Video: Martin Hasenpflug erklärt die Viererkette

Es ist kein großes Geheimnis, dass man Sachen die man gehört und gezeigt bekommt, besser in Erinnerung behält, als Sachen die man mal gelesen hat. Aus diesem Grund haben wir ein 24-minütiges Video gedreht, indem Martin Hasenpflug in einfachen Worten die wichtigsten Aspekte der Viererkette erklärt.

Wir haben das Video bei Youtube hochgeladen. Aber da es dort nicht möglich ist Videos einzustellen die eine längere Spielzeit als 10 Minuten haben, mussten wir unsere “Videobotschaft” in drei Teile splitten. Themen des ersten Teils: Begrüßung, Vorteile der Viererkette, Kollektiv, Kompaktheit, Handlungsprioritäten im modernen Fußball und das Stellungsspiel (Abwehrsichel und Abwehrdreieck).

Thema des zweiten Teils: Systematische Ordnung innerhalb der Viererkette, Ballorientiertes Verschieben, Aufgaben des Mittelfelds und des Angriffs im Spiel mit der Viererkette, 4-4-2-System, Kommunikation im Spiel und Abstände der Spieler zueinander. Thema des dritten Teils: Abwehrpressing, Doppeln, Schlusswort, Hinweis für weitere Informationen zum Thema und Verabschiedung.

Wer möchte kann das Video mit Angabe unserer URL (www.abwehrkette.de) auf seine Webseite einbinden. Dies ist vorallem für Vereine interessant, die auf diesem Wege Trainer und Spieler über das Thema Viererkette informieren möchten.

Da es unser erstes Video ist, ist es sicherlich noch nicht perfekt. Wir warten jedoch Euer Feedback ab und können uns durchaus vorstellen auch zu weiteren Themen ein Video zu erstellen. Anbieten würde sich hier sicherlich zur Vervollständigung der Sache ein Video zum Thema Offensive. Nun viel Spaß beim gucken!

Abwehrpressing: So siegen Außenseiter!

Was kann man als Trainer tun, wenn man gegen einen klar überlegenden Gegner spielt? Den Kopf in den Sand stecken oder anfangen zu beten? Bei beidem stehen die Aussichten was Zählbares aus der Partie mitzunehmen ziemlich gering. So kann dem Trainer in diesem Fall nur geraten werden etwas in die Trickkiste zu wühlen und zu einem taktischen Paukenschlag auszuholen.

Doch wie kann man etwas bewirken, wenn man auf einen individuell stärker besetzten Gegner stößt? Klar, man muss als Mannschaft stärker sein. Man muss eine Taktik wählen in der das Kollektiv im Mittelpunkt steht und nicht der Einzelspieler. Nur im ballorientierten Spiel kann hier Maximales erreicht werden. Denn nur dort, wo man sich stärker an die Position des eigenen Mitspielers orientiert, als an die Position des Gegenspielers, ist man in der Lage den ballführenden Gegner mit einem ganzen Mannschaftsverbund zu bekämpfen. Nur so erreicht man mit minimalem Kraftaufwand Überzahl in Ballnähe und damit die bestmögliche Ausgangsposition den Ball kontrolliert zu erobern und einen schnellen Gegenangriff einzuleiten.

Der schnelle Konter ist hier also das Zauberwort, wenn es gegen einen favorisierten Gegner geht. So kann man auch mit reduzierten technischen und kreativen Möglichkeiten zum Torerfolg kommen, da man gegen eine aufgerückte und in der Regel ungeordnete Abwehr angreift.

Um jedoch erst in der Lage zu kommen, den Ball für einen Konter zu gewinnen, müssen die Räume für den Gegner möglichst klein gehalten werden. Passspiele des Gegners können so bestmöglich abgefangen werden. Der Gegner muss gedoppelt werden, damit man die Zweikämpfe für sich entscheiden kann.

Es gilt also darum ein effektives Angriffsspiel des Gegners zu unterbinden. Für die eigene Mannschaft ungefährliche Pässe (Querpässe und Rückpässe) werden erlaubt, jedoch gefährliche Pässe Richtung eigenem Torzentrum massiv bekämpft. Dies führt von der Menge her zu mehr Ballbesitz für den Gegner, ist aber letztendlich nicht besonders effektiv. Dies erklärt auch den statistischen Wert, dass in der Regel die Mannschaft mit weniger Ballbesitz ein Spiel gewinnt.

Die benötigte Kompaktheit bei gegnerischen Angriffsversuchen erreicht man nur, wenn alle Spieler Defensiv handeln und konsequent verschieben. Schafft man es zwei Viererketten hinter den Ball zu bekommen und den ballführenden Gegner durch einen Mittelfeldspieler unter Druck zu setzen, können die beiden Angreifer nach hinten doppeln. So hat man die besten Chancen auf ein kontrollierten Ballgewinn und einem effektivem Gegenangriff steht nun nichts mehr im Wege.

Wichtig ist, dass der Gegner nicht zu früh attackiert wird. Wird dies gemacht, kann er mittels wenigen und einfachen Pässen eine ganze Reihe Spieler vor der Ballposition setzen, so dass diese keine Möglichkeit mehr für defensive Handlungen haben. So kann es dann sehr schnell gehen, dass alleine die Viererabwehrkette sich gegen den kompletten Angriffsverbund zur Wehr setzen muss.

Wartet man jedoch das Aufbauspiel des Gegners ab und bleibt tief stehen und reagiert auf Querpässe und Rückpässe alleine mit seitlichem Verschieben, so erreicht man maximale Kompaktheit. Wird nun die Linie der einzelnen Mannschaftsteile überspielt, wird Druck auf den Ball gemacht und nachgesetzt zum Doppeln. Wichtig für die Kompaktheit der Mannschaft ist es, dass die Mannschaftsteile eng zusammenstehen, ebenso die Spieler auf den benachbarten Spielpositionen (jeweils 8 bis 10 Meter).

Diese Spieltaktik bezeichnet man im Fußball als Abwehrpressing. Das Abwehrpressing kann man noch in zwei Varianten unterteilen. Bei der ersten Variante wird das gegnerische Angriffsspiel auf den Flügel gelenkt und bei der zweiten Variante ins Zentrum. Entscheidet man sich für Variante Zwei, so verschieben die beiden Angreifer, kurz nach der Mittellinie, auf gleicher Höhe mit vergrößertem Abstand zueinander ballorientiert.  Der Passweg ins Zentrum ist frei. Der dort postierte Gegenspieler darf nicht zu eng gedeckt werden, da man den Anschein erwecken will, dass dieser ungestört angespielt werden kann. Wird dies nun getan, wird dieser von allen Seiten attackierten. Die Angreifer setzen nach und ein zentraler Mittelfeldspieler übt Druck auf den Angespielten aus. Der zweite zentrale Mittelfeldspieler sichert ab. Im Fall, dass die beiden Angreifer nicht nachsetzen können, wird dem ballführende Gegner mittels Doppeln der Durchbruch Richtung des zweiten Mittelfeldspielers angeboten.

Variante Eins besagt, dass man das Angriffsspiel des Gegners nach Außen lenkt. Hier agieren die beiden Angreifer mit verringertem Abstand zueinander und in einer leichten Tiefenstaffellung. Die beiden Mittelfeldaußen stehen etwas tiefer, damit der Flügel unbesetzt wirkt. Erst wenn der Ball vom Gegner über die Mittellinie zu einem äußeren Spieler gepasst wird, beginnt die eigene Balleroberung. Der ballnahe Mittelfeldaußen rückt zum Ballführenden vor, verstellt die Außenbahn um ihn nach Innen zu einem zentralen Mittelfeldspieler zu lenken. Der ballnahe Angreifer setzt zum Doppeln nach Hinten nach. Der zweite Angreifer stellt das Zentrum zu und die beiden Viererketten bilden eine Abwehrsichel. Erkennt der zweite Angreifer einen Rückpass des Gegners, so rückt er vor um diesen abzufangen.

Variante Zwei ist deutlich einfacher umzusetzen, da es weniger Anspruch an einem korrekten Doppeln stellt. Für Anfänger ist also diese Variante zu empfehlen. Sollte der Gegner dabei nicht den Pass ins Zentrum suchen, so sollte generell auf Variante Eins umgestellt werden. Versucht nun der Gegner in die Lücke zwischen den beiden Angreifern zu dribbeln, sollte temporär auf Variante Eins umgestellt werden.

Wird nun der Ball erobert, rücken bis auf die beiden Innenverteidiger alle Spieler vor dem Ball um Anspielstationen in der Tiefe zu schaffen. Den ersten Pass nach Möglichkeit schnell in die Spitze spielen, um die kurzzeitige Unordnung des Gegners auszunutzen. Es ist auf eine ständige Dreiecksbildung zu achten, so dass der Ballführende stets Anspielstationen in Breite und Tiefe besitzt. Schafft man es einen Mitspieler in der “Red-Zone” (zentraler Bereich zwischen Abwehr und Mittelfeld des Gegners) anzuspielen, so starten im Idealfall zwei Mitspieler links und rechts mit Temposteigerung in die Gasse, so dass der Ballführende zwei Passoptionen besitzt. Kreuzende Angreifer oder quer laufende Spitzen ist für jede Abwehr schwer in den Griff zu bekommen.

Sollte kein Anspiel in der Red-Zone möglich sein, so versucht man den Ball über den Flügel in den Strafraum zu flanken oder zu passen. Im Idealfall starten drei Spieler gestaffelt in den Ball und ein vierter besetzt den Rückraum. Gestaffelt bedeutet hier, je ballnaher sie sich befinden, desto geringer ist der Abstand zum gegnerischen Tor. Wichtig ist es immer mit Tempo in den Ball zu starten, um seine ganze Kraft in die Aktion zu bringen.

Also immer den Ball zielstrebig in die Tiefe spielen. Anspiele im Idealfall direkt weiterleiten oder zumindest mit dem ersten Kontakt in den freien Raum mitnehmen und dann mit den üblichen gruppentaktischen Angriffsmitteln (Doppelpass, Hinterlaufen, Pass in die Tiefe) agieren. In gegnerischer Tornähe 1-gegen-1-Situationen suchen und Mut zum Risiko zeigen. Vor dem Torschuss nochmal Kopf heben um die freie Ecke zielgenau anzuvisieren.

Spiel mit der Viererkette in drei Minuten erklärt

Dem Spiel mit der Viererkette eilt der Ruf voraus, sehr kompliziert zu sein und unheimlich versierte Spielertypen zu benötigen. Hier eine gute Nachricht für alle Trainer im Jugendbereich: Dies ist unwahr! Konzentriert man sich auf das Vermitteln der wesentlichen Elemente im Spiel mit der Viererkette, so benötigt man nicht länger als drei Minuten um diese der Mannschaft zu erklären.

Zugegeben, das Erklärte muss von jedem Spieler verinnerlicht werden. Denn im Spiel muss sehr schnell die richtige Entscheidung in Abhängigkeit der Position von Ball, Mitspieler und Gegenspieler getroffen werden. In dieser Reihenfolge! Auch zugegeben, dass das Spiel mit der Viererkette nicht gut funktioniert, wenn nur ein einziger Spieler sich nicht an die taktischen Vorgaben hält. Es muss also Ziel des Trainers sein diese beiden schwierigen Aspekte in den Griff zu bekommen.

Die Anweisungen an die Mannschaft sollten immer an einer Taktiktafel vorgenommen werden, damit man die entsprechenden Spielsituationen mit Magneten nachstellen kann. Es ist erwiesen, dass eine Kombination aus Wort und Bild den Spielern am stärksten im Gedächtnis haften bleibt.

Die folgende Erklärung sollte regelmäßig wiederholt werden und vereinzelnd durch Details erweitern. Da die Initiative abwehrkette.de für Mannschaften, die neu auf das Spiel mit der Viererkette umgestellt haben, das 4-4-2 mit flacher Vier empfehlen, wird sich folgende 3-Minuten-Erklärung auch danach ausrichten:

  1. Alle Spieler haben defensive und offensive Aufgaben!
  2. Befindet sich der Gegner in der eigenen Hälfte im Ballbesitz, so bilden die beiden Angreifer die erste Verteidigungslinie!
  3. Im Abstand von ca. 10-15 Meter verschieben sie sich ballorientiert auf einer Höhe!
  4. Die restlichen Spieler verschieben sich ebenfalls ballorientiert auf einer Höhe. Die Abstände zu den einzelnen Mannschaftsteilen beträgt ca. 10 Meter und die Abstände innerhalb der Mannschaftsteile ebenfalls 10 Meter.
  5. Wird die Verteidigungslinie der Angreifer überspielt, setzt der ballnahe Angreifer nach und doppelt nach hinten.
  6. Der ballnahe Mittelfeldspieler rückt vor und die anderen drei Mittelfeldspieler rücken ein. Entweder bilden sie ein Abwehrdreieck oder eine Sichel, je nachdem ob sich der ballführende Gegner zentral oder außen befindet.
  7. Die 4er-Abwehrkette bildet nun hinter den Mittelfeldspielern eine Linie. Die Außenverteidiger rücken leicht vor, um eventuelle Pässe nach außen abfangen zu können.
  8. Wird das Mittelfeld überspielt, setzt ein ballnaher Mittelfeldspieler nach und doppelt nach hinten.
  9. Ein ballnaher Abwehrspieler rückt jetzt vor und die anderen drei Abwehrspieler rücken ein. Entweder bilden sie ein Abwehrdreieck oder eine Sichel, je nachdem ob sich der ballführende Gegner zentral oder außen befindet.
  10. Alle Mittelfeldspieler versuchen sich tiefer als die Ballposition zu postieren.
  11. Die beiden Angreifer brauchen, wenn das Mittelfeld überspielt wurde, keine Defensivaufgaben mehr zu erfüllen.
  12. Immer Kompakt und Zweikampfstark!

Das war nun unser Beitrag zur Fußballtaktik. Jetzt sind die Befürworter des gegnerorientierten Spiels gefragt, uns ihr Spiel in drei Minuten zu erklären…

Doppeln - Der Schlüssel zum Erfolg

Die signifikantteste Änderung der letzten Jahre im Fußball betrifft das Spielsystem. Früher spielte man Gegnerorientiert und heutzutage Ballorientiert. Es gibt zwar immer noch Mannschaften im unteren Amateur- und Jugendbereich bei denen diese Wandlung noch nicht stattgefunden hat, doch mit der Erhöhung der Qualität der Trainer an der Basis, wird auch hier immer mehr das Ballorientierte Spiel vorangetrieben.

Eines der Hauptgründe wieso alle leistungsorientiere Mannschaften auf das Ballorientierte Spiel umgestiegen sind ist der, dass man in Ballnähe Überzahl schafft. So ist man in der Lage offensiv zu verteidigen. Man reagiert nicht auf Aktionen des Gegners, sondern ergreift selbst die Initiative den Ball schnellstmöglich zu erobern und dann einen Angriff einzuleiten. Der ballführende Gegenspieler wird dabei zu Zweit attackiert, was in der Fußballersprache Doppeln genannt wird. Gleichzeitig werden von weiteren Mitspielern in Ballnähe die Passwege zugestellt, so dass der Ballführende zu einem Alleingang provoziert wird. Dies erleichtert die Balleroberung und durch die Überzahl in Ballnähe verfügt man so über viele Anspielstationen das Spiel fortzusetzen.

Wie genau man Überzahl in Ballnähe schafft haben wir ja nun schon zur Genüge dargelegt. Grundsätzlich verschiebt sich die Mannschaft im Kollektiv bei Einhaltung von Seiten- und Tiefenabständen zum Ball. Doch was nützt einem die Überzahl in Ballnähe, wenn man nicht genau weiß wie man sich dann richtig zu verhalten hat? Handelt man falsch, setzt sich der Gegner trotz Unterzahl durch, man foult den Gegner oder schlägt den Ball ins Seitenaus. Aus diesem Grund werden wir in diesem Artikel genau erklären, wie man korrekt doppelt um den Ball nicht zu klären, sondern zu erobern.

Je nach Spielsituation ist ein anderes Handeln notwendig. Man muss unterscheiden, ob man bereits zusammen mit seinem Mitspieler vor dem ballführenden Gegner positioniert ist, der Mitspieler erst von der Seite heranrücken muss, der Mitspieler von hinten heranrücken muss und hier nochmal ob er aus dem Zentrum oder dem Flügel kommt. Grundsätzlich gilt aber auch hier eine absolute Notwendigkeit der Kommunikation. Klare Kommandos wer attackiert (Vor!) oder (Ich!), dass man dabei ist heranzurücken (Warte!) und das man in Position ist (Bin da!).

Es gilt immer eine leichte Tiefenstaffelung beim Doppeln zu schaffen. Ein Spieler rückt entschlossen Richtung Ball vor und versucht mittels seitlicher Stellung ein Dribbling des Gegners nach innen zum Mitspieler zu provozieren. Sobald dieser erkennt, dass der Ball einen Augenblick frei ist, attackiert er.

Auch die Verzögerung des Angriffs ist ein wichtiger Bestandteil des Doppelns. Das Verzögern des Angriffs erreicht man dadurch, dass man erst dem Gegner entgegenstartet, dann dass Tempo des Gegenspielers aufnimmt und ohne ihn zu attackieren ca. zwei Meter Distanz hält. So gewinnt man Zeit für heranrückende Mitspieler und gelangt zur notwendigen Überzahl.

Frontales Doppeln im Zentrum: Der Verteidiger auf der Seite des Dribbelfußes des Angreifers rückt vor und bietet in seitlicher Stellung dem Angreifer seine schwache Seite zum Durchbruch an! Der absichernde Verteidiger attackiert den Ball, sobald dieser vom Angreifer in seiner Richtung vorgelegt wird! Aus diesem Grund darf er sich nicht zu weit vom vorderen Verteidiger entfernt positionieren!

Frontales Doppeln im Zentrum: Der Verteidiger auf der Seite des Dribbelfußes des Angreifers rückt vor und bietet in seitlicher Stellung dem Angreifer seine schwache Seite zum Durchbruch an! Der absichernde Verteidiger attackiert den Ball, sobald dieser vom Angreifer in seiner Richtung vorgelegt wird! Aus diesem Grund darf er sich nicht zu weit vom vorderen Verteidiger entfernt positionieren!

Frontales Doppeln am Flügel: Befinden sich zwei Verteidiger am Flügel (C und A) wird die Außenbahn verschlossen, um den Angreifer zum inneren Verteidiger zu steuern! Befindet sich B noch nicht am Flügel, so verzögert A den Angriff indem er Distanz zum Angreifer hält. B nimmt nun die Position von A ein und A verschließt die Außenbahn! B signalisiert A sein Kommen mit einem Kommando! Mit "Bin da!" beginnt C den Angreifer nach innen zu steuern.

Frontales Doppeln am Flügel: Befinden sich zwei Verteidiger am Flügel (C und A) wird die Außenbahn verschlossen, um den Angreifer zum inneren Verteidiger zu steuern! Befindet sich B noch nicht am Flügel, so verzögert A den Angriff indem er Distanz zum Angreifer hält. B nimmt nun die Position von A ein und A verschließt die Außenbahn! B signalisiert A sein Kommen mit einem Kommando! Mit "Bin da!" beginnt C den Angreifer nach innen zu steuern.

Nach hinten doppeln am Flügel: Der Verteidiger geht in seitlicher Stellung, um dem Angreifer die Außenbahn zum Durchbruch anzubieten! Der Mittelfeldspieler läuft außen zum Angreifer um seinen Körper zwischen Ball und Angreifer zu bringen! Erkennt der Mittelfeldspieler einen Durchbruch nach innen, so läuft er innen zum Angreifer!

Nach hinten doppeln am Flügel: Der Verteidiger geht in seitlicher Stellung, um dem Angreifer die Außenbahn zum Durchbruch anzubieten! Der Mittelfeldspieler läuft außen zum Angreifer um seinen Körper zwischen Ball und Angreifer zu bringen! Erkennt der Mittelfeldspieler einen Durchbruch nach innen, so läuft er innen zum Angreifer!

Nach hinten doppeln im Zentrum: Der Verteidiger A versucht zuerst den Pass zum Angreifer abzufangen! Gelingt dies nicht, setzt er sich wieder leicht nach hinten ab und schließt den direkten Weg zum Tor! Der Mittelfeldspieler B rückt auf Position C zurück und geht in seitlicher Stellung, um den Angreifer zum Verteidiger A zu steuern!

Nach hinten doppeln im Zentrum: Der Verteidiger A versucht zuerst den Pass zum Angreifer abzufangen! Gelingt dies nicht, setzt er sich wieder leicht nach hinten ab und schließt den direkten Weg zum Tor! Der Mittelfeldspieler B rückt auf Position C zurück und geht in seitlicher Stellung, um den Angreifer zum Verteidiger A zu steuern!

Die ganze Anleitung gibt es auch wieder als PDF-Dokument zum Ausdrucken für seine Spieler. Viel Spaß und Erfolg damit!

Zu Zweit jeden Angriff abwehren!

Im letzten Artikel haben wir beschrieben, wie man sich korrekt im 1-gegen-1 in der Defensive verhält. Dieser individualtaktische Aspekt ist der erste Schritt Richtung Viererkette. Heute werden wir den zweiten Schritt gehen und das richtige Agieren in der kleinstmöglichen Gruppe von zwei Spielern zeigen. Je nach Standort von Ball, Mitspieler, Gegenspieler und deren Anzahl sind teilweise ganz unterschiedliche Dinge zu berücksichtigen.

Greift Beispielsweise der Gegner in Überzahl an, versucht man den Angriff zu verzögern und die nicht ballführenden Angreifer aus dem Spiel zu nehmen. Hat man dagegen eine Gleichzahl mit den Angreifern, rückt man vor und ein und versucht den Ballführenden zu doppeln und Querpässe zu provozieren. Auch wenn die verschiedenen Situationen verschiedene Handlungsaktionen verlangen, so gibt es doch einige Grundregeln die immer eingehalten werden sollten: Ballorientiert verschieben, nicht kreuzen, Abstände halten, in die Tiefe staffeln, laut kommunizieren und gegenseitig absichern. Das oberste Ziel lautet bei der Gruppentaktik: Überzahl in Ballnähe schaffen!

Unter den folgenden Zeichnungen finden man eine Beschreibung, wie man sich in der abgebildeten Situation korrekt verhält. Das ganze Thema haben wir in dem Merkblatt Gruppentaktik zusammengefasst, welches der Trainer ausdrucken und an seinen Spielern verteilen kann.

Unterzahl, Ball am Flügel

Unterzahl, Ball am Flügel: Verteidiger rücken Richtung Ball ein und weichen bis auf ca. 22 Meter zurück um Zeit für nachrückende Mitspieler zu gewinnen! Seitliche Stellung zum Ballführenden einnehmen um ihn den Durchbruch nach außen anzubieten! Aus einer Unterzahl- wird dann eine Gleichzahlsituation. Die Verteidiger agieren in einer leichten Tiefenstaffelung, verhindern dadurch den Pass in die Tiefe und provozieren so zu ungefährlichen Querpässen.

Unterzahl, Ball im Zentrum: Torwart rückt immer vor, um Steilpässe abzufangen! Der Verteidiger auf der Seite des Dribbelfuß rückt vor! Er bietet so dem Ballführenden die schwache Seite zum Durchbruch an. Dort hat sich bereits der andere Verteidiger postiert der auf den Durchbruch wartet, um den Angriff abzuwehren. Die Abstände der Verteidiger müssen so klein sein, dass sie sich gegenseitig absichern können, aber auch so groß, dass sie Passwege zustellen!

Unterzahl, Ball im Zentrum: Torwart rückt immer vor, um Steilpässe abzufangen! Der Verteidiger auf der Seite des Dribbelfuß rückt vor! Er bietet so dem Ballführenden die schwache Seite zum Durchbruch an. Dort hat sich bereits der andere Verteidiger postiert der auf den Durchbruch wartet, um den Angriff abzuwehren. Die Abstände der Verteidiger müssen so klein sein, dass sie sich gegenseitig absichern können, aber auch so groß, dass sie Passwege zustellen!

Gleichzahl: Der ballnahe Verteidiger rückt vor und der ballferne Verteidiger rückt ein! Es wird versucht in Ballnähe Überzahl zu schaffen! Bei großem Abstand der Verteidiger zueinander, den Ballführenden nach außen lenken und bei kleinerem Abstand nach innen lenken um zu doppeln! Verteidiger steuern sich durch laute Kommandos!

Gleichzahl: Der ballnahe Verteidiger rückt vor und der ballferne Verteidiger rückt ein! Es wird versucht in Ballnähe Überzahl zu schaffen! Bei großem Abstand der Verteidiger zueinander, den Ballführenden nach außen lenken und bei kleinerem Abstand nach innen lenken um zu doppeln! Verteidiger steuern sich durch laute Kommandos!

Gleichzahl, Gegner hinterläuft: Gleiches Verhalten wie beim Punkt zuvor! Wird der Ballführende hinterlaufen, lassen sich beide Verteidiger diagonal in die Tiefe fallen! Somit wird der Passweg zum Hinterlaufenden zugestellt und der Ballführende kann gedoppelt werden! Immer Tiefenstaffelung, Abstände und Absicherung beachten!

Gleichzahl, Gegner hinterläuft: Gleiches Verhalten wie beim Punkt zuvor! Wird der Ballführende hinterlaufen, lassen sich beide Verteidiger diagonal in die Tiefe fallen! Somit wird der Passweg zum Hinterlaufenden zugestellt und der Ballführende kann gedoppelt werden! Immer Tiefenstaffelung, Abstände und Absicherung beachten!

Aufgaben des Mittelfelds beim Spiel mit der Viererkette

Ein großer Irrtum der noch immer seine Kreise zieht ist der, dass man glaubt, dass das Spiel mit der Viererkette nur die Abwehr betrifft. Die Leser unserer Seite wissen natürlich, dass dies absolut falsch ist. Das Spiel mit der Viererkette betrifft die komplette Mannschaft! In diesem Artikel versuchen wir die Aufgaben der Mittelfeldspieler klar auf den Punkt zu bringen.

Unsere Initiative empfiehlt für Mannschaften die neu im Bereich der Viererkette vordringen, dass das Mittelfeld auch als Viererkette agiert. Dies bedeutet grundsätzlich, dass das Mittelfeld versucht bei gegnerischen Ballbesitz komplette hinter den Ball zu kommen, kompakt zu stehen und versuchen den Ball bereits vor der Abwehrkette zu erobern. Dabei bedient sich das Mittelfeld den gleichen taktischen Mitteln wie die Abwehr. Sollte der Gegner das Spiel verlagern, muss auch das Mittelfeld darauf achten, dass sie synchron verschiebt und keine gefährlichen Lücken dabei entstehen lässt.

Beim Angriff des Gegners über den Flügel, versucht der ballnahe Mittelfeldspieler den Angreifer zusammen mit dem Außenverteidiger zu doppeln. Die restlichen Mittelfeldspieler verschieben sich Richtung Ball. Im Idealfall verstellt der Außenverteidiger den Weg nach Außen für den Angreifer, um ihn nach Innen zum Mittelfeldspieler zu lenken.

Beim Angriff durch das Zentrum, wird der ballführende Gegner von den beiden ballnahen Mittelfeldspielern gedoppelt. Wird ein Mittelfeldspieler von einem Angreifer beim Doppeln unterstützt, oder schafft es nur ein Mittelfeldspieler druck auf den Gegner auszuüben, bildet dieser Mittelfeldspieler mit den beiden benachbarten Mittelfeldspielern ein Abwehrdreieck und der vierte Mittelfeldspieler rückt ein.

Wird nun vom Gegner ein Pass in die Tiefe zur Sturmspitze gespielt, jagen je nach Spielsituation ein bis zwei Mittelfeldspieler nach, um die Sturmspitze zusammen mit dem aufrückenden Abwehrspieler zu doppeln.

Sollten die zentralen Mittelfeldspieler erkennen, dass der Gegner Probleme mit der Ballannahme hat geben sie ein Kommando zum Pressing. Der ballführende Gegner wird nun von mindestens zwei Spielern attackiert und seine Anspielstationen aggressiv zugestellt. Alle Spieler schieben deutlicher Richtung Ball. Darauf achten, dass die Abwehrkette und der Angriff dabei nicht weiter als zehn Meter vom Mittelfeld entfernt ist.

Bei der Balleroberung strömen die Spieler in alle Richtungen aus um Anspielstation in Breite und Tiefe zu schaffen. Also verwirklichen sie so die Idee der Dreiecksbildung. Wird der Spielaufbau von einem Innenverteidiger initiiert, so bieten sich die beiden zentralen Mittelfeldspieler in deutlicher Tiefenstaffelung zum Zuspiel an. Die beiden äußeren Mittelfeldspieler besetzten die Halbpositionen.

Übrigens bei der Balleroberung schalten sich die Außenverteidiger mit ins Angriffsspiel ein! Sie können z.B. den ballführenden Mitspieler auf ihrer Seite hinterlaufen oder Doppelpass mit den zentraler positionierten Mitspielern spielen. Lediglich die beiden Innenverteidiger bleiben hinter dem Ball. Sie bieten sich aber für Rückpässe an, um das Spiel verlagern zu können.