Reformen im Jugendfußball durch den DFB

Februar 24th, 2010 by Martin Hasenpflug

Matthias Sammer ist der jüngste Trainer der je in der Bundesliga-Geschichte Deutscher Meister wurde, heißester Nachfolgekandidat von Jogi Löw und aktuell Sportdirektor des DFBs. Nun hat er sich bei der Jugendfachtagung in Hannover für eine Reform der Spielfeldgröße und Spielerzahl im D-Jugendbereich ausgesprochen.

Die großen Spielfelder und hohe Spielerzahlen in diesem Altersbereich führen zu weniger Ballkontakte, weniger 1-gegen-1-Situationen und die Handlungschnelligkeit der Spieler wird nicht optimal gefördert. Körperlich robuste Spieler haben hier einen großen Vorteil gegenüber schmächtigere, aber dafür technisch besseren Spielern. Aus diesem Grund hören viele talantierte Spieler früh mit dem Fußball auf.

Der neue Vorschlag von Sammer sieht nun zwei verschiedene Modelle für die D-Jugend vor. Zum einen ein Spiel 7-gegen-7 auf einer Platzhälfte und zum anderen ein Spiel 9-gegen-9 von Strafraum zu Strafraum.

Durch die erhöhte Anzahl von Ballkontakten werden die fußballerischen Fertigkeiten besser gelernt und die Motivation Fußball zu spielen steigt dadurch auch, weil man einfach an mehr Spielsituationen direkt beteiligt ist.

Hinzu kommt die erhöhte Anzahl von 1-gegen-1-Situationen. Auch hier kann das Kind sich natürlich stärker verbessern, wenn es sich mehr in solchen Situationen auszeichnen kann. Gerade diesem Bereich sollte man als Trainer große Aufmerksamkeit schenken, weil die 1-gegen-1-Situation nicht umsonst als Keimzelle des Fußballs bezeichnet wird.

Auch die Koordination und Beweglichkeit wird auf kleinerem Raum besser geschult. Der DFB setzt sich seit Sammer vermehrt für Ball- und Bewegungsspiele aller Art in Kindergärten ein. Die WM 2026 wird bereits mit Spielern bestritten die heute Kindergärten besuchen. Außerdem setzt sich Sammer für einen täglichen Schulsport ein. Ganz nach dem Motto: Mens sana in corpore sano. (In einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist.)

Tags: , , , , ,

Das große Plädoyer für die Viererkette

Februar 16th, 2010 by Martin Hasenpflug

Bisher gab es nicht allzuviele Hilfsmittel für den ambitionierten Fußballtrainer systematisch auf das ballorientierte Spiel umzustellen. Im deutschsprachigen Raum gibt es dazu gerademal zwei Publikationen, die sich dann aber auch an den mittleren Bereich des Seniorenfußballs wenden.

Wie sieht es aber mit entsprechenden Trainingsbüchern für den Jugendfußball oder dem unteren Amateurbereich aus? Sehr rar! Die Trainer solcher Mannschaften waren bisher gezwungen sich mühsam das Material aus verschiedenen Quellen zusammenzusuchen. Natürlich ohne Garantie auf Funktion. Gerade im Jugendfußball ist aber heutzutage die Ausbildung im ballorientierten Spiel absolute Pflicht!

Wer nicht spätestens im Jahr 2010 auf Viererkette und einem kreativen Offensivspiel umstellt, handelt fahrlässig und raubt seinen Jungspielern wertvolle Entwicklungszeit. Ab der C-Jugend sollte konsequent auf Viererkette umgestellt werden. Nur so kann man dem Spieler eine starke spielerische und taktische Basis bieten, die ihm positiv auf seinem zukünftigen fußballerischen Weg begleitet.

Die unteren Teams schauen immer mit Ehrfurcht auf die großen Klubs und vermuten dort das Praktizieren von Voodoo oder ähnlichem. Dies ist jedoch nicht so, sondern deren Stärke basiert auf effizient strukturierte Trainingsmethoden. Doch gerade Teams von kleineren Vereinen können von den neusten Entwicklungen der Jugendfußballerausbildung profitieren und eine spielstarke Mannschaft auf die Beine stellen!

Die Initiative abwehrkette.de hat nun unter Leitung Martin Hasenpflugs ein Trainingslehrbuch verfasst, welches dem Fußballtrainer genau dies ermöglicht. In Spielend zur Viererkette - Zeitgemäßes Jugendfußballtraining wird der denkbar einfachste Weg zu einer effizient agierenden Viererkette gezeigt. Dieses Buch beinhaltet fertige Trainingspläne, die vom Einfachen zum Schweren aufgebaut sind, die der Trainer entweder 1-zu-1 übernehmen kann oder einfach nach seinen Bedürfnissen anpasst.

Das herausragende an der dargestellten Trainingsmethotik ist vorallem die Schnelligkeit in der die angestrebten Trainingsziele erreicht werden können. Dieses Tempo wird auch nur dadurch erreicht, weil die dargebotenen Übungen und Aufgaben extrem motivierend und wirkungsvoll sind. Das Buch beginnt mit dem Hintergrundwissen zur Viererkette. Es folgen die ausführlichen Schwerpunkte Viererketten-Crashkurs, 1-gegen-1 in der Defensive, Gruppentaktik, Doppeln und Mannschaftsverbund.

Bisherige Bücher behandelten das Thema sehr einseitig und das Eintrainieren verlief dann auch entsprechend trocken und langweilig. Zusätzlich war es schwer die benötigte Zeitspanne zum Einstudieren der Viererkette auszumachen und dadurch eine gewisse Planungssicherheit zu erhalten. Aber will man sich wirklich über Wochen auf diese Art durchs Training schlagen? Wird dies nicht spätestens nach der zweiten Einheit sehr demotivierend für die Spieler? Gerade für die Jugend muss ein anderer Weg gewählt werden! Sie wollen Ballkontakte, Erfolgserlebnisse und Abwechslung. Unter diesen Faktoren ist die Begeisterung am stärksten und deshalb sind dann auch hier die Lernfortschritte am größten.

Hauptziel des ballorientierten Spiels in der Defensive (ballorientiertes Verteidigen) ist ja der kontrollierte Ballgewinn. Aus diesem Grund versucht Martin Hasenpflug in seinem Buch das Offensivspiel direkt mit dem Spiel der Viererkette zu verknüpfen. Was ist also nach dem Ballgewinn zu tun? Diese Frage wird ebenfalls ausführlich in Spielend zur Viererkette beantwortet und mit kompletten Trainingseinheiten zum Erlernen eines effektiven Offensivspiels begleitet. Dadurch ist dieses Buch das erste seiner Art im deutschsprachigen Raum, welches das Viererketten-Training optimal mit einem Training für das Offensivspiel verbindet.

Spielend zur Viererkette als Ganzes genommen ist ein großes Plädoyer an alle Fußballtrainer, die sich bisher noch nicht an das Thema wagten, auf Viererkette umzustellen. Mit der Veröffentlichung dieses Buches haben nun alle Trainer die Möglichkeit mit ihrer Mannschaft einen zeitgemäßen Fußball zu spielen.

Ab heute hat man bei Amazon.de die Möglichkeit sich vormerken zu lassen, um dann bei Verfügbarkeit des Buches eine E-Mail-Benachrichtigung zu bekommen. Der Vorteil bei Amazon ist eine schnelle und versandkostenfreie Lieferung.

Inhaltsverzeichnis:

Vorwort * Geschichte der Viererkette * Das ballorientierte Spiel * Trainingsphilosophie * Brasilianisches Aufwärmen * Das Abschlussspiel * Ballan- und Ballmitnahme * Viererkette Kompakt * Mannschaftsverbund Kompakt * Viererketten-Crashkurs * 1-gegen-1 Kompakt * 1-gegen-1 in der Defensive * Gruppentaktik Kompakt * Gruppentaktik * Doppeln Kompakt * Doppeln * Das Offensivspiel * Offensivspiel Kompakt * Offensiv & Kreativ * Standardsituationen * 20 Tipps für das Fußballtraining.

Martin Hasenpflugs neues Trainingsbuch: Spielend zur Viererkette - Zeitgemäßes Jugendfußballtraining. ISBN 3-8391-4836-7. 100 Seiten. 9,80 EUR.

Martin Hasenpflugs neues Trainingsbuch: Spielend zur Viererkette - Zeitgemäßes Jugendfußballtraining. ISBN 3-8391-4836-7. 100 Seiten. 9,80 EUR.

Tags: , , , ,

Dem Schnee trotzen mit Taktik- und Lauftraining

Februar 11th, 2010 by Martin Hasenpflug

Dieser Winter trifft alle Fußballer in unserem Land besonders hart. Der Ball soll rollen, kann er aber nicht. Schon seit mehreren Wochen sorgen Eis und Schnee dafür, dass die Sportanlagen fast ununterbrochen gesperrt sind und sich die Trainer Gedanken über alternative Trainingseinheiten machen müssen.

Die Alternative Nummer Eins im Winter war und ist der Hallenfußball. Doch was machen die Trainer deren Verein im Winter über keine Halle verfügen? Hallenturniere absolvieren ist die eine Möglichkeit, doch was soll man während der Woche machen? Kein Trainer möchte, dass seine Mannschaft aufgrund den Witterungsverhältnissen in seiner Entwicklung stagniert. Da ist guter Rat teuer.

In einem früheren Artikel haben wir gezeigt, wie man mittels eines Kraftzirkels eine alternative Trainingseinheit für den Winter schafft. Die Spieler verbessern sich dadurch in den Bereichen Schnellkraft, Ausdauer und Koordination. Gerade in unteren Klassen kommen diese Trainingsbereiche oft zu kurz, weil man einfach aufgrund von geringen Trainingszeiten andere Prioritäten setzt.

Im Fußball ist nicht nur Kraft und Motorik gefragt, sondern auch der Kopf. Um auch in diesem Bereich weiter zu kommen, bietet sich das Taktiktraining an der Tafel an. Die Theorieeinheit kann man gut damit beginnen, indem man zusammen mit den Spielern eine Liste von Pflichten und Aufgaben von Spielern und Trainern erarbeitet und die gesammelten Ergebnisse Stichpunktartig für alle erkenntlich an die Tafel schreibt. Diese Maßname soll die Sozialkompetenz der Spieler verbessern.

Pflichten und Aufgaben der Trainer: Vorbildfunktion, Kompetenz, Motivation, Spaß am Fußball vermitteln, Trainingsvorbereitung, abwechslungsreiches und altersspezifisches Training, Förderung eines leistungsorientierten Sportsgedanken, fußballerische Weiterentwicklung der Spieler, Respekt und Disziplin, offenes Ohr für Problemen der Spieler, Erkennen von Stimmungen innerhalb der Mannschaft, Bereitschaft für Fortbildungsmaßnahmen.

Pflichten und Aufgaben der Spieler: Selbstbewußtsein, Eigeninitiative, Einsatz, Leistungsbereitschaft, Wille und Leidenschaft, Lernbereitschaft, regelmäßige Trainingsbeteiligung, Teamgeist, Respekt und Disziplin, Ehrlichkeit, Fair Play.

Den Inhalt des Taktiktrainings unterteilt man am besten in zwei Bereiche: Viererkette und kreatives Offensivspiel. Für die Defensive bieten sich folgende Themenüberschriften an: Vorteile der Viererkette, Verhalten in der Defensive und Diverses.

Vorteile der Umstellung auf Viererkette: Konkurrenzfähigkeit der Mannschaft, Agieren im Kollektiv, alle Spieler sind von der Defensivarbeit betroffen, Leumund der Mannschaft.

Verhalten: Stellungsspiel der Verteidiger, Stellungsspiel des Mannschaftsverbundes, Verschieben, Gegner vom Tor fernhalten, Gegenspieler übergeben.

Diverses: Pressing, Abstände, Doppeln, Aufgaben der einzelnen Positionen.

Für das Thema der Offensive kann man sich folgende Stichworte notieren: Bei Ballgewinn Ausschwärmen, Dreiecksbildung, gruppentaktische Angriffsmittel (Doppelpass, Direktspiel, Hinterlaufen, Pass in die Tiefe), Red Zone, Flügelspiel, Kreuzen, Passspiel, Eigenschaften eines Angreifers.

Wichtig ist, dass man alle Erklärungen auch visuell präsentiert und die Spieler durch Fragen, Abstimmungen, Vorschläge usw. mit einbindet. Dies erhöht die Aufnahmefähigkeit der Spieler.

Eine weitere Möglichkeit eine Trainingseinheit außerhalb der Sportanlage zu gestalten, wäre ein Ausdauerlauf kombiniert mit Kraftübungen. Die Streckenwahl sollte so gewählt werden, dass sie nach Möglichkeit gut beleuchtet ist und der Boden nicht zu glatt ist. Den Lauf unterbricht man zwei bis drei Mal und absolviert unten beschriebene Übungen. Die Übungen sind so gewählt, dass man ohne Trainingshilfen auskommt, sie im Stand absolvieren kann und sich nicht auf den winterlichen Boden legen muss.

Einzelübung:

  • Im Stand Arme in der Hochhalte. Im Wechsel sich auf Fußspitzen und Ferse stellen. Jeweils kurz verharren.
  • Ausfallschritt-Wechselsprünge mit Arme in der Seithalte.
  • Hampelmann.
  • Vierfüßler. Arme und Beine wechselseitig anheben und zurückführen.
  • Standwaage. Arme in der Vorhalten. Ein Bein anheben und Wechselsprünge absolvieren.
  • Kniebeugen.
  • Kniehebelauf mit Boxbewegungen.
  • Strecksprünge.
  • Hopserlauf auf der Stelle.
  • Grätschstand. Kniee leicht beugen. Arme in der Seithalte. Im Wechsel Gewichtsverlagerung nach Links/Rechts.
  • Einbeinstand. Oberschenkel in die Horizontale und zur Seite wegdrehen.
  • Einbeinstand. Freies Bein im Wechsel nach Vorne und Hinten schwingen. Jeweils 5 Sekunden halten.
  • Standwaage. Kniebeugen und jeweils 5 Sekunden halten.

Partnerübung:

  • Beide stehen sich im Ausfallschritt gegenüber. Die Handflächen gegeneinander pressen und kurz halten.
  • Seitliche Schlusssprünge über hockenden Partner.
  • Rücken an Rücken stellen. Arme zeigen nach unten. Gleichzeitig mit aufrechten Oberkörper Kniebeugen absolvieren.
  • Wie zuvor, jedoch mit ineinander eingehakten Armen.
  • Gerade gegenüber stehen. Im Abstand Hände überkreuz halten und gleichzeitig Kniebeugen absolvieren. Durch Zug aufrichten.

Diese Übungen verbessern allesamt die Krafteigenschaften des Körpers. Kraft ist für alle fußballerischen Aktionen notwendig. Ziel des Krafttrainings ist eine Körperstabilisation zu erreichen. Besonders wichtig ist hier die Rumpfmuskulatur. Eine Kräftigung der Muskulatur bedeutet gleichzeitig eine Verbesserung in den Bereichen Antritt, Dribbling, Tackling, Torschuss, Kopfball, Rempeln, Zweikampf und vermindert zusätzlich die Verletzungsanfälligkeit.

Tags: , ,

Das 500-Ballkontakte-Fußballtraining

Januar 12th, 2010 by Martin Hasenpflug

Aus dem niederländischen Fußball kommt die Empfehlung, dass man einem Jugendspieler in jedem Training 500 Ballkontakte ermöglichen sollte. Viele Trainer hierzulande halten diese Zahl für utopisch. Doch um zu zeigen, dass diese Zahl durchaus nicht zu hoch gegriffen ist, haben wir mal eine exemplarische Trainingseinheit zusammen gestellt.

Die Schwerpunkte der Einheit liegen auf den drei elementarsten Fußballfertigkeiten: Passspiel, Dribbling und Torschuss. Diese, nennen wir sie mal 500-Ballkontakte-Trainingseinheit, ist ideal um Spieler nach langer Pause wieder an den Ball zu gewöhnen. Also z.B. nach einer Schlechtwetterperiode, wo kein regelmäßiges Training stattfinden konnte.

Das Aufwärmprogramm ist sehr abwechslungsreich gestaltet. Hier haben die Spieler kaum Leerlauf. Durch die kreisförmige Anordnung der Hütchen ist der Weg zur neuen Position, wo dann die nächste Aktion stattfindet, sehr kurz und damit besteht die Möglichkeit innerhalb von kurzer Zeit viele Aktionen zu haben. Die beiden Hütchenquadrate sind schnell aufgebaut und die Übungen für die Spieler leicht zu verstehen. So kann sich der Trainer auf technische Korrekturen konzentrieren.

Die Übung am Tor und im Feld wird mit je einer kleinen Gruppe parallel absolviert, um den Spielern soviele Ballkontakte wie möglich zu bieten. Dem Torschuss geht ein Slalomdribbling voraus. Slalomdribblings garantieren immer viele Ballkontakte und durch die Anordnung der Starthütchen neben den Toren ist man, nach dem Ballholen, für die neue Aktion schnell wieder auf Position. Die Gruppe am Tor ist nochmals unterteilt, so erreicht man hier einen Torschuss nach dem anderen.

Die Übung im Feld ermöglicht ebenfalls viele Ballkontakte, weil auch hier die geteilte Gruppe, nochmals geteilt ist und man mit zwei Bällen parallel kurze Passaufgaben absolviert. Durch möglichst kleine Laufwege sind hier viele Aktionen in kurzer Zeit möglich. Pro Aktion sind immer vier Spieler gleichzeitig aktiv und absolvieren acht verschiedene Pässe und zwei Dribblings. Vier Spieler pausieren kurz um Kraft für den nächsten Durchgang zu tanken.

Durch ein Abschlussturnier mit 4er-Mannschaften in einem kleinen Feld hat jeder Spieler deutlich mehr Ballkontakte, als bei einem Abschlussspiel über eine Spielfeldhälfte. Trotzdem sind in einer 4er-Mannschaften fast alle fußballerischen Elemente umsetzbar, die auch bei einem 11-gegen-11-Spiel von Bedeutung sind.

Ablauf:

Alle Spieler absolvieren parallel in zwei Hütchenquadraten zuerst die Aufwärmübung 1a. Nach ca. 8 - 10 Minuten absolvieren alle Spieler im gleichen Parcours für die gleiche Zeit die Aufwärmübung 1b. Danach wird die Mannschaft in zwei Gruppen geteilt. Die erste Gruppe absolviert die Übung am Tor und die andere parallel dazu die Passübung im Feld. Nach ca. 15 - 20 Minuten wechseln die Gruppen.

Der Abschluss bildet ein Turnier mit vier Mannschaften. Ein Spielfeld ist der Strafraum mit zwei Jugendtoren und das andere Spielfeld wird mit Hütchen markiert und z.B. auf zwei Minitoren gespielt. Jeder spielt gegen jeden und die Spielfelder werden gewechselt, so dass jede Mannschaft mal in jedem Feld gespielt hat. Wer ist am Ende Turniersieger?

Aufwärmübung 1a:

  • Für je 8 Spieler ein ca. 15 Meter großes Hütchenquadrat aufbauen.
  • An jedem Hütchen zwei Spieler postieren und ein Spieler mit Ball.
  • Der Spieler mit Ball dribbelt kurz an, spielt Doppelpass mit seinem Gegenüber und passt ihm dann, Richtung des dritten Hütchens, diagonal in den Lauf.
  • Der Angespielt spielt nun Doppelpass mit dem Spieler am dritten Hütchen und immer so weiter.
  • Nach jedem Pass in den Lauf des Mitspielers wechselt man im Uhrzeigersinn eine Position weiter.
  • Variation: Zwei Pflichtkontakte

Aufwärmübung 1b:

  • Gleicher Parcours, gleiche Spielerverteilung.
  • Jetzt je ein Ball bei zwei Spieler die sich diagonal gegenüberstehen.
  • Die Spieler mit Ball dribbeln kurz an, spielen Doppelpass mit ihrem Gegenüber und passen dann diagonal zum Mitspieler und immer so weiter.
  • Nach jedem Diagonalpass wechselt der Spieler im Uhrzeigersinn eine Position weiter.
  • Variation: Zwei Pflichtkontakte

Dribbling mit Torschuss 2a:

  • Parcours wie in der Zeichnung aufbauen.
  • Die Spieler in zwei Gruppen aufteilen und hinter den Slalomhütchen postieren. Jeder Spieler hat einen Ball.
  • Die Übung beginnt auf einer Seite, indem der Spieler ein Slalomdribbling absolviert, an die Hütchenreihe vorbei dribbelt, sich den Ball zum Torschuss selbst vorlegt, außen ums Hütchen läuft und aufs Tor schießt.
  • Sobald sich der erste Spieler den Ball zum Torschuss vorgelegt hat, startet der Spieler auf der anderen Seite.
  • Nach dem Torschuss stellen sich die Spieler an der anderen Seite an. Trainieren der Beidfüssigkeit.

Steilpass nach Ballvorlage 2b:

  • Die Spieler in zwei Gruppen teilen und je einem Hütchendreieck zuornden.
  • Die zwei Dreiecke befinden sich im Abstand von ca. 5 - 7 Metern gegenüber. Der Abstand A nach B beträgt ca. 5 - 7 Meter und der Abstand A nach C ca. 10 - 12 Meter.
  • Je zwei Spieler an den Hütchen A und B. Der vorderste Spieler A hat einen Ball.
  • Die beiden Spieler A spielen immer gleichzeitig einen Doppelpass mit B und passen dann Spieler A der anderen Gruppe den Ball in den Lauf. Dieser dribbelt ums Hütchen C und passt dann zurück zu A und immer weiter so.
  • A wechselt nach B und B nach A der anderen Gruppe.
  • Variation: Zwei Pflichtkontakte

Trainingseinheit

Tags: , , ,

Kraftzirkel - Training (nicht nur) für die “Tage der gesperrten Plätze”

Januar 5th, 2010 by Martin Hasenpflug

Es ist wieder Winter, es ist kalt, es liegt Schnee und die Plätze sind gesperrt. Kann man trotzdem  irgendwas für die Fitness seiner Spieler machen? Eine gute Alternative für solche Tage sind sicherlich immer die Soccerhallen. Leider sind diese aber auch ziemlich teuer, für zwei Stunden ist man locker bei 100 Euro.

Zur weiteren Auswahl stünde dann noch Taktiktraining an der Tafel, eine gemeinsame Freizeitaktion zum Ausbau des Teamgeist oder ein Zirkeltraining zur Verbesserung von Kraft, Ausdauer und Koordination. Ein Zirkel- oder Krafttraining hat dabei den großen Vorteil, dass man ihn auf engen Raum machen kann. Eine kleine Schulhalle oder ein kleines Stück Wiese reichen hier vollkommen aus.

Die Organisation eines Zirkeltrainings ist relativ einfach und bedarf nicht vieler Materialien. Es werden ca. 10 Stationen aufgebaut die nacheinander von den Spielern absolviert werden. Es bilden sich Paare und jeder Paar geht zu einer Station. Für die Dauer von 60 Sekunden (je nach Alter und Leistungsstand auch mehr oder weniger) wird nun an allen Stationen von beiden Spielern parallel die Übung ausgeführt. Im Anschluss folgt die gleiche Zeit zur Erholung. Danach rücken alle Spieler eine Station weiter und die nächste Aufgabe wird für 60 Sekunden absolviert.

Die Übungen bereits zu Beginn erklären und die Stationen so anordnen, dass nicht zweimal hintereinander die gleichen Muskelgruppen stark beansprucht werden. Folgende Übungen sind denkbar:

  1. Treppensteigen → abwechselnd linker/rechter Fuß auf den Ball oder einen Kasten
  2. Sit-ups mit Kopfball
  3. Schlusssprünge über ein Ball (alternativ über Mitspieler oder Hütchen)
  4. Rückenlage → Ball zwischen die Füße klemmen → Beine ausgestreckt und im Wechsel nach links/rechts drehen
  5. Stehen → Ball hochwerfen → auf Boden setzen → aufstehen und Ball fangen
  6. Bauchlage → Hände am Hinterkopf + Oberkörper und Ellenbogen heben → Hände ausstrecken und auf einen Ball legen → Hände wieder am Hinterkopf und Oberkörper senken
  7. Hampelmann (alternativ mit einer Hantelscheibe in jeder Hand)
  8. Rückenlage → mit ausgestreckten Armen Ball hinter dem Kopf legen → komplette Körperdrehung rechts/links im Wechsel
  9. Hindernishüpfer (über Minitor oder Mitspieler)
  10. Hüftkreisen mit Hula-Hoop-Reifen
  11. Kniehebelauf → Boxbewegung (alternativ mit einer Hantel in jeder Hand)
  12. Seilhüpfen
  13. Rückenlage → abwechselnd linkes/rechtes Bein senkrecht nach oben zu einem hochgehaltenen Ball strecken
  14. Ball nach oben halten → abwechselnd links/rechts in die Schrittstellung springen
  15. Seitliche Grätsche → Ball nach oben halten → Arme gestreckt lassen und abwechselnd links/rechts den Ball nach unten kreisen lassen
  16. Rückenlage → Ball zwischen die Füße klemmen → Beine ausstrecken und den Ball mit einer halben Rolle rückwärts hinter dem Kopf bringen und wieder vor
  17. Seitsprünge über ein Ball (alternativ über Mitspieler oder Hütchen)
  18. Bauchlage → Oberkörper heben + Ball fangen und zurückwerfen
Tags: , ,

Ganz einfach mehr Torchancen erspielen!

Dezember 28th, 2009 by Martin Hasenpflug

Mit unserer Initiative abwehrkette.de konzentrieren wir uns ja hauptsächlich mit dem Verfassen von Artikel wie man Torchancen verhindert und zu einer schnellen Balleroberung kommt. Doch von Zeit zu Zeit wollen wir mit dem einen oder anderen Artikel darüber hinausgehen und zeigen wie man gekonnt in die Offensive umschaltet und sich so gute Torchancen erspielt.

Mit dem heutigen Beitrag wollen wir also zeigen wie man nach der Balleroberung effektiv arbeitet. Dazu haben wir wieder ein Merkblatt erstellt, wo jede wesentliche Situation abgebildet und mit einem kompakten Text versehen ist. Dieser Zettel eignet sich, wie auch unsere anderen zuvor erstellen Merkblätter, hervorragend zum Verteilen an die Mannschaft. So haben die Spieler die Möglichkeit sich das Ganze in Ruhe zu hause anzusehen und so den ganzen Ablauf zu verinnerlichen.

Wenn man vom Umschalten in die Offensive spricht, kommt einem natürlich auch direkt das Thema in den Kopf, wie man sich im umgekehrten Fall korrekt verhält? Wie agieren bei einem Ballverlust? Wie verteidigen wir in einer ungeordneten Defensive und wie können wir möglichst schnell wieder den Ball erobern? Dieses Thema haben wir in vorherigen Artikel immer mal leicht angeschnitten, doch um auch hier einen ausführlichen Leitfaden anzubieten, werden wir an einem entsprechenden Beitrag arbeiten.

Jetzt aber erstmal unser Merkblatt zur Offensive. Anhand dessen kann der Trainer auch einige Punkte zur Verbesserung seiner Vierer-Abwehrkette ableiten. Denn diese muss erstmal ausgespielt werden um eine Torchance zu erhalten. In diesem Zusammenhang sei aber nochmal ganz ausdrücklich erwähnt, dass wir das Merkblatt ganz bewusst so gestaltet haben, dass man eine Abwehrkette ausspielen muss und keinen gegnerorientierten Abwehrverbund! Denn wenn die Offensive bei einem ballorientierten Gegner in der Lage ist den Ball schnell und direkt nach vorne zu passen, Doppelpässe spielt, Schnittstellen in der Defensive ausnutzt usw. wird es ihr erst recht bei einer Mannschaft mit agierendem Libero gelingen!

Spieleröffnung: Was tun nach der Balleroberung? Die Mitspieler schwärmen in alle Richtungen aus und der Ball wird möglichst schnell und direkt nach Vorne gespielt!

Spieleröffnung: Was tun nach der Balleroberung? Die Mitspieler schwärmen in alle Richtungen aus und der Ball wird möglichst schnell und direkt nach Vorne gespielt!

Doppelpass: Die Spieler versuchen stets zusammen mit dem Ballführenden ein Dreieck zu bilden, um so Anspielstationen in Breite und Tiefe zu schaffen! Mittels Doppelpässen gewinnt man Raum und kann so sein Spiel schnell vors gegnerische Tor bringen!

Doppelpass: Die Spieler versuchen stets zusammen mit dem Ballführenden ein Dreieck zu bilden, um so Anspielstationen in Breite und Tiefe zu schaffen! Mittels Doppelpässen gewinnt man Raum und kann so sein Spiel schnell vors gegnerische Tor bringen!

Pässe: Nach Möglichkeit immer einen Steilpass spielen! Ist es nicht realisierbar, da zu risikoreich, dann den Ball auf den Flügel spielen. Sollte auch diese Möglichkeit nicht bestehen, dann einen Quer- oder Rückpass zu einem Mitspieler.

Pässe: Nach Möglichkeit immer einen Steilpass spielen! Ist es nicht realisierbar, da zu risikoreich, dann den Ball auf den Flügel spielen. Sollte auch diese Möglichkeit nicht bestehen, dann einen Quer- oder Rückpass zu einem Mitspieler.

Flügelspiel: Steht die Abwehr kompakt, passt man zum Flügel. Die Angreifer kreuzen und besetzen den kurzen und langen Pfosten. Ein dritter Spieler wartet im Rückraum auf den Ball. Die Flanke kommt flach zum kurzen oder hoch zum langen Pfosten. Mit Tempo in den Ball!

Flügelspiel: Steht die Abwehr kompakt, passt man zum Flügel. Die Angreifer kreuzen und besetzen den kurzen und langen Pfosten. Ein dritter Spieler wartet im Rückraum auf den Ball. Die Flanke kommt flach zum kurzen oder hoch zum langen Pfosten. Mit Tempo in den Ball!

Finaler Pass: Dadurch das gewisse Räume nicht angelaufen werden (Ellipse), können Lücken in der Abwehr entstehen, die man zu einem finalen Pass nutzen kann. Haben Verteidiger keine Tiefenstaffelung, so können diese mit einem Doppelpass ausgespielt werden.

Finaler Pass: Dadurch das gewisse Räume nicht angelaufen werden (Ellipse), können Lücken in der Abwehr entstehen, die man zu einem finalen Pass nutzen kann. Haben Verteidiger keine Tiefenstaffelung, so können diese mit einem Doppelpass ausgespielt werden.

Kreuzen: Die Verteidiger in einer kompakten Abwehr kann man mittels kreuzenden Spitzen verwirren. Die dann entstehenden Lücken werden zum finalen Pass genutzt. Die Angreifer zeigen immer Mut zum Risiko, schießen aus allen Lagen und suchen 1-gegen-1-Situationen!

Kreuzen: Die Verteidiger in einer kompakten Abwehr kann man mittels kreuzenden Spitzen verwirren. Die dann entstehenden Lücken werden zum finalen Pass genutzt. Die Angreifer zeigen immer Mut zum Risiko, schießen aus allen Lagen und suchen 1-gegen-1-Situationen!

Tags: , , , , ,

Erfolgreiches Fußballtraining organisieren

Dezember 21st, 2009 by Martin Hasenpflug

Man trainiert in erster Linie um sich fußballerisch zu verbessern und um als Team zur Einheit zu finden. Aus diesem Grund sollte diese beiden Bestrebungen bei der Planung des Trainings und dessen Umsetzung im absoluten Mittelpunkt stehen. Um erfolgreich zu spielen, sollte sich alles andere dem unterordnen. In diesem Artikel wird man einige grundsätzliche Gedanken finden, die einem bei der Verwirklichung dieses Ziel behilflich sein können.

Durch attraktive und abwechslungsreiche Übungsformen versucht man die Spieler immer so gut es geht zu motivieren. Dies kann u.a. durch kleine Wettkämpfe geschehen, wo zwei Gruppen gegeneinander mit dem Ziel antreten, um als erstes eine gewisse Punktzahl zu erreichen. Ein großer Motiviationskiller ist die Langeweile, die z.B. entsteht wenn die Wartezeit zwischen den Aktionen zu groß werden. Aus diesem Grund sollte der Trainer das Training so gestalten, dass alle Spieler stets in Bewegung sind.

Bei manchen Übungen ist dies aber nicht so einfach, deswegen empfiehlt es sich da in kleinen Gruppen zu trainieren. Wenn man also über einen Trainerkollegen verfügt, teilt man zumindest im Hauptteil des Trainings die Mannschaft auf und lässt sie bis zum Abschlussspiel separat trainieren. Kleine Gruppen ermöglichen eine bessere individuelle Betreuung und führt gleichzeitig zu mehr Ballkontakten der Spieler. Allgemein sagt man, dass es Ziel des Trainers sein sollte jeden Spieler im Training ca. 500 Ballkontakte zu ermöglichen.

Ob ein Spieler jetzt 300 oder 700 Ballkontakte hat ist erfahrungsgemäß nicht das Alleinentscheidende. Vielmehr zählt die Qualität der Übung, die Konzentration des Spielers, der Einsatzwille und wenn dann auch noch eine hohe Zahl an Ballkontakten zustande kommt, kann man von einem gelungenen Training sprechen.

Weitere wichtige Aspekte die der Trainer in seiner Arbeit berücksichtigen sollte, ist eine knappe und fachkundige Erklärung des Trainingsziels, wie dessen korrekte Demonstration. Der Trainer sollte nicht alle Fehler korrigieren die er sieht, sondern im Allgemeinen sich auf Wiederholungsfehler und den Sachen betreffend des Trainingsschwerpunktes konzentrieren. Ein gewisser Trainings- und Spielfluss sollte zur Förderung der Kreativität nicht unterbunden werden.

Spielerische, individuelle und mannschaftliche Fortschritte sollte der Trainer zur weiteren Motivation positiv ansprechen. Dies bestärkt eine Mannschaft und auch einen Spieler darin den eingeschlagenen Weg fortzuführen. Gute Trainingsleistungen und gute Aktionen im Training sollten unmittelbar und dezent gelobt werden. Begeisterungsstürme könnten von einigen Spielern schon als Erreichung des Gesamtziels fehlinterpretiert werden.

Vor und nach dem Training sollte eine kurze Besprechung erfolgen. Was bringt der Mannschaft die anstehende Trainingseinheit? Was erwartet der Trainer von mir? Wie kann ich dies erreichen? Nach dem Training: Was habe ich gut gemacht? Wo kann ich mich noch verbessern? Durch diese direkten Anweisungen und Rückmeldungen erleichtert man dem Spieler sich in die nötige Richtung zu entwickeln.

Was die Trainingsinhalte betrifft, so vertreten wir gewisse Vorstellungen die sich allesamt in der Praxis bewährt haben. Zum einen sollte man Schwerpunktmäßig mit vielen Wiederholungen trainieren. Somit erleichtert man dem Spieler sich auf eine Sache zu konzentrieren, was wiederum zu einer optimalen Entwicklung in diesem Bereich führen kann. Man sollte immer spielnah trainieren, das bedeutet spielnahe Abstände bei den Übungen, realistische Anordnung des Parcours im Spielfeld und Trainingsformen die häufige Spielsituationen simulieren.

Bei unserer Art zu Trainieren gibt es drei Komponenten die sich immer wiederholen. Da steht zu Beginn des Trainings, direkt nach der Besprechung, das Brasilianische Aufwärmen. Neben der körperlichen Vorbereitung auf die folgenden intensiven Aufgaben, wird der Spieler dadurch in einigen weitere Punkten verbessert. So wird aufgrund den parallel ausgeführten Aktionen der Teamgedanke und das Abstimmen auf gemeinsame Handlungen gefördert. Durch die Art der Bewegungen des Brasilianischen Aufwärmens wird zusätzlich noch die Koordination geschult.

Die zweite Komponenten die in jeder unserer Trainingseinheit zu finden ist, ist die Antrittsschnelligkeit. Durch gezielte kurze Sprints mit Richtungswechsel und Koordinationsaufgaben erreicht man das Ziel, im Wettkampf schneller am Ball zu sein als der Gegner. Außerdem wird durch dieses Training die Ausdauer der Spieler ohne spezielles Konditionstraining verbessert.

Das Trainieren der Antrittsschnelligkeit sollte nach dem Aufwärmen im ersten Drittel der Trainingseinheit gelegt werden. Wichtig ist, dass der Antritt in voller Intensität ausgeführt wird. Allgemein wird nach jeder Aktion eine Minute Pause empfohlen. Die Erfahrung zeigt aber auch, dass diese auch etwas darunter liegen kann. Durch das intensive Training der Antrittsschnelligkeit läuft man auch weniger Gefahr die Spieler im Training zu unterfordern. Es erhöht die Konzentration, weil kräftebedingt auf fußballfreie Gedanken verzichtet werden muss. Durch leicht dosierte Überforderungen im Training kann auch die Antizipationfähigkeit der Spieler gesteigert werden.

Die letzte gleichbleibende Komponente im Training betrifft das Abschlussspiel. Die von uns erläuterte Ansicht mag nicht auf alle Mannschaften zutreffen, doch im mittleren Jugendbereich nach der Umstellung auf die Viererkette hat sie sich bewährt. Es werden keine besonderen Sonderregeln vorgegeben, um gewisse Spielweisen zu provozieren, sondern allein aufgrund der Mannschaftsaufstellung und den taktischen Vorgaben des Trainers ein auf das Ballorientierte fokussiertes Abschlussspiel absolviert.

Tags: , , , ,

Erfolg durch Steuerung des gegnerischen Spielaufbaus

November 19th, 2009 by Martin Hasenpflug

Diejenigen Trainer die sich näher mit 1-gegen-1-Situationen in der Defensive auseinander gesetzt haben, wissen welchen enormen Vorteil es für die Mannschaft sein kann, wenn man den Gegner bewusst in eine für ihn ungünstige Lage bringt. Im 1-gegen-1 am Flügel bietet man dem angreifenden Gegnner die Außenbahn zum Durchbruch an, indem man diese sehr offen lässt und die Innenbahn zum Tor deutlich schließt. So wird sich der Angreifer für einen Durchbruch auf der Außenbahn entscheiden. Dies ist erstmal für die verteidigende Mannschaft ungefährlich, da am Flügel keine direkte Torgefahr besteht.

Im Profibereich wird einem Angreifer am Flügel dagegen meist die Innenbahn zum Durchbruch angeboten, um ihn im zentralen Bereich vor dem Tor, zusammen mit dem ballnahen Innenverteidiger, doppeln zu können. In der Jugend oder unteren Amateurbereich wird davon jedoch abgeraten, da hier ein sehr gutes Zusammenspiel innerhalb der Viererkette gegeben sein muss.

Dribbelt dagegen ein gegnerischer Spieler auf zentraler Position Richtung Tor, so wird dieser auf seinen schwachen Fuß gelenkt (meistens womit er nicht dribbelt). Hier wird ihm also die Seite mit seinem schwachen Fuß zum Durchbruch angeboten. Nimmt er dieses Angebot an, so hat er den Ball bei einem erfolgreichen Durchbruch lediglich auf dem Fuß liegen womit er nicht so gut schießen kann. Würde der Abwehrspieler nicht nach diesem Prinzip vorgehen, so würde der Angreifer immer auf seiner starken Seite den Durchbruch versuchen und hätte bei einem Erfolg den Ball immer auf seinem starken Fuß liegen.

Diese kleine Exkursion Richtung 1-gegen-1-Situationen ist notwendig um zu zeigen, wie sehr man von der bewussten Steuerung des gegnerischen Angreifers profitieren kann. Im Fußball ist man jedoch nicht allein darauf begrenzt einen einzelnen Spieler zu lenken, sondern man kann die Aktionen einer ganzen Mannschaft bestimmen. Durch spezielle Laufwege der Angreifer und auch die der anderen Spieler ist man in der Lage, den gegnerischen Spielaufbau entweder ins Zentrum oder auf den Flügel zu bringen. Entscheidet man sich für den Flügel, hat man auch noch die Möglichkeit die Seite zu bestimmen.

Besonderen Sinn macht die Sache wenn man weiß, wo auf dem Feld man den Gegner am effektivsten bekämpfen kann. Hat man z.B. aufgrund des Spielsystems die Flügel stark besetzt, versucht man den gegnerischen Spielaufbau auf den Flügel zu lenken. Ist man dagegen im Zentrum stark präsent, würde einem natürlich ein versuchter Spielaufbau des Gegners an dieser Stelle zusagen. Erkennt man, dass der Gegner auf einer Flügelseite enorme Probleme hat den Ball zu halten, so würde man stets versuchen den Spielaufbau dorthin zu lenken.

Wie kann dies nun geschehen? Möchte man den Spielaufbau des Gegners auf die Flügel lenken, so agieren zwei Angreifer auf gleicher Höhe in keinem allzugroßen Abstand zueinander. Die beiden äußeren Mittelfeldspieler rücken etwas Richtung Zentrum ein, um den Gegner nicht von einem Pass auf den Flügel abzubringen. Die beiden Angreifer (4-4-2-System) attackieren nicht die zentralen Abwehrspieler des Gegners, sondern agieren etwas tiefer. Sie warten solange ab bis ein gegnerischer Spieler am Flügel angespielt wird. In diesem Augenblick verschiebt sich der komplette Mannschaftsverbund Richtung Ball, wobei nun der ballnahe Angreifer und äußere Mittelfeldspieler den Ballführenden doppeln. Der ballferne Angreifer verschließt den Passweg in den Rückraum. Je nach Situation unterstützt auch der eigene Außenverteidiger oder ein ballnaher zentraler Mittelfeldspieler das Doppeln des Gegners.

Möchte man dagegen den Spielaufbau des Gegners ins Zentrum lenken ist es wichtig, dass die die Angreifer in größerer Entfernung zueinander agieren. Sie orientieren sich mehr Richtung Flügel, um den Gegner von einem Pass dorthin abzubringen. Wichtig ist in diesem Fall, dass die Spieler des Gegners in der Zentrale markiert sind. Markiert bedeutet, dass der Gegner nicht zu eng gedeckt ist, sondern dass er bei einem Anspiel sofort attackiert werden kann. Generell gilt, sobald ein Pass in die gewünschte Richtung gespielt wird, dass im höchsten Tempo zum Angespielten verschoben wird um ihn bereits bei der Ballannahme zu stören.

Möchte man dagegen den Spielaufbau zu einer ganz bestimmten Seite lenken. So kann dies geschehen, indem ein Angreifer den ballführenden zentralen Abwehrspieler seitlich anläuft. Also die Seite zu der nicht gepasst werden soll. Gleichzeitig müssen die Mitspieler im Zentrum kompakt stehen und die Gegenspieler am Flügel, wohin der Spielaufbau gesteuert werden soll, dürfen nicht zu eng gedeckt sein.

Bereits vor dem Spiel sollte man seinen Spielern eine klare Vorgabe machen, wie sie den gegnerischen Spielaufbau steuern sollen. Viel Spaß nun zur Umsetzung eines weiteren Schrittes Richtung Selbstinitiative der Spieler. Die Zeiten des bloßen Reagierens sind vorbei. Mut, Selbstständigkeit, Kreativität, Entschlossenheit, Kollektiv usw., das sind die Stichworte des modernen Fußballs!

Tags: , , ,

Kein Platz für Individualisten im modernen Fußball

Oktober 25th, 2009 by Martin Hasenpflug

Das Gesicht des Fußballs hat sich in den letzten Jahren extrem gewandelt. So waren es bis in die 70er oder sogar 80er-Jahren Individualisten die ein Spiel lenkten und auch entschieden. Der Spielmacher als technisch visierter Mann sollte mit Auge das Spiel an sich nehmen und mit klugen Pässen die Angreifer in Szene setzen. Doch durch das Ausschalten des Spielmachers konnte man recht einfach das Spiel des Gegners zerstören. Folglich wurde der Spielmacher oft in Manndeckung genommen und wiederum ein anderer Mitspieler sollte den Spielmacher von seiner Sonderbewachung lösen, der sogenannte Wasserträger.

Hinter den Manndeckern agierte dann der freie Mann (Libero) ohne Deckungsaufgaben. Er sollte Fehler seiner Vorderleute ausbügeln, in der kompletten Breite des Spielfelds Überzahl schaffen und sich dann auch noch mit ins Angriffsspiel einschalten. Durch seine Position hinter der Abwehr schuf er gefährliche Räume für den Gegner, die diese oft mit Steilpässen für sich zu nutzen wussten. Bei einem Vorstoß des Liberos und einem eventuellen Ballverlust und Konter des Gegners, hatten es die Manndecker und der Vorstopper (ein weiterer Fußball-Dinosaurier) dann sehr schwer in Gleichzahl oder gar Unterzahl zu verteidigen. In diesen Situationen funktioniert die Manndeckung nämlich nicht und man musste blitzschnell von Manndeckung auf Raumdeckung umschalten. Es ist nicht verwunderlich, dass diese Sache ein großes Fehlerpotenzial in sich barg.

Aber u.a. ist es auch diesem Umstand zu verdanken, dass immer mehr Mannschaften anfingen konsequent in Raumdeckung zu verteidigen. So waren die Abwehrspieler nicht mehr gezwungen während des Spiels zwischen zwei ganz gegenläufigen Prinzipien umzudenken. Auch das Überzahlspiel in Ballnähe konnte man nun viel schneller gestalten, da die größere Entfernung von der Position des Liberos durch die geringere Entfernung des Mitspielers an seiner Seite ersetzt wurde. Man schaffte nun auch keine unnötige Räume mehr, durch den tief agierenden Libero. Die Individualisten Libero, Vorstopper, Manndecker entfielen zugunsten der Viererkette. Die Abwehrspieler agierten von nun an gleichberechtigt im Kollektiv.

Die Idee des Kollektivs im Mannschaftssport ist eigentlich die natürlichste Sache der Welt, denn das Individualisten-Dasein der Spieler führt zu keinem starken gemeinsamen Nenner. Die jahrzehntelange Förderung von Individualisten führte oft zu egoistischen Charakteren. Man stellte mehr seine eigenen Interessen in den Vordergrund, anstatt die der Mannschaft. Aus diesem Grund steht im modernen Fußball die Förderung des Teamgedankens im Vordergrund. Dies ist nicht nur aus spielerische Sicht ein Fortschritt, sondern auch aus sozialer.

Im modernen Fußball bildet aber nicht nur die Viererkette eine Einheit, sondern die komplette Mannschaft. Die einzelnen Mannschaftsteile interagieren im großen Maße und verschmelzen sogar miteinander. Folglich fallen auch die Individualisten in den anderen Mannschaftsteilen weg. Das leicht auszumachende Spiel mit Spielmacher weicht ebenfalls dem Kollektiv. Hier ist es aber auch der verbesserten Talentförderung weltweit zu verdanken, dass heutige Trainer über technisch besser ausgebildete Spieler verfügen und Fähigkeiten mitbringen ein Spiel zu gestalten.

Aus diesem Kollektivgedanken ergeben sich aber auch einige Nachteile. Diese sind aber dem modernen Fußballtrainern bereits bekannt und die Talentförderung des DFBs arbeitet auch in diese Richtung. So lassen sich viele Spieler so sehr ins Kollektiv drängen, dass sich ihre Persönlichkeit nicht genügend entwickelt. Der Fußball benötigt aber starke Spieler die ihre Mannschaft auf dem Platz antreibt oder auch kreative Köpfe, die mit unerwarteten Dinge die gegnerische Mannschaft überrascht. Solche Spieler besitzen allesamt eine ausgeprägte Persönlichkeit die es von der Jugend an zu fördern gilt. Es sollte also das Ziel des modernen Fußballtrainers sein, starke Persönlichkeiten in ein gut funktionierendes Kollektiv zu integrieren.

Tags: , , , , ,

Mit Standardsituationen zum Erfolg

August 26th, 2009 by Martin Hasenpflug

Im heutigen Artikel geht es ausnahmsweise nicht direkt um die Viererkette, sondern darum wie man Standardsituationen effektiv für seine Mannschaft nutzen kann. Wenn man vorne trifft gibt es dem kompletten Team Sicherheit. Aus diesem Betrachtungswinkel kann man vom heutigen Thema eine Brücke zur Viererkette schlagen.

Die Statistik sagt, dass knapp 50 Prozent aller Tore im Fußball direkt oder indirekt durch Standardsituationen fallen. Es ist also eine reiche Quelle an Torchancen die man nicht auslassen sollte.

Wieso sind Standardsituationen eigentlich so gefährlich für die verteidigende Mannschaft? Bei Standards hat man es mit einem ruhenden Ball zu tun. Die Gegenspieler sind auf Abstand und man hat die Möglichkeit durch einstudierte Passfolgen und Laufwege den Gegner so zu irritieren, dass sie falsch verteidigen und man dadurch im Vorteil ist.

Gerade im Jugendbereich, wo man selten über die Gepflogenheiten des Gegners informiert ist können Standardsituationen eine besondere Rolle im Offensivspiel einnehmen. Jedoch hat man als Trainer im Jugendbereich nicht immer besonders viel Zeit um taktische Sachen einzustudieren und auch nicht immer aufmerksame Spieler beim Training. Aus diesem Grund sollten die Standards zwar auf der einen Seite sehr effektiv sein, jedoch auch einfach zu erlernen und leicht umzusetzen sein.

Diesem Umstand gerecht zu werden, haben wir uns heute auf jeweils zwei Eckballvarianten und zwei Freistoßvarianten geeinigt. So verfügt man zumindest über ein Minimum an Variationsmöglichkeiten. Diese können natürlich im Laufe der Zeit erweitert werden.

Das Ganze stellen wir hier wieder in einer PDF-Datei zur Verfügung, so dass man es Ausdrucken und den Spielern aushändigen kann. So haben die Spieler die Möglichkeit sich die Sache zu hause nochmal zu visualisieren.

Man stellt die Situationen natürlich mal im Training nach, damit die Spieler das in der Praxis sehen. Kinder / Jugendliche lernen durchs zuschauen und können mit der Sache viel mehr anfangen, wenn sie das ganze mal durchgespielt haben. Außerdem hat man mittels dem Zettel auch die Möglichkeit die Spieler zu erreichen, die bei besagter Trainingseinheit fehlten.

Standardsituationen

Tags: , , , ,

« Previous Entries