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Feb 04 2010

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Perfektes Zusammenspiel zwischen Viererkette und Mittelfeld

Die eifrigen Leser unserer Seite wissen bereits, dass das Spiel mit der Viererkette die ganze Mannschaft betrifft. Das Mittelfeld und der Angriff hat genauso wie die Viererkette, bei gegnerischen Ballbesitz Defensivarbeit zu leisten. Nur wenn die ganze Mannschaft aufeinander abgestimmt agiert, kann das Spiel mit der Viererkette seine volle Stärke entfalten.

Volle Stärke bedeutet kontrollierter Ballgewinn und direkte Einleitung des Offensivspiels. In den folgenden Bildern werden wir zeigen, wie das Mittelfeld in den verschiedenen Spielsituationen zu handeln hat. Wir gehen davon aus, dass die Mannschaft in einem 4-4-2 agiert. Das Spiel mit der Viererkette kann nach dem Studieren der Bilder noch besser verstanden werden und mit diesem Wissen wird man in der Lage sein, eigene Lösungswege für mögliche Spielsituationen zu finden.

Das Ganze können wir wieder als PDF-Datei anbieten, damit die Trainer die Möglichkeit haben es ihren Spielern auszudrucken.

Unterstützung eines Mittelfeldspielers (Ball außen): Der druckausübende Außenverteidiger geht so in die seitliche Stellung, dass er den Ballführenden nach innen zum Mittelfeldspieler steuert. Ein zweiter Mittelfeldspieler würde das Zentrum absichern.

Unterstützung eines Mittelfeldspielers (Ball außen): Der druckausübende Außenverteidiger geht so in die seitliche Stellung, dass er den Ballführenden nach innen zum Mittelfeldspieler steuert. Ein zweiter Mittelfeldspieler würde das Zentrum absichern.

Unterstützung eines Mittelfeldspielers (Ball zentral): Der Mittelfeldspieler übt Druck auf den Ballführenden aus. Die Außenverteidiger rücken etwas vor, um Querpässe abfangen zu können. Ein zweiter Mittelfeldspieler würde helfen, den Ballführenden zu doppeln.

Unterstützung eines Mittelfeldspielers (Ball zentral): Der Mittelfeldspieler übt Druck auf den Ballführenden aus. Die Außenverteidiger rücken etwas vor, um Querpässe abfangen zu können. Ein zweiter Mittelfeldspieler würde helfen, den Ballführenden zu doppeln.

Pass in die Tiefe: Bietet sich eine Sturmspitze als Anspielstation an, bildet die Viererkette ein Abwehrdreieck. Der Ballführende wird vom Mittelfeld gestellt oder gedoppelt. Erfolgt ein Pass zur Sturmspitze, doppeln möglichst zwei Mittelfeldspieler nach hinten.

Pass in die Tiefe: Bietet sich eine Sturmspitze als Anspielstation an, bildet die Viererkette ein Abwehrdreieck. Der Ballführende wird vom Mittelfeld gestellt oder gedoppelt. Erfolgt ein Pass zur Sturmspitze, doppeln möglichst zwei Mittelfeldspieler nach hinten.

Ball zentral: Das Mittelfeld erzeugt ein Abwehrdreieck und die Viererkette bleibt in Ausgangsposition mit leicht aufgerückten Außenverteidigern.

Ball zentral: Das Mittelfeld erzeugt ein Abwehrdreieck und die Viererkette bleibt in Ausgangsposition mit leicht aufgerückten Außenverteidigern.

Ball außen: Das Mittelfeld und die Viererkette erzeugen je eine Sichel. Der Mittelfeldaußen doppelt zusammen mit einem zentralen Mittelfeldspieler den ballführenden Gegner.

Ball außen: Das Mittelfeld und die Viererkette erzeugen je eine Sichel. Der Mittelfeldaußen doppelt zusammen mit einem zentralen Mittelfeldspieler den ballführenden Gegner.

Flugball: Sobald der Gegner zum Flugball in die Sturmspitze ansetzt, lassen sich die Spieler der Viererkette nach hinten fallen. Somit können sie mit Tempo in den Ball starten. Nach dem Flugball doppeln zwei ballnahe Mittelfeldspieler nach hinten.

Flugball: Sobald der Gegner zum Flugball in die Sturmspitze ansetzt, lassen sich die Spieler der Viererkette nach hinten fallen. Somit können sie mit Tempo in den Ball starten. Nach dem Flugball doppeln zwei ballnahe Mittelfeldspieler nach hinten.

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://www.abwehrkette.de/mittelfeld-viererkette/

8 Kommentare

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  1. Thomas

    Hallo,
    die Darstellung halte ich grundsätzlich für gelungen. Allerdings wird auch hier nicht auf den meines erachtens wichtigen Punkt eingegangen, wie mit gegnerischen Spielern umgegangen werden soll, die sich zwischen den Ketten aufhalten bzw. dorthin schieben (abgesehen vom Klassiker, dass eine Spitze einen Ball fordert). Im Profifussball ist auch innerhalb der gleichen Mannschaft immer wieder unterschiedliches Verhalten festzustellen (mal wird der Mann von einem Mittelfeldspieler oder Abwehrspieler gedeckt und damit die Grundordnung aufgelockert, mal wird er dort stehen gelassen und damit die Grundordnung beibehalten). Mir sind hier nicht die Rahmenbedingungen klar, unter denen die jeweilige Variante angewandt wird.
    Darüber hinaus ist im Profifussball immer wieder zu sehen, dass der ballnahe Innenverteidiger sich nicht konsequent ballorientiert bei Situationen wie Abb. 1 verschiebt, sondern auf einer Linie mit den beiden anderen Verteidigern im Zentrum bleibt. Womit ist dieses Verhalten zu erklären?

  2. ich

    Unter anderem ist es wichtig, wie weit Gegner und Abwehrverbund vom eigenen Tor entfernt sind. Ist der Gegner, wenn er sich in zentraler Position befindet, schon sehr nah am zu verteidigenden Tor (wenn er beispielsweise die 23m-Linie „überschritten“ hat), schiebt sich der gesamte Verbund in Länge und Breite sehr eng zusammen. Dadurch können Gegner, die zwischen den Ketten sind, nur äußerst schwer angespielt werden. Falls es dennoch zu einem Pass auf sie kommen sollte, haben die verteidigenden Spieler sofort Zugriff, sodass die gegnerischen Ballempfänger keinen Platz zum Agieren haben. Man darf eben nicht vergessen, dass der Pass an sich und die darauffolgende Ballannahme eine gewisse Zeit dauern, die den verteidigenden Spielern die Möglichkeit gibt, rechtzeitig und effizient zu attackieren. Oftmals ist es auch so, dass die Verteidiger mögliche Pässe antizipieren und sogleich auf den möglichen Passempfänger raufgehen, um einen Pass zu erlaufen oder den Gegner schon bei der Ballannahme zu stören. Das mag dann teilweise wie Manndeckung wirken…

    Bei deinem Beispiel, dass sich der ballnahe Innenverteidiger nicht konsequent mit seinem jeweiligen Außenverteidiger verschiebt, kommt es auch auf die Entfernung zwischen Gegner und eigenem Tor an. Wir gehen wieder davon aus, dass der Gegner die 23m-Linie überschritten hat: Der ballbesitzende Gegner auf Außen wird nun vom Außenverteidiger attackiert und bestenfalls auch noch mit dessen Vordermann (also dem äußeren Mittelfeldspieler) gedoppelt. Üblicherweise befinden sich in solchen Situationen die übrigen gegnerischen Angreifer im oder am Strafraum. Diese werden dann von den zentralen und ballfernen Spielern der verteidigenden Mannschaft in die Manndeckung genommen.

  3. ich

    Diese werden in die Manndeckung genommen, weil der Gegner ja flanken könnte. Würde man in dieser Situation konsequent verschieben, wäre die Gefahr groß, dass Gegner vor dem Tor frei zum Abschluss kommen können.

    Man kann das immer sehr schön bei Fortuna Düsseldorf sehen. In meinen Augen spielen sie dass hier vermittelte 4-4-2 in rein taktischer Hinsicht am besten. Sie haben eine super Raumaufteilung und verschieben immer optimal. Auch ihre Konter sind sehr gut. Begünstigt wird das durch die sehr gute Technik der Schlüsselspieler, wie zum Beispiel Martin Harnik. Seine Ballsicherung und sein Passspiel sind absolut erstligareif.

  4. Thomas

    Was das mangelnde konsequente Verschieben des Innenverteidigers in Strafraumnähe angeht bin ich dabei. Was natürlich gar nicht geht ist Unterzahl im Strafraum bzw. direkt am Strafraum zugunsten einer Überzahl am Flügel. Die Frage ist aber, ob man nicht zugunsten dieser Überzahl in Ballnähe zumindest eine Gleichzahlsituation im/am Strafraum in Kauf nimmt. Dann wäre in vielen derartigen Situationen auch eine Unterstützung durch den Innenverteidiger möglich. Gegebenenfalls müssten sich dann Mittelfeldspieler noch weiter zurückziehen.

  5. ich

    Ich habe mal eine Variante miterlebt, in der der ballferne äußere Mittelfeldspieler als fünfter Verteidiger nach hinten rückt, wenn der ballführende Gegner auf der jeweils anderen Außenseite ist. Dadurch hat man immer mindestens eine Gleichzahl im zentralen Bereich und man kann das Verschieben konsequent durchziehen. Nachteile sind allerdings, dass das Laufpensum für die äußeren Mittelfeldspieler zu groß ist und dass das Mittelfeld nicht mehr so gut die Räume eng machen kann. Dafür müsste dann wiederum ein Stürmer ins Mittelfeld rücken. Das ist zwar in der Defensive durchaus machbar, aber die Offensive leidet erheblich.
    Außerdem ist der Aufwand enorm. Daher bietet sich diese Variante nicht als Dauerlösung an. Allerdings kann das sehr hilfreich sein, wenn man gegen Mannschaften spielt, die sehr starke Dribbler haben, welche gerne in die Mitte ziehen.

    Mir fällt immer wieder auf, dass Lionel Messi nur so erfolgreiche Alleingänge hat, weil er nicht sofort wieder attackiert wird, nachdem er den Ersten ausspielt. Er steht ja oft sehr weit außen, sodass die Innenverteidiger nicht mit verschieben. Spielt er nun den Außenverteidiger aus, hat er etliche Meter Zeit und Raum, um zu entscheiden, was er als nächstes tut. Bei meiner Beispiellösung hätte er diese Zeit nicht, weil alle paar Meter ein Verteidiger steht. Diese sollten dann aber etwas energischer an ihn rangehen! (nicht so, wie der VfB…)

  6. Thomas

    Diese Variante kenn ich auch aus der Literatur, mit dem Hinweis darauf, dass sie aufgrund der von Dir beschriebenen Nachteile von den meisten Trainern nicht angewandt wird. Aber bei sehr ballstarken Spielern halte ich genau diese Lösung für sinnvoll.
    Ich denke, dass man unabhängig von der Spielstärke bzw. Ballsicherheit eines Angreifers auch berücksichtigen sollte, ob dieser unter Druck steht. Ist das nicht der Fall besteht akute Gefahr für eine Flanke, so dass ein Rausrücken des Innenverteidigers oftmals unangebracht ist während im umgekehrten Fall eine Flanke unwahrscheinlich ist.
    Mir ist das Thema erst diese Woche beim DFB-Pokal-Halbfinale S04 – FCB wieder ins Auge gesprungen. Beim 0:1 durch Arjen Robben bleibt die Innenverteidigung komplett im Zentrum des Strafraums um dort eine 2 gegen 1 Überzahl-Situation beizubehalten. Bei einem konsequenten Absichern wäre Robben nie so klar zum Abschluss gekommen.
    Gerade solche und ähnliche Situationen springen einem immer wieder ins Auge. Der Angreifer zieht z.B. von außen nah an der Torauslinie in den Strafraum, läßt oftmals den Außenverteidiger schon hinter sich (oder ist gerade dabei) und die beiden Innenverteidiger kleben im Zentrum (unabhängig davon ob dort Über-, Unter-, oder Gleichzahl besteht). Natürlich fallen die Tore nicht außen, sondern im Zentrum und der Winkel zum Abschluss ist in derartigen Situation alles andere als ideal (wobei dieses Abwehrverhalten oft auch auf Höhe des Elfmeterpunkts zu sehen ist), aber macht es nicht wirklich mehr Sinn (zumindest bei Überzahl im Zentrum) als Innneverteidiger rauszurücken und zu versuchen, mit Hilfe des zurückeilenden Außenverteidigers eine Dopplung aufzubauen?

  7. ich

    Aber wenn es zur Flanke kommt, können alle möglichen Situationen eintreten: Der Ball wird zunächst abgewehrt, landet dann aber vor den Füßen eines nachrückenden Mittelfeldspielers, der dann einschussbereit ist. In diesem Falle kann die vorherige Überzahlsituation im Zentrum zu einem erfolgreichen Abwehren des zweiten Balles führen, weil dann immer noch eine gute Zuordnung und gegenseitige Absicherung besteht. Daher halte ich es prinzipiell für besser, stets eine Überzahl im Zentrum zu haben, obwohl ich finde, dass beispielsweise der FC Chelsea dabei übertreibt…

    Ansonsten bin ich zwar auch dafür, dass komplett verschoben wird, um den Druck auf die Gegner zu erhöhen, aber meine eigenen Erfahrungen in der Praxis haben mir gezeigt, dass das viel zu oft gefährlich werden kann.

  8. pascal

    ja, das mit chelsea habe ich auch schon beobachtet, die machen es genau so wie es oben beschrieben ist, 1 stürmer lässt sich zurückfallen, der äußere mittelfeldspieler und der 6er der ballfernen seite rücken in die mitte auf gleicher höhe wie die letzte verteidigungslinie, auf der ballnahen unterstützen den außenverteidiger der äußere mittelfeldspieler und der 6er, der ballnahe innenverteidiger sichert dahinter nochmals ab. dann hat man außen i.d.R. ein 3/4 gegen 2 und in der mitte ein 4/5 gegen eben alles was in der Mitte so steht…
    viel laufarbeit, aber der erfolg gibt ihnen recht (zumindest in der premier league… 😉

    mfg

  1. Defensivverhalten in der Grundformation 4:2:3:1 « Ballorientiertes Verteidigen innerhalb einer Viererkette

    […] Angriff im 4:4:2-System verhält haben wir in verschiedenen Artikeln beschrieben. z. B. hier. Doch wie sieht es im 4:2:3:1 aus? Hat der Gegner am Flügel das Mittelfeld überspielt und der […]

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