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Feb 05 2014

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Zwei Trainingseinheiten One-Touch-Kombinationsfußball

Vor kurzem haben wir hier das neue Trainingsbuch One-Touch-Kombinationsfußball von Martin Hasenpflug vorgestellt. In diesem Artikel möchten wir die Inhalte und die Trainingsmethode des Buchs vorstellen. Daher finden sich im Folgenden zwei exemplarische Trainingseinheiten. Schwerpunkt dieser Einheiten ist die Verbesserung des Zusammenspiel. Abgeschlossen wird das Training jeweils mit einer Pressing-Spielform.

Frontcover: One-Touch-Kombinationsfußball

Frontcover: One-Touch-Kombinationsfußball

Zur Erinnerung: Beim One-Touch-Kombinationsfußball gibt es zwei Arten an Trainingseinheiten. Einmal die, welche das Zusammenspiel einer Mannschaft verbessern und die, welche spezielle Detail-Schwerpunkte enthalten. Im genannten Buch finden sich zehn verschiedene Trainingseinheiten mit speziellen Schwerpunkten. Diese sollen das Kombinationsspiel im Detail aufwerten. Einmal in der Woche, und zwar am letzten Trainingstag, wird eine solche Trainingseinheit absolviert. Die Mannschaft wird dann beim Wochenendspiel aufgefordert, den trainierten Schwerpunkt strikt umzusetzen. Die vorkommenden Schwerpunkte wurden in vorherigen Artikeln behandelt und lauten z. B.: Vertikalspiel, Andribbeln, Doppeln, 90-Grad-Ball, Spielverlagerung, Gegenpressing und Torchancen erspielen.

Alle anderen Trainingstage befassen sich mit den Themen Regeneration oder Verbesserung des Zusammenspiels. Eine Regenerations-Trainingseinheit findet am Tag nach einem Spiel statt. Die Trainingseinheit startet mit einer Technikübung zum Aufwärmen (Schwerpunkt: Spiel zum Dritten), es folgt eine Schnelligkeitsübung mit Technikelementen (am selben Parcours), dann wird eine von neun Turnierformen absolviert und beendet wird das Training mit einem taktischen Abschlussspiel (z. B. Pressing-Spielform). Bei den Turnierformen lassen sich sehr gut zwei Torhüter beschäftigungsreich einbinden und man verbessert die Spieler im Verwerten von Torchancen.

Eine Trainingseinheit zur Verbesserung des Zusammenspiels sieht fast identisch aus. Nur die Turnierform wird durch ein Ballzirkulationsspiel ersetzt. Hier lernen die Spieler den Ball unter Raumdruck in den eigenen Reihen zu halten. Sie lernen u. a. dabei auch Anspielstationen zu schaffen, aus engen Spielsituationen herauszuspielen, miteinander zu kommunizieren und ihre Technik unter Gegnerdruck richtig anzuwenden.

Nun folgen die zwei Technik- und Schnelligkeitsübungen. Jeweils eine davon wird an einem Trainingstag absolviert. Da Technik- und Schnelligkeitsübungen sich den gleichen Parcours teilen, muss man als Trainer nichts umbauen. Es folgen zwei Ballzirkulationsspiele und ein taktisches Abschlussspiel (Schwerpunkt: Pressing).

Technik-Endlosform

Technik-Endlosform

Organisation & Ablauf

Ein Hütchenquadrat (18 × 18 Meter) aufbauen. Position B nicht markieren, sie befindet sich ca. 5 Meter von A entfernt (Innenbahn zwischen A und C).

Mindestens zwei Spieler mit Bällen zu den beiden Positionen A. Jeweils ein Spieler zu den vier Positionen B und C.

Von den Positionen A wird gleichzeitig mit dem jeweils gleichen Ablauf gestartet. Die diagonal zueinander stehenden Spieler kombinieren miteinander: Spieler A passt zu B, B lässt zurückklatschen, A nimmt den Ball kurz nach außen mit und passt zu C. B startet diesem Pass nach und spielt mit C Doppelpass.

A wechselt zu B, B nach C und C dribbelt zur gegenüberliegenden Position A.

Spieleranzahl: 8–12 Spieler.

Wettbewerb: Welche Gruppe spielt in 4 Minuten mehr Pässe zu C? Pässe, die mit anderen Bällen oder Spielern kollidieren, zählen nicht.

Variation: Anstatt eines Passes von A nach B, wird B der Ball hoch zugeworfen, dann Ablauf wie zuvor.

Tipp: Blickkontakt beim Passspiel. Nur in freie Passwege spielen. Positionen so wechseln, dass man immer den Ball im Blick hat. Kommunikation untereinander: Klatsch und Namen rufen.

Schnelligkeitsübung

Schnelligkeitsübung

Organisation & Ablauf

Den Parcours weiter nutzen.

Jeweils zwei Spieler zu C und D stellen. Die restlichen Spieler mit einem Ball zur Startposition A.

Spieler A passt diagonal zu C und sprintet sofort außen um das Hütchen B. In der Zwischenzeit hat C zu D gespielt und D den Ball angestoppt. Sobald A um das Hütchen gesprintet ist, erhält er von D den Ball. A passt zum nächsten Spieler A. Der Passempfänger startet nach dem gleichen Schema in den Parcours.

Alle Spieler wechseln eine Position weiter. A nach C, C nach D und D nach A.

Wettbewerb: Für jeden Pass zurück zu A gibt es einen Punkt. Welche Gruppe erreicht in 3–4 Minuten mehr Punkte?

Variation: Für den zweiten Durchgang ist D die Startposition und es wird das Hütchen C umsprintet. A und B jeweils mit zwei Spielern besetzen.

Tipp: Spieler A passt nach seinem Sprint immer mit dem inneren Fuß zurück zu Passempfänger A. Dieser darf das Zuspiel nicht vor dem Hütchen A zu C weiterleiten. Möglichst auf allen Positionen direkt spielen.

Technik-Endlosform

Technik-Endlosform

Organisation & Ablauf

Drei Hütchen (A. B, C) in eine Reihe im Abstand von 5 und 10 Metern stellen. 5 Meter seitlich daneben stehen die Hütchen D und F im Abstand von 10 Metern.

Die Positionen B bis D einfach besetzen. Mindestens zwei Spieler mit Bällen zum Starthütchen A.

Nur Direktspiel: Spieler A passt zu D, D zu B, B zu C und C zum entgegenstartenden A. A legt den Ball auf zu D und D dribbelt um das Wendehütchen F herum zurück zum Starthütchen.

Alle Spieler wechseln eine Position weiter: A zu B, B zu C und C zu D.

Spieleranzahl: 5–7 Spieler.

Wettbewerb: Welche Gruppe umdribbelt in 4 Minuten häufiger das Wendehütchen?

Variation: Für den zweiten Durchgang zum spiegelverkehrt aufgebauten Parcours wechseln. Der zweite Spieler A ist ohne Ball und erhält von D einen Pass. Position F als kleines Hütchentor aufbauen, welches es zu durchdribbeln gilt.

Tipp: A läuft C nicht zu weit entgegen und D startet erst in die Tiefe zu F, nachdem A den Ball aufgelegt hat. Offene Stellung der Spieler. Kommando Klatsch oder Namen des Passempfängers rufen.

Schnelligkeitsübung

Schnelligkeitsübung

Organisation & Ablauf

Den Parcours weiter nutzen.

Das Team in zwei Gruppen teilen. Die Gruppe steht komplett im Hütchentor A. Der jeweils vordere Spieler hat einen Ball.

Auf Trainersignal dribbelt der Spieler außen um das Hütchen B, zurück um Hütchen C und dann um Hütchen D. Es folgt ein Pass zurück zum zweiten Spieler seiner Gruppe. Der Pass wird hinterm Hütchentor angestoppt. Der Passgeber sprintet seinem Pass hinterher, klatscht den Passempfänger ab und danach startet dieser mit der gleichen Aufgabe in den Parcours.

Wettbewerb: Welche Gruppe klatscht sich in 4 Minuten häufiger ab?

Variation: Dribbelweg entsprechend des rechten Parcours der Zeichnung. Zuerst um C, dann um B und zuletzt um D.

Tipp: Der Dribbler passt jeweils mit dem äußeren Fuß zurück. Enge Ballführung. Genauer Rückpass. Für den zweiten Durchgang den alternativen Dribbelweg wählen.

Ballzirkulationsspiel

Ballzirkulationsspiel

Organisation & Ablauf

Ein Quadrat (40 × 40 Meter) mit vier Eckzonen (5 × 5 Meter) aufbauen.

Zwei 8er-Teams bilden und 0–3 neutrale Spieler bestimmen.

Im Feld wird auf Ballhalten gespielt. Das Team in Ballbesitz besetzt mit je einem Spieler eine Eckzone. Ziel ist es möglichst oft einen „Eckspieler“ anzuspielen. Erobert das andere Team den Ball, so besetzt das neue ballbesitzende Team sofort die Eckzonen und die „alten“ Eckspieler wechseln ins Feld und gehen auf Balljagd. Freie Kontaktzahl aller Spieler.

Nach fünf Minuten aktive Pause und dann eine zweite Halbzeit spielen.

Spieleranzahl: 14–21 Spieler. Die Teamgrößen ändern. Mindestens drei Spieler des ballbesitzenden Teams müssen im Feld aktiv sein.

Wettbewerb: Für jeden Pass zu einem Eckspieler gibt es einen Punkt. Eine Jokerzone bestimmen die 2 Punkte bringt.

Tipp: Der Trainer hat alle Ersatzbälle und spielt diese bei Bedarf ins Feld. Schnelles Umschalten beider Teams. Das ballgewinnende Team besetzt sofort die Eckzonen. Aufgrund der Unterzahl im Feld des ballbesitzenden Teams, müssen sich hier alle Spieler nahe dem ballführenden Mitspieler anbieten.

Ballzirkulationsspiel

Ballzirkulationsspiel

Organisation & Ablauf

Ein Quadrat (30 × 30 Meter) aufbauen.

Zwei 7er-Teams bilden und 0–2 neutrale Spieler bestimmen. Zwei Spieler eines Teams stehen sich als Außenspieler auf den Seiten des Quadrats gegenüber.

Im Quadrat wird 5 gegen 5 auf Ballhalten gespielt. Die Außenspieler agieren über ihre komplette Seite und helfen ihren Mitspielern den Ball zu halten. Sie dürfen nur direkt spielen.

Wer einen Außenspieler anspielt, wechselt mit ihm Aufgabe und Position.

Spieleranzahl: 12–18 Spieler. Die Teamgrößen ändern.

Wettbewerb: Passt ein Außenspieler zu einem Dritten, gibt es einen Punkt für die Mannschaftswertung.

Variation: Die Außenspieler dürfen auch mit zwei Ballkontakten spielen.

Tipp: Für einen reibungslosen Ablauf den Positionswechsel kommunizieren. Spielverlagerungen anstreben, um den dadurch geschaffenen Raum zum Spiel über den Dritten zu nutzen. Nach einem Pass zum Außenspieler sollen die Mitspieler direkt nachrücken, um als „dritte Spieler“ anspielbar zu sein.

Pressing-Spielform als Abschlussspiel

Pressing-Spielform als Abschlussspiel

Pressing-Spielform III

Auf einer Spielfeldhälfte spielen. Das Feld seitlich verkleinern. Auf der Mittellinie ein zweites besetztes Tor stellen.

Zwei Teams agieren in der Grundformation 3-1-2-1-1 gegeneinander. Es wird auf einen zweiten IV und ST verzichtet.

Bei jeder Spielunterbrechung Spielaufbau beim TW der ballbesitzenden Mannschaft. Das verteidigende Team organisiert sich stets kompakt im mittleren Spielfelddrittel. Sie agiert ausschließlich nach zwei verschiedenen Taktiken: Entweder sie verschiebt nur seitlich und schließt ausschließlich den Raum zum eigenen Tor oder sie startet nach einem Querpass nahe dem ST ein Pressing.

Spieleranzahl: 16 Spieler plus zwei TW. Bei 14 Spielern Grundformation 3-3-1 und bei 12 Spielern 3-3-0. Bei nur einem TW ein Jugendtor ohne TW aufstellen und es zählen nur tornahe direkte Schüsse als Treffer.

Tipp: Das Team steht in ständiger Kommunikation zueinander: Damit sich alle Spieler am Pressing beteiligen und Spieler und Postionen übergeben werden. Wenn man anspielbar ist, rufen und Angespielte mit Klatsch und Dreh coachen. Klare Absprache, wer zum Ball geht (Kollisionen verhindern).

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4 Kommentare

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  1. wolfgang klement

    Immer wieder tolle Einheiten – bitte weiter so.

    Wolferl

  2. Peter Schreiner

    Das Buch „One-Touch-Kombinationsfußball“ von Martin Hasenpflug ist sehr empfehlenswert. Es enthält eine große Anzahl von tollen Kombinationsformen (Endlosformen), die jedes Training bereichern werden. Besonders gut gefällt mir, dass Martin die Organisationsformen zur Verbesserung der Technik und des Zusammenspiels direkt auch für sein Schnelligkeitstraining nutzt. Auch der Abschnitt Ballzirkulation ist sehr interessant und die Trainingsformen verständlich beschrieben. Ich kann das Buch jedem Trainer, auch Trainern im Seniorenbereich, wärmstens empfehlen. Peter Schreiner (Institut für Jugendfußball)

  3. Dominik Menzi

    One Touch kann ich nur Empfehlen! Ganz tolle Übungen meine Jungs machen riesen Fortschritte im TE/TA Bereich. Dominik Meinz (Nachwuchstrainer SV Muttenz)

  4. Roger Ohler

    Gute Bücher kann ich nur empfehlen habe alle die er geschrieben hat.Bücher sind gut beschrieben Training mit wenig Material zu bewältigen.
    Auch der Aufbau geht leicht von der Hand hat man die Übungen ein paar mal gemacht braucht man das Buch nicht immer mit zu schleppen.
    Mittlerweile habe ich das letzte Buch auch als Ebook auf dem Tab um es mit zum Training zu nehmen preislich sind die Bücher auch oki.
    Wir waren letzte Saison noch letzter mittlerweile Dritter.
    Die Jungs machen grösse Fortschritte.

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