Konterangriff trainieren

Mit diesem Beitrag möchten wir Trainern helfen ihre Mannschaft im Konterangriff zu verbessern. Gerade wenn man bei gegnerischem Spielaufbau tief steht und den Ball gewinnt ist die Wahrscheinlichkeit gut, dass die Defensive des Gegners ungeordnet ist und der eigenen Mannschaften viel Raum zur Verfügung steht. Deswegen kann ein gut gespielter Konter der Schlüssel zum Erfolg sein.

Eine gute Taktik ist es immer den Gegner weit vom eigenen Tor zu locken und ihn zu einem Ballverlust zu provozieren. Jetzt kann man durch ein schnelles und gezieltes Spiel nach vorne Überzahlsituationen schaffen und durch einen diagonalen Steilpass einen Mitspieler im Rücken der gegnerischen Abwehr anspielen. Gut geschultes Tempodribbling und Torabschluss erledigen den Rest.

Es macht also Sinn vor den hier vorgestellten Trainingseinheiten zum Konterangriff das Tempodribbling zu trainieren und im Spiel dann im Abwehrpressing oder Mittelfeldpressing zu agieren.

1. Trainingseinheit Konterangriff

1. Trainingseinheit Konterangriff

Ablauf 1. Trainingseinheit zum Konterangriff:

  • Alle Spieler -> Übung 1 -> Schwerpunkt: Pass in Tiefe, Doppelpass, Ball sichern, Spiel über den Dritten
  • 1/2 Mannschaft -> Übung 2 -> Schwerpunkt: Konterangriff 2 gegen 1 zentral mit und ohne zusätzlichem Gegnerdruck
  • 1/2 Mannschaft -> Kreisspiel 3 gegen 1 in einem 10 mal 10 Meter Quadrat
  • Alle Spieler -> Übung 3 -> Schwerpunkt: Konterangriff 3 gegen 2 zentral mit und ohne zusätzlichem Gegnerdruck

Übung 1:

  • Für je fünf Spieler vier Hütchen entsprechend der Zeichnung aufbauen. Die Parcours spiegelverkehrt nebeneinander postieren, um nach der Hälfte der Zeit die Seite zu wechseln. Trainieren der Beidfüßigkeit!
  • Zwei Spieler mit einem Ball am Starthütchen A und je ein Spieler ohne Ball an den Hütchen B bis D.
  • C und B beginnen die Übung mit einer Auftaktbewegung. A passt zu C, C lässt auf B prallen, B passt zu D und D spielt mit C Doppelpass. Nach dem Doppelpass spielt D zu dem nächsten Spieler A und die Übung beginnt von vorne.
  • Alle Spieler rücken eine Position weiter.
  • Variation: Nachdem B zu D gepasst hat, startet er ihm entgegen und agiert beim Doppelpass als passiver Abwehrspieler.

Übung 2:

  • Eine ca. 30 Meter breite und 22 Meter vom Tor entfernte Abseitslinie C markieren. Die Hütchen A, B und D entsprechend der Zeichnung aufbauen. D befindet sich ca. 2 bis 3 Meter hinter A und B.
  • Durchgang 1: Ein vollaktiver Verteidiger mittig auf die Abseitslinie postieren und zwei pausierender Verteidiger daneben. Die restlichen Spieler teilen sich an A und B auf. Alle Bälle zu A.
  • Spieler A dribbelt Richtung Tor und versucht im Zusammenspiel mit B ein Tor zu erzielen. Mit dem ersten Ballkontakt von A wird der Verteidiger C aktiv.
  • Regeln: B muss mindestens ein Ballkontakt haben. Der Angriff muss durch das Hütchentor C erfolgen. Der Ball muss vor dem angespielten Angreifer über die Linie des Hütchentors C sein, sonst ist es Abseits.
  • Die drei Verteidiger wechseln sich nach jeder Aktion ab. Die Angreifer A und B wechseln nach jeder Aktion zu der jeweils anderen Gruppe. Schaffen A und B keinen Angriff durch das Hütchentor C müssen beide 5 Liegestütze absolvieren.
  • Tipp Angreifer: Spiel breit halten, um dem Verteidiger die Abwehr zu erschweren. Auf das Verhalten des Verteidigers reagieren. Zögert er, dribbelt man an ihm vorbei. Übt er enormen Druck auf den Ballführenden aus, spielt man ab.
  • Tipp Verteidiger: Bis auf ca. 3 bis 4 Metern dem Ballführenden entgegen starten und diesen Abstand halten. Er soll Querpässe provozieren, in dem er den Steilpass zum zweiten Angreifer zustellt. Gleichzeitig bietet er dem Ballführenden nach außen den Durchbruch an. Wird dieser angenommen, hat er aus einer Unterzahlsituation eine Gleichzahlsituation gemacht. (Aus Spielend zur Viererkette)
  • Durchgang 2: Gleicher Ablauf wie zuvor. Jetzt wird aber Hütchen D mit drei zusätzlichen Verteidigern besetzt. Nach dem ersten Ballkontakt von A, startet D nach und versucht zusammen mit C den Angriff abzuwehren.
  • Tipp Angreifer: Die beiden Angreifer müssen nun mit höchstem Tempo nach vorne spielen, sonst verlieren sie ihre Überzahlsituation.

Übung 3:

  • Eine ca. 40 Meter breite und 22 Meter vom Tor entfernte Abseitslinie D markieren. Die Hütchen A, B, C und E entsprechend der Zeichnung aufbauen. E befindet sich ca. 2 bis 3 Meter hinter A, B und C.
  • Durchgang 1: Zwei vollaktive Verteidiger auf die Abseitslinie postieren und zwei pausierender Verteidiger daneben. Die restlichen Spieler teilen sich an A, B und C auf. Alle Bälle zu A.
  • Spieler A dribbelt Richtung Tor und versucht im Zusammenspiel mit B und C ein Tor zu erzielen. Mit dem ersten Ballkontakt von A werden die zwei Verteidiger D aktiv.
  • Regeln: A muss mindestens einmal abspielen. Der Angriff muss durch das Hütchentor D erfolgen. Der Ball muss vor dem angespielten Angreifer über die Linie des Hütchentors C sein, sonst ist es Abseits.
  • Die Verteidigerpärchen wechseln sich nach jeder Aktion ab. Die Angreifer A, B und C wechseln nach jeder Aktion zu der nächsten Gruppe. Schaffen A, B und C keinen Angriff durch das Hütchentor C, müssen alle drei 5 Liegestütze absolvieren.
  • Tipp Angreifer: Der Ballführende muss immer zentral sein, damit er auf beiden Seiten eine Anspielstation besitzt. D.h. spielt der Ballführende den Ball raus, so hinterläuft er den Angespielten und dieser dribbelt nach innen.
  • Tipp Verteidiger: Der Verteidiger auf der Seite des Dribbelfußes des Angreifers rückt vor! Er bietet so dem Ballführenden die schwache Seite zum Durchbruch an. Dort hat sich bereits der zweite Verteidiger postiert, der auf den Durchbruch wartet, um den Angriff abzuwehren. Die Abstände der Verteidiger müssen so klein sein, dass sie sich gegenseitig absichern können, aber auch so groß, dass sie Steilpässe zustellen (ca. 4 bis 5 Meter)! (Aus Spielend zur Viererkette)
  • Durchgang 2: Gleicher Ablauf wie zuvor. Jetzt wird aber Hütchen E mit drei zusätzlichen Verteidigern besetzt. Nach dem ersten Ballkontakt von A, startet E nach und versucht zusammen mit den Verteidigern C den Angriff abzuwehren.

2. Trainingseinheit Konterangriff

2. Trainingseinheit Konterangriff

Ablauf 2. Trainingseinheit zum Konterangriff:

  • Alle Spieler -> Übung 1 -> Schwerpunkt: Ball sichern, Pass in Tiefe, Doppelpass, Zielschuss
  • Alle Spieler -> Übung 2 -> Schwerpunkt: Konterangriff 3 gegen 2 am Flügel
  • Alle Spieler -> Übung 3 -> Schwerpunkt: Konterangriff 4 gegen 3 zentral mit Sturmspitze

Übung 1:

  • Den Parcours mit den zwei Minitoren entsprechend der Zeichnung aufbauen.
  • Je ein Spieler ohne Ball an den vier Hütchen B und C. Die restlichen Spieler teilen sich mit den Bällen an den beiden Starthütchen A auf.
  • Die beiden vorderen Spieler A beginnen die Übung gleichzeitig indem sie zu Spieler B passen. B lässt prallen und A spielt diagonal in die Tiefe zu C. C spielt nun mit B Doppelpass und absolviert vor dem Hütchentor ein Zielschuss ins Minitor.
  • A und B rücken eine Position weiter und C holt den Ball und stellt sich bei der anderen Gruppe A an.
  • Tipp: Der Zielschuss erfolgt immer als Innenseitstoß mit dem äußeren Fuß.

Übung 2:

  • Je ein 10 mal 10 Meter großes Quadrat am Flügel aufbauen und am Anstoßpunkt ein Hütchen D.
  • Je zwei Verteidiger an den beiden Strafraumecken. Je Quadrat zwei Angreifer auf dessen Grundlinie C postieren und zwei pausierende Angreifer daneben. Am Hütchen D befinden sich vier Angreifer.
  • Die Übung beginnt mit einem Pass von Verteidiger A zu B. B dribbelt in das Quadrat und versucht über die Grundlinie C zu dribbeln. Gelingt ihm das, müssen die beiden Angreifer 5 Liegestütze absolvieren. Die beiden Angreifer dürfen die Grundlinie C erst verlassen, nachdem Eindringen von B ins Quadrat.
  • Erobern die Angreifer C den Ball, versuchen sie im Zusammenspiel mit Angreifer D ein Tor zu erzielen. D startet sofort nach der Balleroberung Richtung Tor. Verteidiger B setzt nach. Es wird mit Abseits gespielt. Der Angriff soll zielstrebig abgeschlossen werden.
  • Nach der Aktion startet sofort ein neuer Angriff vom anderen Flügel.

Übung 3:

  • Ein 10 mal 10 Meter großes Quadrat zentral an der Mittellinie aufbauen und an beiden Flügeln ein Hütchen D.
  • Je ein Verteidiger und Angreifer an den Hütchen D postieren. Ein Angreifer (E) und Verteidiger (A) zentral auf der Strafraumlinie und ein Verteidiger (B) vor dem Quadrat. Auf der Grundlinie C des Quadrats stehen zwei Angreifer. Je Durchgang pausieren zwei Angreifer (für C) und zwei Verteidiger (für A und B).
  • Die Übung beginnt mit einem Pass von Verteidiger A nach B. B dribbelt in das Quadrat und versucht über die Grundlinie C zu dribbeln. Gelingt ihm das, müssen die beiden Angreifer 5 Liegestütze absolvieren. Die beiden Angreifer dürfen die Grundlinie C erst verlassen, nachdem Eindringen von B ins Quadrat.
  • Erobern die Angreifer C den Ball, versuchen sie im Zusammenspiel mit Angreifer D ein Tor zu erzielen. Angreifer und Verteidiger D starten sofort nach der Balleroberung Richtung Tor. Verteidiger B setzt nach. Es wird mit Abseits gespielt. Der Angriff soll zielstrebig abgeschlossen werden. Kommt es zum Tor, müssen die Angreifer D und C 5 Liegestütze absolvieren.
  • Tipp Angreifer: Die Sturmspitze bietet sich an, indem sie sich von A löst. Die Angreifer kreuzen, spielen Doppelpass, spielen in die Tiefe oder bringen den Ball von außen in den Strafraum. In diesem Fall ein Angriffsdreieck bilden: Der Angreifer am kurzen Pfosten befindet sich im Rückraum und der Angreifer am zweiten Pfosten befindet sich im Torraum. Der dritte Angreifer besetzt idealerweise den Rückraum zentral vor dem Tor.
  • Nach der Aktion startet sofort ein neuer Angriff. Nun stoßen Angreifer und Verteidiger vom anderen Flügel dazu.

Durch Positionstraining jeden Spieler individuell fördern

Wie in den letzten Beiträgen erwähnt, wird es bei uns in Zukunft nicht nur Artikel über das Ballorientierte Verteidigen geben, sondern auch über Fußballthemen darüber hinaus. Zuletzt gab es einen Artikel mit Trainingseinheiten zur Verbesserung des Offensivspiels. Unser heutiger Beitrag liegt exakt zwischen Defensive und Offensive, bzw. behandelt beide Themen gleich.

Im Folgenden werden wir eine exemplarische Trainingseinheit vorstellen, welches man als Positionstraining bezeichnet. Im Positionstraining geht es darum Spieler an einer bestimmten Spielposition zu gewöhnen und ihm die dort benötigten Fertigkeiten zu vermitteln. Außerdem wird im Positionstraining das Zusammenspiel der gesamten Mannschaft verbessert.

Unser Positionstraining setzt bei den Spielern einige Grundkenntnisse voraus und sollte auch erst nach dessen Erwerb eingesetzt werden. Sie müssen über das Stellungsspiel beim Spiel mit der Viererkette bescheid wissen, über das Schaffen von Kompaktheit bei gegnerischem Ballbesitz, Schaffen von Anspielstationen bei eigenem Ballbesitz, korrektes agieren im 2-gegen-1 in der Defensive, ordentliches Passspiel inkl. korrekter Ballannahme in den offenen Raum und über gruppentaktksche Angriffsmittel.

Wir empfehlen das Positionstraining nach dem rudimentären Vermitteln der oben genannten Punkte, möglichst noch in der Saisonvorbereitung zu absolvieren. Die dabei vermittelten Trainingsinhalte können so im Verlauf der Saison zu Automatismen reifen.

Diese Trainingseinheit der Spielpositionen muss aufgrund seiner Eigenart gänzlich anders strukturiert werden, als ein Training mit einem technischen oder taktischen Schwerpunkt. Für ein effektives Positionstraining ist es sehr wichtig, dass die Spieler ihre Aufgaben dort auf dem Spielfeld absolvieren, wo sich auch ihr Aktionsradius im Wettbewerb befindet. So z.B. macht es wenig Sinn, Sturmspitzen an der Mittellinie kreuzen zu lassen. Da wir alle Positionen in dieser Trainingseinheit trainieren und auch ihr Zusammenspiel, benötigen wir das komplette Spielfeld.

Folgender Trainingsablauf: Ein seperates Aufwärmen kann entfallen, da die erste Trainingsaufgabe einiges an Laufarbeit ohne Ball mit sich bringt. Die Spieler müssen nämlich bei der ersten Aufgabe ihr Stellungsspiel ständig den beiden Situationen gegnerischer und eigener Ballbesitz anpassen. Danach absolvieren die Spieler aus ihren Positionen heraus eine Passfolge, wie es bei einem kontrollierten Angriff aus der eigenen Hälfte denkbar wäre. Danach wird eine Passfolge absolviert, wie sie bei einem Konter möglich wäre. In der letzten Übung soll das Zusammenspiel zwischen Viererabwehrkette und Mittelfeld verbessert werden.

Stellungsspiel - Erste Übung des Positionstrainings.

Stellungsspiel - Erste Übung des Positionstrainings.

Übung 1 - Stellungsspiel des Mannschaftsverbands: Wie links in der Grafik zu sehen, ziehen sich alle Spieler bei gegnerischem Ballbesitz eng zusammen, um im gefährlichen Bereich vor dem eigenen Tor mit mehreren Spielern direkten Zugriff auf den ballführenden Gegner zu haben und um Pässe vor das eigene Tor zu unterbinden.

In der Grafik rechts sieht man die Mannschaft bei eigenem Ballbesitz. Man erkennt, dass die Spieler in allen Richtungen ausgeschwärmt sind und sich so staffeln, dass ideale Voraussetzungen für ein Kombinationsfußball bestehen. Ziel bei eigenem Ballbesitz ist es Dreiecke zu schaffen, so dass man stets Anspielstationen in Breite und Tiefe besitzt. Im Idealfall befindet sich der Ballführende innerhalb einer Raute. Allein durch das Hinzufügen eines weiteren Spielers zu einem Dreieck (Raute) wird die Anzahl der Dreiecke innerhalb der Spieler vervierfacht. So können elf Spieler durch geschicktes Anbieten mehr als 21 Dreiecke parallel bilden.

Ablauf: Zur Vereinfachung für die Spieler kann man jeweils elf Hütchen in zwei verschiedenen Farben für die beiden Spielsituationen aufbauen. Auf Trainerkommando wechseln die Spieler nun im lockeren Lauf zwischen den beiden Möglichkeiten hin und her. Die restlichen Spieler können z.B. ein Kreisspiel in den Spielfeldecken des Gegners machen und tauschen dann mit den anderen Spielern.

Kontrollierter Angriff und Konter - Zweite Übung des Positionstrainings.

Kontrollierter Angriff und Konter - Zweite Übung des Positionstrainings.

Übung 2 - Im zweiten Teil des Positionstrainings befinden sich alle Spieler auf den Positionen die bei einem kontrollierten Spielaufbau zu besetzen sind. Das bedeutet: Die beiden Innenverteidiger befinden sich auf Strafraumbreite. Die beiden Außenverteidiger befinden sich an der Seitenlinie und leicht vorgerückt. Die beiden zentralen Mittelfeldspieler sind gestaffelt. Die beiden Mittelfeldaußen besetzen das Halbfeld und die beiden Angreifer sind ebenfalls gestaffelt. Die Positionen 7 bis 11 können bei dieser Übung doppelt besetzt werden und die Spieler dort wechseln sich nach jeder Aktion ab.

Folgende Passfolge wird nun absolviert: Der Torwart spielt einen Innenverteidiger an. Dieser spielt zum zweiten Innenverteidiger und dieser zum Außenverteidiger. Der Außenverteidiger spielt zum ersten Innenverteidiger zurück und dieser spielt den anderen Außenverteidiger an. Dieser spielt zur 10 und 10 lässt auf die 6 prallen. 6 spielt steil zu dem tiefer postierten Angreifer und dieser lässt auf die 10 prallen. 10 spielt zum Mittelfeldaußen und hinterläuft ihn. Der Mittelfeldaußen dribbelt nach Innen (auf der Außenbahn Raum schaffen) und legt den Ball nach Außen zur 10 ab. 10 spielt Doppelpass mit dem zweiten Angreifer und flankt anschließend den Ball in den Strafraum. Die Mittelfeldaußen und die Angreifer starten in den Strafraum und versuchen die Flanke zu verwerten.

Sind die Positionen 7 bis 11 doppelt besetzt, startet gleichzeitig mit dem Hinterlaufen die nächste Aktion. Sind alle Positionen nur einfach besetzt, wartet man mit der nächsten Aktion bis der Angriff zu Ende geführt wurde. Im Wechsel von jeder Seite angreifen. Folgende elementaren Fußballaktionen werden bei dieser Passfolge angewandt: Seitenwechsel, nach Innen dribbeln, Reihe überschlagen, Ball sichern, Steilpass, Hinterlaufen, Doppelpass, Flügelspiel, Kreuzen und Torabschluss.

Übung 3 - Für den dritten Teil der Einheit platziert man die Hütchen wie rechts abgebildet auf dem Spielfeld. Die offensiven Spieler (weiß) agieren hier nun gegen die defensiven Spieler (schwarz). Die Übung beginnt, indem ein Angreifer versucht über die Grundlinie des Rechtecks der beiden Innenverteidiger zu dribbelt. Die Innenverteidiger erobern den Ball mittels des Doppelns und spielen anschließend die 6 an. Dieser dreht sich mit dem Ball und dribbelt durch das ballnahe Hütchentor. Nun erfolgt ein Pass in die Tiefe zu einem der beiden 10er (flacher Diagonalpass). Dieser legt dann den Ball auf den Flügel raus und bietet sich zusammen mit dem anderen Mittelfeldaußen zum Kombinationsspiel an. Die beiden Außenverteidiger starten den Angreifern entgegen und versuchen in einer 2-gegen-3-Unterzahl den Angriff zu stoppen.

Die Spieler 10, 7, 8, 2 und 3 absolvieren vor ihren Aktionen eine Auftaktbewegung. Die Spieler 9 und 11 wechseln sich nach jeder Aktion ab oder rotieren sogar mit den Innenverteidigern. Die drei Spieler 6 und 10 rotieren ebenfalls nach jeder Aktion. Die Mittelfeldaußen sind doppelt besetzt (auch Außenverteidiger dorthin postieren) und können daher nach jeder Aktion eine Runde pausieren. Die beiden Außenverteidiger haben auch je einen Ersatz und wechseln mit ihm nach jeder Aktion. Nach dem Torabschluss startet sofort die nächste Aktion.

Zusammenspiel zwischen Viererkette und Mittelfeld - Dritte Übung des Positionstrainings.

Zusammenspiel zwischen Viererkette und Mittelfeld - Dritte Übung des Positionstrainings.

Übung 4 - Für die letzte Aufgabe dieser Trainingseinheit wird ein ca. 40 Meter tiefes Feld mit sechs Hütchentore aufgebaut. In dem Feld wird nun 6-gegen-6 bis 8-gegen-8 gespielt, je nachdem wieviel Spieler man zur Verfügung hat. Die Mannschaft in Ballbesitz versucht durch Anwendung gruppentaktischer Angriffsmittel und häufiger Spielverlagerung durch eines der drei Hütchentore zum Mitspieler vor dem gegnerischen Tor zu passen. Erhält dieser den Ball versucht er ein Tor gegen den gegnerischen Torhüter zu erzielen.

Die verteidigende Mannschaft agiert als Viererkette und ballorientiert. Je nach Spielerzahl verfügen sie über zwei bis vier Mittelfeldspieler. Besonders das Zusammenspiel von Viererkette und Mittelfeld muss bei dieser Übung sehr gut funktionieren, damit man den Gegner in diesem enorm breiten Feld nicht zur Entfaltung kommen lässt. Nach Ballverlust immer schnell auf Defensive umschalten. Nach Ballgewinn muss der Ball erst gesichert werden, damit der Angreifer hinter der gegnerischen Mannschaft angespielt werden darf. Welche Mannschaft hat nach dreimal 4 Minuten die meisten Tore erzielt? Genügend Ersatzbälle bereit halten.

Mit der Angriffsstrategie “3 plus 2″ Torchancen kreieren

Diese Staffelungen sind im Spielaufbau notwendig um möglichst viele Anspielstationen zu schaffen.

Diese Staffelungen sind im Spielaufbau notwendig um möglichst viele Anspielstationen zu schaffen.

Zur Genüge haben wir hier aufgezeigt, wie man gegen übermächtige Gegner mit der richtigen Taktik defensiv sehr effektiv spielen kann. Kompaktheit, Abwehrpressing, Abwehrdreieck, Abwehrsichel, Zweikampfstärke, Kommunikation, Kollektiv und Doppeln lauten die Stichworte einer zeitgemäßen Verteidigung.

In dem heutigen Artikel widmen wir uns daher nicht der Defensive, sondern dem Offensivspiel. Ist es auch in der Offensive mit der richtigen Taktik möglich sich gegen überstarke Mannschaften durchzusetzen? Ja es geht und an dieser Stellen möchten wir die passende Vorgehensweise beschreiben. Grundvoraussetzung für eine Umsetzung wird natürlich das Ballorientierte Spiel sein. Wir empfehlen schon seit langem das Spiel mit zwei Viererketten.

Die grundlegenste Möglichkeit eine Torchance zu kreieren ist der Spielaufbau. Dieser findet immer dann statt, wenn der eigene Torwart im Ballbesitz ist, wenn der Gegner ins Toraus geschossen hat und wenn die Abwehr den Ball erobert hat. Also eine Situation die man unzählige Male in einem Spiel hat und jedesmal eine Chance zum Erspielen einer Tormöglichkeit bietet.

Beim Spielaufbau gilt es sich in Breite und Tiefe zu staffeln, um möglichst viele Dreiecksbildungen zu schaffen. Je mehr Dreiecksbildungen, desto mehr Anspielstationen. Beim Spielaufbau machen die Außenverteidiger das Spiel breit und rücken dabei leicht nach Vorne. Die beiden zentralen Mittelfeldspieler staffeln sich in die Tiefe. Die beiden Mittelfeldaußen besetzen die Halbpositionen. Die beiden Angreifer staffeln sich in Breite und Tiefe, um auch miteinander kombinieren zu können. Die Innenverteidiger bleiben hinter dem Ball im Rückraum, um zusätzliche Anspielstationen zum Seitenwechsel zu bieten.

Der ballführende Mitspieler am Flügel wird immer hinterlaufen!

Der ballführende Mitspieler am Flügel wird immer hinterlaufen!

Ziel sollte es nun sein den Ball kontrolliert in die gegnerische Hälfte zu befördern. Dies kann z.B. mittels Doppelpass und Direktspiel geschehen. Wichtig ist es darauf zu achten, dass man offene Passwege schafft, indem man sich aus dem Deckungsschatten des Gegners bewegt. Man achtet auf eine offene Spielstellung, so dass man den zugespielten Pass schon mit dem ersten Kontakt in den offenen Raum mitnehmen kann. Jeweils drei komplette Trainingseinheiten zu den Themen DoppelpassPasswege öffnen und Ballan- und Ballmitnahme findet man in dem Trainingsbuch von Martin Hasenpflug Fußballtraining mit Kids.

Die weitere Vorgehensweise entscheiden wir nach der Ballposition. Ist der Ball am Flügel, wird immer der ballführende Mitspieler hinterlaufen! Dieser dribbelt währenddessen nach Innen. Nun hat er die Möglichkeit den Ball nach außen zu dem Hinterlaufenden zu passen oder weiter zu dribbeln. Spielt er nach außen, so kann der Mitspieler einen diagonalen Flugball in den gegnerischen Strafraum flanken.

Spielt derjenige der hinterlaufen wird jedoch nicht nach außen, sondern dribbelt er weiter nach Innen, ergeben sich durch die Ballposition im Zentrum neue Möglichkeiten zur Spielfortsetzung: Die beiden vordersten Mitspieler im Dreieck mit ihm, wechseln ihre Position (kreuzen) und spekulieren dabei auf einen Pass in die Tiefe. Ein Dritter Spieler startet dem Ballführenden entgegen und ein vierter Spieler kreuzt mit dem Dritten und startet in die Tiefe.

Die beiden Mitspieler im Dreieck mit dem Ballführenden kreuzen und zwei weitere Spieler kreuzen ebenfalls.

Die beiden Mitspieler im Dreieck mit dem Ballführenden kreuzen und zwei weitere Spieler kreuzen ebenfalls.

Diese Vorgehensweise absolviert man nicht nur nach einem Dribbling ins Zentrum, sondern auch wenn der Ball ins Zentrum gepasst wird. Es wird ständig Blickkontakt gehalten und die kreuzenden Laufwege werden mit einer Temposteigerung absolviert.

Für die Mannschaft gilt es schon frühzeitig die Situation zu erkennen, so dass die Laufwege direkt mit dem ersten Ballkontakt des Mitspielers (oder sogar noch früher) absolviert werden. Ziel muss es sein den Ballführenden ohne Gegnerdruck anzuspielen. So hat er die wertvollen 3-4 Sekunden um seine Mitspieler kreuzen zu lassen und die dadurch entstehenden Lücken im gegnerischen Abwehrverbund zu erkennen und den Pass in die Tiefe zu spielen. Drei komplette Trainingseinheiten zum Thema “Pass in die Tiefe” finden sich ebenfalls im genannten Buch.

Schafft man es den Ball auf den Flügel hinter der Abwehr zu bekommen. So kann der Ball entweder flach in den Rückraum zu einem Mitspieler abgelegt oder auf den zweiten Pfosten geflankt werden. Beim Hereinstarten in den Strafraum müssen die Spieler auf eine Staffelung achten. Je näher die Mitspieler zum Flankengeben stehen, desto näher befinden sie sich am Tor. Wichtig ist es auch, dass die Spieler mit höchsten Tempo und erst zum Zeitpunkt der Hereingabe zum Ball starten.

Zu Zweit jeden Angriff abwehren!

Im letzten Artikel haben wir beschrieben, wie man sich korrekt im 1-gegen-1 in der Defensive verhält. Dieser individualtaktische Aspekt ist der erste Schritt Richtung Viererkette. Heute werden wir den zweiten Schritt gehen und das richtige Agieren in der kleinstmöglichen Gruppe von zwei Spielern zeigen. Je nach Standort von Ball, Mitspieler, Gegenspieler und deren Anzahl sind teilweise ganz unterschiedliche Dinge zu berücksichtigen.

Greift Beispielsweise der Gegner in Überzahl an, versucht man den Angriff zu verzögern und die nicht ballführenden Angreifer aus dem Spiel zu nehmen. Hat man dagegen eine Gleichzahl mit den Angreifern, rückt man vor und ein und versucht den Ballführenden zu doppeln und Querpässe zu provozieren. Auch wenn die verschiedenen Situationen verschiedene Handlungsaktionen verlangen, so gibt es doch einige Grundregeln die immer eingehalten werden sollten: Ballorientiert verschieben, nicht kreuzen, Abstände halten, in die Tiefe staffeln, laut kommunizieren und gegenseitig absichern. Das oberste Ziel lautet bei der Gruppentaktik: Überzahl in Ballnähe schaffen!

Unter den folgenden Zeichnungen finden man eine Beschreibung, wie man sich in der abgebildeten Situation korrekt verhält. Das ganze Thema haben wir in dem Merkblatt Gruppentaktik zusammengefasst, welches der Trainer ausdrucken und an seinen Spielern verteilen kann.

Unterzahl, Ball am Flügel

Unterzahl, Ball am Flügel: Verteidiger rücken Richtung Ball ein und weichen bis auf ca. 22 Meter zurück um Zeit für nachrückende Mitspieler zu gewinnen! Seitliche Stellung zum Ballführenden einnehmen um ihn den Durchbruch nach außen anzubieten! Aus einer Unterzahl- wird dann eine Gleichzahlsituation. Die Verteidiger agieren in einer leichten Tiefenstaffelung, verhindern dadurch den Pass in die Tiefe und provozieren so zu ungefährlichen Querpässen.

Unterzahl, Ball im Zentrum: Torwart rückt immer vor, um Steilpässe abzufangen! Der Verteidiger auf der Seite des Dribbelfuß rückt vor! Er bietet so dem Ballführenden die schwache Seite zum Durchbruch an. Dort hat sich bereits der andere Verteidiger postiert der auf den Durchbruch wartet, um den Angriff abzuwehren. Die Abstände der Verteidiger müssen so klein sein, dass sie sich gegenseitig absichern können, aber auch so groß, dass sie Passwege zustellen!

Unterzahl, Ball im Zentrum: Torwart rückt immer vor, um Steilpässe abzufangen! Der Verteidiger auf der Seite des Dribbelfuß rückt vor! Er bietet so dem Ballführenden die schwache Seite zum Durchbruch an. Dort hat sich bereits der andere Verteidiger postiert der auf den Durchbruch wartet, um den Angriff abzuwehren. Die Abstände der Verteidiger müssen so klein sein, dass sie sich gegenseitig absichern können, aber auch so groß, dass sie Passwege zustellen!

Gleichzahl: Der ballnahe Verteidiger rückt vor und der ballferne Verteidiger rückt ein! Es wird versucht in Ballnähe Überzahl zu schaffen! Bei großem Abstand der Verteidiger zueinander, den Ballführenden nach außen lenken und bei kleinerem Abstand nach innen lenken um zu doppeln! Verteidiger steuern sich durch laute Kommandos!

Gleichzahl: Der ballnahe Verteidiger rückt vor und der ballferne Verteidiger rückt ein! Es wird versucht in Ballnähe Überzahl zu schaffen! Bei großem Abstand der Verteidiger zueinander, den Ballführenden nach außen lenken und bei kleinerem Abstand nach innen lenken um zu doppeln! Verteidiger steuern sich durch laute Kommandos!

Gleichzahl, Gegner hinterläuft: Gleiches Verhalten wie beim Punkt zuvor! Wird der Ballführende hinterlaufen, lassen sich beide Verteidiger diagonal in die Tiefe fallen! Somit wird der Passweg zum Hinterlaufenden zugestellt und der Ballführende kann gedoppelt werden! Immer Tiefenstaffelung, Abstände und Absicherung beachten!

Gleichzahl, Gegner hinterläuft: Gleiches Verhalten wie beim Punkt zuvor! Wird der Ballführende hinterlaufen, lassen sich beide Verteidiger diagonal in die Tiefe fallen! Somit wird der Passweg zum Hinterlaufenden zugestellt und der Ballführende kann gedoppelt werden! Immer Tiefenstaffelung, Abstände und Absicherung beachten!

Die Viererkette von Manchester United

In diesem Artikel werden wir kurz das Abwehrverhalten von Manchester United erläutern. Der schottische Trainer Alex Ferguson hat 2008 mit einer Doppel-Viererkette die Champions League gewonnen und 2009 scheiterte er erst im Finale gegen Barcelona.

Die Grundidee seiner Abwehrarbeit ist grundsätzlich sehr simpel. Sobald die gegnerische Mannschaft in Ballbesitz kommt, schieben sich fast alle United-Spieler hinter den Ball. Nur eine Spitze ist von allen Defensivaufgaben befreit.

Die Abstände zwischen den vier Spielern innerhalb der beiden Viererketten sind identisch, sie verschieben sich ballorientiert und ein Spieler übt druck auf den Ball aus. Das Verschieben erfolgt so geschickt, dass man entweder gegnerische Spieler in den toten Raum stellt (Stichwort: Deckungsschatten) oder direkten Zugriff auf sie hat, also ein eigener Mann nur wenige Meter vom angespielten Spieler entfernt positioniert ist.

Die Viererkette im Mittelfeld verschiebt sich ausschließlich seitlich. Sie lässt sich nicht herauslocken. So entstehen keine gefährlichen Lücken zentral vor dem eigenen Tor. Der Gegner ist somit zu ungefährlichen Querpässen gezwungen, die einmal wertvolle Zeit kosten und zum anderen abgefangen werden können. Aus diesen Balleroberungen ergeben sich sehr gute Kontermöglichkeiten. Fast 80 Prozent der Tore im Fußball fallen auf diese Art.

Bei Manchester United legt man also besonderen Wert darauf zentral sehr kompakt zu stehen. Pässe in die Schnittstelle der Abwehr erweisen sich so als äußerst schwierig. Ebenso erfolglos bleibt, aufgrund der Enge des Raums, ein kultiviertes Kombinationsspiel. Versucht der Gegner mittels 1-gegen-1-Situationen zum Spielvorteil zu kommen, so haben sich die United-Spieler bereits so verschoben, dass der Ballführende direkt von mindestens zwei Spielern attackiert werden kann.

Dafür ist man dann aber auf den Außenbahnen relativ offen. Der Gegner sieht so seine Möglichkeiten über außen zu Torchancen zu kommen. Doch dies ist nur trügerisch. Sobald der Ball nach außen gespielt wird, rückt sofort ein Mittelfeldspieler als fünfter Mann in die Abwehrkette. Diese steht nun noch kompakter als zuvor. Das Mittelfeld verschiebt sich gleichzeitig so, dass man auf alle Gegenspieler in Ballnähe Zugriff hat. So muss der Gegner den Ball nun wieder quer spielen.

Der größte Unterschied des Defensivverhaltens von Manchester United und dem auf dieser Seite gelehrten ist wohl der, dass der Gegner recht spät attackiert wird. Man versucht nicht den Gegner möglichst weit vom Tor fernzuhalten, sondern lässt ihn kommen und mit jedem Stück den der Ballführende näher zum eigenen Tor kommt, desto enger rücken die Spieler in den jeweiligen Viererketten zusammen. Man versucht so lediglich den finalen Pass zu unterbinden und dann nach der Balleroberung blitzartig zu einer Kontermöglichkeit zu kommen. Es ist aber eine sehr gut geschulte Abwehrkette nötig, damit der entscheidende Pass rechtzeitig erkannt und abgefangen werden kann.

Die Innenverteidiger stehen grundsätzlich wesentlich tiefer als hier auf der Seite vorgestellt. Sie wollen dadurch dem Gegner die Tiefe in ihrem Spiel nehmen. Sobald zentral ein Pass in die Tiefe gespielt wird, kann dieser von einem der beiden Innenverteidigern abgefangen werden und so einen Gegenangriff initiieren. Auch Flanken von den Außenpositionen versprechen, aufgrund der tiefen Staffelung der Abwehrreihe, keinen besonderen Erfolg. Man wird den Ball kaum in den Rücken der Abwehr spielen können.

Kommt es bei den gegnerischen Spitzen zu starken Bewegungen (z.B. Kreuzen), so lässt sich die Abwehrkette sofort ein paar Meter nach hinten fallen. Auch der Absicherungsgedanke ist stets gegenwärtig. Fährt man selber einen Konter ein und die beiden Viererketten sind noch nicht in Position, wird die angespielte Sturmspitze sofort von einem Innenverteidiger attackiert. Der andere Innenverteidiger versucht sich nun so schnell wie möglich ca. 5 Meter dahinter zu verschieben, um bei einem eventuell verlorenen Zweikampf des Mitspielers die Situation noch klären zu können.

Eine besondere Rolle kommt den beiden 6er-Positionen im United-Spiel zu. Ihre Aufgabe besteht darin eine erste Verteidigungslinie vor dem Tor aufzubauen, sobald der Gegner in die eigene Hälfte kommt. Die beiden 6er verschieben sich lediglich seitlich und befinden sich dann immer 5 – 10 Meter vor den beiden Innenverteidigern. Zusammen mit den beiden Innenverteidigern ergeben die beiden 6er einen derart starken 4er-Abwehrblock in der gefährlichen Zone zentral vor dem eigenen Tor, dass der Gegner lediglich zu einer Torchance kommt, indem er aus der zweiten Reihe schießt. Ist der Gegner dagegen auf Höhe der Mittellinie oder noch in seiner Hälfte, rückt ein 6er zum Attackieren heraus und die restlichen Spieler unterstützen ihn, indem sie ballorientiert verschieben. Der andere 6er bleibt dabei immer in der Zentrale vor den Innenverteidigern. Wird der attackierende 6er ausgespielt, rückt er sofort wieder auf seine ursprüngliche Position zurück und die Defensive kann sich so wieder aufs Neue formieren.

Abwehrverhalten für semiprofessionelle Abwehrketten

In unseren vier Trainingseinheiten haben wir uns darauf beschränkt das Verhalten der Abwehrkette bei den üblichsten Angriffssituationen aufzuzeigen. Wie bereits erörtert hat dies den einfachen Grund, dass man die Mannschaft nicht mit zuviel Informationen überfordert und das ballorientierte Verteidigen dann garnicht funktioniert. Deshalb sind folgende Tipps auch nur für Mannschaften gedacht, die bereits die Lerninhalte der ersten vier Trainingseinheiten vollkommen verinnerlicht haben. Im Jugendbereich oder unteren Amateurbereich ist es auch nicht unbedingt notwendig sich mit allen Finessen der Viererkette auszukennen, da die Gegner selten so stark sind, dass sie über die komplette Bandbreite der gruppentaktischen Angriffsmittel verfügen. Nun die versprochenen Tipps:

  • Ein gegnerischer Spieler dribbelt auf einer Nahtstelle der eigenen Abwehrkette zu und zwei Spitzen setzen sich nach außen ab um angespielt zu werden. Die beiden Abwehrspieler der Nahtstelle rücken nun zusammen und lassen sich, wie die anderen Spieler der Abwehrkette auch, in die Tiefe auf einen sicheren Abstand von 23 Meter fallen. Je näher der Dribbler Richtung Tor kommt, desto energischer muss er attackiert werden.
  • Nicht auf das Provozieren von passivem Abseits des Gegners hereinfallen und in diesen Situationen nie auf Abseits spielen.
  • Die Tiefe absichern hat Vorrang gegenüber aggressiver Balleroberung.
  • Mittelfeldspieler verfolgen in die Spitze dribbelnde Gegenspieler um sie gegebenenfalls direkt an einen Torchuß oder Pass zu hindern, bzw. einem Abwehrspieler behilflich sein den Ball zu erobern.
  • Bei Überzahlsituation des Gegners nicht den ballbesitzenden Angreifer attackieren, sondern Passwege zustellen und versuchen die Spielsituation solange zu verzögern bis Mitspieler sich zum Ball verschoben haben.

Das war es wieder für heute. Sobald wir neue mitteilungswürdige Sachen haben, werden wir sie Euch mitteilen.

Einen schönen Trainingstag wünscht die Initiative abwehrkette.de!