Perfektes Zusammenspiel zwischen Viererkette und Mittelfeld

Die eifrigen Leser unserer Seite wissen bereits, dass das Spiel mit der Viererkette die ganze Mannschaft betrifft. Das Mittelfeld und der Angriff hat genauso wie die Viererkette, bei gegnerischen Ballbesitz Defensivarbeit zu leisten. Nur wenn die ganze Mannschaft aufeinander abgestimmt agiert, kann das Spiel mit der Viererkette seine volle Stärke entfalten.

Volle Stärke bedeutet kontrollierter Ballgewinn und direkte Einleitung des Offensivspiels. In den folgenden Bildern werden wir zeigen, wie das Mittelfeld in den verschiedenen Spielsituationen zu handeln hat. Wir gehen davon aus, dass die Mannschaft in einem 4-4-2 agiert. Das Spiel mit der Viererkette kann nach dem Studieren der Bilder noch besser verstanden werden und mit diesem Wissen wird man in der Lage sein, eigene Lösungswege für mögliche Spielsituationen zu finden.

Das Ganze können wir wieder als PDF-Datei anbieten, damit die Trainer die Möglichkeit haben es ihren Spielern auszudrucken.

Unterstützung eines Mittelfeldspielers (Ball außen): Der druckausübende Außenverteidiger geht so in die seitliche Stellung, dass er den Ballführenden nach innen zum Mittelfeldspieler steuert. Ein zweiter Mittelfeldspieler würde das Zentrum absichern.

Unterstützung eines Mittelfeldspielers (Ball außen): Der druckausübende Außenverteidiger geht so in die seitliche Stellung, dass er den Ballführenden nach innen zum Mittelfeldspieler steuert. Ein zweiter Mittelfeldspieler würde das Zentrum absichern.

Unterstützung eines Mittelfeldspielers (Ball zentral): Der Mittelfeldspieler übt Druck auf den Ballführenden aus. Die Außenverteidiger rücken etwas vor, um Querpässe abfangen zu können. Ein zweiter Mittelfeldspieler würde helfen, den Ballführenden zu doppeln.

Unterstützung eines Mittelfeldspielers (Ball zentral): Der Mittelfeldspieler übt Druck auf den Ballführenden aus. Die Außenverteidiger rücken etwas vor, um Querpässe abfangen zu können. Ein zweiter Mittelfeldspieler würde helfen, den Ballführenden zu doppeln.

Pass in die Tiefe: Bietet sich eine Sturmspitze als Anspielstation an, bildet die Viererkette ein Abwehrdreieck. Der Ballführende wird vom Mittelfeld gestellt oder gedoppelt. Erfolgt ein Pass zur Sturmspitze, doppeln möglichst zwei Mittelfeldspieler nach hinten.

Pass in die Tiefe: Bietet sich eine Sturmspitze als Anspielstation an, bildet die Viererkette ein Abwehrdreieck. Der Ballführende wird vom Mittelfeld gestellt oder gedoppelt. Erfolgt ein Pass zur Sturmspitze, doppeln möglichst zwei Mittelfeldspieler nach hinten.

Ball zentral: Das Mittelfeld erzeugt ein Abwehrdreieck und die Viererkette bleibt in Ausgangsposition mit leicht aufgerückten Außenverteidigern.

Ball zentral: Das Mittelfeld erzeugt ein Abwehrdreieck und die Viererkette bleibt in Ausgangsposition mit leicht aufgerückten Außenverteidigern.

Ball außen: Das Mittelfeld und die Viererkette erzeugen je eine Sichel. Der Mittelfeldaußen doppelt zusammen mit einem zentralen Mittelfeldspieler den ballführenden Gegner.

Ball außen: Das Mittelfeld und die Viererkette erzeugen je eine Sichel. Der Mittelfeldaußen doppelt zusammen mit einem zentralen Mittelfeldspieler den ballführenden Gegner.

Flugball: Sobald der Gegner zum Flugball in die Sturmspitze ansetzt, lassen sich die Spieler der Viererkette nach hinten fallen. Somit können sie mit Tempo in den Ball starten. Nach dem Flugball doppeln zwei ballnahe Mittelfeldspieler nach hinten.

Flugball: Sobald der Gegner zum Flugball in die Sturmspitze ansetzt, lassen sich die Spieler der Viererkette nach hinten fallen. Somit können sie mit Tempo in den Ball starten. Nach dem Flugball doppeln zwei ballnahe Mittelfeldspieler nach hinten.

Ab sofort jeden Zweikampf gewinnen!

Die Trainingsmethodik unserer Einheiten und auch die aus den Büchern Martin Hasenpflugs sind vom Einfachen zum Schweren strukturiert. Alle Übungen so unkompliziert und regelarm wie möglich konzipiert. Erklärungen auf ein Minimum reduziert. Nur die essentiellen Aspekte der einzelnen Bereiche des Fußball dargelegt. Eine gewisse Detailtiefe wird gemieden, aber unbewusst suggeriert. Aus dem Grund, dass man den jugendlichen Spieler nicht durch eine Informationsflut überfordert und so den natürlichen Spieltrieb hemmt. Die Methodik ist jedoch so aufgebaut, dass die Spieler die Möglichkeit haben die Feinheiten eigenständig zu antizipieren.

Heute haben wir das Thema 1-gegen-1-Situationen in der Defensive. Dies zu trainieren ist ein unentbehrlicher Schritt zum Weg zur Viererkette und auch eine Sache die man immer wieder trainieren sollte, um die Qualität der Viererkette aufrecht zu erhalten, bzw zu verbessern.

Zum Abschluss oder begleitend zum Trainieren von 1-gegen-1-Situationen in der Defensive möchten wir an dieser Stelle wieder ein Zettel unseren Lesern anbieten, den sie ausdrucken und an ihren Spielern verteilen können. Es hat sich in der Vergangenheit bewehrt, dass man den Spielern eine Möglichkeit an die Hand gibt, sich das Gelernte zuhause nochmal anzusehen, zu visualisieren und durch gelegentliches nachschauen im Kopf präsent hält.

Sollten bei den Spielern arge Defizite in diesem Bereich vorhanden sein, sollte das Training von 1-gegen-1-Situationen in der Defensive unbedingt am Anfang zur Umstellung auf die Viererkette stehen und in mindestens vier Trainingseinheiten als Schwerpunkt behandelt werden.

Das Merkblatt kann hier heruntergeladen werden.

Aussenbahn: Angreifer bis auf ca. 2 Meter entgegenstarten! Seitliche Stellung einnehmen! Den direkten Weg zum Tor verstellen! Auf den Fußballen bewegen! Nur auf den Ball konzentrieren! Eventuell Scheinangriffe anwenden! Die Aussenbahn zum Durchbruch anbieten! Beim Durchbruch (Angreifer legt sich den Ball vor) Körper zwischen Ball und Angreifer schieben!

Aussenbahn: Angreifer bis auf ca. 2 Meter entgegenstarten! Seitliche Stellung einnehmen! Den direkten Weg zum Tor verstellen! Auf den Fußballen bewegen! Nur auf den Ball konzentrieren! Eventuell Scheinangriffe anwenden! Die Aussenbahn zum Durchbruch anbieten! Beim Durchbruch (Angreifer legt sich den Ball vor) Körper zwischen Ball und Angreifer schieben!

Zentral: Angreifer bis auf ca. 2 Meter entgegenstarten! Schussbein des Gegners erkennen (meist Dribbelfuß)! Seitliche Stellung einnehmen! Abstand zum Angreifer halten! Nur auf den Ball konzentrieren! Die Seite des „schwachen Fuß“ des Angreifers zum Durchbruch anbieten! Beim Durchbruchsversuch den Ball von der Seite klären!

Zentral: Angreifer bis auf ca. 2 Meter entgegenstarten! Schussbein des Gegners erkennen (meist Dribbelfuß)! Seitliche Stellung einnehmen! Abstand zum Angreifer halten! Nur auf den Ball konzentrieren! Die Seite des „schwachen Fuß“ des Angreifers zum Durchbruch anbieten! Beim Durchbruchsversuch den Ball von der Seite klären!

Im Rücken des Angreifers: Den Angreifer möglichst eng decken, jedoch ohne Körperkontakt! Nur auf den Ball konzentrieren! Erst den Ball attackieren, wenn sich der Angreifer zum Tor dreht und man den Ball sicher klären kann.

Im Rücken des Angreifers: Den Angreifer möglichst eng decken, jedoch ohne Körperkontakt! Nur auf den Ball konzentrieren! Erst den Ball attackieren, wenn sich der Angreifer zum Tor dreht und man den Ball sicher klären kann.

Angreifer wird angespielt: Seitlich versetzt hinter dem Angreifer stehen! Angreifer und Zuspieler genau beobachten! Beim Zuspiel versuchen den Ball abzufangen! Sollte man erkennen, dass dies nicht gelingt, sofort den Versuch der Balleroberung abbrechen und wieder hinter dem Angreifer postieren. Jetzt gleiches Handeln wie im „Rücken des Angreifers“!

Angreifer wird angespielt: Seitlich versetzt hinter dem Angreifer stehen! Angreifer und Zuspieler genau beobachten! Beim Zuspiel versuchen den Ball abzufangen! Sollte man erkennen, dass dies nicht gelingt, sofort den Versuch der Balleroberung abbrechen und wieder hinter dem Angreifer postieren. Jetzt gleiches Handeln wie im „Rücken des Angreifers“!

Die Viererkette von Manchester United

In diesem Artikel werden wir kurz das Abwehrverhalten von Manchester United erläutern. Der schottische Trainer Alex Ferguson hat 2008 mit einer Doppel-Viererkette die Champions League gewonnen und 2009 scheiterte er erst im Finale gegen Barcelona.

Die Grundidee seiner Abwehrarbeit ist grundsätzlich sehr simpel. Sobald die gegnerische Mannschaft in Ballbesitz kommt, schieben sich fast alle United-Spieler hinter den Ball. Nur eine Spitze ist von allen Defensivaufgaben befreit.

Die Abstände zwischen den vier Spielern innerhalb der beiden Viererketten sind identisch, sie verschieben sich ballorientiert und ein Spieler übt druck auf den Ball aus. Das Verschieben erfolgt so geschickt, dass man entweder gegnerische Spieler in den toten Raum stellt (Stichwort: Deckungsschatten) oder direkten Zugriff auf sie hat, also ein eigener Mann nur wenige Meter vom angespielten Spieler entfernt positioniert ist.

Die Viererkette im Mittelfeld verschiebt sich ausschließlich seitlich. Sie lässt sich nicht herauslocken. So entstehen keine gefährlichen Lücken zentral vor dem eigenen Tor. Der Gegner ist somit zu ungefährlichen Querpässen gezwungen, die einmal wertvolle Zeit kosten und zum anderen abgefangen werden können. Aus diesen Balleroberungen ergeben sich sehr gute Kontermöglichkeiten. Fast 80 Prozent der Tore im Fußball fallen auf diese Art.

Bei Manchester United legt man also besonderen Wert darauf zentral sehr kompakt zu stehen. Pässe in die Schnittstelle der Abwehr erweisen sich so als äußerst schwierig. Ebenso erfolglos bleibt, aufgrund der Enge des Raums, ein kultiviertes Kombinationsspiel. Versucht der Gegner mittels 1-gegen-1-Situationen zum Spielvorteil zu kommen, so haben sich die United-Spieler bereits so verschoben, dass der Ballführende direkt von mindestens zwei Spielern attackiert werden kann.

Dafür ist man dann aber auf den Außenbahnen relativ offen. Der Gegner sieht so seine Möglichkeiten über außen zu Torchancen zu kommen. Doch dies ist nur trügerisch. Sobald der Ball nach außen gespielt wird, rückt sofort ein Mittelfeldspieler als fünfter Mann in die Abwehrkette. Diese steht nun noch kompakter als zuvor. Das Mittelfeld verschiebt sich gleichzeitig so, dass man auf alle Gegenspieler in Ballnähe Zugriff hat. So muss der Gegner den Ball nun wieder quer spielen.

Der größte Unterschied des Defensivverhaltens von Manchester United und dem auf dieser Seite gelehrten ist wohl der, dass der Gegner recht spät attackiert wird. Man versucht nicht den Gegner möglichst weit vom Tor fernzuhalten, sondern lässt ihn kommen und mit jedem Stück den der Ballführende näher zum eigenen Tor kommt, desto enger rücken die Spieler in den jeweiligen Viererketten zusammen. Man versucht so lediglich den finalen Pass zu unterbinden und dann nach der Balleroberung blitzartig zu einer Kontermöglichkeit zu kommen. Es ist aber eine sehr gut geschulte Abwehrkette nötig, damit der entscheidende Pass rechtzeitig erkannt und abgefangen werden kann.

Die Innenverteidiger stehen grundsätzlich wesentlich tiefer als hier auf der Seite vorgestellt. Sie wollen dadurch dem Gegner die Tiefe in ihrem Spiel nehmen. Sobald zentral ein Pass in die Tiefe gespielt wird, kann dieser von einem der beiden Innenverteidigern abgefangen werden und so einen Gegenangriff initiieren. Auch Flanken von den Außenpositionen versprechen, aufgrund der tiefen Staffelung der Abwehrreihe, keinen besonderen Erfolg. Man wird den Ball kaum in den Rücken der Abwehr spielen können.

Kommt es bei den gegnerischen Spitzen zu starken Bewegungen (z.B. Kreuzen), so lässt sich die Abwehrkette sofort ein paar Meter nach hinten fallen. Auch der Absicherungsgedanke ist stets gegenwärtig. Fährt man selber einen Konter ein und die beiden Viererketten sind noch nicht in Position, wird die angespielte Sturmspitze sofort von einem Innenverteidiger attackiert. Der andere Innenverteidiger versucht sich nun so schnell wie möglich ca. 5 Meter dahinter zu verschieben, um bei einem eventuell verlorenen Zweikampf des Mitspielers die Situation noch klären zu können.

Eine besondere Rolle kommt den beiden 6er-Positionen im United-Spiel zu. Ihre Aufgabe besteht darin eine erste Verteidigungslinie vor dem Tor aufzubauen, sobald der Gegner in die eigene Hälfte kommt. Die beiden 6er verschieben sich lediglich seitlich und befinden sich dann immer 5 – 10 Meter vor den beiden Innenverteidigern. Zusammen mit den beiden Innenverteidigern ergeben die beiden 6er einen derart starken 4er-Abwehrblock in der gefährlichen Zone zentral vor dem eigenen Tor, dass der Gegner lediglich zu einer Torchance kommt, indem er aus der zweiten Reihe schießt. Ist der Gegner dagegen auf Höhe der Mittellinie oder noch in seiner Hälfte, rückt ein 6er zum Attackieren heraus und die restlichen Spieler unterstützen ihn, indem sie ballorientiert verschieben. Der andere 6er bleibt dabei immer in der Zentrale vor den Innenverteidigern. Wird der attackierende 6er ausgespielt, rückt er sofort wieder auf seine ursprüngliche Position zurück und die Defensive kann sich so wieder aufs Neue formieren.

Abwehrverhalten für semiprofessionelle Abwehrketten

In unseren vier Trainingseinheiten haben wir uns darauf beschränkt das Verhalten der Abwehrkette bei den üblichsten Angriffssituationen aufzuzeigen. Wie bereits erörtert hat dies den einfachen Grund, dass man die Mannschaft nicht mit zuviel Informationen überfordert und das ballorientierte Verteidigen dann garnicht funktioniert. Deshalb sind folgende Tipps auch nur für Mannschaften gedacht, die bereits die Lerninhalte der ersten vier Trainingseinheiten vollkommen verinnerlicht haben. Im Jugendbereich oder unteren Amateurbereich ist es auch nicht unbedingt notwendig sich mit allen Finessen der Viererkette auszukennen, da die Gegner selten so stark sind, dass sie über die komplette Bandbreite der gruppentaktischen Angriffsmittel verfügen. Nun die versprochenen Tipps:

  • Ein gegnerischer Spieler dribbelt auf einer Nahtstelle der eigenen Abwehrkette zu und zwei Spitzen setzen sich nach außen ab um angespielt zu werden. Die beiden Abwehrspieler der Nahtstelle rücken nun zusammen und lassen sich, wie die anderen Spieler der Abwehrkette auch, in die Tiefe auf einen sicheren Abstand von 23 Meter fallen. Je näher der Dribbler Richtung Tor kommt, desto energischer muss er attackiert werden.
  • Nicht auf das Provozieren von passivem Abseits des Gegners hereinfallen und in diesen Situationen nie auf Abseits spielen.
  • Die Tiefe absichern hat Vorrang gegenüber aggressiver Balleroberung.
  • Mittelfeldspieler verfolgen in die Spitze dribbelnde Gegenspieler um sie gegebenenfalls direkt an einen Torchuß oder Pass zu hindern, bzw. einem Abwehrspieler behilflich sein den Ball zu erobern.
  • Bei Überzahlsituation des Gegners nicht den ballbesitzenden Angreifer attackieren, sondern Passwege zustellen und versuchen die Spielsituation solange zu verzögern bis Mitspieler sich zum Ball verschoben haben.

Das war es wieder für heute. Sobald wir neue mitteilungswürdige Sachen haben, werden wir sie Euch mitteilen.

Einen schönen Trainingstag wünscht die Initiative abwehrkette.de!