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Sep 14 2009

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Felix Magath mit drei Innenverteidigern zum Erfolg

In unserem Artikel DFB-Chefscout und die Zukunft des Fußballs ist nachzulesen, wie Urs Siegenthaler die deutschen Trainer aufmuntert über den eignen Tellerrand zu schauen. Sie sollen das vorhandene nicht als unumstößliche Wahrheit sehen, sondern mit dem Zeitgeist gehen und für bestehende Probleme neue und kreative Lösungen finden. So verwies er z.B. darauf, dass der FC Barcelona anfing mit drei Stürmern zu spielen und dabei große Erfolge erzielte und plötzlich war die Dritte Spitze in aller Munde.

Gestern spielte Schalke 04 beim 1. FC Köln. Der 1. FC Köln hat gegen keine andere Mannschaft in der Liga soviele Heimsiege verbucht wie gegen Schalke 04. Und Schalke war wirklich in keiner guten Ausgangssituation. So mussten sie kurzfristig die Ausfälle von Rafinha, Kuranyi und Mineiro kompensieren. Hinzu kommt der langzeitverletzte Jones, der eigentlich in dem sowieso arg begrenzten Schalker Kader die Fäden ziehen sollte. Diese Dezimierung an Leistungsträgern war es aber nicht allein die auf Schalke lastete. So kamen in den letzten Tagen öffentliche Diskussionen auf, dass Schalke mit der Zahlung der Spielergehälter rund vier Wochen in Verzug sei und dass man noch rund 20-25 Millionen bis zum Jahresende auftreiben muss, um für diese Saison zahlungsfähig zu bleiben.

Das Interessante für uns an diesem Spiel war aber, dass Felix Magath nach rund 20 Minuten auf das 3-4-3 umstellte. Schalke agierte nun mit drei Innenverteidigern, die bei einem Kölner Angriff zu einer Fünferkette wurde. Die beiden Mittelfeldspieler außen ließen sich in die Abwehrkette fallen und die beiden zentralen Mittelfeldspieler sorgten dafür, dass Schalke in zentraler Position vor dem eigenen Tor sehr kompakt standen.

Letztlich gewannen die Schalker mit drei Innenverteidigern 2:1 in Köln und belegen nun nach fünf Spieltagen überraschend den dritten Tabellenplatz. Felix Magath ging volles Risiko und wurde belohnt. Nicht umsonst sagt man, dass den Mutigen die Welt gehört. Oft scheitern innovative Ideen nur daran, dass man nicht den Mut hat sie mit der letzten Konsequenz durchzusetzen. Man mischt sie noch mit althergebrachten und sie funktioniert nicht. Die grundsätzlich gute Idee wird nun wieder verworfen und man setzt aufs altbewährte.

Ob es nun die vier Stürmer sind oder die drei Innenverteidiger von Felix Magath ist nicht das Entscheidende. Entscheidend ist, dass man sich und sein System immer wieder in Frage stellt, sich dem Fortschritt nicht verschließt, die eigene Situation erkennt, kreativ nach alternative Wege sucht und diese dann mutig bis zur letzten Konsequenz umsetzt.

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