Seite drucken

Goldene Regeln der Viererkette

Die folgenden zwölf Regeln für eine funktionierende Viererkette orientieren sich an das Spielsystem 4-4-2, doch lassen sie sich auch auf alle anderen Spielsysteme übertragen:

  1. Alle Spieler haben defensive und offensive Aufgaben!
  2. Befindet sich der Gegner in der eigenen Hälfte im Ballbesitz, so bilden die beiden Angreifer die erste Verteidigungslinie!
  3. Im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter verschieben sie sich ballorientiert auf einer Höhe!
  4. Die restlichen Spieler verschieben sich ebenfalls ballorientiert auf einer Höhe. Die Abstände zu den einzelnen Mannschaftsteilen beträgt ca. 10 Meter und die Abstände innerhalb der Mannschaftsteile ebenfalls ca. 10 Meter.
  5. Wird die Verteidigungslinie der Angreifer überspielt, setzt der ballnahe Angreifer nach und doppelt nach hinten.
  6. Der ballnahe Mittelfeldspieler rückt vor und die anderen drei Mittelfeldspieler rücken ein. Entweder bilden sie ein Abwehrdreieck oder eine Sichel, je nachdem ob sich der ballführende Gegner zentral oder außen befindet.
  7. Die Viererabwehrkette bildet nun hinter den Mittelfeldspielern eine Linie. Die Außenverteidiger rücken leicht vor, um eventuelle Pässe nach außen abfangen zu können.
  8. Wird das Mittelfeld überspielt, setzt ein ballnaher Mittelfeldspieler nach und doppelt nach hinten.
  9. Ein ballnaher Abwehrspieler rückt jetzt vor und die anderen drei Abwehrspieler rücken ein. Entweder bilden sie ein Abwehrdreieck oder eine Sichel, je nachdem, ob sich der ballführende Gegner zentral oder außen befindet.
  10. Alle Mittelfeldspieler versuchen sich tiefer als die Ballposition zu postieren.
  11. Die beiden Angreifer brauchen, wenn das Mittelfeld überspielt wurde, keine Defensivaufgaben mehr zu erfüllen.
  12. Immer kompakt und zweikampfstark!

Mögliche Fehlerquellen

Die Erfahrung zeigt, dass nach der Umstellung auf die Viererabwehrkette einige Dinge auf Anhieb verstanden werden, z. B. das Stellungsspiel. Aber in einigen Spielsituationen wiederholt die gleichen Fehler gemacht werden. Folgende Auflistung soll dem Trainer helfen Fehler zu erkennen und zu korrigieren:

  • Ein Innenverteidiger rückt zu dem ballführenden Gegner vor und die beiden seitlich aufgestellten Abwehrspieler sichern nicht in die Tiefe ab. Beziehungsweise geschieht dies nicht schnell genug.
  • Die Außenverteidiger rücken zu zögerlich zu dem ballführenden Gegenspieler am Flügel vor.
  • Die Spieler attackieren beim Vorrücken zum Gegenspieler sofort den Ball, anstatt den Spieler erstmal zu stellen und das Spiel zu verzögern. Das Spiel zu verzögern bedeutet Zeitgewinn, so dass Spieler nachrücken können und sich die Mannschaft wieder geordnet formieren kann.
  • Die Mittelfeldspieler/Angreifer doppeln nicht nach hinten, wenn sie ausgespielt werden.
  • Absolviert ein Mitspieler einen Zweikampf oder springt er zum Kopfball, wird er nicht abgesichert.
  • Beim seitlichen Verschieben sind die Abstände zu den Nebenleuten zu groß oder zu gering. Idealer Abstand wäre eine maximale Distanz, wo aber immer noch die Möglichkeit besteht ein Pass dadurch abzufangen, also ca. 10 Meter.
  • Der Mannschaftsverbund ist beim gegnerischen Spielaufbau zu weit aufgerückt, so dass ohne Mühe die ersten Spieler überspielt werden können. Damit macht man es dem Gegner leicht Überzahl im Angriff zu schaffen. Also tief stehen, aber dennoch auf genügend Abstand zum eigenen Tor achten (sicherer Abstand).
  • Bei der Balleroberung und anschließendem Konter rücken die Abwehrspieler zu langsam und nicht weit genug auf. Der Abstand zum Mittelfeld sollte nicht mehr als 10 bis 15 Meter betragen.
  • Die Außenverteidiger schalten sich nicht mit ins Angriffsspiel ein. Sie sollen sich aber entweder im Rückraum zu einer Flanke vors gegnerische Tor anbieten, die Mittelfeldaußen hinterlaufen oder selbst nach Innen zur Tormitte ziehen und zum Torabschluss kommen.
  • Die Innenverteidiger kommunizieren nicht, z. B. wer von ihnen zum ballführenden Gegner im Zentrum vorrücken soll.
  • Die Außenverteidiger postieren sich beim Spielaufbau nicht ausreichend in der Breite.
  • Trotz Überzahlsituation in Ballnähe, wird der Ball ins Seitenaus geschlagen oder foulgespielt. In Überzahl immer versuchen den Ball kontrolliert zu erobern.
  • Ist der ballführende Gegner am Flügel, lassen sich die Außenverteidiger zu weit nach außen drängen und schließen so nicht die Innenbahn zum Tor.
  • Spieler der Viererabwehrkette attackieren zu früh den Ball. Dribbelt ein Gegner auf die Abwehr zu, weicht diese geschlossen bis auf 22 Meter vor dem eigenen Tor zurück. Erst dann Abwehrdreieck oder Abwehrsichel bilden. Das Zurückweichen schafft Zeit für nachsetzende Mittelfeldspieler.

Text aus: Spielend angreifen lernen – Systematisch mehr Tore erzielen

Animation erstellt mit www.easy-animation.com

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://www.abwehrkette.de/goldene-regeln-der-viererkette/