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Jan 15 2013

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Offensive total: Angriffspressing im 4-2-3-1

Das Angriffspressing ist die offensivste Möglichkeit Fußball zu spielen. So lässt sich der Gegner früh in seiner Spielfeldhälfte attackieren und der Ball kann so in einer günstigen Situation (tornah) erobert werden. Das Angriffspressing macht zum Spielende hin Sinn, um noch ein Tor zu erzielen, und auch zum Spielbeginn, um den Gegner einzuschüchtern.

Besitzt man als Trainer jedoch Innenverteidiger, die es in Gleichzahl mit dem Gegner nach einem Konter aufnehmen können und agiert man mit einer Rückverteidigung (ballferner 6er oder defensiver 6er) und verfügt über laufwillige Mittelfeldspieler, lässt sich mit dem Angriffspressing jederzeit im Spiel ein Erfolg erzielen. Vorausgesetzt ist das korrekte Reagieren auf die sogenannten Pressingsignale. Ein Pressingsignal ist eine günstige Spielsituation für ein Angriffspressing.

Das einfachste Pressingsignal ist der Pass eines Verteidigers, in der Nähe des Mannschaftsverbands, zu einem anderen Verteidiger. Damit dies zustande kommt, muss sich die Mannschaft jedesmal, wenn der gegnerische Torwart den Ball hat, komplett ins mittlere Spielfelddrittel zurückziehen. So provoziert man ein kurze Spieleröffnung des Torwarts zu einem Verteidiger. Der Ablauf des Angriffspressing sieht somit wie folgt aus:

  • Hat der gegnerische Torwart den Ball, lässt man sich komplett ins mittlere Spielfelddrittel fallen. So stehen die gegnerischen Abwehrspieler frei und werden wahrscheinlich vom Torwart angespielt.
  • Es wird zunächst nur seitlich verschoben und sobald der angespielte gegnerische Abwehrspieler den ersten Pass spielt, schiebt man vor und attackiert mit allen Spielern!
  • Die Sturmspitze (ST) läuft jetzt mit höchstem Tempo Richtung Ball. Alle Mitspieler laufen dem ST hinterher.
  • ST läuft so zum Ball, dass der Gegner keine Spielverlagerung machen kann. Der ballnahe Mittelfeldaußen (MA) läuft Richtung Außenverteidiger auf der Ballseite und der 10er attackiert den Ball.
  • Der ballnahe 6er positioniert sich zentral hinter den attackierenden ST und MA. So wird ein Pass ins Zentrum verhindert.
  • Der ballferne MA deckt den gegnerischen 6er. Der ballnahe Außenverteidiger (AV) schiebt zur Balleroberung weit nach vorne.
  • Ballferner 6er, ballferner AV und die beiden IV schieben nicht ganz so weit vor und sichern das Angriffspressing ab (falls die Balleroberung misslingt).
Angriffspressing im 4-2-3-1

Angriffspressing im 4-2-3-1

Nicht zu unterschätzende Details:

  • Sobald der ballnahe Außenverteidiger komplett vorgerückt ist, signalisiert er dies seinen Mitspielern verbal. So können die höher positionierten Spieler sich noch aktiver an der Balleroberung beteiligen.
  • Die Sturmspitze absolviert bei einem Pass von Innenverteidiger zu Innenverteidiger einen leichten Bogenlauf, um eine Spielverlagerung zu unterbinden und einen Pass des Gegners dorthin zu provozieren, wo man sich in Überzahl befindet.
  • Beim Ausüben des Angriffspressings wird der gegnerische Verteidiger kaum Anspielstationen besitzen. Kluge Gegner werden vielleicht versuchen einen hohen Longline-Ball auf einen Offensivspieler zu spielen. In diesem Fall soll dann der ballferne 6er zum Pressing vorrücken (viel Laufbereitschaft erforderlich) und der ballnahe 6er doppelt den angespielten Gegner dann zusammen mit dem Innenverteidiger.
  • Die Sturmspitze ist immer der erste Spieler der zum Angriffspressing startet. Erkennt der 10er, dass die Mitspieler nicht genügend Kraft für ein erneutes Pressing besitzen, ruft er die Sturmspitze zurück und es wird normal im Mittelfeldpressing agiert.
  • Mutige Trainer können auch den ballfernen AV nach vorne schicken. Somit verfügt man über eine weitere Anspielstation nach der Balleroberung.

Nach der Balleroberung sind folgende allgemeine Offensivtipps zu befolgen:

  • Alle Spieler sind ständig in Bewegung, damit der ballführende Mitspieler Anspielstationen besitzt.
  • Jeden Pass den ein Spieler erhält, soll möglichst schnell weiter gespielt werden.
  • Die besten Möglichkeiten besitzt man im Direktspiel (One-Touch) zu einem dritten Spieler (von dem der Ball nicht kam).
  • Wird zu einem Mitspieler gepasst der unter Gegnerdruck steht, wird mit „klatsch“ gecoacht.
  • Wird zu einem Mitspieler gepasst der aufdrehen kann, wird er mit „dreh“ gecoacht.

Beim Angriffspressing muss jeder Spieler mitmachen! Sonst verfügt der Gegner über eine Anspielstation, er kann sich aus dem Pressing lösen und alle Spieler sind umsonst gelaufen! Im ungünstigsten Fall resultiert daraus ein Gegentor!

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1 Kommentar

  1. Chris

    An sich bin ich mit fast allen Punkten einverstanden. Aber der Ballnahe AV kann doch nicht wild auf dem AV des Gegners laufen, der ja schon vom eigenen Ball nahen MV attackiert wird. Hier müsste doch der AV beim gegnerischen MV dran sein.

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