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Jun 25 2013

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Superpressing im 4-2-3-1

Ein organisiertes und effektives Pressing muss nicht unbedingt kompliziert und schwer umsetzbar sein. Wir zeigen wie man im 4-2-3-1 ein super Pressing spielen kann, ohne dies wochenlang einstudieren zu müssen. Grundvoraussetzung ist aber auch hier: Jeder Spieler muss seine Aufgabe kennen und jeder Spieler muss mitmachen!

Ausgangsposition des Mannschaftsverbands bei der gegnerischen Spieleröffnung ist das mittlere Spielfelddrittel. Dies entspricht dem Mittelfeldpressing. Es wird eine Art situatives Pressing gespielt. Dies bedeutet, dass bei gut gespielten Pässe in der Spielverlagerung des Gegners nur seitlich verschoben wird. Ziel ist es zunächst immer kompakt hinterm Ball zu stehen. Man wartet (und verschiebt) geduldig bis der Gegner schlechte Pässe in der Spielverlagerung spielt, bzw. dass ein Außenverteidiger ins mittlere Spielfelddrittel dribbelt oder angespielt wird. In diesem Fall beginnt sofort die aktive Balleroberung.

Pressingbeginn: Außenverteidiger kommt mit Ball ins mittlere Spielfelddrittel.

Pressingbeginn: Außenverteidiger gelangt mit Ball ins mittlere Spielfelddrittel.

Mittelfeldpressing:

  1. Alle Feldspieler (Mannschaftsverband) befinden sich kompakt im mittleren Spielfelddrittel!
  2. Solange der Ball nicht das mittlere Spielfelddrittel erreicht, nur seitlich verschieben. Kompaktheit hinterm Ball!
  3. Die Spieler rücken nach innen eng ein. AV und IV des Gegners sollen anspielbar sein!
  4. Mit der Spieleröffnung des gegnerischen Torwarts zu einem IV, schieben alle Spieler 3-5 Meter vor!

Pass zum Außenverteidiger

  • Gegnerische AV stehen frei, damit diese angespielt werden.
  • Sobald ein AV mit Ball in das mittlere Spielfelddrittel dribbelt oder angespielt wird, beginnt die Balleroberung!
  • MA läuft den Außenverteidiger leicht im Bogen an und verhindert einen Flugball. Rechtzeitig abbremsen (ca. 2 Meter)!
  • ST stellt den Rückpass zum Innenverteidiger zu.
  • 10er befindet sich in einer Tiefenstaffelung (Pass ins Zentrum verhindern).
  • Ballnaher 6er rückt an den gegnerischen 6er heran. Sobald dieser angespielt wird, eng decken und nicht aufdrehen lassen. 10er kommt von hinten, geht auf den Ball und provoziert so ein Aufdrehen des Gegners in den 6er hinein.
  • Ballferne 6er geht in Tiefenstaffelung zur ballnahen 6.
  • Die restlichen Spieler schieben geschlossen nach.
  • ST spekuliert auf den Ballgewinn und schiebt sich in die Schnittstelle der gegnerischen Abwehr.
Pressingbeginn: Langsamer Pass eines Innenverteidigers zum anderen.

Pressingbeginn: Langsamer Pass eines Innenverteidigers zum anderen.

Spielverlagerung

  • Bei präzisen Spielverlagerungen des Gegners – in dessen Spielfelddrittel – leicht in den Lauf des Passempfängers, verschieben die Spieler nur seitlich. Der 10er übernimmt nun, aufgrund des kürzeren Wegs, die Stürmerposition und ST wird zum 10er.
  • Bei schlechter Spielverlagerung (im Rücken des Passempfängers) schieben alle Spieler massiv Richtung Ball. Den Passempfänger nicht aufdrehen lassen (mit dem Rücken zum Spiel stellen). Die ballnahen Spieler stellen alle Anspielstationen zu und die tieferen Spieler rücken geschlossen nach.
  • Langsamer Pass von IV zu IV (siehe Zeichnung): Der 10er läuft diesem Pass in einem leichten Bogen nach (erneute Spielverlagerung zustellen) und setzt den Passempfänger unter Druck (Dribbling verhindern und ein schlechtes Weiterspiel zum AV provozieren). 10er dann Rückpass zum IV zustellen.
  • Bereits mit dem langsamen Pass zum IV startet die Balleroberung gemäß nebenstehender Beschreibung. Gleich ob sich AV im mittleren Spielfelddrittel befindet oder nicht.

 

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4 Kommentare

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  1. Madeline Pollak

    Sehr geehrter Herr Hasenpflug,
    Ich beschäftige mich zur Zeit mir der Verfassung meiner Facharbeit zum Thema „Das moderne Pressingspiel als Mannschaftstaktik in der Defensive“ und ich würde gerne ihre Einschätzung und ihr Wissen zu dem Thema, anhand ausgewählter Fragen für meine Facharbeit gewinnen. Da sich das Thema auf das „moderne“ Pressingspiel bezieht, würde ich gerne von ihnen wissen, was sie genau mit dem modernen Pressingspiel assoziieren und welche Mannschaft sie im Profi-Fußball damit in Verbindung setzen würden. Außerdem würde mich interessieren was sie als Vor -und Nachteile beim Pressingspiel sehen und welche Verbesserungsvorschläge zur Optimierung sie hätten, damit das Pressingspiel effektiver, gewinnbringender, etc. wird.

    Danke für ihre Zeit und ihre Aufmerksamkeit

    Mit freundlichen Grüßen
    Madeline Pollak

  2. Initiative abwehrkette.de

    Der Titel Deiner Facharbeit ist etwas merkwürdig. Pressing ist keine Taktik für die Defensive, sondern eine Balleroberungsstrategie die in erster Linie von den Offensivspielern angewendet wird. Für Deine Fragen sende ein E-Mail.

  3. MH

    Der Titel der Facharbeit ist nicht merkwürdig. Die Defensive ist kein Ort auf dem Platz (ebenso wenig wie die Offensive, weshalb es rein terminologisch auch keine offensiven Spieler gibt). Die Defensive ist der Moment des gegnerischen Ballbesitzes. Da ich durch das Pressing den Ball – welcher im Besitz des Gegners ist – erobern will, ist es durchaus ein Element der Defensive.

    Zudem impliziert die Aussage: „… Balleroberungsstrategie, die in erster Linie von den Offensivspielern angewendet wird.“, dass nur die vorderen (nicht offensiven) Spieler am Pressing beteiligt sind. Dabei ist aber die gesamte Mannschaft am Pressing beteiligt. Sie muss geschlossen in Richtung Ball schieben, um dort Überzahl zu schaffen. Erst diese Überzahl sichert die ballnächsten Spieler ab, sodass diese überhaupt auf „Balljagd“ gehen können.

  4. Niklas

    Wie sollte sich die Mannschaft bei einer gegnerischen Dreierkette im Aufbau verhalten? Viele Mannschaften in unserer Staffel spielen noch in einem 3-5-2…

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