenn diese nicht zur Geltung kommen, weil der Gegner ständig eher am Ball ist.

Die Antrittsschnelligkeit lässt sich nur bedingt trainieren, da sie zu über 80 Prozent von angeborenen Faktoren abhängt. Trotzdem sollte sie Bestandteil jedes Trainings sein, weil oft nur ein Bruchteil einer Sekunde darüber entscheidet, ob man eine Aktion für sich entscheiden kann oder nicht. Beim Training der Antrittsschnelligkeit ist zu beachten, dass diese nur im aufgewärmten und im erschöpfungsfreiem Zustand absolviert wird.

Die zu absolvierende Strecke sollte spielnah zwischen 10 – 15 Metern liegen und immer in hundertprozentiger Intensität gesprintet werden. Nach jedem Sprint ist eine Pause von ca. 45 Sekunden einzulegen und nach 10 – 15 Sprints kann das Training der Antrittsschnelligkeit beendet werden. Durch Wettbewerbe kann zusätzlich die Motivation gesteigert werden!

6 Übungen für die Antrittsschnelligkeit

Übung 1. Jeweils zwei Gruppen stehen sich im Abstand von ca. 10 Metern gegenüber und spielen sich einen Ball direkt hin und her. Auf Trainersignal sprinten nun die ersten vier Spieler über die Ziellinie ihrer Parcoursseite. Nach dem Trainersignal wird sich sofort vom gespielten Ball abgewendet und direkt im Anschluss passen sich die nächsten vier Spieler die zwei Bälle bis zum nächsten Trainersignal hin und her. Tipp: Der Verlierer des jeweiligen Sprintduells muss zusätzlich Liegestütze absolvieren.

Übung 2. Für je 8 Spieler eine Stange aufbauen und vier Hütchen im Abstand von ca. 10 Metern um die Stange herum aufbauen. An zwei Hütchen gegenüber steht jeweils ein 4er-Team mit je einem Ball. Auf Trainersignal dribbelt der jeweils vordere Spieler um das rechte freie Hütchen herum, passt zum zweiten Spieler seiner Gruppe, umläuft die Stange und klatscht den angespielten Spieler ab. Erst nach dem Abklatchen darf dieser in die Übung mit der gleichen Aufgabe starten. Welches Team schafft nach 3 Minuten mehr Pässe? Variation: Für einen zweiten Durchgang um das freie linke Hütchen dribbeln. Tipp: Immer mit dem äußeren Fuß passen. Training der Beidfüssigkeit.

Übung 3. Die Mannschaft steht sich im Abstand von drei Metern je zur Hälfte gegenüber. Sie haben einen Ball. Der Ball wird nun zwischen den beiden Gruppen mit jeweils dem zweiten Kontakt hin und her gespielt. Mit der Innenseite eines Fußes wird sich der Ball auf den anderen Fuß gelegt und mit diesem dann zurückgespielt. Direkt nach dem Pass wird durch das gegenüberliegende Hütchentor gesprintet und bei der anderen Gruppe hinten angestellt. Variation 1: Der Ball wird nun nach einem halbhohen Zuwurf mit der Innenseite zurückgespielt. Dazu nimmt ein Spieler den Ball in die Hand, wirft den Ball zum Spieler gegenüber, dieser spielt den halbhohen Ball (ca. 30 cm vom Boden) direkt zurück, der Ball wird gefangen, zum Spieler gegenüber übergeben und man erhält dann selbst einen Zuwurf den man ebenso zurückspielt. Nun direkt nach dem Pass Rückwärts durch das seitliche Hütchentor laufen und dann vorwärts durch das gegenüberliegende Hütchentor. Variation 2: Anstatt „halbhohe Zuwürfe“ nun Kopfbälle nach dem selben „Übergabe-Prinzip“ wie zuvor. Nach dem Kopfball per Sidesteps durch das seitliche Tor und dann wieder durch das gegenüberliegende Tor sprinten. Variation 3: Die beiden Gruppen spielen sich den Ball mit einem Kontakt hin und her. Nach dem Direktpass erfolgt sofort ein Antritt durch das seitliche Tor. Tipp: Damit sich die beiden Gruppen ausreichend weit gegenüberstehen, kann dies nochmal mit entsprechend aufgestellten Hütchen verdeutlicht werden.

Übung 4. Für 3 – 4 Spieler zwei Hütchen im Abstand von ca. 7 Metern aufstellen und 7 Meter davon entfernt eine Hürde. Je Team hat der vorderste Spieler einen Ball. Auf Trainersignal startet dieser in die Übung indem er bis zum ersten Hütchen dribbelt, den Ball dort anstoppt, um die Hürde sprintet, den zurückgelassenen Ball zum zweiten Spieler seiner Gruppe zurückspielt und diesen dann abklatscht. Nachdem Abklatschen, startet der nächste Spieler mit der selben Aufgabe in die Übung. Welches Team schafft nach 3 Minuten mehr Pässe? Variation: Im zweiten Durchgang dribbeln die Spieler bis zur Hürde, spielen den Ball drunter her, passen zum zweiten Spieler der Gruppe und sprinten hinterher um ihn abzuklatschen.

Übung 5. Für 3 – 4 Spieler sechs Hütchen in einer Reihe stellen und 6 Meter vom letzten Hütchen entfernt ein Wendehütchen. Der jeweils vordere Spieler hat einen Ball und er und seine Gruppe stehen rechts neben dem ersten Hütchen. Auf Trainersignal beginnt ein Slalomdribbling mit anschließendem umdribbeln des Wendehütchens und im Anschluss erfolgt ein Pass zum zweiten Spieler seiner Gruppe. Dem Pass wird hinterher gelaufen, denn der zweite Spieler darf erst losdribbeln, wenn er abgeklatscht wurde. Der zweite Spieler erhält den Pass mit dem äußeren Fuß des Dribblers und dribbelt, nachdem er abgeklatscht wurde, durch das erste „Fenster“ der Hütchenreihe in die Übung. Welches Team ist zum fünften mal wieder in Ausgangsposition? Variation: Für einen zweiten Durchgang postiert sich die Gruppe auf der linken Seite der Hütchenreihe. Sie dribbeln nun von der anderen Seite ins erste „Fenster“ um in die Übung zu starten. Training der Beidfüssigkeit.

Übung 6. Zwei 10 x 15 Meter große Zonen im Abstand von ca. 12 Metern zueinander aufbauen. Die Spieler teilen sich mit je einem Ball in die beiden Zonen auf und absolvieren dort Dribbelaufgaben. Auf Trainerkommando stoppen die Spieler den Ball an, sprinten in die gegenüberliegende Zone und fassen sich dort im Kreis an die Hände. Die langsamere Gruppe muss je fünf Liegestütze absolvieren. Die anderen Spieler dribbeln sofort mit den in der Zone vorhandenen Bällen weiter. Denkbare Dribbelaufgaben: Den Ball zwischen den Innenseiten hin- und herkicken. Nur mit der Innenseite (Außenseite / Sohle / Spann) dribbeln. Alles jeweils mit rechts / links und miteinander kombiniert. Beispiel: Innenseite rechts – Außenseite rechts – Sohle rechts. Variation: Auf Handzeichen des Trainers setzen sich die Spieler auf ihren Bällen. Den langsamsten Spieler mit Liegestützen bestrafen. Tipp: Beim Dribbeln Blick vom Ball lösen.

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