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Okt 10 2010

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Viererkette: Querdribbelnde Spitze

Querlaufende Spitze

Querlaufende Spitze

Eines der Hauptziele des ballorientierten Spiel, also dem Spiel mit Viererkette, ist es stets Ordnung zu halten. Denn Gegentore aus dem Spiel heraus fallen in der Regel gegen eine ungeordnete Defensive. Aus diesem Grund sollen die Spieler einer Viererabwehrkette beim Verteidigen nicht kreuzen.

Das bedeutet, dass die vier Spieler der Abwehrkette stets ihre Spielposition behalten: Ganz Rechts, Halbrechts, Halblinks und ganz Links. Je nachdem in welchem Spielfeldbereich der Gegner auf die Abwehr zudribbelt oder ein Gegner angespielt wird, rückt der ballnahste Abwehrspieler vor um druck auf den Ball auszuüben. Ist der ballführende Gegner außen wird eine Abwehrsichel gebildet, ist der Gegner zentral und ein Innenverteidiger rückt vor, wir ein Abwehrdreieck gebildet.

Jetzt gibt es aber einen Sonderfall, wo es einem Abwehrspieler empfohlen wird in der Verteidigung zu kreuzen. Angenommen der ballführende Gegner dribbelt nun parallel der Abwehrkette entlang. Der druckausübende Abwehrspieler bleibt in diesem Fall unbedingt am ballführenden Gegner dran, um den Druck aufrecht zu erhalten. Jetzt kann es passieren, dass der druckausübende Abwehrspieler einen seiner Verteidiger-Kollegen kreuzt.

Würde nämlich in diesem Fall der druckausübende Abwehrspieler wieder zurück in die Tiefe wechseln und ein anderer ballnaher Abwehrspieler vor, so wie man bei einem Pass eines Gegenspielers parallel der Abwehrkette zu einem anderen Gegenspieler machen würde, so wäre der dribbelnde Spieler für einen Augenblick ohne Druck und zwei Abwehrspieler auf einer Höhe. Diesen Augenblick könnte der dribbelnde Gegner nutzen um in die Tiefe zu einem Mitspieler zu passen. Gerade wenn zwei Abwehrspieler sich auf einer Höhe befinden, also keine Staffelung vorhanden ist, kann man einfach zwischen den beiden Abwehrspielern hindurch spielen und ein im richtigen Augenblick in die Tiefe startender Gegner würde frei vor dem Tor stehen.

Im Idealfall hilft nun ein Mittelfeldspieler den dribbelnden Gegner zu doppeln, um den Ball kontrolliert zu gewinnen. Sollte dies nicht möglich sein und der Gegner kann einen Querpass oder Rückpass spielen, so muss die Abwehrkette schnellstmöglich versuchen wieder Ordnung herzustellen, indem alle vier Positionen besetzt sind. Gerade in dieser Phase ist es sehr wichtig das der neu angespielte Gegner ebenfalls unter Druck gesetzt wird, eventuell noch Passwege zugestellt werden, damit der Gegner die kurzzeitige Unordnung nicht für einen Pass im Rücken der Abwehr nutzen kann.

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6 Kommentare

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  1. Tim

    Hallo Martin!

    Folgende Frage:

    Gilt dass „kreuzen“ bei einer querlaufenden Spitze nur für die Innenverteidiger, also nur wenn ein Stürmer in den zentralen Zonen (B&C) nach rechts bzw. links läuft oder gilt dass für den fall das der Stürmer zu einem Außenverteidiger bzw. von einen Außenverteidiger nach innen?

    Und allgemein nur in der Verteidigung oder auch im Mittelfeld?

    Sportliche Grüße

  2. Initiative abwehrkette.de

    Hallo Tim,

    das „kreuzen“ gilt auch für einen druckausübenden Außenverteidiger, wenn der ballführende Gegner nach Innen quer dribbelt! Passmöglichkeiten eines Gegners, gerade zwischen dem eigenen Mittelfeld und der Abwehr (Red-Zone) müssen unbedingt unterbunden werden!

    Im Mittelfeld würde ich dieses Verhalten auch fordern, damit erst garkein Gegner in der „Red-Zone“ angespielt werden kann. Bei einem „querlaufenden“ zentralen Mittelfeldspieler sollte dann aber der ballferne Mittelfeldaußen stärker einrücken, damit keine großen Lücken im Mittelfeld entstehen.

    Gruß Martin

  3. Tim

    Hallo Martin!

    Erst einmal Danke für deine schnelle Antwort!

    Nun tut sich mir aber doch eine Frage auf: Ich habe meiner C-Jugend bei gebracht, dass die Außenspieler den Gegner in die Mitte zu ihrem Mitspieler (doppeln!) lenken solle.
    Wiederspricht sich dass nicht mit deinem empfohlenen Verhalten? Also der Spitze als Außenverteidiger zu folgen?

    Auch würde ich gerne wissen, wie sich z,B. ein Außenverteidiger (oder Innenverteidiger) auf der ballfernen Seite zu verhalten hat, wenn sich der Stürmer nach hinten (also vom Tor weg) fallen lässt!

    Sportliche Grüße Tim

  4. Matthias

    Gerade bei Mannschaften, die gerade erst begonnen haben in einer Viererkette zu spielen, würde ich vom kreuzen noch abraten. Gerade hat man es geschafft seinen Spielern beizubringen, dass sie ihrem Gegenspieler nicht – wie man früher so schön sagte – bis auf die Toilette nachrennen und da denke ich, dass dieser Sonderfall viele wieder etwas durcheinander bringt. Bis jeder das ballorientierte Verteidigen zu 100% im Blut hat, würde ich mich in diesem Fall weiterhin auf Abwehrdreieck/Abwehrsichel und vorallem auf das Doppeln der Mittelfeldspieler verlassen.

  5. Initiative abwehrkette.de

    Matthias kann ich soweit nur zustimmen! Ich weiß nicht genau welchen Leistungsstand Deine C-Jugend hat. Aber wenn diese nicht Regionalliga oder vergleichbares spielt, würde ich einen Außenverteidiger nur zusammen mit einem Mittelfeldspieler doppeln lassen. Damit Außenverteidiger und Innenverteidiger zusammen effektiv doppeln ist ein sehr hohes Leistungsniveau notwendig.

    Wenn sich ein Angreifer mit einem Dribbling nach hinten absetzt, besteht für einen Augenblick keine direkte Gefahr durch einen Pass in die Tiefe, deshalb Gegenspieler dann übergeben und die Viererabwehrkette kann sich wieder ordnen.

    PS: Letztes Jahr hat meine C-Jugend übrigens nach einem halben Jahr Viererkette selbstständig erkannt, dass es sinnvoll ist den Druck auf eine querdribbelnde Spitze aufrecht zu erhalten. Deshalb würde ich wie Matthias empfiehlt auf diesen Sonderfall erst garnicht hinweisen um Irritationen zu vermeiden. Irgendwann kommen die von allein darauf.

  6. Michael

    Hallo Martin,

    sehr schön erklärt. Gibt es dazu auch Unterlagen vom DFB, oder haben die eine andere Meinung zu diesem Thema?

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