Dem Schnee trotzen mit Taktik- und Lauftraining

Dieser Winter trifft alle Fußballer in unserem Land besonders hart. Der Ball soll rollen, kann er aber nicht. Schon seit mehreren Wochen sorgen Eis und Schnee dafür, dass die Sportanlagen fast ununterbrochen gesperrt sind und sich die Trainer Gedanken über alternative Trainingseinheiten machen müssen.

Die Alternative Nummer Eins im Winter war und ist der Hallenfußball. Doch was machen die Trainer deren Verein im Winter über keine Halle verfügen? Hallenturniere absolvieren ist die eine Möglichkeit, doch was soll man während der Woche machen? Kein Trainer möchte, dass seine Mannschaft aufgrund den Witterungsverhältnissen in seiner Entwicklung stagniert. Da ist guter Rat teuer.

In einem früheren Artikel haben wir gezeigt, wie man mittels eines Kraftzirkels eine alternative Trainingseinheit für den Winter schafft. Die Spieler verbessern sich dadurch in den Bereichen Schnellkraft, Ausdauer und Koordination. Gerade in unteren Klassen kommen diese Trainingsbereiche oft zu kurz, weil man einfach aufgrund von geringen Trainingszeiten andere Prioritäten setzt.

Im Fußball ist nicht nur Kraft und Motorik gefragt, sondern auch der Kopf. Um auch in diesem Bereich weiter zu kommen, bietet sich das Taktiktraining an der Tafel an. Die Theorieeinheit kann man gut damit beginnen, indem man zusammen mit den Spielern eine Liste von Pflichten und Aufgaben von Spielern und Trainern erarbeitet und die gesammelten Ergebnisse Stichpunktartig für alle erkenntlich an die Tafel schreibt. Diese Maßname soll die Sozialkompetenz der Spieler verbessern.

Pflichten und Aufgaben der Trainer: Vorbildfunktion, Kompetenz, Motivation, Spaß am Fußball vermitteln, Trainingsvorbereitung, abwechslungsreiches und altersspezifisches Training, Förderung eines leistungsorientierten Sportsgedanken, fußballerische Weiterentwicklung der Spieler, Respekt und Disziplin, offenes Ohr für Problemen der Spieler, Erkennen von Stimmungen innerhalb der Mannschaft, Bereitschaft für Fortbildungsmaßnahmen.

Pflichten und Aufgaben der Spieler: Selbstbewußtsein, Eigeninitiative, Einsatz, Leistungsbereitschaft, Wille und Leidenschaft, Lernbereitschaft, regelmäßige Trainingsbeteiligung, Teamgeist, Respekt und Disziplin, Ehrlichkeit, Fair Play.

Den Inhalt des Taktiktrainings unterteilt man am besten in zwei Bereiche: Viererkette und kreatives Offensivspiel. Für die Defensive bieten sich folgende Themenüberschriften an: Vorteile der Viererkette, Verhalten in der Defensive und Diverses.

Vorteile der Umstellung auf Viererkette: Konkurrenzfähigkeit der Mannschaft, Agieren im Kollektiv, alle Spieler sind von der Defensivarbeit betroffen, Leumund der Mannschaft.

Verhalten: Stellungsspiel der Verteidiger, Stellungsspiel des Mannschaftsverbundes, Verschieben, Gegner vom Tor fernhalten, Gegenspieler übergeben.

Diverses: Pressing, Abstände, Doppeln, Aufgaben der einzelnen Positionen.

Für das Thema der Offensive kann man sich folgende Stichworte notieren: Bei Ballgewinn Ausschwärmen, Dreiecksbildung, gruppentaktische Angriffsmittel (Doppelpass, Direktspiel, Hinterlaufen, Pass in die Tiefe), Red Zone, Flügelspiel, Kreuzen, Passspiel, Eigenschaften eines Angreifers.

Wichtig ist, dass man alle Erklärungen auch visuell präsentiert und die Spieler durch Fragen, Abstimmungen, Vorschläge usw. mit einbindet. Dies erhöht die Aufnahmefähigkeit der Spieler.

Eine weitere Möglichkeit eine Trainingseinheit außerhalb der Sportanlage zu gestalten, wäre ein Ausdauerlauf kombiniert mit Kraftübungen. Die Streckenwahl sollte so gewählt werden, dass sie nach Möglichkeit gut beleuchtet ist und der Boden nicht zu glatt ist. Den Lauf unterbricht man zwei bis drei Mal und absolviert unten beschriebene Übungen. Die Übungen sind so gewählt, dass man ohne Trainingshilfen auskommt, sie im Stand absolvieren kann und sich nicht auf den winterlichen Boden legen muss.

Einzelübung:

  • Im Stand Arme in der Hochhalte. Im Wechsel sich auf Fußspitzen und Ferse stellen. Jeweils kurz verharren.
  • Ausfallschritt-Wechselsprünge mit Arme in der Seithalte.
  • Hampelmann.
  • Vierfüßler. Arme und Beine wechselseitig anheben und zurückführen.
  • Standwaage. Arme in der Vorhalten. Ein Bein anheben und Wechselsprünge absolvieren.
  • Kniebeugen.
  • Kniehebelauf mit Boxbewegungen.
  • Strecksprünge.
  • Hopserlauf auf der Stelle.
  • Grätschstand. Kniee leicht beugen. Arme in der Seithalte. Im Wechsel Gewichtsverlagerung nach Links/Rechts.
  • Einbeinstand. Oberschenkel in die Horizontale und zur Seite wegdrehen.
  • Einbeinstand. Freies Bein im Wechsel nach Vorne und Hinten schwingen. Jeweils 5 Sekunden halten.
  • Standwaage. Kniebeugen und jeweils 5 Sekunden halten.

Partnerübung:

  • Beide stehen sich im Ausfallschritt gegenüber. Die Handflächen gegeneinander pressen und kurz halten.
  • Seitliche Schlusssprünge über hockenden Partner.
  • Rücken an Rücken stellen. Arme zeigen nach unten. Gleichzeitig mit aufrechten Oberkörper Kniebeugen absolvieren.
  • Wie zuvor, jedoch mit ineinander eingehakten Armen.
  • Gerade gegenüber stehen. Im Abstand Hände überkreuz halten und gleichzeitig Kniebeugen absolvieren. Durch Zug aufrichten.

Diese Übungen verbessern allesamt die Krafteigenschaften des Körpers. Kraft ist für alle fußballerischen Aktionen notwendig. Ziel des Krafttrainings ist eine Körperstabilisation zu erreichen. Besonders wichtig ist hier die Rumpfmuskulatur. Eine Kräftigung der Muskulatur bedeutet gleichzeitig eine Verbesserung in den Bereichen Antritt, Dribbling, Tackling, Torschuss, Kopfball, Rempeln, Zweikampf und vermindert zusätzlich die Verletzungsanfälligkeit.

Das 500-Ballkontakte-Fußballtraining

Aus dem niederländischen Fußball kommt die Empfehlung, dass man einem Jugendspieler in jedem Training 500 Ballkontakte ermöglichen sollte. Viele Trainer hierzulande halten diese Zahl für utopisch. Doch um zu zeigen, dass diese Zahl durchaus nicht zu hoch gegriffen ist, haben wir mal eine exemplarische Trainingseinheit zusammen gestellt.

Die Schwerpunkte der Einheit liegen auf den drei elementarsten Fußballfertigkeiten: Passspiel, Dribbling und Torschuss. Diese, nennen wir sie mal 500-Ballkontakte-Trainingseinheit, ist ideal um Spieler nach langer Pause wieder an den Ball zu gewöhnen. Also z.B. nach einer Schlechtwetterperiode, wo kein regelmäßiges Training stattfinden konnte.

Das Aufwärmprogramm ist sehr abwechslungsreich gestaltet. Hier haben die Spieler kaum Leerlauf. Durch die kreisförmige Anordnung der Hütchen ist der Weg zur neuen Position, wo dann die nächste Aktion stattfindet, sehr kurz und damit besteht die Möglichkeit innerhalb von kurzer Zeit viele Aktionen zu haben. Die beiden Hütchenquadrate sind schnell aufgebaut und die Übungen für die Spieler leicht zu verstehen. So kann sich der Trainer auf technische Korrekturen konzentrieren.

Die Übung am Tor und im Feld wird mit je einer kleinen Gruppe parallel absolviert, um den Spielern soviele Ballkontakte wie möglich zu bieten. Dem Torschuss geht ein Slalomdribbling voraus. Slalomdribblings garantieren immer viele Ballkontakte und durch die Anordnung der Starthütchen neben den Toren ist man, nach dem Ballholen, für die neue Aktion schnell wieder auf Position. Die Gruppe am Tor ist nochmals unterteilt, so erreicht man hier einen Torschuss nach dem anderen.

Die Übung im Feld ermöglicht ebenfalls viele Ballkontakte, weil auch hier die geteilte Gruppe, nochmals geteilt ist und man mit zwei Bällen parallel kurze Passaufgaben absolviert. Durch möglichst kleine Laufwege sind hier viele Aktionen in kurzer Zeit möglich. Pro Aktion sind immer vier Spieler gleichzeitig aktiv und absolvieren acht verschiedene Pässe und zwei Dribblings. Vier Spieler pausieren kurz um Kraft für den nächsten Durchgang zu tanken.

Durch ein Abschlussturnier mit 4er-Mannschaften in einem kleinen Feld hat jeder Spieler deutlich mehr Ballkontakte, als bei einem Abschlussspiel über eine Spielfeldhälfte. Trotzdem sind in einer 4er-Mannschaften fast alle fußballerischen Elemente umsetzbar, die auch bei einem 11-gegen-11-Spiel von Bedeutung sind.

Ablauf:

Alle Spieler absolvieren parallel in zwei Hütchenquadraten zuerst die Aufwärmübung 1a. Nach ca. 8 - 10 Minuten absolvieren alle Spieler im gleichen Parcours für die gleiche Zeit die Aufwärmübung 1b. Danach wird die Mannschaft in zwei Gruppen geteilt. Die erste Gruppe absolviert die Übung am Tor und die andere parallel dazu die Passübung im Feld. Nach ca. 15 - 20 Minuten wechseln die Gruppen.

Der Abschluss bildet ein Turnier mit vier Mannschaften. Ein Spielfeld ist der Strafraum mit zwei Jugendtoren und das andere Spielfeld wird mit Hütchen markiert und z.B. auf zwei Minitoren gespielt. Jeder spielt gegen jeden und die Spielfelder werden gewechselt, so dass jede Mannschaft mal in jedem Feld gespielt hat. Wer ist am Ende Turniersieger?

Aufwärmübung 1a:

  • Für je 8 Spieler ein ca. 15 Meter großes Hütchenquadrat aufbauen.
  • An jedem Hütchen zwei Spieler postieren und ein Spieler mit Ball.
  • Der Spieler mit Ball dribbelt kurz an, spielt Doppelpass mit seinem Gegenüber und passt ihm dann, Richtung des dritten Hütchens, diagonal in den Lauf.
  • Der Angespielt spielt nun Doppelpass mit dem Spieler am dritten Hütchen und immer so weiter.
  • Nach jedem Pass in den Lauf des Mitspielers wechselt man im Uhrzeigersinn eine Position weiter.
  • Variation: Zwei Pflichtkontakte

Aufwärmübung 1b:

  • Gleicher Parcours, gleiche Spielerverteilung.
  • Jetzt je ein Ball bei zwei Spieler die sich diagonal gegenüberstehen.
  • Die Spieler mit Ball dribbeln kurz an, spielen Doppelpass mit ihrem Gegenüber und passen dann diagonal zum Mitspieler und immer so weiter.
  • Nach jedem Diagonalpass wechselt der Spieler im Uhrzeigersinn eine Position weiter.
  • Variation: Zwei Pflichtkontakte

Dribbling mit Torschuss 2a:

  • Parcours wie in der Zeichnung aufbauen.
  • Die Spieler in zwei Gruppen aufteilen und hinter den Slalomhütchen postieren. Jeder Spieler hat einen Ball.
  • Die Übung beginnt auf einer Seite, indem der Spieler ein Slalomdribbling absolviert, an die Hütchenreihe vorbei dribbelt, sich den Ball zum Torschuss selbst vorlegt, außen ums Hütchen läuft und aufs Tor schießt.
  • Sobald sich der erste Spieler den Ball zum Torschuss vorgelegt hat, startet der Spieler auf der anderen Seite.
  • Nach dem Torschuss stellen sich die Spieler an der anderen Seite an. Trainieren der Beidfüssigkeit.

Steilpass nach Ballvorlage 2b:

  • Die Spieler in zwei Gruppen teilen und je einem Hütchendreieck zuornden.
  • Die zwei Dreiecke befinden sich im Abstand von ca. 5 - 7 Metern gegenüber. Der Abstand A nach B beträgt ca. 5 - 7 Meter und der Abstand A nach C ca. 10 - 12 Meter.
  • Je zwei Spieler an den Hütchen A und B. Der vorderste Spieler A hat einen Ball.
  • Die beiden Spieler A spielen immer gleichzeitig einen Doppelpass mit B und passen dann Spieler A der anderen Gruppe den Ball in den Lauf. Dieser dribbelt ums Hütchen C und passt dann zurück zu A und immer weiter so.
  • A wechselt nach B und B nach A der anderen Gruppe.
  • Variation: Zwei Pflichtkontakte

Trainingseinheit

Kraftzirkel - Training (nicht nur) für die “Tage der gesperrten Plätze”

Es ist wieder Winter, es ist kalt, es liegt Schnee und die Plätze sind gesperrt. Kann man trotzdem  irgendwas für die Fitness seiner Spieler machen? Eine gute Alternative für solche Tage sind sicherlich immer die Soccerhallen. Leider sind diese aber auch ziemlich teuer, für zwei Stunden ist man locker bei 100 Euro.

Zur weiteren Auswahl stünde dann noch Taktiktraining an der Tafel, eine gemeinsame Freizeitaktion zum Ausbau des Teamgeist oder ein Zirkeltraining zur Verbesserung von Kraft, Ausdauer und Koordination. Ein Zirkel- oder Krafttraining hat dabei den großen Vorteil, dass man ihn auf engen Raum machen kann. Eine kleine Schulhalle oder ein kleines Stück Wiese reichen hier vollkommen aus.

Die Organisation eines Zirkeltrainings ist relativ einfach und bedarf nicht vieler Materialien. Es werden ca. 10 Stationen aufgebaut die nacheinander von den Spielern absolviert werden. Es bilden sich Paare und jeder Paar geht zu einer Station. Für die Dauer von 60 Sekunden (je nach Alter und Leistungsstand auch mehr oder weniger) wird nun an allen Stationen von beiden Spielern parallel die Übung ausgeführt. Im Anschluss folgt die gleiche Zeit zur Erholung. Danach rücken alle Spieler eine Station weiter und die nächste Aufgabe wird für 60 Sekunden absolviert.

Die Übungen bereits zu Beginn erklären und die Stationen so anordnen, dass nicht zweimal hintereinander die gleichen Muskelgruppen stark beansprucht werden. Folgende Übungen sind denkbar:

  1. Treppensteigen → abwechselnd linker/rechter Fuß auf den Ball oder einen Kasten
  2. Sit-ups mit Kopfball
  3. Schlusssprünge über ein Ball (alternativ über Mitspieler oder Hütchen)
  4. Rückenlage → Ball zwischen die Füße klemmen → Beine ausgestreckt und im Wechsel nach links/rechts drehen
  5. Stehen → Ball hochwerfen → auf Boden setzen → aufstehen und Ball fangen
  6. Bauchlage → Hände am Hinterkopf + Oberkörper und Ellenbogen heben → Hände ausstrecken und auf einen Ball legen → Hände wieder am Hinterkopf und Oberkörper senken
  7. Hampelmann (alternativ mit einer Hantelscheibe in jeder Hand)
  8. Rückenlage → mit ausgestreckten Armen Ball hinter dem Kopf legen → komplette Körperdrehung rechts/links im Wechsel
  9. Hindernishüpfer (über Minitor oder Mitspieler)
  10. Hüftkreisen mit Hula-Hoop-Reifen
  11. Kniehebelauf → Boxbewegung (alternativ mit einer Hantel in jeder Hand)
  12. Seilhüpfen
  13. Rückenlage → abwechselnd linkes/rechtes Bein senkrecht nach oben zu einem hochgehaltenen Ball strecken
  14. Ball nach oben halten → abwechselnd links/rechts in die Schrittstellung springen
  15. Seitliche Grätsche → Ball nach oben halten → Arme gestreckt lassen und abwechselnd links/rechts den Ball nach unten kreisen lassen
  16. Rückenlage → Ball zwischen die Füße klemmen → Beine ausstrecken und den Ball mit einer halben Rolle rückwärts hinter dem Kopf bringen und wieder vor
  17. Seitsprünge über ein Ball (alternativ über Mitspieler oder Hütchen)
  18. Bauchlage → Oberkörper heben + Ball fangen und zurückwerfen

Erfolgreiches Fußballtraining organisieren

Man trainiert in erster Linie um sich fußballerisch zu verbessern und um als Team zur Einheit zu finden. Aus diesem Grund sollte diese beiden Bestrebungen bei der Planung des Trainings und dessen Umsetzung im absoluten Mittelpunkt stehen. Um erfolgreich zu spielen, sollte sich alles andere dem unterordnen. In diesem Artikel wird man einige grundsätzliche Gedanken finden, die einem bei der Verwirklichung dieses Ziel behilflich sein können.

Durch attraktive und abwechslungsreiche Übungsformen versucht man die Spieler immer so gut es geht zu motivieren. Dies kann u.a. durch kleine Wettkämpfe geschehen, wo zwei Gruppen gegeneinander mit dem Ziel antreten, um als erstes eine gewisse Punktzahl zu erreichen. Ein großer Motiviationskiller ist die Langeweile, die z.B. entsteht wenn die Wartezeit zwischen den Aktionen zu groß werden. Aus diesem Grund sollte der Trainer das Training so gestalten, dass alle Spieler stets in Bewegung sind.

Bei manchen Übungen ist dies aber nicht so einfach, deswegen empfiehlt es sich da in kleinen Gruppen zu trainieren. Wenn man also über einen Trainerkollegen verfügt, teilt man zumindest im Hauptteil des Trainings die Mannschaft auf und lässt sie bis zum Abschlussspiel separat trainieren. Kleine Gruppen ermöglichen eine bessere individuelle Betreuung und führt gleichzeitig zu mehr Ballkontakten der Spieler. Allgemein sagt man, dass es Ziel des Trainers sein sollte jeden Spieler im Training ca. 500 Ballkontakte zu ermöglichen.

Ob ein Spieler jetzt 300 oder 700 Ballkontakte hat ist erfahrungsgemäß nicht das Alleinentscheidende. Vielmehr zählt die Qualität der Übung, die Konzentration des Spielers, der Einsatzwille und wenn dann auch noch eine hohe Zahl an Ballkontakten zustande kommt, kann man von einem gelungenen Training sprechen.

Weitere wichtige Aspekte die der Trainer in seiner Arbeit berücksichtigen sollte, ist eine knappe und fachkundige Erklärung des Trainingsziels, wie dessen korrekte Demonstration. Der Trainer sollte nicht alle Fehler korrigieren die er sieht, sondern im Allgemeinen sich auf Wiederholungsfehler und den Sachen betreffend des Trainingsschwerpunktes konzentrieren. Ein gewisser Trainings- und Spielfluss sollte zur Förderung der Kreativität nicht unterbunden werden.

Spielerische, individuelle und mannschaftliche Fortschritte sollte der Trainer zur weiteren Motivation positiv ansprechen. Dies bestärkt eine Mannschaft und auch einen Spieler darin den eingeschlagenen Weg fortzuführen. Gute Trainingsleistungen und gute Aktionen im Training sollten unmittelbar und dezent gelobt werden. Begeisterungsstürme könnten von einigen Spielern schon als Erreichung des Gesamtziels fehlinterpretiert werden.

Vor und nach dem Training sollte eine kurze Besprechung erfolgen. Was bringt der Mannschaft die anstehende Trainingseinheit? Was erwartet der Trainer von mir? Wie kann ich dies erreichen? Nach dem Training: Was habe ich gut gemacht? Wo kann ich mich noch verbessern? Durch diese direkten Anweisungen und Rückmeldungen erleichtert man dem Spieler sich in die nötige Richtung zu entwickeln.

Was die Trainingsinhalte betrifft, so vertreten wir gewisse Vorstellungen die sich allesamt in der Praxis bewährt haben. Zum einen sollte man Schwerpunktmäßig mit vielen Wiederholungen trainieren. Somit erleichtert man dem Spieler sich auf eine Sache zu konzentrieren, was wiederum zu einer optimalen Entwicklung in diesem Bereich führen kann. Man sollte immer spielnah trainieren, das bedeutet spielnahe Abstände bei den Übungen, realistische Anordnung des Parcours im Spielfeld und Trainingsformen die häufige Spielsituationen simulieren.

Bei unserer Art zu Trainieren gibt es drei Komponenten die sich immer wiederholen. Da steht zu Beginn des Trainings, direkt nach der Besprechung, das Brasilianische Aufwärmen. Neben der körperlichen Vorbereitung auf die folgenden intensiven Aufgaben, wird der Spieler dadurch in einigen weitere Punkten verbessert. So wird aufgrund den parallel ausgeführten Aktionen der Teamgedanke und das Abstimmen auf gemeinsame Handlungen gefördert. Durch die Art der Bewegungen des Brasilianischen Aufwärmens wird zusätzlich noch die Koordination geschult.

Die zweite Komponenten die in jeder unserer Trainingseinheit zu finden ist, ist die Antrittsschnelligkeit. Durch gezielte kurze Sprints mit Richtungswechsel und Koordinationsaufgaben erreicht man das Ziel, im Wettkampf schneller am Ball zu sein als der Gegner. Außerdem wird durch dieses Training die Ausdauer der Spieler ohne spezielles Konditionstraining verbessert.

Das Trainieren der Antrittsschnelligkeit sollte nach dem Aufwärmen im ersten Drittel der Trainingseinheit gelegt werden. Wichtig ist, dass der Antritt in voller Intensität ausgeführt wird. Allgemein wird nach jeder Aktion eine Minute Pause empfohlen. Die Erfahrung zeigt aber auch, dass diese auch etwas darunter liegen kann. Durch das intensive Training der Antrittsschnelligkeit läuft man auch weniger Gefahr die Spieler im Training zu unterfordern. Es erhöht die Konzentration, weil kräftebedingt auf fußballfreie Gedanken verzichtet werden muss. Durch leicht dosierte Überforderungen im Training kann auch die Antizipationfähigkeit der Spieler gesteigert werden.

Die letzte gleichbleibende Komponente im Training betrifft das Abschlussspiel. Die von uns erläuterte Ansicht mag nicht auf alle Mannschaften zutreffen, doch im mittleren Jugendbereich nach der Umstellung auf die Viererkette hat sie sich bewährt. Es werden keine besonderen Sonderregeln vorgegeben, um gewisse Spielweisen zu provozieren, sondern allein aufgrund der Mannschaftsaufstellung und den taktischen Vorgaben des Trainers ein auf das Ballorientierte fokussiertes Abschlussspiel absolviert.

Neue Trainingseinheit zum Ballorientiertem Verteidigen

In dieser Trainingseinheit zum Ballorientierten Verteidigen geht es darum sich in Unterzahl korrekt zu verhalten (Übung 3), den ballführenden Angreifer korrekt zu doppeln und dann bei Ballgewinn schnell umzuschalten (Übung 2) und zuletzt in einer 2-gegen-2-Situation Druck auf den Ball auszuüben und dabei gleichzeitig den Passweg zuzustellen (Übung 1).

Die drei Ǜbungen werden parallel abgehalten und nach einer bestimmten Zeit wechseln die Spieler einen Parcours weiter, bis jeder Spieler jede Übung absolviert hat. Die Spieleranzahl in der Zeichnung ist mit 18 Feldspielern plus 1 Torwart angegeben. Sollte man über eine andere Spieleranzahl verfügen, könnte man z.B. die Übung 1 und 2 auch mit je 4 Spielern absolvieren.

5. Trainingseinheit der Initiative abwehrkette.de zum Ballorientiertem Verteidigen

5. Trainingseinheit der Initiative abwehrkette.de zum Ballorientiertem Verteidigen

Übung 1: Es werden zwei Mannschaft zu je drei Spielern gebildet. Im Feld wird 2-gegen-2 auf je einem Dribbeltor gespielt. Es befindet sich immer ein Spieler je Mannschaft außerhalb des Feldes. Die abwehrende Mannschaft muss in ihrer Hälfte bleiben und der Angriff ist beendet, wenn das gegnerische Stangentor überdribbelt wurde oder der eroberte Ball zum dritten Verteidiger außerhalb des Feldes gepasst wurde. Danach Aufgaben- und Spielerwechsel.

Übung 2: Die Spieler in drei 2er-Mannschaften aufteilen. Die Mannschaft C ist außerhalb des Feldes, die Mannschaft B verteidigt das Dribbeltor und die Mannschaft A verteidigt das Großtor. Ein Spieler A dribbelt nun Richtung Dribbeltor und versucht sich gegen die beiden Spieler B durchzusetzen. Der zweite Spieler A darf in dieser Aktion nicht eingreifen und befindet sich auf der Strafraumlinie. Mannschaft B doppelt nun Spieler A und kontert nach Ballgewinn auf das Großtor. Hierzu muss der zweite Spieler von A ausgespielt werden. Nach dem Konter wechseln die Mannschaften die Positionen: A geht nach B, B nach C und C nach A. Der Trainer achtet auf Abseits und dem korrekten Doppeln: Der vordere Verteidiger muss durch seitliche Stellung den Angreifenden zum tiefer postierten Verteidiger lenken.

Übung 3: Zwei 3er-Mannschaften bilden. Die angreifende Mannschaft spielt in Überzahl gegen zwei Verteidiger und versucht über das Stangentor zu dribbeln. Die Verteidiger dürfen ihre Hälfte nicht verlassen und versuchen durch geschicktes Verschieben den Ball zu erobern und dann zu dem Verteidiger außerhalb des Feldes zu passen. Ist dies geschehen wechselt das Angriffsrecht und ein Spieler der anderen Mannschaft verlässt das Feld. Der Spieler mit Ball dribbelt nun ins Zentrum und eröffnet dort das Spiel mit einem Pass zum linken oder rechten Spieler. Der Trainer achtet auf das korrekte Verschieben: Wenn der zentrale Angreifer in Ballbesitz ist, befinden sich die beiden Verteidiger in ganz leichter Tiefenstaffelung, ca. 4-5 Meter nebeneinander zentral vor dem Ballführenden. So besteht die Möglichkeit einen Pass nach außen abzufangen und bei einem Alleingang des Ballführenden ihn zu doppeln. Dribbelt der Ballführende Richtung Tor, bewegen sich die Verteidiger rückwärts. Im Spiel gewinnt man so wertvolle Zeit für nachrückende Mitspieler. Befindet sich der Ball bei einem Außenspieler, verschieben sich die beiden Verteidiger zum Ball und halten dabei die leichte Tiefenstaffelung (der ballferne Spieler steht tiefer) und den Abstand zueinander. So nimmt man dem Außenspieler die Möglichkeit in die Tiefe zu passen und ein direkter Seitenwechsel kann eventuell abgefangen werden.

Anschließend sollte die Mannschaft noch mit einem Abschlussspiel belohnt werden. Merkt man, dass es eine anstrengende Trainingseinheit für die Spieler war, sollte man keine taktischen Sonderreglungen vorgeben. Jedoch sollte man die Mannschaften so aufstellen, dass diese ballorientiert in allen Mannschaftsteilen agieren können, z.B. im 3-3-2-System.

Tipps für die Umstellung auf 4er-Abwehrkette

Heute haben wir ein paar grundsätzliche Tipps zum erfolgreichen Umstellen auf die Viererkette. Eine der ersten damit verbunden Fragen ist immer der Zeitpunkt der Umstellung. Die Saisonvorbereitung bietet sich natürlich in erster Linie dafür an. In der Regel hat man dann mehr Trainingszeiten und genügend Testspiele vor der Brust um das Ballorientierte Verteidigen wettbewerbsmäßig einzustudieren.

Doch nicht nur die Saisonvorbereitung ist dafür ein guter Zeitpunkt. Auch das Ende der Saison, wenn weder Aufstieg noch Abstieg eine Rolle spielen und man mit einem neuen System neue Impulse setzen will ist für die Umstellung gut geeignet. Man darf keine Wunderdinge nach einer Woche erwarten. Man muss sogar damit rechnen, dass die ersten Spiele mit der Viererkette ergebnismäßig nicht so der Hammer werden. Wenn man aber den Luxus besitzt auch mal paar Spiele verlieren zu können, sollte man sofort umstellen. Nach 3-4 Wochen wird man dann umso stärker sein und zusätzlich wird die Mannschaft durch das neue System einen Motivationsschub erhalten.

Wichtig ist es als Trainer schon vor der ersten Trainingseinheit zur Viererkette sich mit dem ganzen System vertraut zu machen. Also alle Informationen und den Ablauf aller Trainingseinheiten hier auf der Seite genau durchlesen. So hat man von Beginn der Umstellung eine klare Vorstellung über das Lernziel und ist gewappnet auf Fragen der Spieler, die über die erste Trainingseinheit hinaus gehen.

Auch über die speziellen Trainingseinheiten zur Umstellung auf die 4er-Abwehrkette hinweg, sollte man in den Abschluss-Spielen immer das Ballorientierte Verteidigen berücksichtigen und dann auch von den Spielern fordern. Also immer mit mindestens drei Abwehrspielern spielen, bei größeren Mannschaften dann natürlich mit richtiger Viererkette. Die Spieler vor der Abwehr müssen sich natürlich entsprechend verhalten.

Also liebe Trainer weiter fleißig umstellen… :-)

Neue Trainingseinheit, Schwerpunkt Mittelfeldpressing

Wie in der letzten Nachricht angesprochen haben wir uns zusammengesetzt und eine neue Trainingseinheit erarbeitet. In dieser zusätzlichen Einheit soll das Zusammenwirken der einzelnen Mannschaftsteile gezielt verbessert werden. Nun soll gezeigt werden, wie man durch Mittfelfeldpressing den Ball schon weit vor dem eigenen Tor erobern kann und dann aufgrund vieler Anspielstationen in Ballnähe sich schnell neue Torchancen erspielt.

Die Funktionsweise der Viererkette wurde bereits in den ersten drei Trainingseinheiten vermittelt. Jetzt kann das Gelernte nochmal durch neue Übungen und Aufgaben enorm vertieft werden. Nach dieser Trainningseinheit sollte man noch besser für sein erstes Spiel mit Ballorientierter Verteidigung gerüstet sein.

Jetzt wo die Saisonvorbereitung bald beginnt ist der ideale Zeitpunkt zum Umstellen auf eine 4er-Abwehrkette. Je nach Anzahl von Trainingstagen in der Woche kann der ganze Plan nach 1-2 Wochen umgesetzt werden. Es stehen keine Meisterschaftsspiele an und so kann man genügend Freundschaftsspiele absolvieren um das System unter Wettkampfbedingungen einzustudieren.

Die neue Trainingseinheit mit dem Schwerpunkt Mittelfeldpressing ist ab sofort komplett online zu finden. Es sind wieder alle interessierten Fußballtrainer eingeladen diese Einheit mit ihren Mannschaften zu trainieren und hier ihre Verbesserungsvorschläge zu schreiben.