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Jun 12 2011

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Sechs Tipps für die Eroberung des Balls

Der moderne Fußball zeichnet sich u.a. durch das Agieren im Kollektiv gegen den Ball aus. Der Ballführende wird nun nicht mehr von einzelnen Spielern attackiert, sondern von einer ganzen Mannschaft. Aufgrund der Effektivität dieser Spielweise, ist die Torverhinderung im modernen Fußball nur noch Minimalziel. Hauptziel ist die Balleroberung. Deshalb bezeichnet man den modernen Fußball auch als Ballgewinnspiel.

Um das Ballgewinnspiel möglichst effektiv zu gestalten gibt es einiges zu befolgen. So sollte man unbedingt Kompaktheit im Mannschaftsverband herstellen und immer geschlossen zum Ball verschieben. Nur so kann erreicht werden, dass sich immer mehrere Spieler in Nähe des angespielten Gegners befinden und sie ihn dann aufgrund der kurzen Distanz sofort von mehreren Seiten attackieren können (doppeln). Ein kompakter Mannschaftsverband erschwert es dem Gegner generell günstige Anspielstationen in Ballnähe zu finden, da Passwege im Kollektiv gut zugestellt werden können.

In der Fußballersprache wird der Bereich innerhalb des Mannschaftsverbands auch Kampfzone genannt. Mit dieser Bezeichnung soll verdeutlicht werden, mit welcher Entschlossenheit der angespielte Gegner dort attackiert werden soll. Da man geschlossen verschoben hat, sind die Wege zum Gegner kurz. Somit ist es möglich den Gegner immer schnell in Überzahl attackieren. Die kontrollierte Balleroberung die daraus folgen soll, nutzt man für einen direkten Gegenangriff. Da der Gegner im Moment des Ballverlustes offensiv ausgerichtet ist, greift man gegen einen in der Defensive unorganisierten Gegner an.

Entscheidend ob eine kontrollierte Balleroberung gelingt oder nicht ist bereits das Verhalten der Angreifer. Die Angreifer sind die erste Linie im Mannschaftsverband. Sie beginnen damit den Gegner unter Druck zu setzen und sie sind auch die ersten Spieler die nachsetzen können, wenn sie überspielt wurden. Vor jedem Spiel wird bestimmt, wo auf dem Feld sie beginnen den gegnerischen Spielaufbau zu attackieren und mit welcher Methode. Sollen sie den Gegner vertikal oder diagonal anlaufen? Wie agieren die Mitspieler auf das Verhalten?

Läuft ein Angreifer den ballführenden Gegner diagonal an, also in einem Bogen, so übt dieser Raumdruck aus. Das heißt, der Angreifer verhindert den Pass in einer Richtung und gleichzeitig schafft er noch Druck auf den Ballführenden. Auf dieser Art können bestimmte Aktionen des Gegners provoziert werden. So können Zuspiele zu bestimmten Spielern oder in bestimmte Spielfeldregionen gesteuert werden. Hier will man den Gegner in einer möglichst schlechten Situation bringen, um ihn dann mit mehreren Gegner zu attackieren, ohne dass er eine Anspielstationen zur Lösung der Situation besitzt.

Wird ein Spieler überspielt und er setzt nach, hat er die besten Möglichkeiten den Ball zu gewinnen. Denn der weg dribbelnde Gegner wird ja vom nächsten Mitspieler attackiert und muss sich auf diesen Zweikampf konzentrieren. Diesen Moment kann der nachsetzende Spieler nutzen, um den Ball von hinten zu erobern. Anders sieht es aus, wenn es einem Außenverteidiger nach einem Zuspiel gelingt nach Vorne zu stürmen. Hier ist der Weg für die Sturmspitze oft zu weit, um effektiv nachzusetzen. Hier soll sie sich dann am Flügel auf der Position des Außenverteidigers bewegen und dort auf einen Ballgewinn der Mitspieler spekulieren.

Verliert man bei einem Angriff den Ball, soll auf keinen Fall durch ein Zurückziehen in die Tiefe, dem Gegner der ballnahe Raum überlassen werden. Vielmehr presst man bei Ballverlust sofort gegen den Ball, um wieder in Ballbesitz zu kommen. Die Distanz zum gegnerischen Tor ist hier bei einem Ballgewinn sehr günstig und der Gegner ist immer Anfällig für ein Gegenpressing. Sollte man es nicht schaffen den Ball zurück zu gewinnen, so hat man es dem Gegner zumindest erschwert einen ungestörten Pass nach Vorne zu spielen. Der alte Fußballgrundsatz der lautet, bei Ballverlust so schnell wie möglich in die Tiefe zu gehen, um einen Konter zu vermeiden, kann also nicht empfohlen werden.

Andere Verhaltensweisen bei gegnerischem Ballbesitz sind abhängig vom Gegner selbst oder der Trainerphilosophie. Auf unserer Webseite empfehlen wir meist, dass sich bei einem Ballbesitz des Gegners am Flügel, die komplette Mannschaft Richtung Ball verschieben soll, um einen kompakten Mannschaftsverband hinterm Ball zu bekommen. Es gibt aber auch Trainer, die das anders sehen. Sie wollen immer 1 – 2 ballferne Spieler auf der ballfernen Seite belassen. Sie sollten dort auf einen Ballgewinn spekulieren. Diese Spieler können bei einem Ballgewinn mit einem diagonalen Flugball in Szene gesetzt werden.

Besonders gefährlich für eine Mannschaft sind Flanken vom Flügel in den Strafraum. Diese sollten mit aller Macht verhindert werden. So sollte der ballführende Außenspieler nicht gestellt, sondern aktiv bekämpft werden. Der Außenverteidiger hält den Abstand zu ihm gering, um ihn nicht flanken zu lassen. Durch den geringen Abstand muss er das Risiko eingehen eventuell ausgespielt zu werden. Dies wiegt nach vereinzelter Trainerphilosophie nicht so schwer, als wenn es zu einer Flanke kommt.

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1 Kommentar

  1. Simon

    Welche Auswirkungen hat das Balkgewinnspiel für die Offensive?
    Den ersten Pass risikoreich vertikal spielen? Oder zuerst Ballsicherung?

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