Perfektes Umschalten - Der Schlüssel zum Erfolg

Die häufigste im Spiel stattfindende Situation die ein vergrößertes Maß an taktischem Verhalten erfordert ist das sogenannte Umschalten. Also der Moment indem der Ball die Mannschaft wechselt. Das oberste Ziel jeder Mannschaft sollte es sein diese Momente für sich zu entscheiden. Denn letztendlich könnte man die These aufstellen, dass diejenige Mannschaft ein Spiel gewinnt, die das Umschalten effektiver praktiziert.

Alle Spieler müssen genau wissen, wie sie sich im Moment des Ballgewinns und in dem Moment des Ballverlustes zu verhalten haben. Kennen die Spieler ihre Aufgabe, verlieren sie keine wertvolle Zeit durch Überlegungen und wissen ihr Handeln im Einklang mit den Aktionen der Mitspieler zu bekommen. Also muss der Trainer hier seinen Spielern eine klare taktische Vorgabe geben.

Die Möglichkeit nach einem Ballgewinn einen aussichtsreichen Angriff einzuleiten oder der direkte Wiedergewinn des Balls bei einem Ballverlust, hängt im großen Maße an der Anzahl der eigenen Spieler in Ballnähe ab. Um dies zu erreichen müssen sich alle Spieler an Defensiv- und Offensivaktion beteiligen. So besitzt man im Fall des Ballgewinns viele Anspielstationen in Ballnähe, bzw. bei Ballverlust die Möglichkeit den Ballgewinner unter Druck zu setzen und seine Anspielstationen zuzustellen.

Überzahl in Ballnähe kann man effektiv nur mittels dem ballorientierten Spiel erreichen. Trifft man nun auf eine Mannschaft die ebenfalls gut Richtung Ball verschiebt, hängt das Gelingen des Umschaltens von weiteren Faktoren ab:

  • Wann wird die Situation erkannt?
  • Wieviel Informationen stehen zur Verfügung?
  • Wieviel Zeit vergeht vom Denkvorgang bis hin zum Handeln?

Möchte man nun die Umschaltphasen für sich entscheiden, so sind im Idealfall in allen drei Punkten gute Leistungen abzuliefern. Im Klartext bedeutet dies, dass man in den Bereichen Antizipation, peripheres Sehen und Handlungsschnelligkeit bestens geschult sein muss.

Antizipationsfähigkeit zeichnet sich dadurch aus, dass der Spieler aufgrund seiner Spielintelligenz und der Intuition in der Lage ist zu erkennen, wie sich eine Spielaktion entwickeln wird. So kennt er die zukünftige Situation noch bevor sie tatsächlich eingetreten ist. Durch den damit verbunden Gedankenvorsprung erhält er die Möglichkeit seine Aktion bereits einzuleiten, noch bevor der Gegner diese überhaupt erkennt.

Die Antizipation kann im Training durch leicht dosierte Überforderungen verbessert werden. Wenn das bewusste Nachdenken überfordert ist, schaltet man automatisch auf intuitives Handeln um. Unterbrechungsfreie Spielformen z.B. mit vielen Spielern auf engem Raum erzwingen diesen Prozess.

Der nächste Punkt das periphere Sehen sorgt dafür, dass der Spieler jederzeit ein Überblick über die Positionen aller Mitspieler und Gegenspieler hat. Diese Informationen sorgen dafür, dass er z.B. beim Ballgewinn nicht erst schauen muss wo sich seine Mitspieler befinden, sondern er kann das Spiel zügig ohne Zeitverlust fortsetzen. Das periphere Sehen kann z.B. durch Einbringen eines zweiten Balls in Spielformen gut trainiert werden.

Der dritte Punkt die Handlungsschnelligkeit bezeichnet die Dauer von der Wahrnehmung einer Situation bis hin zur passenden motorischen Umsetzung. Zeichnet sich die motorische Umsetzung durch gute Antrittsschnelligkeit und seinen Leistungsfähigkeiten angepasstes Handeln aus, steht einer erfolgreichen Aktion kaum mehr was im Wege. Die Handlungsschnelligkeit wird in 1-gegen-1-Situationen, bei sich schnell wechselnden Spielbedingungen (z.B. Überzahl und Unterzahl), bei Spielen auf engem Raum usw. gut trainiert.

Einen weiteren Vorteil beim Umschalten erhält man, wenn man den Ballgewinn und Ballverlust schon im eigenen taktischen Agieren berücksichtigt. Bei einem Angriff sollte das Mittelfeld sich gestaffelt in die Offensive einschalten, um bei einem etwaigen Ballverlust über eine Absicherung zu verfügen. Außerdem ist man bei Ballbesitz in der Pflicht alles erdenkliche zu unternehmen, um auch in Ballbesitz zu bleiben. Das heißt z.B. Anspielstationen in Breite und Tiefe schaffen, permanentes Freilaufen, risikoreiche Aktionen vermeiden und ständiges Anbieten.

Bei einem gegnerischen Angriff ist es selten sinnvoll mit allen Spielern näher zum eigenen Tor zu stehen als der ballführende Gegner. Zumindest ein Angreifer bleibt für einen etwaigen Konter vor dem Ball. Damit der Angreifer sinnvoll angespielt werden kann ist es wichtig, dass dieser nicht den Kontakt zur restlichen Mannschaft verliert. Schon im Vorfeld eines Konters sind möglich freie Räume zu erkennen. Sobald der Ballgewinn des Mitspielers stattfindet wird Blickkontakt hergestellt, sich dann vom Gegner gelöst und im Augenblick des Passes in den freien Raum gestartet.

Wie bereits erwähnt ist es beim Umschalten unerlässlich, dass sich alle Spieler geistig und motorisch voll auf die neue Spielsituation einstellen und sich an den nun erforderlichen Handlungen beteiligen. Konkret bedeutet dies bei Ballverlust, dass der ballnahste Spieler sofort druck auf den Ball ausübt, um den Handlungsrahmen des Gegners klein zu halten. Mitspieler versuchen schnellstmöglich hinter den Ball zu kommen, Richtung Ball einzurücken und einen kompakten Block vor dem ballführenden Gegner zu bilden. Beim Zurücklaufen kreuzt man idealerweise mögliche Passwege des Gegners.

Erstrebenswert ist es, dass der druckausübende Mitspieler die Spitze eines Abwehrdreiecks ist. Somit unterbindet man gefährliche Pässe des Gegners in die Tiefe. Besonders ein im Rücken des Ballführenden befindlicher Mitspieler sollte sich bemühen nach hinten zu doppeln. Weitere aussichtsreiche Situationen zum Doppeln sollte man erkennen und provozieren.

Eine detaillierte Vorgehensweise bei eigenem Ballbesitz und gegnerischem Ballbesitz haben wir in dem letzten Artikel Goldene Regeln des Fußballspiels beschrieben. Mit dem letzten Artikel und den Hinweisen hier, sollte jeder Trainer in der Lage sein das Umschaltverhalten seiner Mannschaft zu verbessern und so das Potential seiner Mannschaft besser auszuschöpfen.

Goldene Regeln des Fußballspiels

In diesem Artikel geht es nicht um Details. Wie man in bestimmten Spielsituationen seine technischen Fähigkeiten ideal mit den taktischen Vorgaben seines Trainers verbindet, sondern um eine einfache Liste mit den fundamentalsten Verhaltensweisen einer Mannschaften in einem Fußballspiel. Ob es sich dabei nun um ein Meisterschaftsspiel oder einem Abschlussspiel im Training handelt spielt keine Rolle. Im Trainingsspiel muss es Ziel sein, die folgenden Punkte bestmöglichst umzusetzen. Nur so wird man langfristig gesehen auch gegen vermeintlich stärkere Mannschaften erfolgreich Fußball spielen können.

Die Liste unterteilen wir in drei Bereiche. Wie verhalten sich die Spieler einer Mannschaft bei gegnerischem Ballbesitz? Wie agieren sie bei eigenem Ballbesitz damit sie Torchancen kreieren und welche mentalen Voraussetzungen sind notwendig um erfolgreich Fußball zu spielen. Wir beschränken uns in diesem Artikel auf Stichworte und in Klammern dahinter geben wir noch einen kleinen zusätzlichen Hinweis.

Bei gegnerischem Ballbesitz:

  • Druck auf den Ballführenden (Das einfachste Mittel den Gegner erheblich in seinen Spielmöglichkeiten zu begrenzen!)
  • Abwehrdreieck (Der ballnahe Spieler übt druck auf den Ball aus und die beiden Mitspieler auf den benachbarten Positionen rücken in der Tiefe ein. Für diese Aktion muss laut kommuniziert werden!)
  • Abwehrsichel (Alle Spieler rücken zur ballnahen Seite ein. Ballferne Gegenspieler werden ignoriert!)
  • Kompaktheit (Gleichbleibende und nicht zu groß werdende Abstände zwischen den Mitspielern!)
  • Doppeln (Überzahl in Ballnähe. Erhöhte Chance einer kontrollierten Balleroberung!)
  • Verschieben (Position des Balls entscheidet allein über das Laufverhalten der Spieler. Abwehr und Mittelfeld muss beim gegnerischen Spielaufbau versuchen auf einer Linie zu verschieben!)
  • Nachsetzen (Sobald ein Spieler überspielt wurde setzt er nach. Wurde ein Mitspieler auf einer benachbarten Position überspielt, wird schnellstmöglich versucht sich wieder hinter dem Ball zu positionieren!)
  • Zweikampfkraft (Fair aber entschlossen die Zweikämpfe bestreiten. Auch im Training!)
  • Auf Kommando wechselnde Mannschaftstaktiken (Abwehrpressing, Mittelfeldpressing, Angriffspressing. Die zentralen Spieler geben die Kommandos und alle Spieler müssen sich daran beteiligen!)
  • Kontrollierte Balleroberung (Nur im Notfall den Ball ins Seitenaus oder unkontrolliert nach vorne schlagen!)

Nach dem Ballgewinn:

  • Den ersten Ball sichern (In den freien Raum dribbeln oder einen freien Mitspieler anspielen!)
  • Ausschwärmen (Möglichst viele Spieler schieben vor dem Ball. Anspielstationen im Rückraum bilden die Innenverteidiger und eventuell, je nach Verhalten des Gegners, zusätzlich noch der ballferne Außenverteidiger!)
  • Spielfeldseiten und Zentrum besetzen (Offene Stellung der Außenspieler Richtung Zentrum und auch die zentralen Spieler eine leicht schräge Stellung zu einer Seite!)
  • Dreiecksbildung und nach Möglichkeit sogar Rautebildung (Permanent freilaufen, Positionen wechseln, sich dem Ballführenden anbieten!)
  • Im Deckungsschatten des Gegners ist man keine Anspielstation (Nur nach Blickkontakt mit dem Ballführenden freilaufen!)
  • Vom Gegenspieler lösen (Mit Lauffinte und Blickkontakt zum Ballführenden. Erst lösen wenn der Pass gespielt werden kann!)
  • Spielverlagerungen durchführen (Im höchsten Tempo. Nach Möglichkeit im Direktspiel oder zumindest mit dem ersten Ballkontakt den Pass vorbereiten!)
  • Gruppentaktische Angriffsmittel einsetzen (Doppelpass, Hinterlaufen, Direktspiel, Spiel über den Dritten!)
  • Tiefe vor Breite (Der Pass mittig durchs Spielfeld ist dem Pass über Außen vorzuziehen. Im Idealfall mit dem Pass nach Vorne einen ganzen Mannschaftsteil überschlagen. Risikopässe vermeiden!)
  • Mitspieler zwischen Abwehr und Mittelfeld des Gegners anspielen (Hier verfügt man über die meisten Optionen den Ball im Rücken der Abwehr zu spielen!)
  • Vor der gegnerischen Abwehrreihe kreuzen (Mit Tempo und anschließendem Start in die Tiefe. Vorab Blickkontakt zum Ballführenden, so dass die Aktionen aufeinander abgestimmt sind!)
  • Ball im Rücken der Abwehr spielen (Das oberste Ziel jeden Angriffs ist es einen Pass im Rücken der gegnerischen Abwehr zu einem Mitspieler zu spielen. Dafür diagonale Flugbälle spielen oder den Pass in die Tiefe!)
  • 1-gegen-1-Situationen vor dem gegnerischen Tor suchen (Entweder um frei vor dem Torwart zu stehen oder um weitere Abwehrspieler auf sich zu ziehen!)
  • Torabschluss suchen (Statistisch gesehen erzielt die Mannschaft mehr Tore, die auch häufiger aufs Tor schießt!)
  • Zielstrebig spielen (Umständliches Agieren birgt mehr Fehlerquellen in sich. Zusätzlich vergeht wertvolle Zeit, indem sich der Gegner wieder ordnen kann!)

Mentale Voraussetzung:

  • Absoluter Einsatzwille (Kontrollierte Aggression!)
  • Konzentration (Alles im Kopf außer das Spiel ausblenden!)
  • Besonnen agieren (Ruhe bewahren und Geduld haben!)
  • Freude am Spiel (Positive Grundeinstellung!)
  • Aufmerksamkeit (Spiel auch ohne Ball genau beobachten. Sich stets ein Bild des gesamten Spiels machen und antizipieren wie sich das Spiel entwickeln könnte!)
  • Selbstvertrauen (Sich seinen Stärken bewusst sein!)
  • Verantwortung übernehmen (Das Team führen, indem man Entscheidungen trifft!)
  • Hilfsbereitschaft (Teamfähigkeit und mannschaftsdienlich spielen!)
  • Bescheidenheit (Die Motivation seines Handeln ist altruistisch. “Opfer” für den Erfolg der Mannschaft bringen!)

Die erläuterten Verhaltensweisen beim gegnerischen Ballbesitz und wie man einen Ballgewinn für eine gelungene Offensivaktion nutzen kann, haben wir ausführlich in dem Trainingsbuch Spielend zur Viererkette erklärt. In diesem Buch für Fußballtrainer, findet man eine systematische Anleitung um seine Mannschaft optimal gegen den Ball agieren zu lassen. Die beinhalteten kompletten Trainingseinheiten machen die Verbesserung der Defensive zu einem Kinderspiel.

In unserem Buch Fußballtraining mit Kids haben wir uns hauptsächlich der spielerischen Ausbildung von Jugendspielern gewidmet. Techniktraining und das Lernen gruppentaktischer Angriffmittel stehen hier im Vordergrund. Viele attraktive Übungen sorgen auch für eine Menge Spaß beim Training! Eine aktuelle Rezension zu diesen Büchern findet man im Suite-Magazin.

Abwehrpressing: So siegen Außenseiter!

Was kann man als Trainer tun, wenn man gegen einen klar überlegenden Gegner spielt? Den Kopf in den Sand stecken oder anfangen zu beten? Bei beidem stehen die Aussichten was Zählbares aus der Partie mitzunehmen ziemlich gering. So kann dem Trainer in diesem Fall nur geraten werden etwas in die Trickkiste zu wühlen und zu einem taktischen Paukenschlag auszuholen.

Doch wie kann man etwas bewirken, wenn man auf einen individuell stärker besetzten Gegner stößt? Klar, man muss als Mannschaft stärker sein. Man muss eine Taktik wählen in der das Kollektiv im Mittelpunkt steht und nicht der Einzelspieler. Nur im ballorientierten Spiel kann hier Maximales erreicht werden. Denn nur dort, wo man sich stärker an die Position des eigenen Mitspielers orientiert, als an die Position des Gegenspielers, ist man in der Lage den ballführenden Gegner mit einem ganzen Mannschaftsverbund zu bekämpfen. Nur so erreicht man mit minimalem Kraftaufwand Überzahl in Ballnähe und damit die bestmögliche Ausgangsposition den Ball kontrolliert zu erobern und einen schnellen Gegenangriff einzuleiten.

Der schnelle Konter ist hier also das Zauberwort, wenn es gegen einen favorisierten Gegner geht. So kann man auch mit reduzierten technischen und kreativen Möglichkeiten zum Torerfolg kommen, da man gegen eine aufgerückte und in der Regel ungeordnete Abwehr angreift.

Um jedoch erst in der Lage zu kommen, den Ball für einen Konter zu gewinnen, müssen die Räume für den Gegner möglichst klein gehalten werden. Passspiele des Gegners können so bestmöglich abgefangen werden. Der Gegner muss gedoppelt werden, damit man die Zweikämpfe für sich entscheiden kann.

Es gilt also darum ein effektives Angriffsspiel des Gegners zu unterbinden. Für die eigene Mannschaft ungefährliche Pässe (Querpässe und Rückpässe) werden erlaubt, jedoch gefährliche Pässe Richtung eigenem Torzentrum massiv bekämpft. Dies führt von der Menge her zu mehr Ballbesitz für den Gegner, ist aber letztendlich nicht besonders effektiv. Dies erklärt auch den statistischen Wert, dass in der Regel die Mannschaft mit weniger Ballbesitz ein Spiel gewinnt.

Die benötigte Kompaktheit bei gegnerischen Angriffsversuchen erreicht man nur, wenn alle Spieler Defensiv handeln und konsequent verschieben. Schafft man es zwei Viererketten hinter den Ball zu bekommen und den ballführenden Gegner durch einen Mittelfeldspieler unter Druck zu setzen, können die beiden Angreifer nach hinten doppeln. So hat man die besten Chancen auf ein kontrollierten Ballgewinn und einem effektivem Gegenangriff steht nun nichts mehr im Wege.

Wichtig ist, dass der Gegner nicht zu früh attackiert wird. Wird dies gemacht, kann er mittels wenigen und einfachen Pässen eine ganze Reihe Spieler vor der Ballposition setzen, so dass diese keine Möglichkeit mehr für defensive Handlungen haben. So kann es dann sehr schnell gehen, dass alleine die Viererabwehrkette sich gegen den kompletten Angriffsverbund zur Wehr setzen muss.

Wartet man jedoch das Aufbauspiel des Gegners ab und bleibt tief stehen und reagiert auf Querpässe und Rückpässe alleine mit seitlichem Verschieben, so erreicht man maximale Kompaktheit. Wird nun die Linie der einzelnen Mannschaftsteile überspielt, wird Druck auf den Ball gemacht und nachgesetzt zum Doppeln. Wichtig für die Kompaktheit der Mannschaft ist es, dass die Mannschaftsteile eng zusammenstehen, ebenso die Spieler auf den benachbarten Spielpositionen (jeweils 8 bis 10 Meter).

Diese Spieltaktik bezeichnet man im Fußball als Abwehrpressing. Das Abwehrpressing kann man noch in zwei Varianten unterteilen. Bei der ersten Variante wird das gegnerische Angriffsspiel auf den Flügel gelenkt und bei der zweiten Variante ins Zentrum. Entscheidet man sich für Variante Zwei, so verschieben die beiden Angreifer, kurz nach der Mittellinie, auf gleicher Höhe mit vergrößertem Abstand zueinander ballorientiert.  Der Passweg ins Zentrum ist frei. Der dort postierte Gegenspieler darf nicht zu eng gedeckt werden, da man den Anschein erwecken will, dass dieser ungestört angespielt werden kann. Wird dies nun getan, wird dieser von allen Seiten attackierten. Die Angreifer setzen nach und ein zentraler Mittelfeldspieler übt Druck auf den Angespielten aus. Der zweite zentrale Mittelfeldspieler sichert ab. Im Fall, dass die beiden Angreifer nicht nachsetzen können, wird dem ballführende Gegner mittels Doppeln der Durchbruch Richtung des zweiten Mittelfeldspielers angeboten.

Variante Eins besagt, dass man das Angriffsspiel des Gegners nach Außen lenkt. Hier agieren die beiden Angreifer mit verringertem Abstand zueinander und in einer leichten Tiefenstaffellung. Die beiden Mittelfeldaußen stehen etwas tiefer, damit der Flügel unbesetzt wirkt. Erst wenn der Ball vom Gegner über die Mittellinie zu einem äußeren Spieler gepasst wird, beginnt die eigene Balleroberung. Der ballnahe Mittelfeldaußen rückt zum Ballführenden vor, verstellt die Außenbahn um ihn nach Innen zu einem zentralen Mittelfeldspieler zu lenken. Der ballnahe Angreifer setzt zum Doppeln nach Hinten nach. Der zweite Angreifer stellt das Zentrum zu und die beiden Viererketten bilden eine Abwehrsichel. Erkennt der zweite Angreifer einen Rückpass des Gegners, so rückt er vor um diesen abzufangen.

Variante Zwei ist deutlich einfacher umzusetzen, da es weniger Anspruch an einem korrekten Doppeln stellt. Für Anfänger ist also diese Variante zu empfehlen. Sollte der Gegner dabei nicht den Pass ins Zentrum suchen, so sollte generell auf Variante Eins umgestellt werden. Versucht nun der Gegner in die Lücke zwischen den beiden Angreifern zu dribbeln, sollte temporär auf Variante Eins umgestellt werden.

Wird nun der Ball erobert, rücken bis auf die beiden Innenverteidiger alle Spieler vor dem Ball um Anspielstationen in der Tiefe zu schaffen. Den ersten Pass nach Möglichkeit schnell in die Spitze spielen, um die kurzzeitige Unordnung des Gegners auszunutzen. Es ist auf eine ständige Dreiecksbildung zu achten, so dass der Ballführende stets Anspielstationen in Breite und Tiefe besitzt. Schafft man es einen Mitspieler in der “Red-Zone” (zentraler Bereich zwischen Abwehr und Mittelfeld des Gegners) anzuspielen, so starten im Idealfall zwei Mitspieler links und rechts mit Temposteigerung in die Gasse, so dass der Ballführende zwei Passoptionen besitzt. Kreuzende Angreifer oder quer laufende Spitzen ist für jede Abwehr schwer in den Griff zu bekommen.

Sollte kein Anspiel in der Red-Zone möglich sein, so versucht man den Ball über den Flügel in den Strafraum zu flanken oder zu passen. Im Idealfall starten drei Spieler gestaffelt in den Ball und ein vierter besetzt den Rückraum. Gestaffelt bedeutet hier, je ballnaher sie sich befinden, desto geringer ist der Abstand zum gegnerischen Tor. Wichtig ist es immer mit Tempo in den Ball zu starten, um seine ganze Kraft in die Aktion zu bringen.

Also immer den Ball zielstrebig in die Tiefe spielen. Anspiele im Idealfall direkt weiterleiten oder zumindest mit dem ersten Kontakt in den freien Raum mitnehmen und dann mit den üblichen gruppentaktischen Angriffsmitteln (Doppelpass, Hinterlaufen, Pass in die Tiefe) agieren. In gegnerischer Tornähe 1-gegen-1-Situationen suchen und Mut zum Risiko zeigen. Vor dem Torschuss nochmal Kopf heben um die freie Ecke zielgenau anzuvisieren.

Dem Schnee trotzen mit Taktik- und Lauftraining

Dieser Winter trifft alle Fußballer in unserem Land besonders hart. Der Ball soll rollen, kann er aber nicht. Schon seit mehreren Wochen sorgen Eis und Schnee dafür, dass die Sportanlagen fast ununterbrochen gesperrt sind und sich die Trainer Gedanken über alternative Trainingseinheiten machen müssen.

Die Alternative Nummer Eins im Winter war und ist der Hallenfußball. Doch was machen die Trainer deren Verein im Winter über keine Halle verfügen? Hallenturniere absolvieren ist die eine Möglichkeit, doch was soll man während der Woche machen? Kein Trainer möchte, dass seine Mannschaft aufgrund den Witterungsverhältnissen in seiner Entwicklung stagniert. Da ist guter Rat teuer.

In einem früheren Artikel haben wir gezeigt, wie man mittels eines Kraftzirkels eine alternative Trainingseinheit für den Winter schafft. Die Spieler verbessern sich dadurch in den Bereichen Schnellkraft, Ausdauer und Koordination. Gerade in unteren Klassen kommen diese Trainingsbereiche oft zu kurz, weil man einfach aufgrund von geringen Trainingszeiten andere Prioritäten setzt.

Im Fußball ist nicht nur Kraft und Motorik gefragt, sondern auch der Kopf. Um auch in diesem Bereich weiter zu kommen, bietet sich das Taktiktraining an der Tafel an. Die Theorieeinheit kann man gut damit beginnen, indem man zusammen mit den Spielern eine Liste von Pflichten und Aufgaben von Spielern und Trainern erarbeitet und die gesammelten Ergebnisse Stichpunktartig für alle erkenntlich an die Tafel schreibt. Diese Maßname soll die Sozialkompetenz der Spieler verbessern.

Pflichten und Aufgaben der Trainer: Vorbildfunktion, Kompetenz, Motivation, Spaß am Fußball vermitteln, Trainingsvorbereitung, abwechslungsreiches und altersspezifisches Training, Förderung eines leistungsorientierten Sportsgedanken, fußballerische Weiterentwicklung der Spieler, Respekt und Disziplin, offenes Ohr für Problemen der Spieler, Erkennen von Stimmungen innerhalb der Mannschaft, Bereitschaft für Fortbildungsmaßnahmen.

Pflichten und Aufgaben der Spieler: Selbstbewußtsein, Eigeninitiative, Einsatz, Leistungsbereitschaft, Wille und Leidenschaft, Lernbereitschaft, regelmäßige Trainingsbeteiligung, Teamgeist, Respekt und Disziplin, Ehrlichkeit, Fair Play.

Den Inhalt des Taktiktrainings unterteilt man am besten in zwei Bereiche: Viererkette und kreatives Offensivspiel. Für die Defensive bieten sich folgende Themenüberschriften an: Vorteile der Viererkette, Verhalten in der Defensive und Diverses.

Vorteile der Umstellung auf Viererkette: Konkurrenzfähigkeit der Mannschaft, Agieren im Kollektiv, alle Spieler sind von der Defensivarbeit betroffen, Leumund der Mannschaft.

Verhalten: Stellungsspiel der Verteidiger, Stellungsspiel des Mannschaftsverbundes, Verschieben, Gegner vom Tor fernhalten, Gegenspieler übergeben.

Diverses: Pressing, Abstände, Doppeln, Aufgaben der einzelnen Positionen.

Für das Thema der Offensive kann man sich folgende Stichworte notieren: Bei Ballgewinn Ausschwärmen, Dreiecksbildung, gruppentaktische Angriffsmittel (Doppelpass, Direktspiel, Hinterlaufen, Pass in die Tiefe), Red Zone, Flügelspiel, Kreuzen, Passspiel, Eigenschaften eines Angreifers.

Wichtig ist, dass man alle Erklärungen auch visuell präsentiert und die Spieler durch Fragen, Abstimmungen, Vorschläge usw. mit einbindet. Dies erhöht die Aufnahmefähigkeit der Spieler.

Eine weitere Möglichkeit eine Trainingseinheit außerhalb der Sportanlage zu gestalten, wäre ein Ausdauerlauf kombiniert mit Kraftübungen. Die Streckenwahl sollte so gewählt werden, dass sie nach Möglichkeit gut beleuchtet ist und der Boden nicht zu glatt ist. Den Lauf unterbricht man zwei bis drei Mal und absolviert unten beschriebene Übungen. Die Übungen sind so gewählt, dass man ohne Trainingshilfen auskommt, sie im Stand absolvieren kann und sich nicht auf den winterlichen Boden legen muss.

Einzelübung:

  • Im Stand Arme in der Hochhalte. Im Wechsel sich auf Fußspitzen und Ferse stellen. Jeweils kurz verharren.
  • Ausfallschritt-Wechselsprünge mit Arme in der Seithalte.
  • Hampelmann.
  • Vierfüßler. Arme und Beine wechselseitig anheben und zurückführen.
  • Standwaage. Arme in der Vorhalten. Ein Bein anheben und Wechselsprünge absolvieren.
  • Kniebeugen.
  • Kniehebelauf mit Boxbewegungen.
  • Strecksprünge.
  • Hopserlauf auf der Stelle.
  • Grätschstand. Kniee leicht beugen. Arme in der Seithalte. Im Wechsel Gewichtsverlagerung nach Links/Rechts.
  • Einbeinstand. Oberschenkel in die Horizontale und zur Seite wegdrehen.
  • Einbeinstand. Freies Bein im Wechsel nach Vorne und Hinten schwingen. Jeweils 5 Sekunden halten.
  • Standwaage. Kniebeugen und jeweils 5 Sekunden halten.

Partnerübung:

  • Beide stehen sich im Ausfallschritt gegenüber. Die Handflächen gegeneinander pressen und kurz halten.
  • Seitliche Schlusssprünge über hockenden Partner.
  • Rücken an Rücken stellen. Arme zeigen nach unten. Gleichzeitig mit aufrechten Oberkörper Kniebeugen absolvieren.
  • Wie zuvor, jedoch mit ineinander eingehakten Armen.
  • Gerade gegenüber stehen. Im Abstand Hände überkreuz halten und gleichzeitig Kniebeugen absolvieren. Durch Zug aufrichten.

Diese Übungen verbessern allesamt die Krafteigenschaften des Körpers. Kraft ist für alle fußballerischen Aktionen notwendig. Ziel des Krafttrainings ist eine Körperstabilisation zu erreichen. Besonders wichtig ist hier die Rumpfmuskulatur. Eine Kräftigung der Muskulatur bedeutet gleichzeitig eine Verbesserung in den Bereichen Antritt, Dribbling, Tackling, Torschuss, Kopfball, Rempeln, Zweikampf und vermindert zusätzlich die Verletzungsanfälligkeit.

Perfektes Zusammenspiel zwischen Viererkette und Mittelfeld

Die eifrigen Leser unserer Seite wissen bereits, dass das Spiel mit der Viererkette die ganze Mannschaft betrifft. Das Mittelfeld und der Angriff hat genauso wie die Viererkette, bei gegnerischen Ballbesitz Defensivarbeit zu leisten. Nur wenn die ganze Mannschaft aufeinander abgestimmt agiert, kann das Spiel mit der Viererkette seine volle Stärke entfalten.

Volle Stärke bedeutet kontrollierter Ballgewinn und direkte Einleitung des Offensivspiels. In den folgenden Bildern werden wir zeigen, wie das Mittelfeld in den verschiedenen Spielsituationen zu handeln hat. Wir gehen davon aus, dass die Mannschaft in einem 4-4-2 agiert. Das Spiel mit der Viererkette kann nach dem Studieren der Bilder noch besser verstanden werden und mit diesem Wissen wird man in der Lage sein, eigene Lösungswege für mögliche Spielsituationen zu finden.

Das Ganze können wir wieder als PDF-Datei anbieten, damit die Trainer die Möglichkeit haben es ihren Spielern auszudrucken.

Unterstützung eines Mittelfeldspielers (Ball außen): Der druckausübende Außenverteidiger geht so in die seitliche Stellung, dass er den Ballführenden nach innen zum Mittelfeldspieler steuert. Ein zweiter Mittelfeldspieler würde das Zentrum absichern.

Unterstützung eines Mittelfeldspielers (Ball außen): Der druckausübende Außenverteidiger geht so in die seitliche Stellung, dass er den Ballführenden nach innen zum Mittelfeldspieler steuert. Ein zweiter Mittelfeldspieler würde das Zentrum absichern.

Unterstützung eines Mittelfeldspielers (Ball zentral): Der Mittelfeldspieler übt Druck auf den Ballführenden aus. Die Außenverteidiger rücken etwas vor, um Querpässe abfangen zu können. Ein zweiter Mittelfeldspieler würde helfen, den Ballführenden zu doppeln.

Unterstützung eines Mittelfeldspielers (Ball zentral): Der Mittelfeldspieler übt Druck auf den Ballführenden aus. Die Außenverteidiger rücken etwas vor, um Querpässe abfangen zu können. Ein zweiter Mittelfeldspieler würde helfen, den Ballführenden zu doppeln.

Pass in die Tiefe: Bietet sich eine Sturmspitze als Anspielstation an, bildet die Viererkette ein Abwehrdreieck. Der Ballführende wird vom Mittelfeld gestellt oder gedoppelt. Erfolgt ein Pass zur Sturmspitze, doppeln möglichst zwei Mittelfeldspieler nach hinten.

Pass in die Tiefe: Bietet sich eine Sturmspitze als Anspielstation an, bildet die Viererkette ein Abwehrdreieck. Der Ballführende wird vom Mittelfeld gestellt oder gedoppelt. Erfolgt ein Pass zur Sturmspitze, doppeln möglichst zwei Mittelfeldspieler nach hinten.

Ball zentral: Das Mittelfeld erzeugt ein Abwehrdreieck und die Viererkette bleibt in Ausgangsposition mit leicht aufgerückten Außenverteidigern.

Ball zentral: Das Mittelfeld erzeugt ein Abwehrdreieck und die Viererkette bleibt in Ausgangsposition mit leicht aufgerückten Außenverteidigern.

Ball außen: Das Mittelfeld und die Viererkette erzeugen je eine Sichel. Der Mittelfeldaußen doppelt zusammen mit einem zentralen Mittelfeldspieler den ballführenden Gegner.

Ball außen: Das Mittelfeld und die Viererkette erzeugen je eine Sichel. Der Mittelfeldaußen doppelt zusammen mit einem zentralen Mittelfeldspieler den ballführenden Gegner.

Flugball: Sobald der Gegner zum Flugball in die Sturmspitze ansetzt, lassen sich die Spieler der Viererkette nach hinten fallen. Somit können sie mit Tempo in den Ball starten. Nach dem Flugball doppeln zwei ballnahe Mittelfeldspieler nach hinten.

Flugball: Sobald der Gegner zum Flugball in die Sturmspitze ansetzt, lassen sich die Spieler der Viererkette nach hinten fallen. Somit können sie mit Tempo in den Ball starten. Nach dem Flugball doppeln zwei ballnahe Mittelfeldspieler nach hinten.

Die Angreifer im Spiel mit der Viererkette

Der Laie mag auf den ersten Blick beim Titel dieses Artikel sich fragen, was denn die Angreifer mit dem Abwehrsystem einer Mannschaft zu tun haben? Doch das Spiel mit der Viererkette bringt nur maximale Effektivität, wenn alle Mannschaftsteile sich daran beteiligen.

Wir werden hier mal kurz und knapp die Aufgaben der Angreifer in einem 4-4-2-System erläutern. Wie sie sich zu verhalten haben, wenn die eigene Mannschaft in Ballbesitz ist und was zu tun ist, wenn der Gegner den Ball hat.

Bei eigenem Ballbesitz agieren die beiden Angreifer in einer Tiefenstaffelung, dass heißt ein Angreifer befindet sich deutlich näher Richtung eigenem Tor als der Andere. Sie beobachten das Stellungsspiel des Gegners. Besonders der tiefer agierende Angreifer versucht beim Spielaufbau der eigenen Mannschaft Lücken im gegnerischen Mannschaftsverbund auszumachen und ein Zuspiel in diese zu fordern. Er läuft jedoch erst in diese “Schnittstelle”, sobald seine Mannschaft auch in der Lage ist diesen Pass zu spielen. Läuft er zu früh in die Lücke, wird sie vom Gegner erkannt und geschlossen.

Gerade das Spiel mit zwei Angreifern (gegenüber drei Angreifern) bietet sich immer das schnelle Spiel durchs Zentrum an, da man auf dem Flügel nicht ganz so präsent ist. Das oberste Ziel der Angreifer muss es sein, im zentralen Bereich des gegnerischen Tors, eine Anspielstation zwischen Abwehr und Mittelfeld des Gegners zu schaffen. Gelingt ihnen dass und ein Angreifer ist in diesem Bereich im Ballbesitz, so versuchen zwei Mitspieler links und rechts von ihm in die Tiefe zu einem Pass zu starten. Der besagte Bereich wird in der Fußballersprache als “Red Zone” bezeichnet.

Darüber hinaus sollen die Angreifer darauf achten, dass der ballführende Mitspieler stets Anspielstationen in Breite und Tiefe besitzt. Gerade der tiefer agierende Angreifer muss sich öfters mal vom Gegner lösen, um dem Ballführende eine Anspielstation zu bieten. Steht der gegnerische Mannschaftsverbund im Zentrum sehr kompakt, können die Angreifer mittels kreuzen erreichen, dass dem Gegner die Zuordnung in der Defensive verloren geht.

Die Angreifer sollten nach Möglichkeit immer flach und druckvoll angespielt werden. So wird ihnen die Ballannahme erleichtert und dem Gegner gleichzeitig das Abfangen des Passes erschwert. Sollte sich für den Angreifer keine aussichtsreiche Anspielstation anbieten, weil sich die Mitspieler noch auf dem Weg zu ihm befinden, so behauptet er solange den Ball, bis er den nachrückenden Mitspielern den Ball zuspielen kann.

Hat die Mannschaft es nun geschafft eine Torchance für den Angreifer zu erspielen. So soll diese zielstrebig genutzt werden. Angreifer sollen Mut zum Risiko zeigen und auch keiner aussichtsreichen 1-gegen-1-Situation aus dem Weg gehen! Die Angreifer beobachten stets das Spielgeschehen und versuchen mögliche Spielsituationen vorauszuahnen, um dann im richtigen Augenblick eher als der Gegenspieler am Ball zu sein.

Befindet sich nun der Gegner in Ballbesitz und versucht das Spiel aus der eigenen Hälfte aufzubauen, sind die beiden Angreifer die vorderste Spitze des Defensivbundes. Ist die eigene Mannschaft im Zentrum sehr gut besetzt, weil sie z.B. mit zwei 6er spielt, dann agieren die beiden Angreifer in größerer Distanz zueinander und laufen den ballführenden Gegner links und rechts von der Seite an, um ein Pass ins Zentrum zu provozieren.

Ein Angreifer setzt den Pass nach und versucht zusammen mit den zentralen Mittelfeldspielern den Ballführenden zu doppeln. Der zweite Angreifer bleibt vor dem Ball und versucht, indem er sich ballorientiert verschiebt, einen Rückpass des Gegners zu verhindern. Durch diese Aktion wird Überzahl in Ballnähe geschaffen und durch das Doppeln eine kontrollierte Balleroberung ermöglicht.

Spielt man ein System, indem die Flügel stark besetzt sind (z.b. mit Außenstürmern), so sollte man versuchen den Spielaufbau des Gegners auf die Flügel zu lenken. Dies geschieht, indem ein Angreifer im Zentrum auf vorderster Front agiert und der zweite Angreifer verschiebt sich deutlich tiefer ballorientiert.

Der vordere Angreifer kann nun den Verteidiger dazu verleiten, dass dieser auf den Flügel spielt, indem er ihn seitlich anläuft. Sobald dann der Pass nach außen gespielt wird, setzt der tiefer agierende Angreifer zum Doppeln nach und die anderen Mitspieler verschieben sich deutlich zum Ball und stellen alle Anspielstationen des Ballführenden zu.

Ganz einfach mehr Torchancen erspielen!

Mit unserer Initiative abwehrkette.de konzentrieren wir uns ja hauptsächlich mit dem Verfassen von Artikel wie man Torchancen verhindert und zu einer schnellen Balleroberung kommt. Doch von Zeit zu Zeit wollen wir mit dem einen oder anderen Artikel darüber hinausgehen und zeigen wie man gekonnt in die Offensive umschaltet und sich so gute Torchancen erspielt.

Mit dem heutigen Beitrag wollen wir also zeigen wie man nach der Balleroberung effektiv arbeitet. Dazu haben wir wieder ein Merkblatt erstellt, wo jede wesentliche Situation abgebildet und mit einem kompakten Text versehen ist. Dieser Zettel eignet sich, wie auch unsere anderen zuvor erstellen Merkblätter, hervorragend zum Verteilen an die Mannschaft. So haben die Spieler die Möglichkeit sich das Ganze in Ruhe zu hause anzusehen und so den ganzen Ablauf zu verinnerlichen.

Wenn man vom Umschalten in die Offensive spricht, kommt einem natürlich auch direkt das Thema in den Kopf, wie man sich im umgekehrten Fall korrekt verhält? Wie agieren bei einem Ballverlust? Wie verteidigen wir in einer ungeordneten Defensive und wie können wir möglichst schnell wieder den Ball erobern? Dieses Thema haben wir in vorherigen Artikel immer mal leicht angeschnitten, doch um auch hier einen ausführlichen Leitfaden anzubieten, werden wir an einem entsprechenden Beitrag arbeiten.

Jetzt aber erstmal unser Merkblatt zur Offensive. Anhand dessen kann der Trainer auch einige Punkte zur Verbesserung seiner Vierer-Abwehrkette ableiten. Denn diese muss erstmal ausgespielt werden um eine Torchance zu erhalten. In diesem Zusammenhang sei aber nochmal ganz ausdrücklich erwähnt, dass wir das Merkblatt ganz bewusst so gestaltet haben, dass man eine Abwehrkette ausspielen muss und keinen gegnerorientierten Abwehrverbund! Denn wenn die Offensive bei einem ballorientierten Gegner in der Lage ist den Ball schnell und direkt nach vorne zu passen, Doppelpässe spielt, Schnittstellen in der Defensive ausnutzt usw. wird es ihr erst recht bei einer Mannschaft mit agierendem Libero gelingen!

Spieleröffnung: Was tun nach der Balleroberung? Die Mitspieler schwärmen in alle Richtungen aus und der Ball wird möglichst schnell und direkt nach Vorne gespielt!

Spieleröffnung: Was tun nach der Balleroberung? Die Mitspieler schwärmen in alle Richtungen aus und der Ball wird möglichst schnell und direkt nach Vorne gespielt!

Doppelpass: Die Spieler versuchen stets zusammen mit dem Ballführenden ein Dreieck zu bilden, um so Anspielstationen in Breite und Tiefe zu schaffen! Mittels Doppelpässen gewinnt man Raum und kann so sein Spiel schnell vors gegnerische Tor bringen!

Doppelpass: Die Spieler versuchen stets zusammen mit dem Ballführenden ein Dreieck zu bilden, um so Anspielstationen in Breite und Tiefe zu schaffen! Mittels Doppelpässen gewinnt man Raum und kann so sein Spiel schnell vors gegnerische Tor bringen!

Pässe: Nach Möglichkeit immer einen Steilpass spielen! Ist es nicht realisierbar, da zu risikoreich, dann den Ball auf den Flügel spielen. Sollte auch diese Möglichkeit nicht bestehen, dann einen Quer- oder Rückpass zu einem Mitspieler.

Pässe: Nach Möglichkeit immer einen Steilpass spielen! Ist es nicht realisierbar, da zu risikoreich, dann den Ball auf den Flügel spielen. Sollte auch diese Möglichkeit nicht bestehen, dann einen Quer- oder Rückpass zu einem Mitspieler.

Flügelspiel: Steht die Abwehr kompakt, passt man zum Flügel. Die Angreifer kreuzen und besetzen den kurzen und langen Pfosten. Ein dritter Spieler wartet im Rückraum auf den Ball. Die Flanke kommt flach zum kurzen oder hoch zum langen Pfosten. Mit Tempo in den Ball!

Flügelspiel: Steht die Abwehr kompakt, passt man zum Flügel. Die Angreifer kreuzen und besetzen den kurzen und langen Pfosten. Ein dritter Spieler wartet im Rückraum auf den Ball. Die Flanke kommt flach zum kurzen oder hoch zum langen Pfosten. Mit Tempo in den Ball!

Finaler Pass: Dadurch das gewisse Räume nicht angelaufen werden (Ellipse), können Lücken in der Abwehr entstehen, die man zu einem finalen Pass nutzen kann. Haben Verteidiger keine Tiefenstaffelung, so können diese mit einem Doppelpass ausgespielt werden.

Finaler Pass: Dadurch das gewisse Räume nicht angelaufen werden (Ellipse), können Lücken in der Abwehr entstehen, die man zu einem finalen Pass nutzen kann. Haben Verteidiger keine Tiefenstaffelung, so können diese mit einem Doppelpass ausgespielt werden.

Kreuzen: Die Verteidiger in einer kompakten Abwehr kann man mittels kreuzenden Spitzen verwirren. Die dann entstehenden Lücken werden zum finalen Pass genutzt. Die Angreifer zeigen immer Mut zum Risiko, schießen aus allen Lagen und suchen 1-gegen-1-Situationen!

Kreuzen: Die Verteidiger in einer kompakten Abwehr kann man mittels kreuzenden Spitzen verwirren. Die dann entstehenden Lücken werden zum finalen Pass genutzt. Die Angreifer zeigen immer Mut zum Risiko, schießen aus allen Lagen und suchen 1-gegen-1-Situationen!

Einfach und Erfolgreich spielen mit der Viererkette

Bayer Leverkusen ist in der Bundesliga eine der Überraschungsmannschaften der Saison. Nach dem 16. Spieltag befinden sich die Heynckes-Elf ohne Niederlage an der Tabellenspitze. Als zu Saisonbeginn der neue Trainer Jupp Heynckes kam, gab es einige Änderungen im System von Bayer. Bisher agierte man ständig im Pressing und spielte im Mittelfeld mit einer Raute. Das ständige Pressing wurde reduziert und auch von der Raute im Mittelfeld hat man sich verabschiedet. Man spielt nun mit einer Viererkette vor der Abwehrkette und es wird nun nur noch gezielt gepresst. Bei gegnerischen Ballbesitz im Mittelfeld verschieben sich zwei kompakte Viererketten hinter dem Ball und ein Angreifer übt Druck auf den ballführenden Gegner aus.

Die ballfernen Seiten werden bei Bayer komplett vernachlässigt. Das oberste Ziel lautet, Überzahl in Ballnähe zu schaffen und dabei die Räume so eng wie möglich für den Gegner zu gestalten. Dieses System unterscheidet sich relativ stark vom niederländischen System, welches Bayern München unter Louis van Gaal spielt. Hier ist das Spielfeld in Zonen unterteilt, welches das Ziel verfolgt, in jeder Spielsituation Zugriff auf alle gegnerische Anspielstationen zu haben.

Dieses klassische System der Heynckes-Elf ist im Grunde so einfach wie wirkungsvoll. Die Mannschaft hat schnell die Spielphilosophie ihres neuen Trainers verinnerlicht und stellt nun nach 16 Spieltagen die beste Defensive der Liga. Das sehr ausgeprägte ballorientierte Spiel von Bayer ist sogar so simpel, dass man es bereits in den Grundzügen in mittleren Jugendmannschaften recht schnell einführen kann. Die taktischen Vorgaben halten sich in Grenzen, was wiederum Raum für die kreative Entfaltung der Spieler zulässt.

Auffallend bei der Viererkette von Bayer ist, dass diese sehr stark und kompakt auf einer Linie agiert. Befindet sich der Ball beim Gegner im Mittelfeld, so versucht sie keine Tiefenstaffelung herzustellen. Es befinden sich so kaum Schnittstellen in der Viererkette für den finalen Pass. Dies führt dazu, dass die gegnerischen Spitzen dem Ballführenden oft entgegenstarten müssen. Das nutzt die Abwehrkette um aufzurücken und so den Raum für den Gegner noch mehr zu verengen.

Die Linie in der Abwehrkette wird aber unter gewissen Bedingungen aufgehoben. Befindet sich der ballführende Gegner im Mittelfeld nicht unter genügend druck, so lassen sich die beiden Innenverteidiger etwas in der Tiefe fallen. Auch lässt sich ein Innenverteidiger fallen, wenn der andere Innenverteidiger in den Zweikampf geht. Dies ermöglicht ihm im Falle eines verlorenen Zweikampfs seines Mitspielers noch rettend einzugreifen.

Die Seitenabstände der Viererketten bleiben beim Verschieben gleich. Jedoch werden die Seitenabstände in der Abwehrkette in dem Verhältnis geringer, wie sich der Gegner dem eigenen Tor nähert. Teilweise betragen die Abstände zueinander nur 2-3 Meter. Durch diese Kompaktheit in dem gefährlichen Bereich zentral vor dem Tor, versucht Bayer den Gegner nach außen zu drängen. Man vertritt hier ganz klar die Ansicht, dass der Flügel ungefährlicher für das eigene Tor ist als das Zentrum. Bei Bayer wird also immer von innen nach außen verteidigt, bzw. ihr Balleroberungs-System angewandt.

Nach der Balleroberung agiert Bayer sehr flexibel und zielstrebig nach vorne. Spätestens nach 3-4 Querpässen erfolgt der Pass nach vorne. Die Innenverteidiger schrecken auch nicht vor einem langen Pass in die Sturmspitze zurück. Hier versucht Bayer durch aggressives Pressing den zweiten Ball zu erobern und so gleich in einer aussichtsreichen Situation vor dem gegnerischen Tor zu kommen. Die Innenverteidiger schlagen auch lange Diagonalpässe zu den Mittelfeldaußen. Ihm rücken dann bewusst keine Mitspieler entgegen, die wiederum Defensivspieler des Gegners nach sich ziehen würden. So ermöglicht man dem Mittelfeldaußen eine 1-gegen-1-Situation am Flügel und, bei einem erfolgreichen Durchbruch, der Zug zum Tor. Oft rücken auch bei der Spieleröffnung der Innenverteidiger, die Mittelfeldaußen ins Zentrum als Anspielstationen und schaffen so Platz für vorrückenden Außenverteidiger.

Das Spiel Bayer Leverkusens ist auch dadurch gekennzeichnet, dass immer einer der beiden Angreifer sehr viel Defensivarbeit leistet. Er schließt u.a. Löcher im Mittelfeld und arbeitet am Flügel, um der anderen Spitze das Angriffszentrum zu überlassen. Erkennen die beiden Angreifer, dass Mitspieler den Ball erobert haben, versuch sie mit Tempo in die Spitze zu kommen. Dabei starten sie oft von einem Punkt und kreuzen sehr oft ihre Laufwege. Bietet sich einem Angreifer nicht der direkte Weg zum Tor, so behauptet er den Ball für nachrückende Mitspieler. Oft schieben auch beide Angreifer bewusst nach außen in einer Richtung, um so Räume für Spieler aus der zweiten Reihe zu schaffen.

Bei der Spieleröffnung des Gegners tief in deren Hälfte wird der Ballführende oft von den beiden Angreifern seitlich angelaufen, um so einen Pass ins Zentrum zu provozieren. Im Zentrum lauern dann Mitspieler die bei einem solchen Pass den Gegner sofort aggressiv attackieren. Die ganze Mannschaft schiebt dabei nach Vorne Richtung Ball. Diese Art des Forecheckings kostet zwar Kraft, doch gezielt im Verlaufe des Spiels angewandt, ergeben sich daraus oft sehr gute Torchancen und man vermittelt dem Gegner das Gefühl unter ständigem Druck zu stehen.