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Mrz 11 2013

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Spielaufbau optimieren: Steil-Klatsch trainieren

Die Initiative abwehrkette.de hat schon immer einer gezielten Spielaufbau von den Verteidigern ausgehend, über die Mittelfeldspieler, bis hin zu den Stürmern empfohlen. So ist man zwar anfälliger für Pressingaktionen des Gegners, doch durch die daraus resultierende Vielzahl an Aktionen (Pässe, Ballannahmen, Freilaufbewegungen usw.) können sich die Spieler sehr gut entwickeln. Hinzu kommt das Spielverständnis, welches bei dieser Art Spiel deutlich wächst.

Um einen Spielaufbau trotz Flachpassspiel sicher auszuführen sind einige Voraussetzungen notwendig. Ein sicheres und druckvolles Passspiel mit dem Schwerpunkt Spiel über den Dritten. Gegenseitiges coachen, wie Klatsch und Dreh. Eine klare Vorstellung wie die Spielaufbaustrategie auszusehen hat und Freilaufbewegungen der höher postierten Spieler. Sind diese einfachen Grundlagen erfüllt, kann man dem Spielaufbau mit der Spielkomponente Steil-Klatsch den letzten Feinschliff verpassen.

Steil-Klatsch bedeutet in diesem Fall, dass ein weiträumiger Vertikalpass (flach) die erste Option beim Spielaufbau ist. Danach folgen die Optionen Spielverlagerung, Kurzpass zu einem höher postierten Spieler und zuletzt der Rückpass. Ist der weiträumige Vertikalpass nicht möglich, können durch Spielverlagerungen entsprechende Passwege nach vorne geöffnet werden. Durch die gegnerischen Verschiebebewegungen entstehen Lücken im Mannschaftsverband. Auch durch viele kurze Pässe lässt sich der Ball nach vorne transportieren. Hier ist es für die tiefer postierten Spieler wichtig den Passempfänger mit Klatsch und Dreh zu coachen. Also Gegner im Rücken oder Raum im Rücken! Bei einem freien Raum empfiehlt sich in der Regel ein Aufdrehen mit anschließendem Tempodribbling.

Beim weiträumigen Vertikalpass und auch beim Kurzpass ist immer mit einem Gegner im Rücken zu rechnen. Das bedeutet ein Aufdrehen mit Ball würde zu einem Ballverlust führen. In diesem Fall soll der Ball klatschen gelassen werden. Im Idealfall zu einem dritten Spieler. Wenn es dies zulässt auch in seine Laufrichtung nach vorne. Eine offene Stellung des höher postierten Spielers ist dabei sehr wichtig. Dies erhöht die Passgenauigkeit und den Passdruck auf den Passempfänger.

Durch einen weiträumigen Vertikalpass kann in der Regel ein kompletter Mannschaftsteil überspielt werden. Dem Passempfänger müssen somit sofort Möglichkeiten zum Klatschen-lassen geboten werden. Dazu lassen sich entweder benachbarte Mitspieler hinter dem Passempfänger fallen oder tiefere Mitspieler rücken sofort nach, damit der Passweg des klatschen-gelassenen Balls nicht zu weit wird. Dieser weiträumige Vertikalpass wird oft auch als Steilpass bezeichnet. Durch Anreihung von Steilpässen und Bälle die klatschen gelassen werden, kann der Ball schnell und sicher vor das gegnerische Tor transportiert werden.

Folgende Trainingseinheit ermöglicht es die Mannschaft in diesem Bereich zu verbessern. Die Trainingseinheit ist kompatibel zum Turbo-Lernfußball. Dies bedeutet, dass mit einer Technikübungen „Spiel über den Dritten“ begonnen wird, es folgt eine Schnelligkeitsübung mit Technikelementen und eine Ballzirkulationsübung mit dem Schwerpunkt „Steil-Klatsch“. Zum Abschluss empfiehlt sich eine taktische Spielform aus dem Repertoire des Turbo-Lernfußballs zum Spielaufbau.

Organisation & Ablauf

Drei Hütchen (A, B, D) im Abstand von je 12 Meter hintereinander stellen. 6 Meter seitlich versetzt zwei 8 Meter von einander entfernte Positionen (C, C2) markieren.

Zwei Spieler mit einem Ball zur Startposition A. Die restlichen Positionen einfach besetzen.

Spieler A passt zu B, B lässt auf C klatschen und C passt zu D. Von dort nun der gleiche Ablauf in die andere Richtung. B lässt auf C2 klatschen.

Alle Spieler folgen ihren Pässen.

Spieleranzahl: 6-8 Spieler. Bei 7-8 Spieler die Positionen A und D aufstocken.

Wettbewerb: Welche Gruppe spielt in 4 Minuten am häufigsten zur Startposition A zurück?

Variation: Für den zweiten Durchgang von Position D starten. Es stehen die gleichen Spieler auf der Startposition, der gleiche Spieler auf B und der Spieler der zuvor bei C stand, steht jetzt bei C2 und umgekehrt.

Tipp: B in den hinteren Fuß und C (C2) in den äußeren Fuß passen. Offene Stellung von B.

Organisation & Ablauf

Die ersten drei Positionen des vorherigen Aufbaus verwenden.

Die Positionen B und C einfach besetzen. Die restlichen Spieler mit einem Ball zu A.

Auf Trainersignal passt A zu B, B zu C und C zum zweiten Spieler A. Mit dem Pass zu B sprintet A um Hütchen B und bietet sich dort für den Pass des zweiten Spielers A an.

Alle Spieler folgen ihren Pässen.

Wettbewerb: Welche Gruppe sprintet in 4 Minuten am häufigsten um das Hütchen B?

Variation: Für den zweiten Durchgang gleicher Ablauf von der anderen Seite (vormals Position D).

Tipp: B in den hinteren Fuß passen.

Organisation & Ablauf

Ein Feld (35 x 40 Meter) aufbauen. Zwei 5 Meter tiefe Endzonen markieren.

Drei Teams zu je 4 Spieler bilden.

Im mittleren Drittel spielen zwei Teams auf Ballhalten gegeneinander. Das dritte Team ist neutral und postiert sich jeweils mit einem Spieler auf den Stirnseiten des mittleren Felds und des gesamten Felds.

Nachdem ein Punkt erzielt wird, wechselt das erfolgreiche Team Position auf Aufgabe mit dem dritten Team.

Spieleranzahl: 12–15 Spieler. Bei 15 Spieler 5er-Teams bilden. Eine Stirnseite dann doppelt besetzen. Bei 13-14 Spieler mit Neutralen im mittleren Feld spielen. Diese bleiben zunächst fest auf ihren Positionen.

Wettbewerb: Nach 5 Passfolgen (ohne Neutrale), kann ein Neutraler auf der Stirnseite des mittleren Felds den Ball erhalten. Dieser wird dann zu einem Spieler der ballbesitzenden Mannschaft klatschen gelassen und dann zu dem dahinter stehenden Neutralen gepasst. Diese Passkombination führt zu einem Punkt.

Tipp: Die Neutralen bieten sich immer über die komplette Breite für ein Zuspiel an. Nach dem Pass zum ersten Neutralen sofort fürs Klatschen-lassen anbieten.

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1 Kommentar

  1. Martin Fischer

    Wie wird ein Punkt erzielt

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