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Mai 15 2011

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Auge-Hand-Koordination des Torwarts verbessern

Die Qualität eines Torwarts zeigt sich besonders in einer gut funktionierenden Auge-Hand-Koordination. Das Auge sieht die Geschwindigkeit und Flugbahn des Balls und sendet diese Signale an das Gehirn. Die Aufgabe des Gehirns ist nun die, diese Informationen möglichst schnell und korrekt zu verarbeiten und in körperliche Aktionen umzusetzen. Eine gute Augen-Hand-Koordination macht sich insbesondere dann bemerkbar, wenn es darum gehen einen Ball sicher zu fangen oder den Ball mit einer Hand zu parieren.

Folgend werden nun Übungen für das Torwarttraining beschrieben, die dafür sorgen, dass der Vorgang von der visuellen Erfassung des Balls bis hin zur passenden Aktion der Hände beschleunigt und optimiert wird. Die Übungen können als komplette Einheit absolviert werden, oder zwischen anstrengenden Übungen zur Erholung, ins normale Torwarttraining eingebunden werden. Zu beachten ist aber, dass die Torhüter die Übungen nur in konzentrierter und entspannter Verfassung optimal ausführen können. Die Übungen sind nach dem methodischen Prinzip vom Einfachen zum Schweren aufgebaut:

Übung 1: Zwei Torhüter stehen sich ca. 1-2 Meter gegenüber. Jeweils in der rechten Hand halten sie auf Hüfthöhe einen Ball. Sie werfen sich nun die beiden Bälle gleichzeitig zu und fangen den Ball des Partners mit der linken Hand. Jetzt mit der Linken in die rechte Hand des Partners werfen und immer so weiter. Während dessen absolvieren die Torhüter leicht breitbeinig kurze und schnelle Bodenkontakte mit der linken und rechten Fußspitze im Wechsel. Variation 1: Anstatt die kurzen Bodenkontakte, wird jetzt während des Bälle-Zuwerfens, bei gleichbleibenden Abstand zum Partner, seitlich gelaufen. Anstatt seitliches Laufen, wird kann sich auch Vorwärts und Rückwärts bewegt werden. Variation 2: Die beiden Spieler halten den Ball nicht auf Hüfthöhe, sondern auf Schulterhöhe und können auf diese Art die ganze zuvor beschriebene Prozedur wiederholen.

Übung 2: Zwei Torhüter stehen sich erneut gegenüber. Einer von ihnen hält in jeder Hand einen Fußball auf Hüfthöhe und sein Partner gegenüber hält einen Fußball in einer Hand. Jetzt lassen die Torhüter die drei Fußbälle kreisen, indem der Torhüter mit den zwei Bällen, einen Ball in die freie Hand des Partners wirft (immer den Ball werfen der sich gegenüber der freien Hand befindet). Nach einigen Durchgängen die Drehrichtung ändern. Variation 1: Ein Fußball durch einen anderen Ball, wie Medizinball oder Tennisball ersetzen. Durch ein anderes Gewicht und Flugeigenschaft des neuen Balls, muss sich das Gehirn immer wieder neu orientieren, damit kein Ball zu Boden fällt. Variation 2: Es sind wieder drei Fußbälle im Umlauf, wobei ein Fußball durch sein Design hervorsticht. Dieser wird nun nicht direkt zum Partner geworfen, wie die anderen zwei Bälle, sondern zum Partner geprällt. Variation 3: Wieder zwei Fußbälle und ein Tennisball zu den zwei Torhütern. Die Fußbälle werden direkt zugeworfen und der Tennisball geprällt. Auch umgekehrt möglich. Daran denken, immer auch die Drehrichtung ändern.

Übung 3: Jeder Torwart fasst nun einen „ersten“ Ball auf Hüfthöhe fest zwischen seinen Händen. Ein zweiter Ball wird nun auf diesen gelegt und der Torwart versucht diesen so zu balancieren, dass er nicht zu Boden fällt (der zweite Ball soll sich immer frei auf dem ersten Ball befinden, also nicht mit der Brust stützen). Variation 1: Jetzt einige Male den zweiten Ball leicht auf den ersten Ball tippeln lassen. Variation 2: Das gleiche nun mit Rhythmus: Den zweiten Ball im Wechsel zweimal kurz und einmal lang auf den ersten Ball tippen lässt. Variation 3: Den zweiten Ball hoch auf den ersten Ball tippen lassen, diesen dann einmal auf den Boden aufprallen lassen und diesen dann sofort auf den ersten Ball balancieren und immer so weiter. Diese Variation lässt sich auch mit einem Rhythmus verbinden.

Übung 4: Drei (vier) Torhüter stehen im Kreis im Abstand von ca. 2 Meter zueinander. Alle Torhüter halten wieder einen „ersten“ Ball zwischen ihren Händen. Ein Torwart balanciert jetzt einen zweiten Ball auf seinem ersten Ball. Diesen lässt er nun einige Male kurz auf seinen Ball tippen und tippt ihn dann in der Runde zum nächsten Torwart. Der Ball darf dabei auch einmal auf den Boden tippen. Der nächste Torwart kontrolliert den Ball, indem er ihn auf seinen Ball balanciert und gibt diesen dann ebenfalls nach einigen tippen zum nächsten Torwart der Runde. Variation: Sollten die Torhüter Probleme bei dieser Übung haben, können sie diese Aufgabe auch durcheinander in einem Feld absolvieren.

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