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Apr 16 2010

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Unterschiedliche Methoden zur perfekten Raumdeckung

Bekanntlich führen alle, oder zumindest mehrere Wege nach Rom. Diese alte Denke lässt sich auch auf das Spiel mit der Raumdeckung, bzw. des ballorientierten Verteidigens anwenden.

Vorab möchten wir unseren Lesern nochmal kurz erklären in welchem Zusammenhang die ballorientierte Verteidigung mit der Raumdeckung steht. Und Viererkette? Was hat das mit Raumdeckung zu tun?

Ganz einfach! Die Raumdeckung besagt, dass die Mannschaft sich dort postieren soll, wo der Gegner bei genügend Raum Torchancen kreieren könnte. Das heißt in der Praxis, dass man sich an der Position des Balls orientiert und den torgefährlichen Raum zustellt. Wenn sich z.B. ein gegnerischer Spieler an der ballfernen Seitenlinie befindet, so brauch er dort nicht in Manndeckung genommen werden. Es besteht durch ihn keine direkte Torgefahr. Man selbst muss jedoch einen kompakten Mannschaftsverbund bilden, die sich in einer Art Block immer dorthin verschiebt, wo es aufgrund der Ballposition torgefährlich werden könnte.

Dem Gegner entzieht man so die Möglichkeit durch viel Zeit und Raum ein Kombinationsspiel aufzuziehen. Stattdessen nötigt man ihn zu überhasteten Aktionen, die sich dann zu einem kontrollierten Ballgewinn für die eigene Mannschaft entwickeln könnte.

Dass die Raumdeckung die effektivste Art im Fußball ist, den Ball kontrolliert zu erobern und einen Gegenangriff einzuleiten ist ohne Frage. Über einige Details gibt es aber durchaus unterschiedliche Ansichten. Das Für und Wider dieser Meinungen muss jeder für sich selbst abwägen, um die optimale Lösung für seine Mannschaft zu finden. Hier einige Beispiele:

  • Sobald ein Außenverteidiger zu einem ballführenden Gegner am Flügel aufrückt, soll er ihn zusammen mit dem ballnahen Innenverteidiger doppeln. Dafür spricht: Auch ohne Zuhilfenahme eines Mittelfeldspielers steigt die Chance den Ball kontrolliert zu erobern. Dagegen spricht: Die 4er-Abwehrkette wird kurzzeitig zur 3er-Abwehrkette und somit verkleinert sich der zugestellte Raum. Fazit: Anfänger sollten den ballführenden Gegner am Flügel immer nur zusammen mit einem Mittelfeldspieler doppeln. Ansonsten den Gegner nach außen lenken.
  • Sobald ein Innenverteidiger zu einem ballführenden Gegner im Zentrum aufrückt, soll er ihn zum Außenverteidiger steuern (Stichwort: Seitliche Stellung). Dafür spricht: Der Gegner wird aus dem torgefährlichen zentralen Bereich nach außen gelenkt. Dagegen spricht: Sollte man durch die Steuerung des Angriffs nach außen, dem ballführenden Gegenspieler den Ball auf seinen starken Fuß bringen, so kann er sich mit einem feinen Torschuss oder Flanke dafür „bedanken“. Fazit: Im Jugendbereich die Mannschaft schnellstmöglich dahinbringen, dass sie den Ballführenden so steuern kann, dass dieser den Ball auf den schwachen Fuß bekommt. So wird er auch im torgefährlichen Zentrum nicht für viel Gefahr sorgen.
  • Sobald ein Außenverteidiger zu einem ballführenden Gegner am Flügel aufrückt, bildet die Abwehrkette eine „Sichel“. Der ballferne Außenverteidiger rückt leicht vor. Dafür spricht: Querpässe könnte dieser nun leichter abfangen. Dagegen spricht: Diagonale Flugbälle könnte er in den Rücken bekommen. Fazit: Auf Nummer sicher gehen und auf einer Höhe mit dem absichernden Innenverteidiger bleiben. Den Außenverteidigern aber „Spielraum“ lassen, da sie lernen sollen das Spiel zu antizipieren.
  • Sobald ein Außenverteidiger zu einem ballführenden Gegner am Flügel aufrückt, schiebt sich der ballferne Mittelfeldaußen in die Abwehrkette. Dafür spricht: Die gefährlichen Räume werden für den Gegner enger. Dagegen spricht: Viel Laufarbeit für die Mittelfeldaußen und den Angreifern, die dann bei gegnerischem Ballbesitz ins Mittelfeld rücken müssen. Fazit: Gegen offensiv sehr starke Mannschaften sicherlich ein adäquates Mittel.

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