Leserbrief: C-Jugend lernt Viererabwehrkette

Aufgrund den Informationen auf unserer Seite konnten schon einige Trainer vom gegnerorientierten Spiel des Liberos auf das ballorientierte Spiel mit der Viererkette umstellen. Die Besucherzahlen unserer Seite zeugen hier von großem Interesse seitens lernwilliger Trainer! Beschäftigt man sich paar ruhige Minuten mit der Sache fragt mich sich, wo denn nun der komplizierte Aspekt der Viererkette ist. Hat man die ersten Trainingseinheiten zur Viererkette hinter sich und das erste Spiel mit dem neuen System absolviert, fragt man sich wieso man nicht schon viel früher umgestellt hat.

Es ist also keine große Kunst modernen Fußball zu spielen. Eine Nicht-Umstellung rührt in den meisten Fällen daher, dass man als Trainer zu bequem ist oder eine Versagensangst das erfolgreich durchzuziehen. Um entsprechenden Trainern für eine Umstellung zu motivieren, bzw. Mut zu machen soll folgender Leserbrief dienen. Geschrieben von einem Trainer der seine C-Jugend in der Winterpause die Viererkette vermittelt hat:

Die Hinrunde lief alles andere als erfreulich. Wir befanden uns auf einem Abstiegsplatz, verloren jedes Spiel deutlich und dementsprechend frustriert waren die Spieler. Wir hatten also nichts zu verlieren und wussten das eine Veränderung der Mannschaft nur gut tun kann. Also entschieden wir uns mithilfe der Inhalte der Initiative abwehrkette.de auf Viererabwehrkette umzustellen.

Unsere Ziele der Umstellung:

  • Beteiligung offensiver/defensiver Aktionen aller Spieler
  • Gezielter Spielaufbau
  • Eigenverantwortung und Kreativität der Spieler fördern
  • Gemeinsam etwas erreichen (Trainer und Spieler ziehen am gleichen Strang)

Begonnen haben wir mit dem Training in den letzten beiden Februarwochen. Bis Ende des Monats hatten wir nur einmal pro Woche und anschließend bis Mitte März zweimal pro Woche Training. Doch in diesen Einheiten legten wir den Grundstock für die Umstellung. Bis dahin hatten die Jungs kaum was von Taktik gehört, geschweige denn taktisches Training gehabt. Daher war ich selbst gespannt wie sie darauf reagieren würden. Wir starteten das Training mit dem Schwerpunkt 1-gegen-1 in der Defensive. Nach den ersten paar Trainingseinheiten war ich überzeugt, dass sich die Jungs mit der Umstellung nicht schwer tun werden. Meine Erklärungen verfolgten sie sehr aufmerksam und sie waren sehr motiviert bei der Sache.

Im Anschluss dieser Trainingseinheiten gab ich ihnen ein Taktikblatt über das defensive Verhalten in der Viererabwehrkette mit und informierte sie über meine Absichten. Nachdem sich die Jungs zuhause mit dem Blatt auseinander gesetzt hatten, diskutieren wir gemeinsam das Ganze 30 Minuten lang beim nächsten Training. Danach wagten wir die ersten Schritte. Da viele Teile der Viererkette versteckt, z.B. im Abschlussspiel trainiert werden können, wurde es ihnen nie zu viel und trotzdem lernten sie immer mehr dazu.

Am Ende der ersten vollen Trainingswoche (drei Trainingseinheiten) hatten wir das erste Freundschaftsspiel, welches bewusst gegen einen unterklassigen Gegner gewählt wurde. Die Jungs gewannen das Spiel und spielten dabei auch sehr gut. Dadurch waren sie bereits überzeugt von der Umstellung und es wurde immer leichter meine Vorstellungen umzusetzen.

In den folgenden Freundschaftsspielen gegen stärkere Gegner gab es jedoch Niederlagen, doch die Spieler sahen die Fortschritte und waren weiter motiviert bei der Sache. Die Trainingsschwerpunkte stellte ich nun mehr auf die Offensive um. Langsam hatte ich auch die Positionen der Spieler gefunden. Es gab einzelne Positionswechsel, welche nach anfänglichen kleinen Beschwerden und Bedenken der Jungs aber dennoch ohne große Probleme vonstatten ging.

Die Meisterschaft begann nun mit der Rückrunde. Wir konnten die ersten Spiele zwar nicht gewinnen, doch wir hatten uns verbessert. In der Vorrunde hagelte es einige deftige Niederlagen und jetzt konnten wir mithalten und waren dem Gegner teilweise überlegen. Wir nutzen leider unsere Torchancen nicht und so verloren wir praktisch jedes Spiel mit einem Tor Unterschied. Teilweise zollte der Trainer der gegnerischen Mannschaft Respekt an unserer Spielweise. Hatten sie uns doch noch in der Vorrunde klar geschlagen.

Wir trainierten konsequent im zweiwöchigen Wechsel defensives und offensives Verhalten. In den defensiven Wochen wurden immer wieder mal die Verteidiger und defensiven Mittelfeldspieler extra zum Verhalten der Viererkette trainiert. Die eher offensiv orientierten Spieler wurden dann zeitgleich anderweitig beschäftigt. Das Training in zwei verschiedenen Gruppen kannte die Mannschaft bereits von der Vorrunde. Doch dort hatte es den Grund in der Leistungsstärke der Spieler. Aber in der Zwischenzeit waren alle praktisch auf gleichem Niveau. Logisch, das Leistungsgefälle war immer noch vorhanden, aber alle Übungen konnten inzwischen von Jedermann bewältigt werden.

Zum Glück kamen dann während der Saison doch noch Siege hinzu. Diese Spiele wurden auf beeindruckende Weise gewonnen. Viele Male konnte im Match beobachtet werden, was man die Wochen zuvor trainiert hatte. Sogar den Spielern auf der Bank sprangen diese Sachen ins Auge. Die Mannschaft wuchs so immer mehr zusammen. Ehrlich gesagt war und ist das der schönste Nebeneffekt, welcher erzielt werden konnte! Uns Trainern machte es unheimlich Spaß zu sehen, wie die Jungs immer Vollgas im Training gaben, im Match wie eine Eins zusammenstanden und dabei ihr Spiel verbesserten!

Trotz allem konnte der Abstieg nicht verhindert werden. Dennoch haben wir die Spieler als Einzelnen, aber auch als Mannschaft weitergebracht. Aus meiner Sicht stehen die Resultate in der C-Jugend nicht im Vordergrund. Dennoch versuchten auch wir jedes Spiel positiv zu gestalten und dies ist uns grundsätzlich gelungen. Und trotz der negativen Resultate wurden einige unserer Spieler im Sichtungstraining der umliegenden Auswahlmannschaften eingeladen. Unsere Mannschaft war das erste Juniorenteam im Verein, dass diese Umstellung gewagt hatte. In der neuen Saison wollen bereits die B-Junioren und auch die zweite Mannschaft mit Viererkette spielen.

In der kommenden Saison werden nur noch acht Spieler aus dem Kader in der C-Jugend bleiben. Leider stoßen aus der D-Jugend auch nur sieben Spieler dazu. Und aus meinen ersten Trainingseindrücken und den Spielbeobachtungen der D-Jugend der letzten Saison, weiß ich, dass es nicht einfach wird allen die Umstellung beizubringen. Dennoch bin ich positiv eingestellt und bin überzeugt, dass dies mit ein bisschen Geduld sicherlich funktioniert. Zeit, Wille, Mut und Freude muss man als Jugendtrainer einfach mitbringen.

Hallo Fußballtrainer! Jetzt Talente ideal fördern!

Vielleicht die wichtigste Aufgabe eines Fußballtrainers ist es die Spieler genau beim Ausführen der einzelnen Aufgaben zu beobachten und gemachte Fehler zu korrigieren und bei Bedarf korrekt zu demonstrieren. Ziel des Trainers sollte es immer sein von Beginn an eine korrekte Ausführung der Aktionen zu fordern, damit sich kein Fehlverhalten dauerhaft einschleicht.

Es kann durchaus mal vorkommen, dass der Spieler in einer Sache falsch agiert. Das bedeutet aber lange noch nicht, dass er das korrekte Verhalten nicht kennt. Deshalb sollte man nur bei wiederholtem Fehlverhalten eingreifen. Wichtig ist es auch immer nur bezüglich des aktuell trainierten Schwerpunkts zu korrigieren. So werden die Spieler nicht von Korrekturhinweisen, die kein Bezug zum aktuellen Training haben, verwirrt.

Man sollte wissen, dass die korrekte Ausführung einer Aktion für die nötige Effektivität sorgt und nur so das Potential eines Spielers ausschöpft. Ein weiteres sehr großes Ziel eines Fußballtrainers sollte es sein den Spieler so für den Fußball zu begeistern, dass er auch gerne in seiner Freizeit spielt. Macht er dies, wird der Spieler auch dort immer wieder versuchen, mit den Tipps des Trainers, sein Spiel zu verbessern.

Damit der vielleicht noch recht unerfahrene Trainer weiß, wo genau er beim Training drauf zu achten hat und wie er wiederholt gemachte Fehler korrigieren soll, haben wir folgende Liste zusammen gestellt. Sie ist in Hauptkategorien wie Schießen, Kopfball, Finten usw. unterteilt und diese wiederum in einzelne Teilbereiche, wie z.B. beim Schießen mit den verschiedenen Schusstechniken Innenseitstoß, Innenspannstoß und Vollspannstoß. Bei den Teilbereichen erwähnen wir dann noch in welchen Spielsituationen diese am ehesten zur Anwendung kommen sollten:

Schießen & Passen:

  • Innenseitstoß: Standfuß neben den Ball aufsetzen und die Fußspitze des leicht gebeugten Beins zeigt in Spielrichtung. Hüfte so drehen, dass die Innenseite des Spielfußes nach vorne zeigt und den Ball mittig mit der breiten Seite des Fußes trifft. Immer mit dem Spielbein ausholen und durch das Zentrum des Balls schwingen. Fußgelenk dabei fixieren und Fußspitze nach oben ziehen. Einsatzgebiet: Bei flachen Pässen und Torschüssen aus kurzer Distanz.
  • Innenspannstoß: Leicht schräger Anlauf zum Ball. Standbein seitlich hinter den Ball aufsetzen und Knie leicht gebeugt. Das Fußgelenk des Spielbeins ist fixiert, die Fußspitze zeigt leicht nach außen und die Ferse nach oben. Nun mit dem Innenriss des Fußes durch das Zentrum des Balls schwingen. Gegenarm als Stabilisierungshilfe einsetzen. Einsatzgebiet: Torschüsse aus seitlicher Position und Flanken.
  • Vollspannstoß: Die Fußspitze des Spielbeins zeigt zum Boden und das Fußgelenk ist fixiert. Die Fußspitze des Standbeins zeigt in die Schussrichtung. Die Position des Standbeins bestimmt die Flughöhe des Balls. Seitlich vor dem Ball bedeutet niedrige Flughöhe, seitlich hinter dem Ball bedeutet eine hohe Flugbahn. Kopf heben und Ziel anvisieren. Mit dem Spielbein ausholen und mit dem Fußriss durch das Zentrum des Balls schwingen. Einsatzgebiet: Torschüsse aus größerer zentraler Distanz.

Kopfball:

  • Stand: Arme anwinkeln. Kinn zur Brust und Nacken fixieren. Bogenspannung im Rücken. Schwungvoll präzise mit der Stirn den Ball treffen. Augen auf und dem Ball hinterher schauen. Wird der Ball oberhalb des Zentrums getroffen, senkt er sich. Wird er unterhalb des Zentrums getroffen, steigt seine Flugbahn. Einsatzgebiet: Ohne Gegnerdruck.
  • Richtungsänderung: In Schrittstellung gehen. Oberkörper in die beabsichtigte Richtung drehen. Oberkörper in Bogenspannung bringen und nach vorne zum Ball schnellen. Einsatzgebiet: Den Kopfball gezielt in eine Richtung bringen.
  • Sprung: Kurz anlaufen und dann mit Schwung nach oben (nicht nach vorne) abspringen. Arme und Schwungbein (bei einem einbeinigen Absprung) unterstützen den Absprung. Technik wie beim Kopfball aus dem Stand. Immer mit vollem Einsatz in die Kopfballduelle gehen. Köpft man nach Rechts, mit dem rechten Bein abspringen und köpft man nach links mit dem linken Bein abspringen. Einsatzgebiet: Unter Gegnerdruck, so dass man vor dem Gegner den Ball erreicht.

Dribbling:

  • Ballhaltendes Dribbling: Immer wieder Körper zwischen Ball und Gegner schieben. Den Ball flexibel mit der Sohle, den Innen- und Außenseiten des Fußes kontrollierbar halten. Im Idealfall mit dem Rücken an den Gegner lehnen und verschiedene Finten ausführen. Einsatzgebiet: Dieses Dribbling ist nicht auf Raumgewinn ausgelegt, sondern um Zeit für z.B. nachrückende Mitspieler zu gewinnen.
  • Tempodribbling: Den Ball mit dem Spann führen. Dabei das Fußgelenk leicht strecken und die Fußspitze zeigt zum Boden. Den Ball möglichst weit, aber stets kontrollierbar, vorlegen und mit höchster Geschwindigkeit folgen. Einsatzgebiet: Falls man bei einem Konter viel Raum vor sich hat.
  • Gegnerüberwindendes Dribbling: Hier wird das Dribbling in die eine Richtung angetäuscht, aber der Durchbruch erfolgt in die entgegengesetzte Richtung. Der Gegner wird so zu einem Fehlverhalten provoziert, weil er den Weg für die echte Dribbelrichtung des Angreifers öffnet. Der Durchbruch geht schräg nach vorne und ist immer mit einer Temposteigerung verbunden. Wichtig ist der richtige Augenblick der Finte: Nicht zu früh und nicht zu spät. Einsatzgebiet: Vor dem gegnerischen Tor. Keine günstige Anspielstation vorhanden oder der Gegenspieler spekuliert auf ein Abspiel.

Finten:

  • Übersteiger: Leicht schräg auf den Gegenspieler zudribbeln. So zwingt man ihn zu einer Seitwärtsbewegung und man kann den Ball entgegen seiner Laufrichtung abkappen. Mit dem gegnerfernen Fuß von Innen nach Außen über den Ball steigen, den Fuß neben den Ball aufsetzen und das ganze Körpergewicht darauf verlagern. Nun wird mit der Außenseite des anderen Fußes der Ball schräg nach vorne weggespielt. Einsatzgebiet: Frontale 1-gegen-1-Situation.
  • Zurückkappen: Das Zurückkappen kann als Pass- oder Schussfinte angewendet werden. Es wird mit dem gegnerfernen Fuß gedribbelt. Mit dem Dribbelfuß wird ein Pass nach vorne angetäuscht. Jedoch schwingt man das vermeintliche Spielbein über den Ball und kappt nun mit der Außenseite des gleichen Fußes den Ball nach hinten ab (180-Grad-Wende). Dabei dreht sich der Oberkörper vom Gegner weg. Den gegnernahen Arm ausstrecken, um den Ball abzuschirmen. Einsatzgebiet: Seitlich mitlaufender Gegenspieler.
  • Zurückziehen hinters Standbein: Vor dem Körper wird der Ball mit der Sohle des gegnerfernen Fußes soweit nach hinten gezogen, dass er mit der Innenseite des gleichen Fußes hinter dem Standbein gespielt werden kann. Nun wird der Ball mit der Außenseite des anderen Fußes zur Seite weggespielt. Einsatzgebiet: Bei einem von der Seite heranstartenden Gegenspieler.
  • Schussfinte: Es wird deutlich ein Schuss aufs Tor oder eine Flanke angetäuscht. Dann wird aber im letzten Augenblick mit der Innenseite des selben Fußes der Ball nach Innen mitgenommen und mit der Außenseite des anderen Fußes weggespielt. Einsatzgebiet: Keine freie Schussbahn.
  • Matthews-Trick: Leicht schräg auf den Gegenspieler zudribbeln. Es wird meist mit der Innenseite des Fußes gedribbelt mit dem man auch den Durchbruch absolvieren will. Nun mit dem anderen Fuß einen weiten Ausfallschritt seitlich hinter dem Ball absolvieren und das ganze Körpergewicht darauf verlagern (Knie dabei beugen). Jetzt wird der Ball mit der Innenseite des Dribbelfußes wenige Zentimeter in Richtung Ausfallschritt gespielt und dann explosionsartig mit der Außenseite des selben Fußes schräg nach vorne in die entgegengesetzte Richtung weggespielt. Der Wechsel von der Innen- zur Außenseite des Fußes erfolgt ganz nah am Ball. Einsatzgebiet: Frontale 1-gegen-1-Situation.

1-gegen-1 Defensive:

  • Gegner von Außen: Dem Gegenspieler wird bis auf ca. zwei Meter Abstand entgegen gestartet. Nun gleicht man seine Bewegungen den Bewegungen des Angreifers an. Man achtet nur auf den Ball. Bereits beim Entgegenstarten hat man eine seitliche Stellung zum Gegner eingenommen, so dass man ihm die Außenseite zum Durchbruch anbietet. Auf den Fußballen bewegen. Diverse Attacken antäuschen. Sobald sich der Gegner den Ball vorlegt, Körper zwischen Ball und Gegner schieben. Einsatzgebiet: Außen vor dem eigenen Tor, ohne einen Mitspieler der per Doppeln unterstützen könnte.
  • Gegner Zentral: Spielbein erkennen, meist der Dribbelfuß. Vorgehensweise wie zuvor, jedoch wird die seitliche Stellung so eingenommen, dass man dem Gegner den Durchbruch auf seinem “schwachen” Fuß anbietet. Der Ball wird, sobald er etwas vom Fuß des Gegners weg ist, von der Seite attackiert. Einsatzgebiet: Zentral vor dem eigenen Tor, ohne einen Mitspieler der per Doppeln unterstützen könnte.
  • Gegner hinterherstarten: Den Laufweg so wählen, dass man zwischen Gegner und eigenem Tor kommt. Sobald man den Gegenspieler eingeholt hat und er sich den Ball erneut vorlegt, schiebt man seinen Körper zwischen Ball und Gegner. Einsatzgebiet: Man wurde überspielt und der Gegner startet Richtung eigenem Tor.

Mentale Fähigkeiten:

  • Handlungsschnelligkeit: Absolute Leistungsbereitschaft. Nicht von äußeren Einflüssen ablenken lassen. Den ersten Gedanken ausführen. Spiel aufmerksam beobachten. Nie abschalten. Einsatzgebiet: Im Strafraum und in 1-gegen-1-Situationen.
  • Antizipation: Absoluter Willenseinsatz. Gegenseitige Blickkontakte. Sich nicht an einzelnen Spielsituationen “festbeißen”, sondern das Spiel als Ganzes sehen. Auch in brenzligen Spielsituationen Ruhe bewahren und “über” den Dingen stehen. Einsatzgebiet: In einem Pass des Mitspielers starten oder Pässe des Gegners abfangen.
  • Peripheres Sehen: Immer wieder den Kopf heben und auch die Positionen der Spieler registrieren die sich nicht im direkten Blickwinkel befinden. Die Handlungsmöglichkeiten aller Spieler im Bezug zur aktuellen und der sich daraus entwickelnden Spielsituation abrufbereit im Kopf haben. Einsatzgebiet: Zuspiel eines Passes. Noch während der Ball unterwegs ist, kennt man seine Handlung. Beim Verschieben. Man kennt die Positionen der Mitspieler auch außerhalb seines Blickwinkels.

Kombinationsspiel:

  • Ballan & Mitnahme: Offene Stellung zum Ball einnehmen, so dass man den Ball bereits mit dem ersten Kontakt in den freien Raum mitnehmen kann. Nach Möglichkeit mit der Innenseite des Fußes der sich in der gewünschten Spielrichtung befindet. Die Fußspitze beim Ballkontakt leicht nach oben ziehen, damit der Ball nicht über den Fuß springt. Das Körperteil mit dem ersten Ballkontakt leicht zurückziehen, damit der Ball nicht unkontrolliert wegspringt. Einsatzgebiet: Zuspiel eines Balles.
  • Passspiel: Blickkontakt zwischen Passspieler und Passempfänger. Jeder Pass soll nach Möglichkeit für ein Raumgewinn sorgen. Er sollte so druckvoll gespielt werden, dass er nicht vom Gegner abgefangen werden kann und so präzise, dass dieser vom Mitspieler gut weiterverarbeitet werden kann. Nicht zu früh und nicht zu spät abspielen, in der Regel dann wenn der Gegner beginnt den Ball zu attackieren. Nach dem Pass direkt wieder anbieten. Einsatzgebiet: Gewinnt man den Ball, sollte man ihn zuerst sichern und dann mittels Kombinationsspiel eine Torchance kreieren.
  • Spiel ohne Ball: Aus dem Deckungsschatten des Gegners laufen. Explosives Lösen vom Gegner (mit Lauffinte). Im Dreieck zum ballführenden Mitspieler und eines weiteren Mitspielers stehen. In die Breite gehen um viel Raum fürs Kombinationsspiel zu schaffen. Auf einen Pass in die Tiefe spekulieren, um im Rücken der gegnerischen Abwehr starten zu können. Ein Spieler kommt dem Ballführenden entgegen (z.B. um Doppelpass zu spielen) und weitere Mitspieler kreuzen ihre Laufwege um den Gegner zu irritieren. Einsatzgebiet: Ein Mitspieler ist in Ballbesitz.

Athletik:

  • Antrittsschnelligkeit: In der Beschleunigungsphase den Oberkörper leicht nach vorne beugen. Nur mit den Fußballen den Boden berühren und den Boden beim abstoßen nach hinten wegdrücken. Gehobenes Bein und Oberkörper im rechten Winkel bringen und das Bein wieder kraftvoll zum Boden drücken. Die Arme schwingen entgegen der Schrittbewegung (antizyklisch). Arme sind angewinkelt und an den Ellbogen fixiert. Möglichst große Schritte machen. Nach einem gespielten Pass und einem erneuten anbieten, ist immer der Fuß mit dem man gepasst hat auch der erste Sprintfuß. Einsatzgebiet: Eher als der Gegner am Ball sein. Wegstartenden Gegner einholen.
  • Koordination: Brust raus. Oberkörper gerade. Blick nach vorne. Einsatzgebiet: Koordinationstraining.

Die Besten Tipps großer Fußballtrainer

Wichtig für den Erfolg einer Fußballmannschaft ist natürlich gutes Training. Dies ist offensichtlich und für jeden einleuchtend. Doch wie sieht es im Hintergrund einer Mannschaft aus? Welche Hebel müssen in Gang gesetzt werden, damit das komplette Potential einer Mannschaft abgerufen werden kann? An dieser Stelle werden wir drei Auflistungen mit jeweils drei Punkten vorstellen, die den entsprechenden Weg zeigen. Jeder Trainer sollte sich hinterfragen, inwieweit er diese bisher umsetzte. Desweiteren sollte er überprüfen inwiefern diese Ansichten bei seinen Spielern präsent sind und er sollte sich zum Ziel machen, dass diese Punkte allgegenwertig über alles andere stehen.

Regel Eins: Was bestimmt die Handlungen eines Spielers auf dem Spielfeld?

  1. Position des Balls
  2. Position des Mitspielers
  3. Position des Gegenspielers

Bei gegnerischem Ballbesitz verschiebt sich der komplette Mannschaftsverbund Richtung Position des Balls. Dabei werden die Abstände zu den Mitspielern eingehalten. Die eigene Handlungsweise wird immer die des Mitspielers angepasst. Rückt z.B. ein Innenverteiger Richtung ballführenden Gegner vor, bildet dieser zusammen mit den beiden Spielern auf den banachbarten Positionen ein Abwehrdreieck. Am unwichtigsten für die eigenen Handlungen ist die Position des Gegenspielers. Oberste Priorität hat die Verengung von gefährlichen Räumen vor dem eigenen Tor. Ballferne Gegenspieler werden zugunsten der Kompaktheit “vernachlässigt”.

Diese Reihenfolge an Prioritäten ist im Fußball relativ neu. Vor einigen Jahren, als man noch nicht ballorientiert gespielt hat, lautete sie noch ganz anders: 1. Position des Gegenspielers, 2. Position des Balls und 3. Position des Mitspielers. Deswegen sprach man damals von einem Gegnerorientierten Spiel.

Auf dem ersten Blick war die alte Vorgehensweise einleuchtend. Der Gegner hat den Ball. Der Ballführende kann entweder dribbeln oder einen Pass spielen. Also bekämpft man diese Spieler. Es fand jedoch ein Paradigmenwechsel statt. Nicht mehr der Gegenspieler ist wichtig, sondern der Mitspieler! Es klingt recht paradox, dass man sich für einen Ballgewinn mehr an die Aktionen des Mitspielers, als an die des ballführenden Teams orientieren muss, ist aber am effektivsten.

Im Fußball war es noch nie so Wichtig als Einheit aufzutreten, wie beim Ballorientierten Spiel. Dies beeinflusst zusätzlich positiv den Charakter des Spielers. Auch in anderen Bereichen des Lebens wird es ihm einfacher fallen zu erkennen, dass man miteinander viel mehr erreichen kann, als wenn man als Einzelkämpfer agiert.

Regel Zwei: Erfolgreich Fußballspielen nach Christian Gross!

  • Kompaktheit
  • Zweikampfstärke
  • Effektivität

Der Trainer von VfB Stuttgart fasst die Bedingungen für ein erfolgreiches Fußballspiel in diesen drei Punkten zusammen. Die geforderte Kompaktheit erreicht man durch die Auflistung unserer ersten Regel. Den zweiten Punkt Zweikampfstärke erreicht man durch mutigen Einsatz und einen absoluten Willen sich bestmöglich für den Erfolg der Mannschaft einzubringen. Mit der Nennung des dritten Punkts fordert er ein gradliniges und schnelles Spiel nach vorne. Unnötige Aktionen die das Spielgeschehen bei eigenem Ballbesitz verzögern, sollen vermieden werden.

Effektivität wird bei gegnerischem Ballbesitz durch den ersten Punkt Kompaktheit erreicht. Ziel der Defensive ist es nicht mehr den Angriff abzuwehren, sondern den Ball kontrolliert zu erobern um einen schnellen Gegenangriff zu starten. Aufgrund der Kompaktheit wird dies vereinfacht, da man so über viele Anspielstationen in Ballnähe verfügt.

Regel Drei: Teamgeist à la Louis van Gaal!

  1. Mannschaft
  2. Spieler
  3. Trainer

In jedem Verein gibt es Hierarchien. Doch um Dauerhaft erfolgreich zu sein, kann es nur eine Rangfolge geben an der sich alle Personen orientieren sollten. An oberster Stelle steht die Mannschaft. Alle müssen ihre eigenen Interesse zugunsten der Gemeinschaft zurückstellen und nur zum Wohle des Teams handeln. Wenn alles für die Mannschaft getan wurde, geht es um die Interessen des einzelnen Spielers. Fühlt er sich als Individiuum akzeptiert, sinkt das Verlangen sich zu profilieren und er kann seine ganze Energie in die Mannschaft einbringen. Der Trainer ist das letzte Glied dieser Kette. Er kann auf Dauer nur bestehen, wenn sein einziges Interesse der Erfolg der Mannschaft ist. Als letztes Glied der Kette, ist er am leichtesten austauschbar.

Zusammengefasst bedeutet dies, dass der Trainer absolut für die Mannschaft und seinen Spielern da sein sollte. Seine Kraft gilt die individuellen Stärken zu erkennen und den Spielern Wege zeigen wie sie diese zum Wohle der Mannschaft einsetzen können. Der Dienst für die Mannschaft sollte als größte Leistung dargestellt werden die ein Spieler vollbringen kann. Ein Spieler der sein Team stark macht, ist immer besser als ein starker Spieler!

Beendet möchten wir diesen Artikel mit einem Zitat von Reiner Calmund: “Kompetenz und Leidenschaft sind der Schlüssel zum Erfolg!”

Schweizer C-Jugend stellt auf Viererkette um

Wir lieben Erfahrungsberichte von Trainern die auf 4er-Abwehrkette umstellen. Es ist interessant zu sehen wie es bei anderen Trainern läuft. Solche Berichte veröffentlichen wir immer sehr gerne, da sie zeigen, dass eine Umstellung bereits oder gerade in der Jugend Sinn macht und die Viererkette dann auch relativ schnell und effektiv gespielt werden kann. Außerdem geben solche Berichte auch denjenigen Mut, die zwar von der Vorteilen der Viererkette überzeugt sind, aber selbst unsicher sind, ob sie eine Umstellung in ihrer Mannschaft bewerkstelligen können.

Gerade der C-Jugend-Bereich eignet sich optimal für die Umstellung auf das neue System, weil die Jugendlichen noch nicht so sehr mit veralteten Spielweisen vorbelastet sind und aufgrund ihres Alters recht schnell lernen. Wir zeigten bereits in verschiedenen Beiträgen, dass das Spielen mit der Viererkette in diesem Alter schnell zu einer Selbstverständlichkeit wird und dass durch die gewonnen Spielvorteile,  eine enorme mannschaftliche Entwicklung möglich ist.

Folgender Erfahrungsbericht erreichte uns von einem Schweizer C-Jugend-Trainer:

Ausgangssituation:

  • In der Vorrunde knapp dem Abstieg entronnen (10 Sp. / 7 Pkt. / 15:32 Tore).
  • 24 Spieler, davon 3 Neueinsteiger, 6 Unzuverlässige, 1 Torwart, welcher aber noch viermal in der Woche Eishockey spielt und nur einmal bis gar nicht Fußball trainiert.
  • In der Vorrunde habe ich hauptsächlich Passspiel und Ballkontrolle trainiert (Grundkenntnisse sind also vorhanden).
  • Zeit für die Umstellung: 16 Trainingseinheiten und 3 Freundschaftsspiele bis zum 1. Meisterschaftsspiel.
  • Immer nur 1/4 des Platzes zum Training zur Verfügung.
  • Mich selbst in die Materie Viererkette erst über den Winter eingearbeitet mit Büchern, Videos, usw.. Jedoch noch nicht ganz Sattelfest.
  • Ganzer Verein spielt mit 3-5-2 (Ich selbst spiele in der 1. Mannschaft).

Verlauf:

Die ersten drei Wochen haben wir hauptsächlich das Augenmerk auf das Defensivverhalten 1:1, 2:1, 1:2, 2:2 gelegt. Leider war den meisten Jungs nicht viel von den vorgegangenen Stufen mitgegeben worden. Daher ging das Ganze nur langsam vonstatten.

Am Ende der 3. Trainingswoche gab ich den Spielern ein sehr reduziertes Merkblatt ab. Da ich die Jungs gut kenne, weiß ich, dass ich die Informationsflut gering halten muss! Bis Mittwoch der 4.Trainingswoche hatten sie Zeit sich alles anzuschauen. An diesem Tag führte ich einen kleinen Theorieblock durch, welcher meiner Meinung nach gut aufgenommen wurde. Eigentlich wollte ich anschließend einige der Übungen aus dem Viererkette-Crashkurs machen, jedoch war das Wetter so kalt und schlecht, dass ich es sein ließ und daher nur ein längeres Abschlussspiel machte. Apropos Abschlussspiel, die Trainingsspiele sind bedeutend besser und intensiver geworden, seit ich die Aufstellung vorgebe!

Am Tag vor dem ersten Freundschaftsspiel holte ich einen Spieler aus unserer zweiten Seniorenmannschaft als Trainingshilfe. Er spielte die letzten sechs Jahre in einer Juniorenauswahl und als Einziger des Vereins längere Zeit in einer Viererkette. Da bis jetzt alles nur auf Blätter, bzw. Tafeln aufgezeichnet wurde, wollte ich den Jungs auch noch das Ganze 1:1 auf dem Spielfeld vermitteln. Wir stellten 11 Hütchen so auf, wie ich mir dies vorstellte und schoben gute 15 Minuten hin und her. Meine Hilfe konnte den Jungs noch zusätzliche Tipps mit auf den Weg geben. Danach spielten wir 6 plus Torwart gegen 10 Angreifer. Die Angreifer schossen erst nach gemessenen 10,5 Minuten das erste Mal aufs Tor. Gute zwei Minuten später fiel auch das erste Tor.

Unser erstes Spiel mit der Viererkette am nächsten Tag verlief erstaunlich gut. Vor allem standen wir in der ersten Halbzeit defensiv sehr solide. Wir ließen praktisch keine Chance zu und alles brenzliche klärte unser Torwart. In der zweiten Halbzeit nahm ich 7 Wechsel vor. Es spielten nur der Torwart und die beiden zentralen Mittelfeldspieler weiter. Dennoch spielten wir defensiv zufriedenstellend weiter. Jedoch ab der 60. Minute, als ich die beiden zentralen Mittelfeldspieler auch wechselte, fiel das Ganze ein bisschen zusammen.

Ich bin eigentlich sehr zufrieden mit der Mannschafsleistung und wurde positiv überrascht. Jedoch war unser Gegner auch bewusst aus einer tieferen Stufe gewählt. An den kommenden Wochenende spielen wir gegen Gegner die gleich, bzw. höher einzuschätzen sind als wir.

Einzelwertung:

Torwart: Spielte gut mit und lief die tiefgespielten Bälle ab.

Innenverteidiger: Waren noch ein bisschen zu leise, aber sicherten sich gegenseitig gut ab.

Außenverteidiger: Bei der ganzen Mannschaft hatte ich nur eine taktische offensive Vorgabe, nämlich diese, dass die beiden Außenverteidiger bei jeder Möglichkeit mit in den Angriff gehen sollten. Und dies machten sie zum Teil auch gut.

Zentrales Mittelfeld: Mit dem einem war ich sehr zufrieden, der andere spielte vorher im offensiven Mittelfeld und blieb daher gerne mal für einen Moment vorne stehen.

Mittelfeldaußen: Gutes Flügelspiel.

Sturm: Überraschenderweise arbeiteten beide defensiv mit, obwohl wir dies nur am Freitag kurz erwähnten.

Die Initiative abwehrkette.de bedankt sich für diesen tollen Bericht und wünscht den Trainern weiterhin viel Erfolg. Haltet uns auf dem Laufenden! Weitere Trainer können sich jederzeit gerne mit ihren Erfahrungsberichten bei uns melden!

Spielbericht: C-Jugend mit Viererkette

An dieser Stelle ein Spielbericht zum Meisterschaftsspiel der Leistungsklasse in der C-Jugend. Es spielte der Tabellenführer (zweitstärkst ambitionierter Verein Düsseldorfs) gegen den Tabellenvierten. Der Verein des Tabellenvierten ist ein kleiner Dorfverein, der es aber geschafft hat alle Mannschaften in der Leistungsklasse unterzubringen. Es soll mit diesem Bericht gezeigt werden, dass man auch unter diesen Umständen mit der richtigen Arbeit mit großen Vereinen ein wenig mithalten kann.

Der Tabellenvierte hat zu Saisonbeginn auf Viererkette und dem ballorientierten Spiel umgestellt. Er favorisiert das Kurzpassspiel zum Kreieren von Torchancen. Es werden lediglich zwei Trainingseinheiten / Woche absolviert und es müssen auch die üblichen Handicaps eines kleinen Vereins wegsteckt werden. Also Trainer nicht auf optimale Bedingungen für eine Umstellung auf Viererkette warten, denn diese treten womöglich nie ein und funktionieren kann es mit der richtigen Vorgehensweise auch so.

Nun der Bericht:

U15: 0:3-Niederlage gegen übermächtige Düsseldorfer

Am gestrigen Mittwoch fand das vorgezogene Meisterschaftsspiel gegen Turu 80 Düsseldorf statt. Bis auf ein Spieler waren wir komplett. Wir hatten aber trotzdem ein Spieler der C2 auf der Bank, da unser Kader mit 16 Spielern recht dünn ist.

Für uns sprach vor dem Spiel, dass wir dem Gegner im Hinspiel drei seiner sieben Gegentore bescherten und, dass wir seit dem Hinspiel gerademal ein Gegentor hinnehmen mussten. Für den Tabellenersten Turu 80 sprach einfach die Qualität der Mannschaft. Seit fast einem halben Jahr jedes Spiel gewonnen, eine fast dreimal bessere Tordifferenz als der zweite der Tabelle und 12 Punkte Vorsprung. Der 25 Spieler-Kader mit fast ausschließlich 95er-Jahrgang trainiert dreimal in der Woche, in der Vorbereitung sogar jeden Tag und dementsprechend wundert es auch nicht, dass sie selbst ein Testspiel gegen Junioren-Bundesliga gewonnen haben.

Wir gingen zwar als krasser Außenseiter ins Spiel, sahen uns aber nicht chancenlos. Wir wussten, dass wir eine Minimalchance besitzen, falls wir am heutigen Tag über uns hinaus wachsen. An unserer Taktik änderten wir nichts, sondern nahmen uns lediglich vor, bei gegnerischen Ballbesitz noch kompakter zu stehen, noch mehr nach hinten zu doppeln und noch disziplinierter zu spielen.

Die ersten 3 bis 4 Minuten wollten wir den Gegner mittels Pressing unter Druck setzen, um damit unsere Ambitionen für einen Punktgewinn zu unterstreichen. Mittels kompromisslosen Einsatz, individuell guten Aktionen und schönem Kurzpassspiel nach vorne konnten wir die ersten Halbzeit absolut gleichwertig gestalten. Wir erspielten uns einige Torchancen und vergaben auch zweimal freistehend vor dem gegnerischen Tor. Turu versuchte durch lange Pässe auf ihre schnellen und starken Angreifer Torchancen zu bekommen. Zwei Minuten vor der Pause war es dann auch genau so ein Ball den ein Turu-Angreifer aus spitzem Winkel ins obere kurze Eck schoss.

Der Gegentreffer kurz vor der Halbzeit war bitter, aber wir sahen, dass wir gegen Turu mithalten konnten und ein Tor Rückstand kann schnell aufgeholt werden. Deswegen versuchten wir auch in der zweiten Halbzeit mit Pressing zu starten. Die Spielanteile lagen bei uns, wir kamen auch oft vors gegnerische Tor, doch richtig gute Torchancen konnten wir leider nicht mehr gegen die beste Abwehr der Liga kreieren. So waren es dann auch wieder zwei dieser langen Bälle, auf die schnellen Angreifer, die für die Gegentore zwei und drei sorgten. Bis zum Schluss hat unsere Mannschaft aber vorbildlich gespielt und gekämpft und selbst beim 3:0-Rückstand nicht aufgegeben und weiter nach vorne gespielt. Turu verhielt sich wie eine Spitzenmannschaft, spielte schnörkellos und effektiv und machte aufgrund der Stärke ihrer Einzelspieler auch kaum individuelle Fehler.

Nach dem Spiel gab es für unsere Mannschaft Lob von allen Seiten. Man sprach sogar von unserer besten Saisonleistung und selbst der gegnerische Trainer attestierte uns, dass wir den schöneren, aber halt nicht den effektiveren Fußball gespielt haben. Nach dem Spiel wurden zwei Spieler für ein Testspiel der Kreisauswahl Düsseldorf (am 8.3. gegen Kreisauswahl Krefeld) eingeladen. Auch dies werten wir als Erfolg für unsere Arbeit.

Ansonsten ist noch zu erwähnen, dass das Spiel von beiden Seiten, trotz der Intensität, sehr fair verlief. Der Schiedsrichter hatte keine Probleme das Spiel zu leiten und auch die Trainer/Betreuer der Gäste aus Düsseldorf erwiesen sich als sehr faire Sportskameraden.

Erfolgreich in der C-Jugend auf Viererkette umgestellt

Theorie ist immer gut und schön, aber funktioniert dies auch in der Praxis? Diese Frage wird sich der eine oder andere Leser unserer Seite schon gestellt haben. Gerade dann, wenn man sich nicht sicher ist ob etwas funktioniert, können einem Erfahrungsberichte enorm weiterhelfen. Einen solchen Erfahrungsbericht möchten wir mit diesem Artikel liefern.

Ausgangslage beim Umstellen auf Viererkette in der C-Jugend war eine durchschnittliche Mannschaft in der noch kein Spieler mit der Viererkette spielte und auch kein Spieler Vorwissen in diesem Bereich besaß. Es war auch nur wenig Vorwissen im Bereich 1-gegen-1 in der Defensive vorhanden.

Mit einer dreiwöchigen Vorbereitung begann man mit der Einführung der Viererkette, wie sie in Spielend zur Viererkette beschrieben ist. Während der Saison wird zweimal trainiert auf Kunstrasen und Asche. In dieser Zeit wurde nach dem Konzept von Fußballtraining mit Kids trainiert. Es wurde also nach der Vorbereitung nur noch relativ wenig Viererkette trainiert. Es beschränkte sich meist darauf, dass man ab und zu 4-gegen-4 spielte, bzw. im Abschlussspiel wert auf eine ballorientierte Verteidigung legte.

Vom ersten Spiel an wurde konsequent mit Viererkette gespielt und im Laufe der Saison nur zweimal kurz vor Schluß auf Dreierkette, zugunsten eines dritten Stürmers, umgestellt. Damit hatte man dann jeweils einen Rückstand aufgeholt.

Die Viererkette war somit vom ersten Saisonspiel an wettkampftauglich. Im Laufe der Saison verbesserte sie sich kontinuierlich und es wurden immer mal “neue” Spieler in die Viererkette integriert, so dass nach 2/3 der Saison viele Konstellationen für den Trainer möglich sind.

Tabellarisch hat man sich in der Spitzengruppe der Leistungsklasse mit den zweitmeisten geschossenen Toren festgesetzt. Zusätzlich hat man, wenn man ein einziges Spiel streicht, auch die wenigsten Gegentreffer der Liga bekommen. Zwischen dem Hinspiel und dem Rückspiel des nächsten Gegners kassierte man inkl. Freundschaftsspiele nur einen Gegentreffer. Das sind ca. vier Monate.

Man mag vielleicht einwenden, dass man auf besonders komfortable Arbeitsbedingungen stieß. Aber auch als Trainer dieser Mannschaft ist man mit diversen Problemen konfrontiert, wie sie oft im Jugendbereich vorzufinden sind.

Nach ca. sechs Monaten Viererkette kann man sagen, dass diese Spielweise in der Mannschaft kein großes Thema mehr ist und einfach ohne groß drüber nachzudenken umgesetzt wird. Probleme würde man nur bekommen, wenn man jetzt von den Spielern erwarten würde, dass sie wieder Gegnerorientiert spielen sollten. Die Viererkette ist zu einer solchen Selbstverständlichkeit gewachsen, dass die Spieler garnicht mehr genau wüssten wie sie ihr altes Spiel umsetzen sollten.

Die souveräne Spielweise der Viererkette ist schon DFB-Stützpunkttrainern aufgefallen. Die von sich aus mit diesem Thema an den Trainer herantraten. Durch das moderne Spiel wird man für den DFB interessant und es steigen die Chancen der Spieler für die Kreisauswahl nominiert zu werden.

Neulich wurde die Initiative abwehrkette.de gefragt, auf welche typische Anfängerfehler man bei der Umstellung achten sollte. Deshalb werden wir hier zum Schluss noch kurz erwähnen, dass das Stellungsspiel, wie auch das Verschieben und doppeln sehr schnell gelernt wird.

Größere Aufmerksamkeit sollte man dagegen seinen Innenverteidigern widmen. Die müssen auf jedenfall lernen, dass sie bei einem Flugball des Gegners in die Spitze, sich sofort in die Tiefe fallen lassen, damit sie mit Tempo in den Ball gehen können. Erfahrungsgemäß dauert es etwas länger bis die Abwehr begreift, dass sie nur knapp 10 Meter hinter dem Mittelfeld postiert sein soll. Die Außenverteidiger sollen sich immer ins Angriffsspiel einschalten oder zumindest den freien Raum zwischen Innenverteidigung und dem Angriffsschwall besetzen. Auch alle Spieler (besonders aber die Innenverteidiger) immer wieder auffordern den in den Zweikampf gehenden Mitspieler abzusichern. Angreifer oder Mittelfeldspieler die ausgespielt oder überspielt werden, setzen nach und versuchen nach hinten zu doppeln. Der ballnahe Innenverteidiger rückt zum ballführenden Gegner vor und bildet zusammen mit seinen Mitspielern ein Abwehrdreieck.

Wer ähnliche Erfolge verbuchen möchte, wird in Spielend zur Viererkette einen guten Ratgeber finden!

Reformen im Jugendfußball durch den DFB

Matthias Sammer ist der jüngste Trainer der je in der Bundesliga-Geschichte Deutscher Meister wurde, heißester Nachfolgekandidat von Jogi Löw und aktuell Sportdirektor des DFBs. Nun hat er sich bei der Jugendfachtagung in Hannover für eine Reform der Spielfeldgröße und Spielerzahl im D-Jugendbereich ausgesprochen.

Die großen Spielfelder und hohe Spielerzahlen in diesem Altersbereich führen zu weniger Ballkontakte, weniger 1-gegen-1-Situationen und die Handlungschnelligkeit der Spieler wird nicht optimal gefördert. Körperlich robuste Spieler haben hier einen großen Vorteil gegenüber schmächtigere, aber dafür technisch besseren Spielern. Aus diesem Grund hören viele talantierte Spieler früh mit dem Fußball auf.

Der neue Vorschlag von Sammer sieht nun zwei verschiedene Modelle für die D-Jugend vor. Zum einen ein Spiel 7-gegen-7 auf einer Platzhälfte und zum anderen ein Spiel 9-gegen-9 von Strafraum zu Strafraum.

Durch die erhöhte Anzahl von Ballkontakten werden die fußballerischen Fertigkeiten besser gelernt und die Motivation Fußball zu spielen steigt dadurch auch, weil man einfach an mehr Spielsituationen direkt beteiligt ist.

Hinzu kommt die erhöhte Anzahl von 1-gegen-1-Situationen. Auch hier kann das Kind sich natürlich stärker verbessern, wenn es sich mehr in solchen Situationen auszeichnen kann. Gerade diesem Bereich sollte man als Trainer große Aufmerksamkeit schenken, weil die 1-gegen-1-Situation nicht umsonst als Keimzelle des Fußballs bezeichnet wird.

Auch die Koordination und Beweglichkeit wird auf kleinerem Raum besser geschult. Der DFB setzt sich seit Sammer vermehrt für Ball- und Bewegungsspiele aller Art in Kindergärten ein. Die WM 2026 wird bereits mit Spielern bestritten die heute Kindergärten besuchen. Außerdem setzt sich Sammer für einen täglichen Schulsport ein. Ganz nach dem Motto: Mens sana in corpore sano. (In einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist.)

Erfahrungsbericht Viererkette in der C-Jugend

Wir freuen uns immer wieder zu lesen, wenn außenstehende Trainer von unserer Webseite inspiriert werden und das Wagnis eingehen auf Viererkette umzustellen. Entgegen landläufiger Unwissenheit - wo wir schon zur Genüge darauf hingewiesen haben - benötigt man zum Spielen der Viererkette keine Bundesligaprofis, sondern lediglich einen Trainer der in der Lage ist das System zu vermitteln.

Dass mit der Viererkette untrennbare Ballorientierte Spiel ist sogar das natürliche Verhalten jeden Spielers. Man muss sich nur mal Spiele der Bambinis oder der F-Jugenden ansehen. Hier wird man feststellen, dass alle Spieler sich zum Ball hinbewegen und irgendwie auch immer mitmischen wollen. Im Ballbesitz denken alle Spieler offensiv und bei gegnerischen Ballbesitz wollen alle Spieler den Ball schnellstmöglich wieder zurück. Erst die falschen Anweisungen der Trainer führt dazu, dass die Spieler sich mehr an den Gegenspieler, anstatt an den Standort des Balls orientieren und stur ihre Position halten, anstatt sich dynamisch und kreativ in jeder Spielsituation mit einzubringen. Durch diese Spielweise unterdrücken die Spieler ihren natürlichen Instinkt in jeder Spielsituation für die Mannschaft aktiv zu sein. Dies hat zur Folge, dass die Spieler eine Art von Passivität entwickeln die absolut abträglich ihrer fußballerischen Entwicklung ist.

Vor ein paar Tagen bekamen wir einen Bericht per E-Mail von einem Trainer der mit seiner C-Jugend erfolgreich mit Viererkette in einer unteren Liga spielt. Ohne Niederlage und mit nur sieben Gegentoren in fünf Spielen ist er Punktgleich mit dem Tabellenführer. Er hat uns einen Spielbericht zu seinem letzten Spiel zugesandt, welches er 1:0 gegen den bisherigen Tabellenführer gewonnen hat. Diesen möchten wir an dieser Stellen wiedergeben:

Die Aufstellung wurde nur auf zwei Position verändert. Tobias K. wurde im linken Mittelfeld aufgestellt, da er mit Tobias S., dem linken Außenverteidiger ein besseres Duo bildete. Allerdings hatte Tobias K. im Training sehr große Unsicherheiten in der Ballannahme und beim Passen gezeigt. Er war allerdings ein Kämpfer und des sollte er auch unter Beweiss stellen. Im Sturm spielte Philip für Alexander, der leider das Abschlusstraining am Freitag unentschuldigt verpasst hatte. Kurze Denkpause für Ihn.

1. Hz: Aufgeregtes Hin-und-Her-Gebolze ohne dass unsere Mannschaft so richtig ins Spiel gefunden hat. Wir haben sehr viele Bälle im Mittelfeld durch dummes nach vorne schiessen verloren und unsere gesamte Angriffsseite war blass. Unsere 14, war bis dato ein Totalausfall, obwohl er immer zu einem der besten im rechten Mittelfeld gehörte. Unsere 6 hat endlich gezeigt, warum er Captain ist. Er hat in den Zweikämpfen gezeigt, warum er seinen Stammplatz bekommen hat. Endlich ging er in die Zweikämpfe. Unsere rechte Angriffsseite war praktisch nicht vorhanden, unsere besten 8 und 10 waren absolut unauffällig. Es dauerte bis zur 25. Spielminute, dass wir den ersten Torschuss auf das gegnerische Tor landen konnten. Wobei der Torwart hier zeigte, dass er das Fangen nicht wirklich beherrschte. Unser Abwehrspieler 3, hat in Sachen kontrollierter Ballannahme und Passen wahrscheinlich immer gefehlt. Bolzen war seine Devise. Sichere Bälle zu den Mitspieler in der Viererkette waren so gut wie nicht vorhanden. Er wurde bei einer Aktion verletzt und konnte nicht mehr Laufen. Halbzeitstand: 0:0

In der Halbzeitpause habe ich den Jungs nochmal klar gemacht, dass sie definitiv alles drauf haben. Aber den Gewinner unterscheidet vom Verlierer, dass er das gelernte zum richtigen Zeit abrufen kann.

2. Hz: Direkt nach der Halbzeit erzielten wir das 1:0 (Abstaubertor) durch unsere 7, der danach wie geplant ausgewechselt wurde. Durch die verletzte Nummer 3 mussten wir unseren 8-er auf die Position des rechten Außenverteidigers stellen und den anderen Außenverteidiger auf die Innenverteidiger-Position. 13 - 11 - 5 - 8 war die neue Abwehrkette. Nach dem Tor und der Umstellung, der Bolzer war raus. Wurde endlich so ein Fussball gespielt, wie wir es trainiert hatten. Es spielte fortan nur noch eine Mannschaft - Wir! Kurze, direkte Pässe die auch ankamen und schöne Spielzüge ermöglichten. Wir hatten in zehn Minuten mehr Torchancen als in der gesamten ersten Halbzeit zuvor.

Schlusspfiff und wir haben gewonnen. Ungeschlagen sind wir bisher, leider aber auch nur Tabellenzweiter - schlechteres Torverhältnis. Wahrscheinlich bis zum 18.10. dann treffen unsere Verfolger aufeinander.

Trainertagebuch: Einführung der Vierer-Abwehrkette

Hier auf der Seite findet man mittlerweile viele Informationen zum Umstellen von Manndeckung auf das Ballorientierte Spiel. Doch funktioniert das wirklich wie beschrieben? Theorie und Praxis liegen ja oft weit auseinander.

Deshalb gibt es heute ein Bericht aus der Praxis, wie ich bei einer C-Jugend die 4er-Kette nach dem hier dargestellten Schema eingeführt habe. Außerdem erwähne ich hier im Trainertagebuch wie ich weiteren Schwerpunkte nach dem Buch Fußballtraining mit Kids ergänzend zum neuen System trainieren ließ und welche Früchte die Sache in den darauffolgenden Spielen trug.

Ausgangspunkt war eine Mannschaft mit 18 Spielern. Sie setzt sich wie folgt zusammen:

  • Zwei Spieler haben in der Vorsaison als jüngerer Jahrgang in der Leistungsklasse (zweitniedrigste Liga) gespielt
  • Zwei gute Spieler wechselten von fremden Vereinen
  • Vier Spieler des jüngeren Jahrgangs wurde hochgezogen, die in der Vorsaison in der D-Jugend-Leistungsklasse spielten
  • Der Kern der Mannschaft landete in der Vorsaison als jüngerer Jahrgang auf dem vorletzten Platz in der Kreisklasse (niedrigste Liga)

Keiner der 18 Spieler war zuvor mit der Viererkette oder dem Ballorientiertem Spiel vertraut. Fast genau vier Wochen vor dem ersten Meisterschaftsspiel habe ich zum ersten Mal mit der mir unbekannten Mannschaft auf dem Trainingsplatz gestanden.

Woche 1: In der ersten Woche (Sommerferien) trainierte ich von Montags bis Donnerstags und Freitag hatten wir ein Testspiel. In den ersten drei Trainingseinheiten wurden 1-gegen-1-Situationen trainiert und am vierten Tag haben wir den 1-Tag-Crashkurs Viererkette gemacht. Freitags im Testspiel gegen eine gute Leistungsklasse-Mannschaft kassierten wir ein Gegentor, wobei die Abwehr doch noch sehr wacklig war.

Woche 2: Die drei Trainingseinheiten die wir in der zweiten Woche absolvierten galten der Ballan- & Ballmitnahme. In dieser Woche erhielt jeder Spieler ein Merkblatt wie er sich im Ballorientiertem Spiel zu verhalten hat. Das am Wochenende gespielte Turnier mit vier Mannschaften aus der Leistungsklasse und vier Mannschaften aus der Kreisklasse konnten wir ohne Gegentor gewinnen.

Woche 3: Man absolvierte nun 2,5 Trainingseinheiten mit dem Schwerpunkte Flugball. 0,5 Trainingseinheiten weil man am dritten Trainingstag nur mit einem Teil der Mannschaft und dann auch nur eine Stunde ein kleines Spielchen machen konnte. Am Wochenende hatte man wieder gegen eine gute Mannschaft aus der Leistungsklasse ein Testspiel, wo man wieder nur ein Gegentreffer hinnehmen musste.

Woche 4: Der Schwerpunkte bei den nun anstehenden 2,5 Trainingseinheiten war das Doppelpass-Spiel. Dadurch wollte ich mehr offensive Aspekte ins Spiel bringen. Es folgte das erste Meisterschaftsspiel in der Leistungsklasse ohne Gegentor.

Woche 5: Man hatte in dieser Woche zwei Trainingseinheiten zur Verfügung, die man nutzte um den Schwerpunkt Doppelpass der Vorwoche fortzusetzen. Das zweite Meisterschaftsspiel war gegen den Jungjahrgang eines Zweitligisten, die ihr erstes Meisterschaftsspiel 7:0 gewannen. In diesem Spiel gab es für die neue Viererkette wieder nur ein Gegentreffer.

Zusammengefasst kann man sagen, dass man lediglich mit dem 1-Tag-Crashkurs Viererkette, der Merkblatt-Aktion und dass man in jedem Abschlussspiel das Ballorientierte Spiel gefördert und gefordert hat eine stabile 4er-Abwehrkette in der C-Jugend geschaffen hat. Man spielte jedes Spiel im 4-4-2 (flache Vier), so dass das Mittelfeld ebenfalls als 4er-Kette agieren konnte.

Besonders im letzten Spiel gegen eine spielstarke Mannschaft, die mit vielen Pässen im Rücken der Abwehr arbeitete, hat sich das Ballorientierte Verteidigen ausgezahlt. Nur mit dem Ballorientiertem Spiel schafft man so enge Räume zentral vor dem Tor, nur so kann der in den Zweikampf gehende Spieler stets abgesichert werden und auch nur so kann der ballführende Gegner mit minimalem Aufwand gedoppelt werden.

Mein Appell an alle Trainer die noch auf die Manndeckung setzen: Spielt modernen Fußball! Wenn man sich etwas mit der Materie auseinandersetzt (diese Webseite reicht vorerst) ist es viel leichter auf das neue System umzustellen als man denkt.

Merkblatt: Wie spiele ich in der Viererkette?

Folgendes Merkblatt dient dem Trainer als Unterstützung die 4er-Abwehrkette zu unterrichten. Es kann als PDF-Datei heruntergeladen werden, ausgedruckt und den Spielern ausgehändigt werden.

23 Meter: Die Viererkette lässt sich nicht weiter als 23 Meter zum eigenen Tor drängen. In die Tiefe startende Angreifer werden nicht verfolgt. Die beiden Außenverteidiger schalten sich gelegentlich ins Angriffsspiel mit ein.
anstoss

Abstände: Die Abstände zwischen Abwehr, Mittelfeld und Sturm sollten nie größer als jeweils 15 Meter sein. Die Abstände zwischen den Mitspielern links und rechts von einem, sollten gleich sein und nie weiter als 10 Meter.
abstand

Ball zentral: Befindet sich der Ball beim Gegner auf zentraler Position vor dem eigenen Tor. Rückt der ballnahe Innenverteidiger vor dem Ball. Die beiden benachbarten Abwehrspieler sichern links und rechts von ihm ab und der vierte Abwehrspieler rückt ein.
ball_zentral

Ball außen: Befindet sich der Ball beim Gegner am Spielfeldrand. Rückt der ballnahe Außenverteidiger vor dem Ball. Der benachbarte Innenverteidiger sichert ab und die beiden anderen Abwehrspieler rücken ein. Gegenspieler auf der ballfernen Seite werden ignoriert.
ball_aussen

Nicht Kreuzen: Die Spieler in der Viererkette kreuzen nicht, sondern übergeben ihre Gegenspieler. So bleiben alle Abwehrspieler stets auf ihren Seiten.
kreuzen

Mittelfeld: Das Mittelfeld verschiebt geschlossen Richtung Ball mit dem Ziel Überzahl in Ballnähe zu schaffen. Der Gegenspieler wird von zwei Spielern attackiert.
mittelfeld

© Martin Hasenpflug