Erfolgreich in der C-Jugend auf Viererkette umgestellt

Theorie ist immer gut und schön, aber funktioniert dies auch in der Praxis? Diese Frage wird sich der eine oder andere Leser unserer Seite schon gestellt haben. Gerade dann, wenn man sich nicht sicher ist ob etwas funktioniert, können einem Erfahrungsberichte enorm weiterhelfen. Einen solchen Erfahrungsbericht möchten wir mit diesem Artikel liefern.

Ausgangslage beim Umstellen auf Viererkette in der C-Jugend war eine durchschnittliche Mannschaft in der noch kein Spieler mit der Viererkette spielte und auch kein Spieler Vorwissen in diesem Bereich besaß. Es war auch nur wenig Vorwissen im Bereich 1-gegen-1 in der Defensive vorhanden.

Mit einer dreiwöchigen Vorbereitung begann man mit der Einführung der Viererkette, wie sie in Spielend zur Viererkette beschrieben ist. Während der Saison wird zweimal trainiert auf Kunstrasen und Asche. In dieser Zeit wurde nach dem Konzept von Fußballtraining mit Kids trainiert. Es wurde also nach der Vorbereitung nur noch relativ wenig Viererkette trainiert. Es beschränkte sich meist darauf, dass man ab und zu 4-gegen-4 spielte, bzw. im Abschlussspiel wert auf eine ballorientierte Verteidigung legte.

Vom ersten Spiel an wurde konsequent mit Viererkette gespielt und im Laufe der Saison nur zweimal kurz vor Schluß auf Dreierkette, zugunsten eines dritten Stürmers, umgestellt. Damit hatte man dann jeweils einen Rückstand aufgeholt.

Die Viererkette war somit vom ersten Saisonspiel an wettkampftauglich. Im Laufe der Saison verbesserte sie sich kontinuierlich und es wurden immer mal “neue” Spieler in die Viererkette integriert, so dass nach 2/3 der Saison viele Konstellationen für den Trainer möglich sind.

Tabellarisch hat man sich in der Spitzengruppe der Leistungsklasse mit den zweitmeisten geschossenen Toren festgesetzt. Zusätzlich hat man, wenn man ein einziges Spiel streicht, auch die wenigsten Gegentreffer der Liga bekommen. Zwischen dem Hinspiel und dem Rückspiel des nächsten Gegners kassierte man inkl. Freundschaftsspiele nur einen Gegentreffer. Das sind ca. vier Monate.

Man mag vielleicht einwenden, dass man auf besonders komfortable Arbeitsbedingungen stieß. Aber auch als Trainer dieser Mannschaft ist man mit diversen Problemen konfrontiert, wie sie oft im Jugendbereich vorzufinden sind.

Nach ca. sechs Monaten Viererkette kann man sagen, dass diese Spielweise in der Mannschaft kein großes Thema mehr ist und einfach ohne groß drüber nachzudenken umgesetzt wird. Probleme würde man nur bekommen, wenn man jetzt von den Spielern erwarten würde, dass sie wieder Gegnerorientiert spielen sollten. Die Viererkette ist zu einer solchen Selbstverständlichkeit gewachsen, dass die Spieler garnicht mehr genau wüssten wie sie ihr altes Spiel umsetzen sollten.

Die souveräne Spielweise der Viererkette ist schon DFB-Stützpunkttrainern aufgefallen. Die von sich aus mit diesem Thema an den Trainer herantraten. Durch das moderne Spiel wird man für den DFB interessant und es steigen die Chancen der Spieler für die Kreisauswahl nominiert zu werden.

Neulich wurde die Initiative abwehrkette.de gefragt, auf welche typische Anfängerfehler man bei der Umstellung achten sollte. Deshalb werden wir hier zum Schluss noch kurz erwähnen, dass das Stellungsspiel, wie auch das Verschieben und doppeln sehr schnell gelernt wird.

Größere Aufmerksamkeit sollte man dagegen seinen Innenverteidigern widmen. Die müssen auf jedenfall lernen, dass sie bei einem Flugball des Gegners in die Spitze, sich sofort in die Tiefe fallen lassen, damit sie mit Tempo in den Ball gehen können. Erfahrungsgemäß dauert es etwas länger bis die Abwehr begreift, dass sie nur knapp 10 Meter hinter dem Mittelfeld postiert sein soll. Die Außenverteidiger sollen sich immer ins Angriffsspiel einschalten oder zumindest den freien Raum zwischen Innenverteidigung und dem Angriffsschwall besetzen. Auch alle Spieler (besonders aber die Innenverteidiger) immer wieder auffordern den in den Zweikampf gehenden Mitspieler abzusichern. Angreifer oder Mittelfeldspieler die ausgespielt oder überspielt werden, setzen nach und versuchen nach hinten zu doppeln. Der ballnahe Innenverteidiger rückt zum ballführenden Gegner vor und bildet zusammen mit seinen Mitspielern ein Abwehrdreieck.

Wer ähnliche Erfolge verbuchen möchte, wird in Spielend zur Viererkette einen guten Ratgeber finden!

Einfach und Erfolgreich spielen mit der Viererkette

Bayer Leverkusen ist in der Bundesliga eine der Überraschungsmannschaften der Saison. Nach dem 16. Spieltag befinden sich die Heynckes-Elf ohne Niederlage an der Tabellenspitze. Als zu Saisonbeginn der neue Trainer Jupp Heynckes kam, gab es einige Änderungen im System von Bayer. Bisher agierte man ständig im Pressing und spielte im Mittelfeld mit einer Raute. Das ständige Pressing wurde reduziert und auch von der Raute im Mittelfeld hat man sich verabschiedet. Man spielt nun mit einer Viererkette vor der Abwehrkette und es wird nun nur noch gezielt gepresst. Bei gegnerischen Ballbesitz im Mittelfeld verschieben sich zwei kompakte Viererketten hinter dem Ball und ein Angreifer übt Druck auf den ballführenden Gegner aus.

Die ballfernen Seiten werden bei Bayer komplett vernachlässigt. Das oberste Ziel lautet, Überzahl in Ballnähe zu schaffen und dabei die Räume so eng wie möglich für den Gegner zu gestalten. Dieses System unterscheidet sich relativ stark vom niederländischen System, welches Bayern München unter Louis van Gaal spielt. Hier ist das Spielfeld in Zonen unterteilt, welches das Ziel verfolgt, in jeder Spielsituation Zugriff auf alle gegnerische Anspielstationen zu haben.

Dieses klassische System der Heynckes-Elf ist im Grunde so einfach wie wirkungsvoll. Die Mannschaft hat schnell die Spielphilosophie ihres neuen Trainers verinnerlicht und stellt nun nach 16 Spieltagen die beste Defensive der Liga. Das sehr ausgeprägte ballorientierte Spiel von Bayer ist sogar so simpel, dass man es bereits in den Grundzügen in mittleren Jugendmannschaften recht schnell einführen kann. Die taktischen Vorgaben halten sich in Grenzen, was wiederum Raum für die kreative Entfaltung der Spieler zulässt.

Auffallend bei der Viererkette von Bayer ist, dass diese sehr stark und kompakt auf einer Linie agiert. Befindet sich der Ball beim Gegner im Mittelfeld, so versucht sie keine Tiefenstaffelung herzustellen. Es befinden sich so kaum Schnittstellen in der Viererkette für den finalen Pass. Dies führt dazu, dass die gegnerischen Spitzen dem Ballführenden oft entgegenstarten müssen. Das nutzt die Abwehrkette um aufzurücken und so den Raum für den Gegner noch mehr zu verengen.

Die Linie in der Abwehrkette wird aber unter gewissen Bedingungen aufgehoben. Befindet sich der ballführende Gegner im Mittelfeld nicht unter genügend druck, so lassen sich die beiden Innenverteidiger etwas in der Tiefe fallen. Auch lässt sich ein Innenverteidiger fallen, wenn der andere Innenverteidiger in den Zweikampf geht. Dies ermöglicht ihm im Falle eines verlorenen Zweikampfs seines Mitspielers noch rettend einzugreifen.

Die Seitenabstände der Viererketten bleiben beim Verschieben gleich. Jedoch werden die Seitenabstände in der Abwehrkette in dem Verhältnis geringer, wie sich der Gegner dem eigenen Tor nähert. Teilweise betragen die Abstände zueinander nur 2-3 Meter. Durch diese Kompaktheit in dem gefährlichen Bereich zentral vor dem Tor, versucht Bayer den Gegner nach außen zu drängen. Man vertritt hier ganz klar die Ansicht, dass der Flügel ungefährlicher für das eigene Tor ist als das Zentrum. Bei Bayer wird also immer von innen nach außen verteidigt, bzw. ihr Balleroberungs-System angewandt.

Nach der Balleroberung agiert Bayer sehr flexibel und zielstrebig nach vorne. Spätestens nach 3-4 Querpässen erfolgt der Pass nach vorne. Die Innenverteidiger schrecken auch nicht vor einem langen Pass in die Sturmspitze zurück. Hier versucht Bayer durch aggressives Pressing den zweiten Ball zu erobern und so gleich in einer aussichtsreichen Situation vor dem gegnerischen Tor zu kommen. Die Innenverteidiger schlagen auch lange Diagonalpässe zu den Mittelfeldaußen. Ihm rücken dann bewusst keine Mitspieler entgegen, die wiederum Defensivspieler des Gegners nach sich ziehen würden. So ermöglicht man dem Mittelfeldaußen eine 1-gegen-1-Situation am Flügel und, bei einem erfolgreichen Durchbruch, der Zug zum Tor. Oft rücken auch bei der Spieleröffnung der Innenverteidiger, die Mittelfeldaußen ins Zentrum als Anspielstationen und schaffen so Platz für vorrückenden Außenverteidiger.

Das Spiel Bayer Leverkusens ist auch dadurch gekennzeichnet, dass immer einer der beiden Angreifer sehr viel Defensivarbeit leistet. Er schließt u.a. Löcher im Mittelfeld und arbeitet am Flügel, um der anderen Spitze das Angriffszentrum zu überlassen. Erkennen die beiden Angreifer, dass Mitspieler den Ball erobert haben, versuch sie mit Tempo in die Spitze zu kommen. Dabei starten sie oft von einem Punkt und kreuzen sehr oft ihre Laufwege. Bietet sich einem Angreifer nicht der direkte Weg zum Tor, so behauptet er den Ball für nachrückende Mitspieler. Oft schieben auch beide Angreifer bewusst nach außen in einer Richtung, um so Räume für Spieler aus der zweiten Reihe zu schaffen.

Bei der Spieleröffnung des Gegners tief in deren Hälfte wird der Ballführende oft von den beiden Angreifern seitlich angelaufen, um so einen Pass ins Zentrum zu provozieren. Im Zentrum lauern dann Mitspieler die bei einem solchen Pass den Gegner sofort aggressiv attackieren. Die ganze Mannschaft schiebt dabei nach Vorne Richtung Ball. Diese Art des Forecheckings kostet zwar Kraft, doch gezielt im Verlaufe des Spiels angewandt, ergeben sich daraus oft sehr gute Torchancen und man vermittelt dem Gegner das Gefühl unter ständigem Druck zu stehen.

Zu Zweit jeden Angriff abwehren!

Im letzten Artikel haben wir beschrieben, wie man sich korrekt im 1-gegen-1 in der Defensive verhält. Dieser individualtaktische Aspekt ist der erste Schritt Richtung Viererkette. Heute werden wir den zweiten Schritt gehen und das richtige Agieren in der kleinstmöglichen Gruppe von zwei Spielern zeigen. Je nach Standort von Ball, Mitspieler, Gegenspieler und deren Anzahl sind teilweise ganz unterschiedliche Dinge zu berücksichtigen.

Greift Beispielsweise der Gegner in Überzahl an, versucht man den Angriff zu verzögern und die nicht ballführenden Angreifer aus dem Spiel zu nehmen. Hat man dagegen eine Gleichzahl mit den Angreifern, rückt man vor und ein und versucht den Ballführenden zu doppeln und Querpässe zu provozieren. Auch wenn die verschiedenen Situationen verschiedene Handlungsaktionen verlangen, so gibt es doch einige Grundregeln die immer eingehalten werden sollten: Ballorientiert verschieben, nicht kreuzen, Abstände halten, in die Tiefe staffeln, laut kommunizieren und gegenseitig absichern. Das oberste Ziel lautet bei der Gruppentaktik: Überzahl in Ballnähe schaffen!

Unter den folgenden Zeichnungen finden man eine Beschreibung, wie man sich in der abgebildeten Situation korrekt verhält. Das ganze Thema haben wir in dem Merkblatt Gruppentaktik zusammengefasst, welches der Trainer ausdrucken und an seinen Spielern verteilen kann.

Unterzahl, Ball am Flügel

Unterzahl, Ball am Flügel: Verteidiger rücken Richtung Ball ein und weichen bis auf ca. 22 Meter zurück um Zeit für nachrückende Mitspieler zu gewinnen! Seitliche Stellung zum Ballführenden einnehmen um ihn den Durchbruch nach außen anzubieten! Aus einer Unterzahl- wird dann eine Gleichzahlsituation. Die Verteidiger agieren in einer leichten Tiefenstaffelung, verhindern dadurch den Pass in die Tiefe und provozieren so zu ungefährlichen Querpässen.

Unterzahl, Ball im Zentrum: Torwart rückt immer vor, um Steilpässe abzufangen! Der Verteidiger auf der Seite des Dribbelfuß rückt vor! Er bietet so dem Ballführenden die schwache Seite zum Durchbruch an. Dort hat sich bereits der andere Verteidiger postiert der auf den Durchbruch wartet, um den Angriff abzuwehren. Die Abstände der Verteidiger müssen so klein sein, dass sie sich gegenseitig absichern können, aber auch so groß, dass sie Passwege zustellen!

Unterzahl, Ball im Zentrum: Torwart rückt immer vor, um Steilpässe abzufangen! Der Verteidiger auf der Seite des Dribbelfuß rückt vor! Er bietet so dem Ballführenden die schwache Seite zum Durchbruch an. Dort hat sich bereits der andere Verteidiger postiert der auf den Durchbruch wartet, um den Angriff abzuwehren. Die Abstände der Verteidiger müssen so klein sein, dass sie sich gegenseitig absichern können, aber auch so groß, dass sie Passwege zustellen!

Gleichzahl: Der ballnahe Verteidiger rückt vor und der ballferne Verteidiger rückt ein! Es wird versucht in Ballnähe Überzahl zu schaffen! Bei großem Abstand der Verteidiger zueinander, den Ballführenden nach außen lenken und bei kleinerem Abstand nach innen lenken um zu doppeln! Verteidiger steuern sich durch laute Kommandos!

Gleichzahl: Der ballnahe Verteidiger rückt vor und der ballferne Verteidiger rückt ein! Es wird versucht in Ballnähe Überzahl zu schaffen! Bei großem Abstand der Verteidiger zueinander, den Ballführenden nach außen lenken und bei kleinerem Abstand nach innen lenken um zu doppeln! Verteidiger steuern sich durch laute Kommandos!

Gleichzahl, Gegner hinterläuft: Gleiches Verhalten wie beim Punkt zuvor! Wird der Ballführende hinterlaufen, lassen sich beide Verteidiger diagonal in die Tiefe fallen! Somit wird der Passweg zum Hinterlaufenden zugestellt und der Ballführende kann gedoppelt werden! Immer Tiefenstaffelung, Abstände und Absicherung beachten!

Gleichzahl, Gegner hinterläuft: Gleiches Verhalten wie beim Punkt zuvor! Wird der Ballführende hinterlaufen, lassen sich beide Verteidiger diagonal in die Tiefe fallen! Somit wird der Passweg zum Hinterlaufenden zugestellt und der Ballführende kann gedoppelt werden! Immer Tiefenstaffelung, Abstände und Absicherung beachten!

Ab sofort jeden Zweikampf gewinnen!

Die Trainingsmethodik unserer Einheiten und auch die aus den Büchern Martin Hasenpflugs sind vom Einfachen zum Schweren strukturiert. Alle Übungen so unkompliziert und regelarm wie möglich konzipiert. Erklärungen auf ein Minimum reduziert. Nur die essentiellen Aspekte der einzelnen Bereiche des Fußball dargelegt. Eine gewisse Detailtiefe wird gemieden, aber unbewusst suggeriert. Aus dem Grund, dass man den jugendlichen Spieler nicht durch eine Informationsflut überfordert und so den natürlichen Spieltrieb hemmt. Die Methodik ist jedoch so aufgebaut, dass die Spieler die Möglichkeit haben die Feinheiten eigenständig zu antizipieren.

Heute haben wir das Thema 1-gegen-1-Situationen in der Defensive. Dies zu trainieren ist ein unentbehrlicher Schritt zum Weg zur Viererkette und auch eine Sache die man immer wieder trainieren sollte, um die Qualität der Viererkette aufrecht zu erhalten, bzw zu verbessern.

Zum Abschluss oder begleitend zum Trainieren von 1-gegen-1-Situationen in der Defensive möchten wir an dieser Stelle wieder ein Zettel unseren Lesern anbieten, den sie ausdrucken und an ihren Spielern verteilen können. Es hat sich in der Vergangenheit bewehrt, dass man den Spielern eine Möglichkeit an die Hand gibt, sich das Gelernte zuhause nochmal anzusehen, zu visualisieren und durch gelegentliches nachschauen im Kopf präsent hält.

Sollten bei den Spielern arge Defizite in diesem Bereich vorhanden sein, sollte das Training von 1-gegen-1-Situationen in der Defensive unbedingt am Anfang zur Umstellung auf die Viererkette stehen und in mindestens vier Trainingseinheiten als Schwerpunkt behandelt werden.

Das Merkblatt kann hier heruntergeladen werden.

Aussenbahn: Angreifer bis auf ca. 2 Meter entgegenstarten! Seitliche Stellung einnehmen! Den direkten Weg zum Tor verstellen! Auf den Fußballen bewegen! Nur auf den Ball konzentrieren! Eventuell Scheinangriffe anwenden! Die Aussenbahn zum Durchbruch anbieten! Beim Durchbruch (Angreifer legt sich den Ball vor) Körper zwischen Ball und Angreifer schieben!

Aussenbahn: Angreifer bis auf ca. 2 Meter entgegenstarten! Seitliche Stellung einnehmen! Den direkten Weg zum Tor verstellen! Auf den Fußballen bewegen! Nur auf den Ball konzentrieren! Eventuell Scheinangriffe anwenden! Die Aussenbahn zum Durchbruch anbieten! Beim Durchbruch (Angreifer legt sich den Ball vor) Körper zwischen Ball und Angreifer schieben!

Zentral: Angreifer bis auf ca. 2 Meter entgegenstarten! Schussbein des Gegners erkennen (meist Dribbelfuß)! Seitliche Stellung einnehmen! Abstand zum Angreifer halten! Nur auf den Ball konzentrieren! Die Seite des „schwachen Fuß“ des Angreifers zum Durchbruch anbieten! Beim Durchbruchsversuch den Ball von der Seite klären!

Zentral: Angreifer bis auf ca. 2 Meter entgegenstarten! Schussbein des Gegners erkennen (meist Dribbelfuß)! Seitliche Stellung einnehmen! Abstand zum Angreifer halten! Nur auf den Ball konzentrieren! Die Seite des „schwachen Fuß“ des Angreifers zum Durchbruch anbieten! Beim Durchbruchsversuch den Ball von der Seite klären!

Im Rücken des Angreifers: Den Angreifer möglichst eng decken, jedoch ohne Körperkontakt! Nur auf den Ball konzentrieren! Erst den Ball attackieren, wenn sich der Angreifer zum Tor dreht und man den Ball sicher klären kann.

Im Rücken des Angreifers: Den Angreifer möglichst eng decken, jedoch ohne Körperkontakt! Nur auf den Ball konzentrieren! Erst den Ball attackieren, wenn sich der Angreifer zum Tor dreht und man den Ball sicher klären kann.

Angreifer wird angespielt: Seitlich versetzt hinter dem Angreifer stehen! Angreifer und Zuspieler genau beobachten! Beim Zuspiel versuchen den Ball abzufangen! Sollte man erkennen, dass dies nicht gelingt, sofort den Versuch der Balleroberung abbrechen und wieder hinter dem Angreifer postieren. Jetzt gleiches Handeln wie im „Rücken des Angreifers“!

Angreifer wird angespielt: Seitlich versetzt hinter dem Angreifer stehen! Angreifer und Zuspieler genau beobachten! Beim Zuspiel versuchen den Ball abzufangen! Sollte man erkennen, dass dies nicht gelingt, sofort den Versuch der Balleroberung abbrechen und wieder hinter dem Angreifer postieren. Jetzt gleiches Handeln wie im „Rücken des Angreifers“!

Positionspezifische Aufgaben im 4-4-2

In diesem Artikel möchten wir einen kurzen Überblick über die positionspezifischen Aufgaben in einem 4-4-2-System geben. Der Trainer sollte seinen Spielern immer wieder vergegenwärtigen welche speziellen Aufgaben mit ihrer Spielposition verbunden sind und diese dann auch regelmäßig trainieren.

Torspieler: Dieser dirigiert die Deckungszuweisungen seiner Vorderleute. Er bietet sich beim Spielaufbau als zusätzliche Anspielstation im Rückraum an, um bei einem Zuspiel das Spiel verlagern zu können. Er agiert vor der Torlinie, je weiter der Ball von ihm entfernt ist, desto weiter rückt er vor. So ist er in der Lage Pässe im Rücken der Abwehr abzufangen. Trainingstipp: Den Torspieler immer wieder als Feldspieler im Mannschaftstraining mitwirken lassen.

Innenverteidiger: Sichern sich gegenseitig und ihre Außenverteidiger ab. Dirigieren die Viererkette, indem sie Kommandos zur Spielerübergabe, Attackieren, Aufrücken, Einrücken usw. geben. Durch sichere Pässe eröffnen sie den Spielaufbau. Situationsbedingt schalten sie sich ins Angriffsspiel ein, indem sie z.B. den Rückraum zur Spielverlagerung besetzen. Trainingstipp: 1-gegen-1-Situationen “Gegner im Rücken”.

Außenverteidiger: Sie üben Druck auf den Ballführenden Gegner auf ihrer Seite aus. Ist der Gegner mit Ball auf der Gegenseite, rücken sie ein. Stoßt ein Innenverteidiger zur Balleroberung nach vorne, rücken sie ein um die innere Linie zum Tor zu schließen. Beim Spielaufbau schalten sie sich mit in den Spielaufbau ein, indem sie Anspielstationen am Flügel schaffen, in den Strafraum flanken, mit diagonalen Flugbällen das Spiel verlagern und selbst nach Innen Richtung Tor ziehen und zum Torabschluss gelangen. Trainingstipp: 1-gegen-1-Situationen “Gegner am Flügel”, Doppelpass und Hinterlaufen.

Zentralen Mittelfeldspieler: Sie geben die Kommandos zum Verschieben. Dirigieren die Angreifer zum Stören des gegnerischen Spielaufbaus. Durch Pässe in den Nahtstellen der Abwehr ermöglichen sie den Angreifern Torchancen. Sie stoßen selbst als dritte Spitze nach Vorne, werden dann aber vom anderen zentralen Mittelfeldspieler abgesichert. Trainingstipp: Pass in die Tiefe und Ballan- & Ballmitnahme.

Linker/Rechter Mittelfeldspieler: Sie unterstützen die Außenverteidiger beim Doppeln. Sie setzen den Ballführenden Gegner auf ihrer Seite bereits im Mittelfeld unter Druck. Befindet sich der Gegner mit Ball auf der Gegenseite rücken sie bis ins Zentrum ein. Sie agieren über die komplette Spielfeldlänge und können je nach Spielsituation von Außenverteidiger bis Außenstürmer alles sein. Sie dribbeln bis zur Grundlinie um in den Strafraum zu flanken oder in den Rückraum zu passen. Durch diagonale Dribblings stoßen sie selbst Richtung Tor und suchen den Torabschluss. Trainingstipp: Flugbälle und Schnelligkeit.

Angreifer: Aufbauspiel des Gegner stören und es in einer vorab besprochenen Richtung lenken (Zentrum oder Außen). Ball behaupten für nachrückende Mitspieler. Rouchieren, Lücken in der Abwehr erkennen und Pässe durch diese fordern. Über einen Torriecher verfügen (Spielsituationen antizipieren). 1-gegen-1-Situationen suchen und zum Torabschluss gelangen. Trainingstipp: Kopfball und 1-gegen-1 in der Offensive.

Komplette Trainingseinheiten zu den genannten Trainingstipps findet man in Martin Hasenpflugs Lehrbuch: Fußballtraining mit Kids - In 12 Wochen zum Spitzenteam.

Erfahrungsbericht Viererkette in der C-Jugend

Wir freuen uns immer wieder zu lesen, wenn außenstehende Trainer von unserer Webseite inspiriert werden und das Wagnis eingehen auf Viererkette umzustellen. Entgegen landläufiger Unwissenheit - wo wir schon zur Genüge darauf hingewiesen haben - benötigt man zum Spielen der Viererkette keine Bundesligaprofis, sondern lediglich einen Trainer der in der Lage ist das System zu vermitteln.

Dass mit der Viererkette untrennbare Ballorientierte Spiel ist sogar das natürliche Verhalten jeden Spielers. Man muss sich nur mal Spiele der Bambinis oder der F-Jugenden ansehen. Hier wird man feststellen, dass alle Spieler sich zum Ball hinbewegen und irgendwie auch immer mitmischen wollen. Im Ballbesitz denken alle Spieler offensiv und bei gegnerischen Ballbesitz wollen alle Spieler den Ball schnellstmöglich wieder zurück. Erst die falschen Anweisungen der Trainer führt dazu, dass die Spieler sich mehr an den Gegenspieler, anstatt an den Standort des Balls orientieren und stur ihre Position halten, anstatt sich dynamisch und kreativ in jeder Spielsituation mit einzubringen. Durch diese Spielweise unterdrücken die Spieler ihren natürlichen Instinkt in jeder Spielsituation für die Mannschaft aktiv zu sein. Dies hat zur Folge, dass die Spieler eine Art von Passivität entwickeln die absolut abträglich ihrer fußballerischen Entwicklung ist.

Vor ein paar Tagen bekamen wir einen Bericht per E-Mail von einem Trainer der mit seiner C-Jugend erfolgreich mit Viererkette in einer unteren Liga spielt. Ohne Niederlage und mit nur sieben Gegentoren in fünf Spielen ist er Punktgleich mit dem Tabellenführer. Er hat uns einen Spielbericht zu seinem letzten Spiel zugesandt, welches er 1:0 gegen den bisherigen Tabellenführer gewonnen hat. Diesen möchten wir an dieser Stellen wiedergeben:

Die Aufstellung wurde nur auf zwei Position verändert. Tobias K. wurde im linken Mittelfeld aufgestellt, da er mit Tobias S., dem linken Außenverteidiger ein besseres Duo bildete. Allerdings hatte Tobias K. im Training sehr große Unsicherheiten in der Ballannahme und beim Passen gezeigt. Er war allerdings ein Kämpfer und des sollte er auch unter Beweiss stellen. Im Sturm spielte Philip für Alexander, der leider das Abschlusstraining am Freitag unentschuldigt verpasst hatte. Kurze Denkpause für Ihn.

1. Hz: Aufgeregtes Hin-und-Her-Gebolze ohne dass unsere Mannschaft so richtig ins Spiel gefunden hat. Wir haben sehr viele Bälle im Mittelfeld durch dummes nach vorne schiessen verloren und unsere gesamte Angriffsseite war blass. Unsere 14, war bis dato ein Totalausfall, obwohl er immer zu einem der besten im rechten Mittelfeld gehörte. Unsere 6 hat endlich gezeigt, warum er Captain ist. Er hat in den Zweikämpfen gezeigt, warum er seinen Stammplatz bekommen hat. Endlich ging er in die Zweikämpfe. Unsere rechte Angriffsseite war praktisch nicht vorhanden, unsere besten 8 und 10 waren absolut unauffällig. Es dauerte bis zur 25. Spielminute, dass wir den ersten Torschuss auf das gegnerische Tor landen konnten. Wobei der Torwart hier zeigte, dass er das Fangen nicht wirklich beherrschte. Unser Abwehrspieler 3, hat in Sachen kontrollierter Ballannahme und Passen wahrscheinlich immer gefehlt. Bolzen war seine Devise. Sichere Bälle zu den Mitspieler in der Viererkette waren so gut wie nicht vorhanden. Er wurde bei einer Aktion verletzt und konnte nicht mehr Laufen. Halbzeitstand: 0:0

In der Halbzeitpause habe ich den Jungs nochmal klar gemacht, dass sie definitiv alles drauf haben. Aber den Gewinner unterscheidet vom Verlierer, dass er das gelernte zum richtigen Zeit abrufen kann.

2. Hz: Direkt nach der Halbzeit erzielten wir das 1:0 (Abstaubertor) durch unsere 7, der danach wie geplant ausgewechselt wurde. Durch die verletzte Nummer 3 mussten wir unseren 8-er auf die Position des rechten Außenverteidigers stellen und den anderen Außenverteidiger auf die Innenverteidiger-Position. 13 - 11 - 5 - 8 war die neue Abwehrkette. Nach dem Tor und der Umstellung, der Bolzer war raus. Wurde endlich so ein Fussball gespielt, wie wir es trainiert hatten. Es spielte fortan nur noch eine Mannschaft - Wir! Kurze, direkte Pässe die auch ankamen und schöne Spielzüge ermöglichten. Wir hatten in zehn Minuten mehr Torchancen als in der gesamten ersten Halbzeit zuvor.

Schlusspfiff und wir haben gewonnen. Ungeschlagen sind wir bisher, leider aber auch nur Tabellenzweiter - schlechteres Torverhältnis. Wahrscheinlich bis zum 18.10. dann treffen unsere Verfolger aufeinander.

Felix Magath mit drei Innenverteidigern zum Erfolg

In unserem Artikel DFB-Chefscout und die Zukunft des Fußballs ist nachzulesen, wie Urs Siegenthaler die deutschen Trainer aufmuntert über den eignen Tellerrand zu schauen. Sie sollen das vorhandene nicht als unumstößliche Wahrheit sehen, sondern mit dem Zeitgeist gehen und für bestehende Probleme neue und kreative Lösungen finden. So verwies er z.B. darauf, dass der FC Barcelona anfing mit drei Stürmern zu spielen und dabei große Erfolge erzielte und plötzlich war die Dritte Spitze in aller Munde.

Gestern spielte Schalke 04 beim 1. FC Köln. Der 1. FC Köln hat gegen keine andere Mannschaft in der Liga soviele Heimsiege verbucht wie gegen Schalke 04. Und Schalke war wirklich in keiner guten Ausgangssituation. So mussten sie kurzfristig die Ausfälle von Rafinha, Kuranyi und Mineiro kompensieren. Hinzu kommt der langzeitverletzte Jones, der eigentlich in dem sowieso arg begrenzten Schalker Kader die Fäden ziehen sollte. Diese Dezimierung an Leistungsträgern war es aber nicht allein die auf Schalke lastete. So kamen in den letzten Tagen öffentliche Diskussionen auf, dass Schalke mit der Zahlung der Spielergehälter rund vier Wochen in Verzug sei und dass man noch rund 20-25 Millionen bis zum Jahresende auftreiben muss, um für diese Saison zahlungsfähig zu bleiben.

Das Interessante für uns an diesem Spiel war aber, dass Felix Magath nach rund 20 Minuten auf das 3-4-3 umstellte. Schalke agierte nun mit drei Innenverteidigern, die bei einem Kölner Angriff zu einer Fünferkette wurde. Die beiden Mittelfeldspieler außen ließen sich in die Abwehrkette fallen und die beiden zentralen Mittelfeldspieler sorgten dafür, dass Schalke in zentraler Position vor dem eigenen Tor sehr kompakt standen.

Letztlich gewannen die Schalker mit drei Innenverteidigern 2:1 in Köln und belegen nun nach fünf Spieltagen überraschend den dritten Tabellenplatz. Felix Magath ging volles Risiko und wurde belohnt. Nicht umsonst sagt man, dass den Mutigen die Welt gehört. Oft scheitern innovative Ideen nur daran, dass man nicht den Mut hat sie mit der letzten Konsequenz durchzusetzen. Man mischt sie noch mit althergebrachten und sie funktioniert nicht. Die grundsätzlich gute Idee wird nun wieder verworfen und man setzt aufs altbewährte.

Ob es nun die vier Stürmer sind oder die drei Innenverteidiger von Felix Magath ist nicht das Entscheidende. Entscheidend ist, dass man sich und sein System immer wieder in Frage stellt, sich dem Fortschritt nicht verschließt, die eigene Situation erkennt, kreativ nach alternative Wege sucht und diese dann mutig bis zur letzten Konsequenz umsetzt.