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Sep 09 2012

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Spielaufbau mit Ballzirkulation optimal trainieren

Bei den folgenden drei Trainingseinheiten steht der Spielaufbau und das Zusammenspiel der Spieler untereinander im Mittelpunkt. Der Ball soll dabei gezielt und durch ein sicheres Kurzpassspiel, vom Torwart ausgehend, in die gegnerischen Spielfeldhälfte transportiert werden. Die Spieler vor dem Ball absolvieren dabei ständig Freilaufbewegungen und gehen auf Lücke. Der ballführende Spieler versucht diese Spieler mit druckvollen Pässen in Szene zu setzen. Sind keine Pässe in die Tiefe möglich, wird das Spiel verlagert, bzw. als letzte Option der Rückpass gewählt.

Die Trainingseinheiten beginnen mit je einer Passübung. Diese beinhalten das Coaching-Element „Klatsch & Dreh“ und das Spiel über den Dritten. Es folgen Trainingsformen zur Verbesserung der Schnelligkeit (Schwerpunkt Antritt) und der Ballzirkulation (Spieldominanz ausstrahlen). Den Abschluss machen Spielformen mit Torbezug. Hier werden in möglichst kleinen Gruppe die taktischen Elemente für die gewünschte Spielaufbau-Variante erarbeiten. In den Trainingseinheiten 1 und 2 ist es der Spielaufbau durchs Zentrum.

Erste Trainingseinheit zur Verbesserung des Spielaufbaus

Trainingseinheit 1

Trainingsziele: Verbesserung der Technik (1). Verbesserung der Antrittsschnelligkeit (2). Verbesserung der Ballzirkulation (3). Verbesserung des Spielaufbaus (4).

Organisation und Ablauf 1:

  • Für 6 – 8 Spieler einen Parcours entsprechend der Zeichnung aufbauen. 12 Meter Abstand zwischen den Positionen A und B und die beiden Positionen B liegen ebenfalls 12 Meter auseinander. Zwischen den Positionen B werden zwei 4 Meter breite Hütchentore (Simulierung zweier Gassen) aufgebaut.
  • Je ein Spieler zum Hütchen B und die restlichen Spieler teilen sich an den Starthütchen A auf. Der vorderste Spieler A hat einen Ball.
  • Die beiden Spieler A starten gleichzeitig mit einem Pass zu B in die Übung. B lassen leicht links in den Raum klatschen, drehen sich danach sofort in die entgegengesetzte Richtung und bieten sich zwischen den Hütchentoren (Gasse), dem Spieler A der anderen Parcoursseite an. Er erhält nun einen druckvollen Pass in den Fuß, dreht sich auf und passt zum zweiten Spieler A. Nach der Hälfte der Zeit die Spielrichtung wechseln.
  • A wechselt nach seinem Pass durch die Gasse sofort zu B und B folgt seinem Pass zum Starthütchen und stellt sich dort an.

Tipp 1:

  • Sobald beide Spieler A den Ball haben, heben sie den Arm und B weiß somit, dass er mit einer Auftaktbewegung starten kann. Spieler B immer im Moment der Vorwärtsbewegung anspielen.
  • A spielt B in den Fuß auf der Seite, in der er den Ball klatschen lassen soll.
  • Laut coachen und den Pass in die Gasse mit maximalem Druck spielen.
  • Die Hütchentore (simulierte Gasse) werden idealerweise mit Spielerdummys gebildet. Stehen diese nicht zur Verfügung, so lassen sich diese mit zwei Stangen und einem darüber gestülpten Plastiksack selbst herstellen.
  • Erklären welche Teile der Übung, welcher Spielposition entsprechen.

Organisation und Ablauf 2:

  • Für ca. 4 Spieler einen Parcours entsprechend der Zeichnung aufbauen. Ein Hütchentor steht ca. 10 Meter entfernt vor einer Hürde. 8 – 10 Meter neben dem Hütchentor befindet sich eine Wendestange.
  • Die Spieler postieren sich mit einem Ball hinter der Hürde.
  • Die Gruppen treten im Wettbewerb gegeneinander an. Auf Trainersignal passen die jeweils ersten Spieler unter die Hürde und durch das Hütchentor durch. Anschließend absolvieren sie einen Schlusssprung über die Hürde, umlaufen das Wendehütchen und passen hinter dem Hütchentor zum zweiten Spieler ihrer Gruppe. Dieser absolviert nun die gleiche Aufgabe. Für jeden Pass der unter die Hürde geht gibt es einen Punkt für die Mannschaftswertung. Welches Team hat nach 5 Minuten die meisten Punkte?

Tipp 2:

  • Den Pass gut getimt spielen, damit der Weg zum Ball nicht zu groß wird.
  • Die Dauer der Aufgabe so wählen, dass jeder Spieler ca. 12 – 16 Sprints absolviert.

Organisation und Ablauf 3:

  • Ein Feld ca. 20 x 20 Meter in drei Zonen teilen. Die mittlere Zone ist etwa 10 Meter tief.
  • Drei 3er-Teams bilden und je einer Zone zuweisen. Die beiden Teams in den Endzonen spielen zusammen auf Ballhalten gegen das dritte Team.
  • Für jede erfolgreiche Spielverlagerung in die andere Endzone gibt es einen Punkt für die Mannschaftswertung. Der Ball muss mindestens einmal in der Endzone gepasst werden, bevor die nächste Spielverlagerung erlaubt ist. Nur flache Pässe spielen.
  • Jedes Team ist für 5 Minuten in der mittleren Zone. Welches Team hat sich am Ende die meisten Punkte erspielt?

Tipp 3:

  • Schnelles Passspiel innerhalb der Endzonen.
  • Maximale Breite nutzen.
  • Immer Blick in die Tiefe und sobald eine Lücke vorhanden ist, druckvoll durch sie hindurch spielen.
  • Die Spieler in der gegenüberliegenden Endzone bieten sich immer auf Lücke an.
  • Variation: Wird der Ball von den Verteidigern abgefangen wird den Angreifern ein Punkt abgezogen (Ballverlust im aufgefächerten Zustand).

Organisation und Ablauf 4:

  • Ein Feld von 30 x 48 Meter vor dem Großtor markieren. Ein mobiles Tor aufbauen und das Feld in drei gleichgroße Zonen teilen.
  • Die Tore mit Torhütern besetzen. Es wird 5 gegen 5 gespielt. Die Grundformationen lauten: 2-2-1.
  • Die Verteidiger dürfen nur in der Zone vor ihrem Tor agieren, der Stürmer nur in der Zone vor dem gegnerischen Tor und die Mittelfeldspieler dürfen nicht die eigene Zone betreten. Nach jeder Spielunterbrechung neuer Spielaufbau bei der ballbesitzenden Mannschaft. Die Ausgangsposition des Angreifers ist immer die Grundlinie seiner Zone.

Tipp 4:

  • Die Mittelfeldspieler und der Stürmer absolvieren ständig Freilaufbewegungen.
  • Sicheres Passspiel durch Klatsch & Dreh anstreben.
  • Variation I: Ein Verteidiger darf in die Mittelzone dribbeln.
  • Variation II: Ohne Torhüter spielen. Ein Verteidiger rückt dafür immer ins Tor.

Zweite Trainingseinheit zur Verbesserung des Spielaufbaus

Trainingseinheit 2

Trainingsziele: Verbesserung der Technik (1). Verbesserung der Antrittsschnelligkeit (2). Verbesserung der Ballzirkulation (3). Verbesserung des Spielaufbaus (4).

Organisation und Ablauf 1:

  • Für 5 – 6 Spieler eine Hütchenraute von 15 x 30 Metern aufbauen. Abstand von A nach B / D beträgt ca. 12 Meter.
  • An den Positionen B bis D je ein Spieler ohne Ball stellen. Die restlichen Spieler mit einem Ball am Starthütchen A.
  • Spieler A passt zu B, B lässt klatschen und A spielt einen druckvollen Pass zu C. C spielt Doppelpass mit B und passt dann zu D. C coacht D mit „Klatsch“ oder „Dreh“. Bei „Klatsch“ lässt D den Ball klatschen und C passt zum zweiten Spieler A. Bei „Dreh“, dreht sich D auf und spielt dann direkt zum zweiten Spieler A. Nach der Hälfte der Zeit die Spielrichtung wechseln.
  • Jeder Spieler wechselt eine Position weiter.

Tipp 1:

  • Spieler D steht ca. 2 Meter aussen am Hütchen in offener Stellung und erhält den Pass in den hinteren Fuß.
  • Mit Tempo die Positionen wechseln. Sobald der Ball wieder auf Position A ist mit dem nächsten Durchgang starten.
  • C soll D direkt mit dem Pass coachen, damit dieser rechtzeitig seine Aktion ausführen kann.

Organisation und Ablauf 2:

  • Für je 8 Spieler ein 12 x 12 Meter großes Quadrat aufbauen.
  • An zwei Hütchen (C und D) je einen Spieler ohne Ball postieren. Dem gegenüber die restlichen Spieler in zwei Gruppen stellen. Je Gruppe einen Ball. Zwei Parcours im Wettbewerb gegeneinander antreten lassen.
  • Auf Trainersignal startet der erste Pass von A nach C. C lässt den Ball klatschen, erhält erneut von A einen Pass, C dribbelt kurz Richtung A, spielt dann zum nächsten Spieler A und stellt sich dort an. A sprintet nach seinem zweiten Pass um das Hütchen D herum und erhält von B ein Zuspiel. Dieses lässt er klatschen, erhält erneut vom gleichen Spieler einen Pass, dribbelt kurz Richtung B, spielt dann zum nächsten Spieler B und stellt sich dort an. B sprintet nach seinem zweiten Pass um das Hütchen C herum, erhält von A ein Zuspiel und immer so weiter.
  • Wettbewerb: Welche Gruppe ist zuerst ein viertes Mal auf Ausgangsposition?

Tipp 2:

  • Dem sprintenden Spieler immer in den äußeren Fuß passen.
  • Die Spieler A und B stehen außen an ihren Hütchen.

Organisation und Ablauf 3:

  • Ein 30 x 40 Meter großes Feld aufbauen. Im Feld sieben Hütchentore (Breite: 2 Meter) gleichmäßig verteilen.
  • Zwei 6er-Teams bilden und zwei neutrale Spieler bestimmen, die immer mit der ballbesitzenden Mannschaft agieren.
  • Es wird auf Ballhalten gespielt. Gelingt es einem Spieler durch ein Hütchentor zu dribbeln, so erhält seine Mannschaft einen Punkt. Für den nächsten Punkt muss ein anderes Hütchentor durchdribbelt werden.

Tipp 3:

  • Die Spielfeldgröße und die Anzahl der neutralen Spieler dem Leistungsstand anpassen.
  • Weiträumige Pässe anstreben und somit die komplette Spielfeldgröße nutzen.
  • Aus engen Spielsituationen heraus spielen und nachrücken.
  • Variation: Für einen direkten Pass zu einem dritten Spieler erhält die Mannschaft einen Extrapunkt.

Organisation und Ablauf 4:

  • Ein Feld von 40 x 48 Meter vor dem Großtor abstecken. Ein mobiles Tor aufbauen und das Feld in drei gleichgroße Zonen teilen.
  • Die Tore mit Torhütern besetzen. Es werden zwei Mannschaften zu 6 und 5 Spieler gebildet. Die Überzahlmannschaft (Angreifer) besetzt mit je drei Spielern die beiden Endzonen. Drei Spieler der Unterzahlmannschaft (Verteidiger) postieren sich in die Mittelzone und je ein Verteidiger in eine Endzone. Der Verteidiger in der Endzone, von der die Spieleröffnung ausgeht, ist inaktiv.
  • Die Angreifer versuchen einen Mitspieler in der gegenüberliegenden Endzone flach anzuspielen. Diese sollen dann im Zusammenspiel ein Tor erzielen. Danach Spieleröffnung in die andere Richtung. Wieviele Tore gelingen nach 8 Minuten? Danach Aufgabenwechsel.

Tipp 4:

  • Ständige Freilaufbewegungen der Angreifer mit Positionswechsel.
  • Druckvolle Pässe spielen.
  • Gegenseitiges Coaching.
  • Konsequenten Torabschluss suchen.

Dritte Trainingseinheit zur Verbesserung des Spielaufbaus

Trainingseinheit 3

Trainingsziele: Verbesserung der Technik (1). Verbesserung der Antrittsschnelligkeit (2). Verbesserung der Ballzirkulation (3). Verbesserung des Spielaufbaus (4).

Organisation und Ablauf 1:

  • Für 5 – 6 Spieler vier Hütchen entsprechend der Zeichnung aufbauen. Abstand von A nach D beträgt ca. 25 Meter, Hütchen B und C stehen ca. 8 Meter versetzt und 10 Meter auseinander.
  • Auf den Positionen B bis D einen Spieler stellen. Die restlichen Spieler gehen mit einem Ball zum Starthütchen A.
  • Spieler A überschlägt B und spielt einen Pass direkt zu C. Je nach Kommando von B, dreht C auf oder lässt auf B klatschen. Es folgt ein Pass zu D und D spielt zu A. Bei Kommando „Klatsch“ spielt D zuvor noch Doppelpass mit C. Nach der Hälfte der Zeit wird die Übung von Position D gestartet. Training der Beidfüßigkeit.
  • Alle Spieler wechseln immer eine Position weiter.

Tipp 1:

  • Auf einen Pass in den richtigen Fuß achten.
  • Auf ein druckvolles und flaches Passspiel wert legen. Die Bälle ohne Rotation spielen.
  • Nie mehr als zwei Ballkontakte.
  • Auf eine offene Stellung achten. Auch beim Positionswechsel.

Organisation und Ablauf 2:

  • Eine 12 Meter breite Gasse mit 10 Hütchen aufbauen. Der Abstand der Hütchen zueinander beträgt 5 Meter.
  • Zwei Teams bilden und im Wechsel an den Hütchen verteilen (siehe Zeichnung). An jedem Hütchen ein Spieler stellen und die restlichen Spieler stehen als Team zusammen am ersten Hütchen (Starthütchen).
  • Auf Trainersignal sprintet der erste Spieler eines Teams diagonal zum nächsten Mitspieler und klatscht ihn ab. Danach läuft dieser ebenfalls zum nächsten Mitspieler und klatscht ihn ab. Der Spieler am letzten Hütchen sprintet, nachdem er abgeklatscht wurde, zum Starthütchen und klatsch dort den nächsten Mitspieler ab. Welche Gruppe ist zuerst wieder auf Ausgangsposition?
  • Die Spieler bleiben an der Position, wo sie ihren Mitspieler abgeschlagen haben. Sie warten darauf, selbst abgeschlagen zu werden, um zum nächsten Mitspieler zu sprinten.

Tipp 2:

  • Variation I: Spieler sitzen an ihren Positionen.
  • Variation II: Spieler dribbeln mit einem Ball.
  • Auf einen fairen Wettbewerb achten.
  • Verlierermannschaft mit Liegestützen o. ä. „bestrafen“.

Organisation und Ablauf 3:

  • Für 6 Spieler ein Rechteck von 24 x 15 Meter markieren.
  • Es wird 4 gegen 2 gespielt. Ein Spieler (IV) der Überzahlmannschaft postiert sich mit Ball hinter der Längsseite des Felds. Die restlichen Spieler (6er, 2x MA und die Unterzahlmannschaft) agieren im Feld.
  • Ziel der Überzahlmannschaft ist es über die gegenüberliegende Längsseite zu dribbeln (Punkt für die Mannschaftswertung). Die Spieler im Feld dürfen nicht untereinander passen. IV coacht seine Mitspieler mit „Klatsch und „Dreh“. Nach 5 Minuten zwei neue Verteidiger ins Feld. Welches Team erreicht die meisten Punkte?

Tipp 3:

  • 6er und MA absolvieren ständig Freilaufbewegungen auf ihren Positionen. Also ein Wechsel aus Wegstarten und Entgegenkommen.
  • Der IV schiebt nach jedem Pass hinter dem angespielten „Mittelfeldspieler“ für einen Rückpass. IV soll möglichst viele Pässe spielen. Die Pässe mit denen ein Mittelfeldspieler aufdrehen kann, führen in der Regel zu einem Punkt.
  • Die MA gehen maximal breit und ein tiefer Pass in seine Bewegung führt ebenfalls oft zu einem Punkt.
  • Die Verteidiger versuchen durch geschicktes verschieben ein Aufdrehen der Angreifer zu verhindern.
  • Variation: Der 6er darf auf MA klatschen lassen.

Organisation und Ablauf 4:

  • Einen doppelten Strafraum markieren und zwei Tore mit Torhütern besetzen. Spielfeld je nach Leistungsstand eventuell verkleinern.
  • Drei 4er-Teams bilden. Zwei Teams spielen zusammen gegen das Dritte auf Ballhalten.
  • Das Überzahlteam erhält einen Punkt, indem sie einen direkten Pass zu einem dritten Spieler spielt. Nach fünf (zehn) Punkten erhalten sie ein Tor. Erobert die Unterzahlmannschaft den Ball, greifen sie auf ein beliebiges Tor an und versuchen einen Treffer zu erzielen. Welches Team hat nach 5 Minuten mehr Tore? Dann Aufgabenwechsel, bis jedes Team einmal in Unterzahl agiert hat.

Tipp 4:

  • Schnell spielen, Raum ausnutzen, Passschärfe den Distanzen anpassen, alle Spieler bieten sich ständig dem Ballführenden an.
  • Vor einem Zuspiel die Bewegungen der Mitspieler erfassen, damit im Idealfall ein direkter Pass zu einem dritten Spieler erfolgen kann.
  • Variation I: Nachdem die Überzahlmannschaft fünf Punkte erreicht hat, darf sie auf ein Tor schießen und erhält bei einem Treffer einen Punkt. Mehr Aktionen für die Torhüter.
  • Variation II: 6 gegen 6 mit zwei Neutralen Spieler. Die Torhüter agieren dann ebenfalls mit der ballbesitzenden Mannschaft. So ergibt sich jeweils eine 10-6-Überzahl.
  • Variation III: 7 gegen 7 mit den beiden Torhütern als Neutrale spielen.

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