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Nov 21 2010

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Lösen vom Gegner

In fast allen Fällen muss sich ein Mitspieler zunächst vom Gegner lösen bevor er angespielt werden kann. In der Regel geschieht dies mit einer Lauffinte. Wichtig ist es die Aktion erst auszuführen, wenn der Ballführende auch bereit ist den Ball zu spielen und man zuvor einen Blickkontakt hergestellt hat. Die Lauffinte ist nötig, um ein Fehlverhalten des Abwehrspielers zu provozieren und so einen Bewegungsvorsprung zu erlangen.

Wichtig beim Freilaufen ist es zu beobachten, ob der Verteidiger auf die Lauffinte hereinfällt. Ansonsten sollte die Aktion nicht zu Ende geführt werden. Außerdem sollte man sich in einem freien Raum freilaufen und darauf achten, dass man eine gewisse Distanz zum Ballführenden behält. So stellt man sich nicht die Räume zu und ein weiträumiges Passspiel ist möglich.

In diesem Artikel zum „Lösen vom Gegner“ schenken wir insbesondere den Sturmspitzen unsere Aufmerksamkeit. Wir unterscheiden vier verschiedene Situationen für den Angreifer. Je nachdem, ob er eng oder weit gedeckt wird, sich außen oder zentral befindet, gibt es für jede Situation ein ideales Freilaufverhalten.

Verhalten außen bei enger Deckung: Dem Ballführenden entgegen kommen, indem man sich Richtung Seitenlinie anbietet. Kommt der Gegner mit, explosionsartig das Entgegenstarten abbrechen und entlang der Seitenlinie in die Tiefe laufen. Der Ballführende passt nun in die Tiefe.

Verhalten außen bei weiter Deckung: 2 – 3 Schritte Richtung Spielfeldecke laufen (Gegner geht mit), dann explosionsartig den Lauf abbrechen und dem Ballführenden an der Seitenlinie zum Anbieten entgegen starten.

Auf zentraler Position sollte die Sturmspitze sich nie geradeaus zum Ballführenden lösen. Befinden sie sich auf einer Höhe, besitzen sie wenig Kombinationsmöglichkeiten miteinander. Startet die Sturmspitze dem Ballführenden jedoch leicht seitlich entgegen, entsteht die sogenannten Staffelung. In dieser Staffelung haben die beiden Spieler nun gute Möglichkeiten Doppelpass zu spielen oder zu Hinterlaufen.

Verhalten zentral bei enger Deckung: Die Sturmspitze drückt sich mit 1 – 2 Schritte gegen den Abwehrspieler ab und täuscht so einen diagonalen Lauf in die Tiefe an. Explosionsartig bricht sie dies aber ab und startet dem Ballführenden auf der fernen Verteidiger-Seite entgegen.

Verhalten zentral bei weiter Deckung: Die Sturmspitze führt eine horizontale Lauffinte aus, um seitlich einen Lauf in die Tiefe anzutäuschen. Nach 2 – 3 Schritte bricht sie dies aber explosionsartig ab, absolviert einen 180 Grad Richtungswechsel und bietet sich auf der anderen Seite zum Pass in die Tiefe an.

Die Methodik zum Erlernen des korrekten Lösens sieht vor, dass der Angreifer im ersten Schritt den Ball bereits am Fuß hat und weit gedeckt wird. Nun hat er Zeit sich zu drehen und versucht einen mit Hütchen markierten Raum (z. B. 7 mal 4 Meter Dreieck) zu durchqueren. Der Verteidiger würde bei diesem Beispiel von der Dreiecksspitze aus starten (der Angreifer mittig von der Grundlinie des Dreiecks) und dürfte nur innerhalb des Dreiecks attackiert werden. Im zweiten Schritt agieren Angreifer und Verteidiger frei vor dem Tor (spielnah trainieren) und der Angreifer wird angespielt. Der Verteidiger darf aber ab einem bestimmten Punkt nicht mehr nachsetzen. Im dritten Schritt fallen alle Beschränkungen weg.

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  1. Taktiktraining im Jugendfußball « Ballorientiertes Verteidigen innerhalb einer Viererkette

    […] als Angreifer vom Gegenspieler löst und der Mitspieler den korrekten Pass spielt, haben wir in diesem Artikel […]

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