Perfektes Umschalten - Der Schlüssel zum Erfolg

Die häufigste im Spiel stattfindende Situation die ein vergrößertes Maß an taktischem Verhalten erfordert ist das sogenannte Umschalten. Also der Moment indem der Ball die Mannschaft wechselt. Das oberste Ziel jeder Mannschaft sollte es sein diese Momente für sich zu entscheiden. Denn letztendlich könnte man die These aufstellen, dass diejenige Mannschaft ein Spiel gewinnt, die das Umschalten effektiver praktiziert.

Alle Spieler müssen genau wissen, wie sie sich im Moment des Ballgewinns und in dem Moment des Ballverlustes zu verhalten haben. Kennen die Spieler ihre Aufgabe, verlieren sie keine wertvolle Zeit durch Überlegungen und wissen ihr Handeln im Einklang mit den Aktionen der Mitspieler zu bekommen. Also muss der Trainer hier seinen Spielern eine klare taktische Vorgabe geben.

Die Möglichkeit nach einem Ballgewinn einen aussichtsreichen Angriff einzuleiten oder der direkte Wiedergewinn des Balls bei einem Ballverlust, hängt im großen Maße an der Anzahl der eigenen Spieler in Ballnähe ab. Um dies zu erreichen müssen sich alle Spieler an Defensiv- und Offensivaktion beteiligen. So besitzt man im Fall des Ballgewinns viele Anspielstationen in Ballnähe, bzw. bei Ballverlust die Möglichkeit den Ballgewinner unter Druck zu setzen und seine Anspielstationen zuzustellen.

Überzahl in Ballnähe kann man effektiv nur mittels dem ballorientierten Spiel erreichen. Trifft man nun auf eine Mannschaft die ebenfalls gut Richtung Ball verschiebt, hängt das Gelingen des Umschaltens von weiteren Faktoren ab:

  • Wann wird die Situation erkannt?
  • Wieviel Informationen stehen zur Verfügung?
  • Wieviel Zeit vergeht vom Denkvorgang bis hin zum Handeln?

Möchte man nun die Umschaltphasen für sich entscheiden, so sind im Idealfall in allen drei Punkten gute Leistungen abzuliefern. Im Klartext bedeutet dies, dass man in den Bereichen Antizipation, peripheres Sehen und Handlungsschnelligkeit bestens geschult sein muss.

Antizipationsfähigkeit zeichnet sich dadurch aus, dass der Spieler aufgrund seiner Spielintelligenz und der Intuition in der Lage ist zu erkennen, wie sich eine Spielaktion entwickeln wird. So kennt er die zukünftige Situation noch bevor sie tatsächlich eingetreten ist. Durch den damit verbunden Gedankenvorsprung erhält er die Möglichkeit seine Aktion bereits einzuleiten, noch bevor der Gegner diese überhaupt erkennt.

Die Antizipation kann im Training durch leicht dosierte Überforderungen verbessert werden. Wenn das bewusste Nachdenken überfordert ist, schaltet man automatisch auf intuitives Handeln um. Unterbrechungsfreie Spielformen z.B. mit vielen Spielern auf engem Raum erzwingen diesen Prozess.

Der nächste Punkt das periphere Sehen sorgt dafür, dass der Spieler jederzeit ein Überblick über die Positionen aller Mitspieler und Gegenspieler hat. Diese Informationen sorgen dafür, dass er z.B. beim Ballgewinn nicht erst schauen muss wo sich seine Mitspieler befinden, sondern er kann das Spiel zügig ohne Zeitverlust fortsetzen. Das periphere Sehen kann z.B. durch Einbringen eines zweiten Balls in Spielformen gut trainiert werden.

Der dritte Punkt die Handlungsschnelligkeit bezeichnet die Dauer von der Wahrnehmung einer Situation bis hin zur passenden motorischen Umsetzung. Zeichnet sich die motorische Umsetzung durch gute Antrittsschnelligkeit und seinen Leistungsfähigkeiten angepasstes Handeln aus, steht einer erfolgreichen Aktion kaum mehr was im Wege. Die Handlungsschnelligkeit wird in 1-gegen-1-Situationen, bei sich schnell wechselnden Spielbedingungen (z.B. Überzahl und Unterzahl), bei Spielen auf engem Raum usw. gut trainiert.

Einen weiteren Vorteil beim Umschalten erhält man, wenn man den Ballgewinn und Ballverlust schon im eigenen taktischen Agieren berücksichtigt. Bei einem Angriff sollte das Mittelfeld sich gestaffelt in die Offensive einschalten, um bei einem etwaigen Ballverlust über eine Absicherung zu verfügen. Außerdem ist man bei Ballbesitz in der Pflicht alles erdenkliche zu unternehmen, um auch in Ballbesitz zu bleiben. Das heißt z.B. Anspielstationen in Breite und Tiefe schaffen, permanentes Freilaufen, risikoreiche Aktionen vermeiden und ständiges Anbieten.

Bei einem gegnerischen Angriff ist es selten sinnvoll mit allen Spielern näher zum eigenen Tor zu stehen als der ballführende Gegner. Zumindest ein Angreifer bleibt für einen etwaigen Konter vor dem Ball. Damit der Angreifer sinnvoll angespielt werden kann ist es wichtig, dass dieser nicht den Kontakt zur restlichen Mannschaft verliert. Schon im Vorfeld eines Konters sind möglich freie Räume zu erkennen. Sobald der Ballgewinn des Mitspielers stattfindet wird Blickkontakt hergestellt, sich dann vom Gegner gelöst und im Augenblick des Passes in den freien Raum gestartet.

Wie bereits erwähnt ist es beim Umschalten unerlässlich, dass sich alle Spieler geistig und motorisch voll auf die neue Spielsituation einstellen und sich an den nun erforderlichen Handlungen beteiligen. Konkret bedeutet dies bei Ballverlust, dass der ballnahste Spieler sofort druck auf den Ball ausübt, um den Handlungsrahmen des Gegners klein zu halten. Mitspieler versuchen schnellstmöglich hinter den Ball zu kommen, Richtung Ball einzurücken und einen kompakten Block vor dem ballführenden Gegner zu bilden. Beim Zurücklaufen kreuzt man idealerweise mögliche Passwege des Gegners.

Erstrebenswert ist es, dass der druckausübende Mitspieler die Spitze eines Abwehrdreiecks ist. Somit unterbindet man gefährliche Pässe des Gegners in die Tiefe. Besonders ein im Rücken des Ballführenden befindlicher Mitspieler sollte sich bemühen nach hinten zu doppeln. Weitere aussichtsreiche Situationen zum Doppeln sollte man erkennen und provozieren.

Eine detaillierte Vorgehensweise bei eigenem Ballbesitz und gegnerischem Ballbesitz haben wir in dem letzten Artikel Goldene Regeln des Fußballspiels beschrieben. Mit dem letzten Artikel und den Hinweisen hier, sollte jeder Trainer in der Lage sein das Umschaltverhalten seiner Mannschaft zu verbessern und so das Potential seiner Mannschaft besser auszuschöpfen.

Die Besten Tipps großer Fußballtrainer

Wichtig für den Erfolg einer Fußballmannschaft ist natürlich gutes Training. Dies ist offensichtlich und für jeden einleuchtend. Doch wie sieht es im Hintergrund einer Mannschaft aus? Welche Hebel müssen in Gang gesetzt werden, damit das komplette Potential einer Mannschaft abgerufen werden kann? An dieser Stelle werden wir drei Auflistungen mit jeweils drei Punkten vorstellen, die den entsprechenden Weg zeigen. Jeder Trainer sollte sich hinterfragen, inwieweit er diese bisher umsetzte. Desweiteren sollte er überprüfen inwiefern diese Ansichten bei seinen Spielern präsent sind und er sollte sich zum Ziel machen, dass diese Punkte allgegenwertig über alles andere stehen.

Regel Eins: Was bestimmt die Handlungen eines Spielers auf dem Spielfeld?

  1. Position des Balls
  2. Position des Mitspielers
  3. Position des Gegenspielers

Bei gegnerischem Ballbesitz verschiebt sich der komplette Mannschaftsverbund Richtung Position des Balls. Dabei werden die Abstände zu den Mitspielern eingehalten. Die eigene Handlungsweise wird immer die des Mitspielers angepasst. Rückt z.B. ein Innenverteiger Richtung ballführenden Gegner vor, bildet dieser zusammen mit den beiden Spielern auf den banachbarten Positionen ein Abwehrdreieck. Am unwichtigsten für die eigenen Handlungen ist die Position des Gegenspielers. Oberste Priorität hat die Verengung von gefährlichen Räumen vor dem eigenen Tor. Ballferne Gegenspieler werden zugunsten der Kompaktheit “vernachlässigt”.

Diese Reihenfolge an Prioritäten ist im Fußball relativ neu. Vor einigen Jahren, als man noch nicht ballorientiert gespielt hat, lautete sie noch ganz anders: 1. Position des Gegenspielers, 2. Position des Balls und 3. Position des Mitspielers. Deswegen sprach man damals von einem Gegnerorientierten Spiel.

Auf dem ersten Blick war die alte Vorgehensweise einleuchtend. Der Gegner hat den Ball. Der Ballführende kann entweder dribbeln oder einen Pass spielen. Also bekämpft man diese Spieler. Es fand jedoch ein Paradigmenwechsel statt. Nicht mehr der Gegenspieler ist wichtig, sondern der Mitspieler! Es klingt recht paradox, dass man sich für einen Ballgewinn mehr an die Aktionen des Mitspielers, als an die des ballführenden Teams orientieren muss, ist aber am effektivsten.

Im Fußball war es noch nie so Wichtig als Einheit aufzutreten, wie beim Ballorientierten Spiel. Dies beeinflusst zusätzlich positiv den Charakter des Spielers. Auch in anderen Bereichen des Lebens wird es ihm einfacher fallen zu erkennen, dass man miteinander viel mehr erreichen kann, als wenn man als Einzelkämpfer agiert.

Regel Zwei: Erfolgreich Fußballspielen nach Christian Gross!

  • Kompaktheit
  • Zweikampfstärke
  • Effektivität

Der Trainer von VfB Stuttgart fasst die Bedingungen für ein erfolgreiches Fußballspiel in diesen drei Punkten zusammen. Die geforderte Kompaktheit erreicht man durch die Auflistung unserer ersten Regel. Den zweiten Punkt Zweikampfstärke erreicht man durch mutigen Einsatz und einen absoluten Willen sich bestmöglich für den Erfolg der Mannschaft einzubringen. Mit der Nennung des dritten Punkts fordert er ein gradliniges und schnelles Spiel nach vorne. Unnötige Aktionen die das Spielgeschehen bei eigenem Ballbesitz verzögern, sollen vermieden werden.

Effektivität wird bei gegnerischem Ballbesitz durch den ersten Punkt Kompaktheit erreicht. Ziel der Defensive ist es nicht mehr den Angriff abzuwehren, sondern den Ball kontrolliert zu erobern um einen schnellen Gegenangriff zu starten. Aufgrund der Kompaktheit wird dies vereinfacht, da man so über viele Anspielstationen in Ballnähe verfügt.

Regel Drei: Teamgeist à la Louis van Gaal!

  1. Mannschaft
  2. Spieler
  3. Trainer

In jedem Verein gibt es Hierarchien. Doch um Dauerhaft erfolgreich zu sein, kann es nur eine Rangfolge geben an der sich alle Personen orientieren sollten. An oberster Stelle steht die Mannschaft. Alle müssen ihre eigenen Interesse zugunsten der Gemeinschaft zurückstellen und nur zum Wohle des Teams handeln. Wenn alles für die Mannschaft getan wurde, geht es um die Interessen des einzelnen Spielers. Fühlt er sich als Individiuum akzeptiert, sinkt das Verlangen sich zu profilieren und er kann seine ganze Energie in die Mannschaft einbringen. Der Trainer ist das letzte Glied dieser Kette. Er kann auf Dauer nur bestehen, wenn sein einziges Interesse der Erfolg der Mannschaft ist. Als letztes Glied der Kette, ist er am leichtesten austauschbar.

Zusammengefasst bedeutet dies, dass der Trainer absolut für die Mannschaft und seinen Spielern da sein sollte. Seine Kraft gilt die individuellen Stärken zu erkennen und den Spielern Wege zeigen wie sie diese zum Wohle der Mannschaft einsetzen können. Der Dienst für die Mannschaft sollte als größte Leistung dargestellt werden die ein Spieler vollbringen kann. Ein Spieler der sein Team stark macht, ist immer besser als ein starker Spieler!

Beendet möchten wir diesen Artikel mit einem Zitat von Reiner Calmund: “Kompetenz und Leidenschaft sind der Schlüssel zum Erfolg!”

Spiel mit der Viererkette in drei Minuten erklärt

Dem Spiel mit der Viererkette eilt der Ruf voraus, sehr kompliziert zu sein und unheimlich versierte Spielertypen zu benötigen. Hier eine gute Nachricht für alle Trainer im Jugendbereich: Dies ist unwahr! Konzentriert man sich auf das Vermitteln der wesentlichen Elemente im Spiel mit der Viererkette, so benötigt man nicht länger als drei Minuten um diese der Mannschaft zu erklären.

Zugegeben, das Erklärte muss von jedem Spieler verinnerlicht werden. Denn im Spiel muss sehr schnell die richtige Entscheidung in Abhängigkeit der Position von Ball, Mitspieler und Gegenspieler getroffen werden. In dieser Reihenfolge! Auch zugegeben, dass das Spiel mit der Viererkette nicht gut funktioniert, wenn nur ein einziger Spieler sich nicht an die taktischen Vorgaben hält. Es muss also Ziel des Trainers sein diese beiden schwierigen Aspekte in den Griff zu bekommen.

Die Anweisungen an die Mannschaft sollten immer an einer Taktiktafel vorgenommen werden, damit man die entsprechenden Spielsituationen mit Magneten nachstellen kann. Es ist erwiesen, dass eine Kombination aus Wort und Bild den Spielern am stärksten im Gedächtnis haften bleibt.

Die folgende Erklärung sollte regelmäßig wiederholt werden und vereinzelnd durch Details erweitern. Da die Initiative abwehrkette.de für Mannschaften, die neu auf das Spiel mit der Viererkette umgestellt haben, das 4-4-2 mit flacher Vier empfehlen, wird sich folgende 3-Minuten-Erklärung auch danach ausrichten:

  1. Alle Spieler haben defensive und offensive Aufgaben!
  2. Befindet sich der Gegner in der eigenen Hälfte im Ballbesitz, so bilden die beiden Angreifer die erste Verteidigungslinie!
  3. Im Abstand von ca. 10-15 Meter verschieben sie sich ballorientiert auf einer Höhe!
  4. Die restlichen Spieler verschieben sich ebenfalls ballorientiert auf einer Höhe. Die Abstände zu den einzelnen Mannschaftsteilen beträgt ca. 10 Meter und die Abstände innerhalb der Mannschaftsteile ebenfalls 10 Meter.
  5. Wird die Verteidigungslinie der Angreifer überspielt, setzt der ballnahe Angreifer nach und doppelt nach hinten.
  6. Der ballnahe Mittelfeldspieler rückt vor und die anderen drei Mittelfeldspieler rücken ein. Entweder bilden sie ein Abwehrdreieck oder eine Sichel, je nachdem ob sich der ballführende Gegner zentral oder außen befindet.
  7. Die 4er-Abwehrkette bildet nun hinter den Mittelfeldspielern eine Linie. Die Außenverteidiger rücken leicht vor, um eventuelle Pässe nach außen abfangen zu können.
  8. Wird das Mittelfeld überspielt, setzt ein ballnaher Mittelfeldspieler nach und doppelt nach hinten.
  9. Ein ballnaher Abwehrspieler rückt jetzt vor und die anderen drei Abwehrspieler rücken ein. Entweder bilden sie ein Abwehrdreieck oder eine Sichel, je nachdem ob sich der ballführende Gegner zentral oder außen befindet.
  10. Alle Mittelfeldspieler versuchen sich tiefer als die Ballposition zu postieren.
  11. Die beiden Angreifer brauchen, wenn das Mittelfeld überspielt wurde, keine Defensivaufgaben mehr zu erfüllen.
  12. Immer Kompakt und Zweikampfstark!

Das war nun unser Beitrag zur Fußballtaktik. Jetzt sind die Befürworter des gegnerorientierten Spiels gefragt, uns ihr Spiel in drei Minuten zu erklären…

Spielbericht: C-Jugend mit Viererkette

An dieser Stelle ein Spielbericht zum Meisterschaftsspiel der Leistungsklasse in der C-Jugend. Es spielte der Tabellenführer (zweitstärkst ambitionierter Verein Düsseldorfs) gegen den Tabellenvierten. Der Verein des Tabellenvierten ist ein kleiner Dorfverein, der es aber geschafft hat alle Mannschaften in der Leistungsklasse unterzubringen. Es soll mit diesem Bericht gezeigt werden, dass man auch unter diesen Umständen mit der richtigen Arbeit mit großen Vereinen ein wenig mithalten kann.

Der Tabellenvierte hat zu Saisonbeginn auf Viererkette und dem ballorientierten Spiel umgestellt. Er favorisiert das Kurzpassspiel zum Kreieren von Torchancen. Es werden lediglich zwei Trainingseinheiten / Woche absolviert und es müssen auch die üblichen Handicaps eines kleinen Vereins wegsteckt werden. Also Trainer nicht auf optimale Bedingungen für eine Umstellung auf Viererkette warten, denn diese treten womöglich nie ein und funktionieren kann es mit der richtigen Vorgehensweise auch so.

Nun der Bericht:

U15: 0:3-Niederlage gegen übermächtige Düsseldorfer

Am gestrigen Mittwoch fand das vorgezogene Meisterschaftsspiel gegen Turu 80 Düsseldorf statt. Bis auf ein Spieler waren wir komplett. Wir hatten aber trotzdem ein Spieler der C2 auf der Bank, da unser Kader mit 16 Spielern recht dünn ist.

Für uns sprach vor dem Spiel, dass wir dem Gegner im Hinspiel drei seiner sieben Gegentore bescherten und, dass wir seit dem Hinspiel gerademal ein Gegentor hinnehmen mussten. Für den Tabellenersten Turu 80 sprach einfach die Qualität der Mannschaft. Seit fast einem halben Jahr jedes Spiel gewonnen, eine fast dreimal bessere Tordifferenz als der zweite der Tabelle und 12 Punkte Vorsprung. Der 25 Spieler-Kader mit fast ausschließlich 95er-Jahrgang trainiert dreimal in der Woche, in der Vorbereitung sogar jeden Tag und dementsprechend wundert es auch nicht, dass sie selbst ein Testspiel gegen Junioren-Bundesliga gewonnen haben.

Wir gingen zwar als krasser Außenseiter ins Spiel, sahen uns aber nicht chancenlos. Wir wussten, dass wir eine Minimalchance besitzen, falls wir am heutigen Tag über uns hinaus wachsen. An unserer Taktik änderten wir nichts, sondern nahmen uns lediglich vor, bei gegnerischen Ballbesitz noch kompakter zu stehen, noch mehr nach hinten zu doppeln und noch disziplinierter zu spielen.

Die ersten 3 bis 4 Minuten wollten wir den Gegner mittels Pressing unter Druck setzen, um damit unsere Ambitionen für einen Punktgewinn zu unterstreichen. Mittels kompromisslosen Einsatz, individuell guten Aktionen und schönem Kurzpassspiel nach vorne konnten wir die ersten Halbzeit absolut gleichwertig gestalten. Wir erspielten uns einige Torchancen und vergaben auch zweimal freistehend vor dem gegnerischen Tor. Turu versuchte durch lange Pässe auf ihre schnellen und starken Angreifer Torchancen zu bekommen. Zwei Minuten vor der Pause war es dann auch genau so ein Ball den ein Turu-Angreifer aus spitzem Winkel ins obere kurze Eck schoss.

Der Gegentreffer kurz vor der Halbzeit war bitter, aber wir sahen, dass wir gegen Turu mithalten konnten und ein Tor Rückstand kann schnell aufgeholt werden. Deswegen versuchten wir auch in der zweiten Halbzeit mit Pressing zu starten. Die Spielanteile lagen bei uns, wir kamen auch oft vors gegnerische Tor, doch richtig gute Torchancen konnten wir leider nicht mehr gegen die beste Abwehr der Liga kreieren. So waren es dann auch wieder zwei dieser langen Bälle, auf die schnellen Angreifer, die für die Gegentore zwei und drei sorgten. Bis zum Schluss hat unsere Mannschaft aber vorbildlich gespielt und gekämpft und selbst beim 3:0-Rückstand nicht aufgegeben und weiter nach vorne gespielt. Turu verhielt sich wie eine Spitzenmannschaft, spielte schnörkellos und effektiv und machte aufgrund der Stärke ihrer Einzelspieler auch kaum individuelle Fehler.

Nach dem Spiel gab es für unsere Mannschaft Lob von allen Seiten. Man sprach sogar von unserer besten Saisonleistung und selbst der gegnerische Trainer attestierte uns, dass wir den schöneren, aber halt nicht den effektiveren Fußball gespielt haben. Nach dem Spiel wurden zwei Spieler für ein Testspiel der Kreisauswahl Düsseldorf (am 8.3. gegen Kreisauswahl Krefeld) eingeladen. Auch dies werten wir als Erfolg für unsere Arbeit.

Ansonsten ist noch zu erwähnen, dass das Spiel von beiden Seiten, trotz der Intensität, sehr fair verlief. Der Schiedsrichter hatte keine Probleme das Spiel zu leiten und auch die Trainer/Betreuer der Gäste aus Düsseldorf erwiesen sich als sehr faire Sportskameraden.

Perfektes Zusammenspiel zwischen Viererkette und Mittelfeld

Die eifrigen Leser unserer Seite wissen bereits, dass das Spiel mit der Viererkette die ganze Mannschaft betrifft. Das Mittelfeld und der Angriff hat genauso wie die Viererkette, bei gegnerischen Ballbesitz Defensivarbeit zu leisten. Nur wenn die ganze Mannschaft aufeinander abgestimmt agiert, kann das Spiel mit der Viererkette seine volle Stärke entfalten.

Volle Stärke bedeutet kontrollierter Ballgewinn und direkte Einleitung des Offensivspiels. In den folgenden Bildern werden wir zeigen, wie das Mittelfeld in den verschiedenen Spielsituationen zu handeln hat. Wir gehen davon aus, dass die Mannschaft in einem 4-4-2 agiert. Das Spiel mit der Viererkette kann nach dem Studieren der Bilder noch besser verstanden werden und mit diesem Wissen wird man in der Lage sein, eigene Lösungswege für mögliche Spielsituationen zu finden.

Das Ganze können wir wieder als PDF-Datei anbieten, damit die Trainer die Möglichkeit haben es ihren Spielern auszudrucken.

Unterstützung eines Mittelfeldspielers (Ball außen): Der druckausübende Außenverteidiger geht so in die seitliche Stellung, dass er den Ballführenden nach innen zum Mittelfeldspieler steuert. Ein zweiter Mittelfeldspieler würde das Zentrum absichern.

Unterstützung eines Mittelfeldspielers (Ball außen): Der druckausübende Außenverteidiger geht so in die seitliche Stellung, dass er den Ballführenden nach innen zum Mittelfeldspieler steuert. Ein zweiter Mittelfeldspieler würde das Zentrum absichern.

Unterstützung eines Mittelfeldspielers (Ball zentral): Der Mittelfeldspieler übt Druck auf den Ballführenden aus. Die Außenverteidiger rücken etwas vor, um Querpässe abfangen zu können. Ein zweiter Mittelfeldspieler würde helfen, den Ballführenden zu doppeln.

Unterstützung eines Mittelfeldspielers (Ball zentral): Der Mittelfeldspieler übt Druck auf den Ballführenden aus. Die Außenverteidiger rücken etwas vor, um Querpässe abfangen zu können. Ein zweiter Mittelfeldspieler würde helfen, den Ballführenden zu doppeln.

Pass in die Tiefe: Bietet sich eine Sturmspitze als Anspielstation an, bildet die Viererkette ein Abwehrdreieck. Der Ballführende wird vom Mittelfeld gestellt oder gedoppelt. Erfolgt ein Pass zur Sturmspitze, doppeln möglichst zwei Mittelfeldspieler nach hinten.

Pass in die Tiefe: Bietet sich eine Sturmspitze als Anspielstation an, bildet die Viererkette ein Abwehrdreieck. Der Ballführende wird vom Mittelfeld gestellt oder gedoppelt. Erfolgt ein Pass zur Sturmspitze, doppeln möglichst zwei Mittelfeldspieler nach hinten.

Ball zentral: Das Mittelfeld erzeugt ein Abwehrdreieck und die Viererkette bleibt in Ausgangsposition mit leicht aufgerückten Außenverteidigern.

Ball zentral: Das Mittelfeld erzeugt ein Abwehrdreieck und die Viererkette bleibt in Ausgangsposition mit leicht aufgerückten Außenverteidigern.

Ball außen: Das Mittelfeld und die Viererkette erzeugen je eine Sichel. Der Mittelfeldaußen doppelt zusammen mit einem zentralen Mittelfeldspieler den ballführenden Gegner.

Ball außen: Das Mittelfeld und die Viererkette erzeugen je eine Sichel. Der Mittelfeldaußen doppelt zusammen mit einem zentralen Mittelfeldspieler den ballführenden Gegner.

Flugball: Sobald der Gegner zum Flugball in die Sturmspitze ansetzt, lassen sich die Spieler der Viererkette nach hinten fallen. Somit können sie mit Tempo in den Ball starten. Nach dem Flugball doppeln zwei ballnahe Mittelfeldspieler nach hinten.

Flugball: Sobald der Gegner zum Flugball in die Sturmspitze ansetzt, lassen sich die Spieler der Viererkette nach hinten fallen. Somit können sie mit Tempo in den Ball starten. Nach dem Flugball doppeln zwei ballnahe Mittelfeldspieler nach hinten.

Einfach und Erfolgreich spielen mit der Viererkette

Bayer Leverkusen ist in der Bundesliga eine der Überraschungsmannschaften der Saison. Nach dem 16. Spieltag befinden sich die Heynckes-Elf ohne Niederlage an der Tabellenspitze. Als zu Saisonbeginn der neue Trainer Jupp Heynckes kam, gab es einige Änderungen im System von Bayer. Bisher agierte man ständig im Pressing und spielte im Mittelfeld mit einer Raute. Das ständige Pressing wurde reduziert und auch von der Raute im Mittelfeld hat man sich verabschiedet. Man spielt nun mit einer Viererkette vor der Abwehrkette und es wird nun nur noch gezielt gepresst. Bei gegnerischen Ballbesitz im Mittelfeld verschieben sich zwei kompakte Viererketten hinter dem Ball und ein Angreifer übt Druck auf den ballführenden Gegner aus.

Die ballfernen Seiten werden bei Bayer komplett vernachlässigt. Das oberste Ziel lautet, Überzahl in Ballnähe zu schaffen und dabei die Räume so eng wie möglich für den Gegner zu gestalten. Dieses System unterscheidet sich relativ stark vom niederländischen System, welches Bayern München unter Louis van Gaal spielt. Hier ist das Spielfeld in Zonen unterteilt, welches das Ziel verfolgt, in jeder Spielsituation Zugriff auf alle gegnerische Anspielstationen zu haben.

Dieses klassische System der Heynckes-Elf ist im Grunde so einfach wie wirkungsvoll. Die Mannschaft hat schnell die Spielphilosophie ihres neuen Trainers verinnerlicht und stellt nun nach 16 Spieltagen die beste Defensive der Liga. Das sehr ausgeprägte ballorientierte Spiel von Bayer ist sogar so simpel, dass man es bereits in den Grundzügen in mittleren Jugendmannschaften recht schnell einführen kann. Die taktischen Vorgaben halten sich in Grenzen, was wiederum Raum für die kreative Entfaltung der Spieler zulässt.

Auffallend bei der Viererkette von Bayer ist, dass diese sehr stark und kompakt auf einer Linie agiert. Befindet sich der Ball beim Gegner im Mittelfeld, so versucht sie keine Tiefenstaffelung herzustellen. Es befinden sich so kaum Schnittstellen in der Viererkette für den finalen Pass. Dies führt dazu, dass die gegnerischen Spitzen dem Ballführenden oft entgegenstarten müssen. Das nutzt die Abwehrkette um aufzurücken und so den Raum für den Gegner noch mehr zu verengen.

Die Linie in der Abwehrkette wird aber unter gewissen Bedingungen aufgehoben. Befindet sich der ballführende Gegner im Mittelfeld nicht unter genügend druck, so lassen sich die beiden Innenverteidiger etwas in der Tiefe fallen. Auch lässt sich ein Innenverteidiger fallen, wenn der andere Innenverteidiger in den Zweikampf geht. Dies ermöglicht ihm im Falle eines verlorenen Zweikampfs seines Mitspielers noch rettend einzugreifen.

Die Seitenabstände der Viererketten bleiben beim Verschieben gleich. Jedoch werden die Seitenabstände in der Abwehrkette in dem Verhältnis geringer, wie sich der Gegner dem eigenen Tor nähert. Teilweise betragen die Abstände zueinander nur 2-3 Meter. Durch diese Kompaktheit in dem gefährlichen Bereich zentral vor dem Tor, versucht Bayer den Gegner nach außen zu drängen. Man vertritt hier ganz klar die Ansicht, dass der Flügel ungefährlicher für das eigene Tor ist als das Zentrum. Bei Bayer wird also immer von innen nach außen verteidigt, bzw. ihr Balleroberungs-System angewandt.

Nach der Balleroberung agiert Bayer sehr flexibel und zielstrebig nach vorne. Spätestens nach 3-4 Querpässen erfolgt der Pass nach vorne. Die Innenverteidiger schrecken auch nicht vor einem langen Pass in die Sturmspitze zurück. Hier versucht Bayer durch aggressives Pressing den zweiten Ball zu erobern und so gleich in einer aussichtsreichen Situation vor dem gegnerischen Tor zu kommen. Die Innenverteidiger schlagen auch lange Diagonalpässe zu den Mittelfeldaußen. Ihm rücken dann bewusst keine Mitspieler entgegen, die wiederum Defensivspieler des Gegners nach sich ziehen würden. So ermöglicht man dem Mittelfeldaußen eine 1-gegen-1-Situation am Flügel und, bei einem erfolgreichen Durchbruch, der Zug zum Tor. Oft rücken auch bei der Spieleröffnung der Innenverteidiger, die Mittelfeldaußen ins Zentrum als Anspielstationen und schaffen so Platz für vorrückenden Außenverteidiger.

Das Spiel Bayer Leverkusens ist auch dadurch gekennzeichnet, dass immer einer der beiden Angreifer sehr viel Defensivarbeit leistet. Er schließt u.a. Löcher im Mittelfeld und arbeitet am Flügel, um der anderen Spitze das Angriffszentrum zu überlassen. Erkennen die beiden Angreifer, dass Mitspieler den Ball erobert haben, versuch sie mit Tempo in die Spitze zu kommen. Dabei starten sie oft von einem Punkt und kreuzen sehr oft ihre Laufwege. Bietet sich einem Angreifer nicht der direkte Weg zum Tor, so behauptet er den Ball für nachrückende Mitspieler. Oft schieben auch beide Angreifer bewusst nach außen in einer Richtung, um so Räume für Spieler aus der zweiten Reihe zu schaffen.

Bei der Spieleröffnung des Gegners tief in deren Hälfte wird der Ballführende oft von den beiden Angreifern seitlich angelaufen, um so einen Pass ins Zentrum zu provozieren. Im Zentrum lauern dann Mitspieler die bei einem solchen Pass den Gegner sofort aggressiv attackieren. Die ganze Mannschaft schiebt dabei nach Vorne Richtung Ball. Diese Art des Forecheckings kostet zwar Kraft, doch gezielt im Verlaufe des Spiels angewandt, ergeben sich daraus oft sehr gute Torchancen und man vermittelt dem Gegner das Gefühl unter ständigem Druck zu stehen.

Doppeln - Der Schlüssel zum Erfolg

Die signifikantteste Änderung der letzten Jahre im Fußball betrifft das Spielsystem. Früher spielte man Gegnerorientiert und heutzutage Ballorientiert. Es gibt zwar immer noch Mannschaften im unteren Amateur- und Jugendbereich bei denen diese Wandlung noch nicht stattgefunden hat, doch mit der Erhöhung der Qualität der Trainer an der Basis, wird auch hier immer mehr das Ballorientierte Spiel vorangetrieben.

Eines der Hauptgründe wieso alle leistungsorientiere Mannschaften auf das Ballorientierte Spiel umgestiegen sind ist der, dass man in Ballnähe Überzahl schafft. So ist man in der Lage offensiv zu verteidigen. Man reagiert nicht auf Aktionen des Gegners, sondern ergreift selbst die Initiative den Ball schnellstmöglich zu erobern und dann einen Angriff einzuleiten. Der ballführende Gegenspieler wird dabei zu Zweit attackiert, was in der Fußballersprache Doppeln genannt wird. Gleichzeitig werden von weiteren Mitspielern in Ballnähe die Passwege zugestellt, so dass der Ballführende zu einem Alleingang provoziert wird. Dies erleichtert die Balleroberung und durch die Überzahl in Ballnähe verfügt man so über viele Anspielstationen das Spiel fortzusetzen.

Wie genau man Überzahl in Ballnähe schafft haben wir ja nun schon zur Genüge dargelegt. Grundsätzlich verschiebt sich die Mannschaft im Kollektiv bei Einhaltung von Seiten- und Tiefenabständen zum Ball. Doch was nützt einem die Überzahl in Ballnähe, wenn man nicht genau weiß wie man sich dann richtig zu verhalten hat? Handelt man falsch, setzt sich der Gegner trotz Unterzahl durch, man foult den Gegner oder schlägt den Ball ins Seitenaus. Aus diesem Grund werden wir in diesem Artikel genau erklären, wie man korrekt doppelt um den Ball nicht zu klären, sondern zu erobern.

Je nach Spielsituation ist ein anderes Handeln notwendig. Man muss unterscheiden, ob man bereits zusammen mit seinem Mitspieler vor dem ballführenden Gegner positioniert ist, der Mitspieler erst von der Seite heranrücken muss, der Mitspieler von hinten heranrücken muss und hier nochmal ob er aus dem Zentrum oder dem Flügel kommt. Grundsätzlich gilt aber auch hier eine absolute Notwendigkeit der Kommunikation. Klare Kommandos wer attackiert (Vor!) oder (Ich!), dass man dabei ist heranzurücken (Warte!) und das man in Position ist (Bin da!).

Es gilt immer eine leichte Tiefenstaffelung beim Doppeln zu schaffen. Ein Spieler rückt entschlossen Richtung Ball vor und versucht mittels seitlicher Stellung ein Dribbling des Gegners nach innen zum Mitspieler zu provozieren. Sobald dieser erkennt, dass der Ball einen Augenblick frei ist, attackiert er.

Auch die Verzögerung des Angriffs ist ein wichtiger Bestandteil des Doppelns. Das Verzögern des Angriffs erreicht man dadurch, dass man erst dem Gegner entgegenstartet, dann dass Tempo des Gegenspielers aufnimmt und ohne ihn zu attackieren ca. zwei Meter Distanz hält. So gewinnt man Zeit für heranrückende Mitspieler und gelangt zur notwendigen Überzahl.

Frontales Doppeln im Zentrum: Der Verteidiger auf der Seite des Dribbelfußes des Angreifers rückt vor und bietet in seitlicher Stellung dem Angreifer seine schwache Seite zum Durchbruch an! Der absichernde Verteidiger attackiert den Ball, sobald dieser vom Angreifer in seiner Richtung vorgelegt wird! Aus diesem Grund darf er sich nicht zu weit vom vorderen Verteidiger entfernt positionieren!

Frontales Doppeln im Zentrum: Der Verteidiger auf der Seite des Dribbelfußes des Angreifers rückt vor und bietet in seitlicher Stellung dem Angreifer seine schwache Seite zum Durchbruch an! Der absichernde Verteidiger attackiert den Ball, sobald dieser vom Angreifer in seiner Richtung vorgelegt wird! Aus diesem Grund darf er sich nicht zu weit vom vorderen Verteidiger entfernt positionieren!

Frontales Doppeln am Flügel: Befinden sich zwei Verteidiger am Flügel (C und A) wird die Außenbahn verschlossen, um den Angreifer zum inneren Verteidiger zu steuern! Befindet sich B noch nicht am Flügel, so verzögert A den Angriff indem er Distanz zum Angreifer hält. B nimmt nun die Position von A ein und A verschließt die Außenbahn! B signalisiert A sein Kommen mit einem Kommando! Mit "Bin da!" beginnt C den Angreifer nach innen zu steuern.

Frontales Doppeln am Flügel: Befinden sich zwei Verteidiger am Flügel (C und A) wird die Außenbahn verschlossen, um den Angreifer zum inneren Verteidiger zu steuern! Befindet sich B noch nicht am Flügel, so verzögert A den Angriff indem er Distanz zum Angreifer hält. B nimmt nun die Position von A ein und A verschließt die Außenbahn! B signalisiert A sein Kommen mit einem Kommando! Mit "Bin da!" beginnt C den Angreifer nach innen zu steuern.

Nach hinten doppeln am Flügel: Der Verteidiger geht in seitlicher Stellung, um dem Angreifer die Außenbahn zum Durchbruch anzubieten! Der Mittelfeldspieler läuft außen zum Angreifer um seinen Körper zwischen Ball und Angreifer zu bringen! Erkennt der Mittelfeldspieler einen Durchbruch nach innen, so läuft er innen zum Angreifer!

Nach hinten doppeln am Flügel: Der Verteidiger geht in seitlicher Stellung, um dem Angreifer die Außenbahn zum Durchbruch anzubieten! Der Mittelfeldspieler läuft außen zum Angreifer um seinen Körper zwischen Ball und Angreifer zu bringen! Erkennt der Mittelfeldspieler einen Durchbruch nach innen, so läuft er innen zum Angreifer!

Nach hinten doppeln im Zentrum: Der Verteidiger A versucht zuerst den Pass zum Angreifer abzufangen! Gelingt dies nicht, setzt er sich wieder leicht nach hinten ab und schließt den direkten Weg zum Tor! Der Mittelfeldspieler B rückt auf Position C zurück und geht in seitlicher Stellung, um den Angreifer zum Verteidiger A zu steuern!

Nach hinten doppeln im Zentrum: Der Verteidiger A versucht zuerst den Pass zum Angreifer abzufangen! Gelingt dies nicht, setzt er sich wieder leicht nach hinten ab und schließt den direkten Weg zum Tor! Der Mittelfeldspieler B rückt auf Position C zurück und geht in seitlicher Stellung, um den Angreifer zum Verteidiger A zu steuern!

Die ganze Anleitung gibt es auch wieder als PDF-Dokument zum Ausdrucken für seine Spieler. Viel Spaß und Erfolg damit!

Erweiterte Auflage von Fußballtraining mit Kids

Dem Einen oder Anderen ist es vielleicht schon aufgefallen, dass vor rund zwei Wochen eine neue Auflage von Fußballtraining mit Kids erschienen ist. Das Standard-Werk des Gründers unserer Initiative Martin Hasenpflug wurde um vier Seiten erweitert und erhielt zahlreiche Detailverbesserungen. Ein Jahr intensive Trainingsarbeit mit diesem Buch führte zu folgenden Änderungen:

  • Korrektur einiger Rechtschreib- und Grammatikfehler
  • Brasilianisches Aufwärmen überarbeitet
  • Neue Trainigseinheit zum Ballorientiertem Verteidigen
  • Die Übungen zum Ballorientiertem Verteidigen wurden überarbeitet
  • Neue Covergestaltung
  • Neue Übung im Kapitel “Pass in die Tiefe”

Für Martin Hasenpflug ist die Neuauflage seines Buchs ein wichtiger Schritt, da es jetzt - aus seiner Sicht - auf einen Stand ist, dass kaum noch Raum für Verbesserungen lässt. Mit diesem beruhigendem Gefühl kann er sich nun intensiver mit seinem neuen Projekt befassen, in welchem die Viererkette eine zentrale Rollen spielt. Mehr wird zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht verraten… :-)

Von Martin Hasenpflugs Trainingsbuch ist eine neue Auflage erschienen

Von Martin Hasenpflugs Trainingsbuch ist eine neue Auflage erschienen

Moderner Fußball aus Sicht der Initiative abwehrkette.de

Von dem lokalen Fußball-Magazin Final-Kick wurden wir für einen Artikel zum Thema Viererkette befragt. Man wollte näheres über unsere Ansicht zum modernen Fußball wissen. Der Bitte kamen wir gerne nach und gaben folgende Antwort:

Wir machen auf unserer Webseite die klare Aussage, dass die Manndeckung in allen Klassen und Jugendmannschaften ad acta gelegt werden sollte und das möglichst schnell! Das Gegenteil der Manndeckung, das Ballorientierte Spiel kann mit den Vorteilen Punkten, dass Überzahl in Ballnähe mit wenig Kraftaufwand hergestellt werden kann. Es bleibt so Kraft für Pressingaktionen. Das Pressing an sich kann einfacher vermittelt werden, da die Mannschaft als Kollektiv agiert. Wer als Kollektiv agiert, weiß wiederum von den Vorteilen der Teamfähigkeit und ist in der Lage diese auch außerhalb des Fußballplatzes erfolgreich umzusetzen.

Das Ballorientierte Spiel wird teilweise auch als Ballgewinnspiel bezeichnet. Die Balleroberung ist der zentrale Gedanke aller Spieler beim Gegnerischen Ballbesitz. Deswegen wird im modernen Fußball von jedem Spieler erwartet innerhalb des Mannschaftsverbundes Initiative zu ergreifen und Kreativität zu zeigen. Spielpositionen die hauptsächlich von einer Sache geprägt sind oder gar nur das Reagieren auf Aktionen von Gegenspielern zum Inhalt haben sind unattraktiv und hemmen die fußballerische Entwicklung des Spielers.

Den Mannschaften wird im modernen Fußball also das Erobern des Balls erleichtert und wenn dies geschehen ist, haben sie aufgrund ihrer Spielweise viele geordnete Anspielstationen in Ballnähe. Dies erleichtert die Einleitung eines erfolgreichen Angriffs.

Ob das Ballorientierte Spiel jetzt mit Dreierkette oder Viererkette und davor mit Raute, flache Vier, drei Stürmern usw. praktiziert wird, hängt von den individuellen Bedürfnissen und Fähigkeiten der Teams ab. Wer jedoch die Meinung vertritt, dass das Ballorientierte Spiel mit einer Viererkette oder Dreierkette nur funktioniert, wenn man die richtigen Spieler hat oder Linienrichter oder Otto Rehhagel mit Libero ja auch Europameister wurde, der hat sich mit dem modernen Fußball nicht richtig auseinandergesetzt, bzw. nicht verstanden.

Die einzige offene Frage ob man mit Viererkette (Dreierkette) spielen kann oder nicht ist die, ob man als Trainer in der Lage ist diese zu vermitteln. Es gibt ehrenamtliche Trainer die in der C-Jugend-Kreisklasse erfolgreich mit Viererkette spielen. Da sollten bezahlte Trainer der Kreis- oder Bezirksliga erst recht in der Lage sein diese zu lehren. Ab Landesliga geht sowieso kein Weg mehr am modernen Fußball vorbei um mithalten zu können.

Unsere Erfahrung zeigt, dass es Sinn macht bei der Umstellung auf das Ballorientierte Spiel direkt auf die Vierkette zu setzen. Die Grundlagen der Viererkette sind nur unwesentlich umfangreicher als die der Dreierkette. Außerdem hat man die Möglichkeit im Mittelfeld ebenfalls mit Viererkette zu spielen. So kann man relativ schnell seine komplette Mannschaft auf das Ballorientierte Spiel umstellen.

Mit der Viererkette ist man unserer Meinung nach flexibler als mit der Dreierkette. So können sich die Außenverteidiger mit ins Angriffsspiel einschalten oder besetzen freie Räume zwischen Innenverteidigung und angreifendem Mannschafsverbund. Mit der Viererkette kann man auch offensiver spielen, da immer nur zwei (anstatt drei wie bei der Dreierkette) Spieler beim Angriff hinter dem Ballführenden bleiben. Mit einer Dreierkette ist es nicht einfach über die komplette Breite des Spielfeldes präsent zu sein, da ist ein geschicktes agieren der Mittelfeldspieler gefragt, was den einen oder anderen Spieler überfordern könnte.

Dagegen hat sich bei den Abschlussspielen im Training die Dreierkette bewährt. Wobei sich die Außenverteidiger bei einem Angriff immer mit einschalten und sich vor dem Ball schieben. So kann man ab fünf Spieler pro Mannschaft sehr gut das Ballorientierte Spiel wettkampfmäßig trainieren, ohne dabei das Offensivspiel vernachlässigen zu müssen.

Ideales Spielsystem bei Umstellung auf Viererkette

Die Frage mit welchem Abwehrsystem man spielen sollte ergibt sich für die Leser unserer Seite zum Glück nicht mehr. Es wird ballorientiert innerhalb einer Viererkette verteidigt und das Spielsystem ist dahin ausgerichtet, dass bei gegnerischem Ballbesitz der Gedanke der Balleroberung im Mittelpunkt steht.

Die Zahl der hinteren Spieler steht mit vier also fest. Im modernen Fußball zieht man bewusst den Begriff hinterer Spieler dem Abwehrspieler vor, da man so vermitteln möchte, dass bei eigenem Ballbesitz der Offensivgedanke im Vordergrund steht. So bleibt nur noch die Frage zu klären, ob man mit drei oder vier Mittelfeldspielern agiert? Vom Spiel mit fünf Mittelfeldspielern raten wir ab, da man in diesem Fall nur noch über eine nominelle Spitze verfügt. So wären zum Einen die kreativen Möglichkeiten des Offensivspiels sehr einschränkt und zum Anderen wäre man nur noch sehr schwer in der Lage das gegnerische Aufbauspiel zu steuern (dieses Thema werden wir später aufgreifen).

Aus unserer Sicht fällt es einem Mittelfeld mit drei Spielern sehr schwer auf der kompletten Breite des Spielfelds präsent zu sein. So wäre es zwingend notwendig, dass die beiden Außenstürmer sich bei gegnerischem Ballbesitz zurückfallen ließen, bzw. die Außenverteidiger bei eigenem Ballbesitz aufrückten. Dieses für Anfänger recht umfangreiches rouchieren könnte gerade in der Phase der Umstellung auf das Ballorientierte Spiel einige Spieler überfordern. So bleibt am Ende das klassische 4-4-2.

Nun kann man dieses 4-4-2 nochmals in zwei unterschiedliche Varianten unterteilen, die sich in der Formation des Mittelfelds bemerkbar macht. Die Mittelfeldspieler können entweder als Raute oder als Flache Vier aufgestellt sein. Bei der Flachen Vier agieren vier Mittelfeldspieler ebenfalls als Viererkette. Wir haben bisher kein Geheimnis daraus gemacht, dass wir zumindest für den Beginn der Umstellung auf die Viererkette die Flache Vier favorisieren. So ist es leichter die Spieler für das Training der Viererkette zu begeistern, da im Grunde alle Positionen unmittelbar oder indirekt davon betroffen sind. Obendrein kann man sich eine gesonderte Schulung des Mittelfelds sparen, da dieses bei gegnerischem Ballbesitz fast identisch wie die hinteren Spieler handelt. So wird das Taktiktraining minimiert und man kann so mehr Zeit in die Entwicklung der technischen Fähigkeiten der einzelnen Spieler investieren.

Ein weiterer Vorteil der Flachen Vier ist der, dass man auf den Außen recht präsent ist. Man benötigt deswegen auf den Außenverteidiger-Positionen keine Maradonnas und Peles. Die Außenverteidiger kann man also behutsam auf die offensiven Aspekte ihrer Position vorbereiten. Dagegen muss man aber sagen, dass das Spiel mit der Raute einen ganz wichtigen Vorteil gegenüber der Flachen Vier bietet. Im eigenen Spiel verfügt man über viel mehr Möglichkeiten der Dreiecksbildung. Das bedeutet, dass Spieler im Ballbesitz sich in einem Dreieck mit Mitspielern befinden und so stets über Anspielstationen in Breite und Tiefe verfügen.

Zuletzt sollte man noch bedenken, dass man durch das Spiel mit zwei Viererketten und zwei Spitzen auf dem kompletten Feld symmetrisch verteilt ist. Dies sichert einen kompakten Mannschaftsverbund, geringe Laufwege zum Schaffen von Überzahlsituationen und bei Balleroberung ein effektives Umschalten auf Angriff.

Stellt man nun die Vor- und Nachteile der verschiedenen Systeme gegenüber und berücksichtigt man die eigenen Erfahrungen als Trainer, kann man zu dem Schluss kommen, dass das klassische 4-4-2 mit einer Flachen Vier zumindest in der Phase der Umstellung auf das Ballorientierte Spiel unbedingt zu empfehlen ist.