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Jan 09 2012

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Online-Seminar: Positionstraining von Peter Schreiner

Das Positionstraining ist aus dem Leistungsfußball nicht mehr wegzudenken. Um konkurrenzfähig zu bleiben, müssen die unterschiedlichen Anforderungen an einer Spielposition im modernen Fußballtraining stark berücksichtig werden. Im Kinderfußball darf jedoch noch nicht positionsspezifisch ausgebildet werden, sondern alle Kinder sollten jede Technik gleichviel vermittelt bekommen und jede Position gleichviel spielen. Nur durch diese ganzheitliche Ausbildung in Technik und Taktik werden sie später in der Lage sein ihre Position bestmöglich auszufüllen. Ab der C- oder B-Jugend (je nach Spielklasse) kann dann mit der individuellen Ausbildung, entsprechend der Spielposition, begonnen werden.

Ein positionsspezifisches Training ist wichtig, weil für jede Position eine andere Art des Passens, Schießen, Köpfen, Dribbeln und der Ballan- und -mitnahme gefragt ist. Hinzu kommen vollkommen unterschiedliche taktische Anforderungen. Ein Innenverteidiger sollte z. B. ein intensiveres Kopfballtraining absolvieren, als ein Außenspieler. Dafür muss der Außenspieler besser dribbeln können. Es wäre also nicht besonders effektiv, wenn beide nun gleichviel Kopfball und gleichviel Dribbling trainieren würden. Auch wendet ein Außenverteidiger im Spiel eine andere Ballan-und-mitnahme-Technik an, als ein 6er. Der Außenverteidiger befindet sich bei einem Zuspiel bereits in einer offenen Stellung, wobei der 6er meist mit dem Rücken zum Spiel steht. Der eine nimmt den Ball dann in offener Stellung möglichst zügig mit nach vorne und der andere muss sich zunächst mit dem Ball aufdrehen, bevor er in Spielrichtung starten kann.

Nicht jeder Trainer wird jetzt in der Lage sein, oder die Zeit haben, Trainingsformen für das Positionstraining, entsprechend der eigenen Spielweise, zu entwickeln. Hier ist es einfacher auf bereits existierende Literatur zurückzugreifen. So gibt es die beiden Fußballtraining Special Positionstraining von Ralf Peter. Wer nun noch detaillierter und auch aktueller zu diesem Thema informiert werden möchte, dem seien die Online-Seminare Positionstraining von Ralf Peter empfohlen, die von Peter Schreiner produziert wurden. Peter Schreiner hat uns zwei von fünf Blöcken des Online-Seminars Positionstraining freigeschaltet und bat uns diese hier vorzustellen. Dieser Bitte kommen wir gerne nach, weil die Produkte von Peter Schreiner immer für eine sehr gute Qualität stehen.

Seminarleiter Ralf Peter neben der Leinwand

Wer sich jetzt nichts unter Online-Seminare vorstellen kann, dem sei die Sache mal kurz erklärt. Einem Online-Seminar liegt ein reales Seminar zu Grunde, welches gefilmt wurde. Hier in diesem Fall sieht man den Seminarleiter Ralf Peter neben einer Leinwand stehen, wie er seinen Vortrag hält. Passend zum Inhalt werden dann sehr viele Grafiken und Animationen auf die Leinwand projiziert. Dieses gefilmte Seminar wurde nun in Blöcken, entsprechend der Themen, geteilt. Jeder Block lässt sich nun erwerben und im Internet ansehen.

Neben dem Online-Seminar Positionstraining (5 Blöcke) existieren vom Duo Ralf Peter und Peter Schreiner noch weitere Seminare: Abwehren im Raum (14 Blöcke). Offensivtaktik (14 Blöcke). Torwarttraining (5 Blöcke) und Sportpsychologie (5 Blöcke). Die Seminare sind technisch auf hohem Niveau produziert. Der Preis eines Blocks liegt in der Regel zwischen 25 und 30 EUR. Die Blöcke lassen sich auch in Sets erwerben und sind dadurch deutlich günstiger. Die Spielzeit eines Blocks beträgt 30 – 50 Minuten und diese wird auch sehr effektiv genutzt. Jeder Block ist nochmals in Folien unterteilt und man kann auch in einem Menü jede Folie einzeln aufrufen. Spielt man das Video komplett ab, so liegt zwischen jeder Folie eine kurze Pause. Diese Pause kann man nutzen, um die vielen erhaltenen Informationen zu verarbeiten.

Die Benutzung der Online-Seminare ist denkbar einfach. Nachdem man ein (oder mehrere) Blöcke mittels Paypal, Banküberweisung oder einer Kreditkarte erworben hat, werden einem per eMail die Zugangsdaten zugeschickt. Man loggt sich nun in einem speziellen Bereich der Webseite ein und kann von dort aus alle seine erworbenen Blöcke ansehen. Technisch basiert das ganze auf Adobe Flash, also ist ein entsprechendes Plugin (kostenlos) und eine DSL-Internetleitung notwendig. Die Online-Seminare mit der Menüstruktur gleichen einer eingelegten DVD, jedoch mit dem Vorteil, dass diese auch auf Computern ohne DVD-Laufwerk abgespielt werden können.

Mit Ralf Peter hat Peter Schreiner ohne Frage einen sehr kompetenten Seminarleiter gefunden. Er ist nicht nur aktuell DFB-Jugend-Nationaltrainer (U16 und U17 weiblich), A-Lizenz-Trainerausbilder, Autor zahlreicher DFB-Lehrbücher, sondern auch ein guter Sprecher. Seine Inhalte präsentiert er fast aus dem Stegreif heraus, erklärt alles sehr strukturiert, detailliert und verständlich. Vergegenwärtigt man sich, dass die Fußballausbildung des DFBs mit Ralf Peter weltführend ist, so gehört dieses Produkt sicher zum Besten was man zur Zeit erhalten kann. Daher sind laut Peter Schreiner auch Übersetzungen in andere Sprachen geplant.

Gehen wir nun näher auf die beiden Blöcke Grundlagen zum Spielaufbau und Außenverteidiger des Online-Seminars Positionstraining ein. Bei Grundlagen zum Spielaufbau wird das Positionstraining im Zusammenhang mit dem Spielaufbau detailliert erklärt. Es werden verschiedene Varianten des Spielaufbaus gezeigt und aus welcher Ausgangsposition die Spieler am besten agieren. Bei der offenen Frage über die Positionierung des Außenverteidigers, favorisiert Ralf Peter ein nicht ganz so hohes vorschieben. Die Mittelfeldaußen sollten nicht zu weit nach außen gehen und die beiden 6er und die beiden Sturmspitzen (z. B. im 4-4-2) stehen zunächst eng beieinander, um dann besser in die freien Räume zu kommen.

Im Detail erklärt Ralf Peter wie man einen Spielaufbau durchs Zentrum und über den Flügel gestalten kann. Wie man entgegen der Schieberichtung des Gegners das Spiel aufbaut, aber auch wie man in die Verschieberichtung des Gegners den Ball sicher nach vorne spielen kann. Zu allen Variationen werden auch mögliche Spielfortsetzungen gezeigt. Bei Ballbesitz im zentralen Mittelfeld wird z. B. empfohlen, dass der ballnahe Mittelfeldaußen sich Richtung Außenlinie für ein Anspiel lösen sollte. So schafft er sich den nötigen Raum, um sich bei einem Zuspiel in Spielrichtung aufdrehen zu können.

Üblicherweise beginnt der Spielaufbau über einen Innenverteidiger (IV). Eine Ausnahme wäre nur, wenn beide IV vom Gegner zugestellt würden. Dann nämlich kann der Spielaufbau nur über einen 6er oder einem Außenverteidiger erfolgen. Aber bleiben wir beim Spielaufbau über einen IV. Steht der Gegner tief (z. B. im Abwehrpressing), rückt man kollektiv als Mannschaft nach vorne, bis die IV nahe der ersten Linie des Gegners stehen. So kann man den Ball nun mit dem gleichen Aufwand tiefer in die gegnerische Hälfte befördern. Im Idealfall spielt der IV einen weiträumigen Pass, um viele Gegner zu überspielen. Damit der IV solche Pässe spielen kann, muss er diese Situation immer wieder trainieren. Sehr wichtig für diesen Pass ist das richtige Timing, Schärfe und Schußtechnik (Innenspann-Flugball, Innenseitstoß und Spannball).

Im Block Außenverteidiger wird zunächst die Rolle des Außenverteidigers im gesamten Mannschaftsverbund erklärt. Wie sich die Position in den Jahren entwickelt hat und wie sie in Zukunft aussehen könnte. Es wird ein Technisch-taktisches Anforderungsprofil des Außenverteidigers aufgezeigt. Dieses sieht wie folgt aus: Wichtige Funktion im Spielaufbau (Spieleröffnung übern Flügel, Spielverlagerungen, Zusammenspiel mit den 6ern, tiefe Pässe in die Spitze), Anspielstation in der Breite und gutes Zusammenspiel mit dem Mittelfeldaußen.

Die Fußballtechniken die ein Außenverteidiger aus dem Effeff können sollte: Ballan- und -mitnahme flacher und hoher Bälle mit anschließendem Tempodribbling in Spielrichtung. Diagonale Flugbälle zur Spielverlagerung, Flugbälle in die Spitze und Flanken vors Tor. Die Flanken kann er idealerweise beidfüßig in Verbindung mit einer Finte spielen. Hinzu kommt ein beidfüßiges Kurzpassspiel und die Fähigkeit präzise weiträumige Pässe zu spielen. Ein Abwehrkopfball ist auch sehr wichtig, besonders wenn die Viererkette bei äußerer Ballposition des Gegners durchschiebt.

Damit der Trainer nun in der Lage ist seinen Außenverteidiger (AV) in den genannten Punkten zu schulen, wird für jede einzelne Anforderung des AV eine Trainingsform für eine Kleingruppe und dem Mannschaftstraining gezeigt. Das Mannschaftstraining ist die passende Option, wenn der Trainer alleine auf dem Platz steht. Ralf Peter leitet alle seine Trainingsformen aus dem Spiel 11-gegen-11 ab. Das bedeutet, die Übungen haben den exakten Ablauf, wie sie im realen Spiel vorkommen. Die Aktionen werden dort auf dem Platz trainiert, wo sie im Spiel stattfinden und die Abstände stimmen auch mit dem großen Spiel überein. Ralf Peter gibt auch einige Coaching-Tipps, z. B. dass man besonders in den Trainingsformen ohne Gegnerdruck auf eine saubere Ausführung der Technik achten sollte. Gerade hier neigen die Spieler oft dazu schlampig zu agieren.

Ralf Peter empfiehlt für das Trainieren der Positionstechniken viele Wiederholungen und zieht einen Vergleich zum Tennisspieler. Dieser müsse seine Rückhand auch hunderte male schlagen, um sie zu perfektionieren. So sollte z. B. der Pass des Innenverteidigers, sein Absetzen in die Tiefe, die Ballan- und -mitnahme des Außenverteidigers entlang der Linie mit einem abschließenden weiträumigen Pass in die Tiefe zum Automatismus werden. Im letzten Teil des Blocks wird dann noch auf das Zusammenspiel Außenverteidiger / Innenverteidiger eingegangen. Einen Überblick über die Blöcke des Online-Seminars Positionstraining findet man auf Sportakademie24.

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1 Kommentar

  1. Uwe

    Glaube es ist ein durchaus praktisches Seminar, welches es sich lohnt zu besuchen. Auch der Beitrag ist sehr gut gelungen und stellt die Staffelung der Blöcke sehr gut dar.

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