Perfektes Zusammenspiel zwischen Viererkette und Mittelfeld
Februar 4th, 2010 by Martin Hasenpflug
Die eifrigen Leser unserer Seite wissen bereits, dass das Spiel mit der Viererkette die ganze Mannschaft betrifft. Das Mittelfeld und der Angriff hat genauso wie die Viererkette, bei gegnerischen Ballbesitz Defensivarbeit zu leisten. Nur wenn die ganze Mannschaft aufeinander abgestimmt agiert, kann das Spiel mit der Viererkette seine volle Stärke entfalten.
Volle Stärke bedeutet kontrollierter Ballgewinn und direkte Einleitung des Offensivspiels. In den folgenden Bildern werden wir zeigen, wie das Mittelfeld in den verschiedenen Spielsituationen zu handeln hat. Wir gehen davon aus, dass die Mannschaft in einem 4-4-2 agiert. Das Spiel mit der Viererkette kann nach dem Studieren der Bilder noch besser verstanden werden und mit diesem Wissen wird man in der Lage sein, eigene Lösungswege für mögliche Spielsituationen zu finden.
Das Ganze können wir wieder als PDF-Datei anbieten, damit die Trainer die Möglichkeit haben es ihren Spielern auszudrucken.

Unterstützung eines Mittelfeldspielers (Ball außen): Der druckausübende Außenverteidiger geht so in die seitliche Stellung, dass er den Ballführenden nach innen zum Mittelfeldspieler steuert. Ein zweiter Mittelfeldspieler würde das Zentrum absichern.

Unterstützung eines Mittelfeldspielers (Ball zentral): Der Mittelfeldspieler übt Druck auf den Ballführenden aus. Die Außenverteidiger rücken etwas vor, um Querpässe abfangen zu können. Ein zweiter Mittelfeldspieler würde helfen, den Ballführenden zu doppeln.

Pass in die Tiefe: Bietet sich eine Sturmspitze als Anspielstation an, bildet die Viererkette ein Abwehrdreieck. Der Ballführende wird vom Mittelfeld gestellt oder gedoppelt. Erfolgt ein Pass zur Sturmspitze, doppeln möglichst zwei Mittelfeldspieler nach hinten.

Ball zentral: Das Mittelfeld erzeugt ein Abwehrdreieck und die Viererkette bleibt in Ausgangsposition mit leicht aufgerückten Außenverteidigern.

Ball außen: Das Mittelfeld und die Viererkette erzeugen je eine Sichel. Der Mittelfeldaußen doppelt zusammen mit einem zentralen Mittelfeldspieler den ballführenden Gegner.

Flugball: Sobald der Gegner zum Flugball in die Sturmspitze ansetzt, lassen sich die Spieler der Viererkette nach hinten fallen. Somit können sie mit Tempo in den Ball starten. Nach dem Flugball doppeln zwei ballnahe Mittelfeldspieler nach hinten.
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Februar 9th, 2010 at 17:25
Hallo,
die Darstellung halte ich grundsätzlich für gelungen. Allerdings wird auch hier nicht auf den meines erachtens wichtigen Punkt eingegangen, wie mit gegnerischen Spielern umgegangen werden soll, die sich zwischen den Ketten aufhalten bzw. dorthin schieben (abgesehen vom Klassiker, dass eine Spitze einen Ball fordert). Im Profifussball ist auch innerhalb der gleichen Mannschaft immer wieder unterschiedliches Verhalten festzustellen (mal wird der Mann von einem Mittelfeldspieler oder Abwehrspieler gedeckt und damit die Grundordnung aufgelockert, mal wird er dort stehen gelassen und damit die Grundordnung beibehalten). Mir sind hier nicht die Rahmenbedingungen klar, unter denen die jeweilige Variante angewandt wird.
Darüber hinaus ist im Profifussball immer wieder zu sehen, dass der ballnahe Innenverteidiger sich nicht konsequent ballorientiert bei Situationen wie Abb. 1 verschiebt, sondern auf einer Linie mit den beiden anderen Verteidigern im Zentrum bleibt. Womit ist dieses Verhalten zu erklären?
März 9th, 2010 at 03:36
Unter anderem ist es wichtig, wie weit Gegner und Abwehrverbund vom eigenen Tor entfernt sind. Ist der Gegner, wenn er sich in zentraler Position befindet, schon sehr nah am zu verteidigenden Tor (wenn er beispielsweise die 23m-Linie “überschritten” hat), schiebt sich der gesamte Verbund in Länge und Breite sehr eng zusammen. Dadurch können Gegner, die zwischen den Ketten sind, nur äußerst schwer angespielt werden. Falls es dennoch zu einem Pass auf sie kommen sollte, haben die verteidigenden Spieler sofort Zugriff, sodass die gegnerischen Ballempfänger keinen Platz zum Agieren haben. Man darf eben nicht vergessen, dass der Pass an sich und die darauffolgende Ballannahme eine gewisse Zeit dauern, die den verteidigenden Spielern die Möglichkeit gibt, rechtzeitig und effizient zu attackieren. Oftmals ist es auch so, dass die Verteidiger mögliche Pässe antizipieren und sogleich auf den möglichen Passempfänger raufgehen, um einen Pass zu erlaufen oder den Gegner schon bei der Ballannahme zu stören. Das mag dann teilweise wie Manndeckung wirken…
Bei deinem Beispiel, dass sich der ballnahe Innenverteidiger nicht konsequent mit seinem jeweiligen Außenverteidiger verschiebt, kommt es auch auf die Entfernung zwischen Gegner und eigenem Tor an. Wir gehen wieder davon aus, dass der Gegner die 23m-Linie überschritten hat: Der ballbesitzende Gegner auf Außen wird nun vom Außenverteidiger attackiert und bestenfalls auch noch mit dessen Vordermann (also dem äußeren Mittelfeldspieler) gedoppelt. Üblicherweise befinden sich in solchen Situationen die übrigen gegnerischen Angreifer im oder am Strafraum. Diese werden dann von den zentralen und ballfernen Spielern der verteidigenden Mannschaft in die Manndeckung genommen.
März 9th, 2010 at 04:09
Diese werden in die Manndeckung genommen, weil der Gegner ja flanken könnte. Würde man in dieser Situation konsequent verschieben, wäre die Gefahr groß, dass Gegner vor dem Tor frei zum Abschluss kommen können.
Man kann das immer sehr schön bei Fortuna Düsseldorf sehen. In meinen Augen spielen sie dass hier vermittelte 4-4-2 in rein taktischer Hinsicht am besten. Sie haben eine super Raumaufteilung und verschieben immer optimal. Auch ihre Konter sind sehr gut. Begünstigt wird das durch die sehr gute Technik der Schlüsselspieler, wie zum Beispiel Martin Harnik. Seine Ballsicherung und sein Passspiel sind absolut erstligareif.