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Nov 14 2010

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Drei komplette Trainingseinheiten Fintieren

Mit den folgenden drei Trainingseineinheiten haben wir das Ziel das Fintieren der Spieler zu verbessern. Im Idealfall lernt der eine oder andere Spieler so schnell, dass er dies für ein gegnerüberwindendes Dribbling gleich im Wettkampf umsetzen kann. Sollte dies nicht gleich gelingen, so sollte man Geduld haben und bedenken, dass durch dieses Fintier-Training zusätzlich auch die Koordination der Spieler geschult wird. Eine bessere Koordination führt zu einer Verbesserung aller anderen Fußballtechniken!

Dem folgenden methodischen Training (vom Einfachen zum Schweren) zum Fintieren liegen zwei Finten zu Grunde: Ausfallschritt und Übersteiger. In unserem Training wird der Ausfallschritt immer dann angewendet, sobald entgegen der Laufrichtung des Verteidigers abgekappt wird. Der Übersteiger immer dann, um ein Abkappen anzutäuschen und weiter in Laufrichtung zu dribbeln.

Um die richtige Entscheidung treffen zu können, ob weiter oder entgegen der Laufrichtung des Verteidigers gedribbelt werden soll, muss das Verteidigerverhalten beobachtet werden. Stellt sich der Verteidiger auf das Abkappen ein, so wird ein Abkappen (mittels Übersteiger) angetäuscht, aber weiter in Laufrichtung gedribbelt. Rechnet der Verteidiger mit einem Durchbruch in Laufrichtung, so wird dies (mittels Ausfallschritt) angetäuscht, aber dann entgegen der Laufrichtung des Verteidigers abgekappt. Grundsätzlich kann man sich also merken, dass man immer in die Richtung antäuscht, in der man keine Durchbruchschance sieht.

Oberste Ziel des Angreifers ist es den Verteidiger in Bewegung zu bringen. Wenn der Angreifer Glück hat, befindet sich der Verteidiger bereits aufgrund der Spielsituation in Bewegung. Sollte dies aber nicht der Fall sein, so muss der Angreifer eine Bewegung des Verteidigers provozieren, indem er ihn schräg andribbelt. Beim Dribbeln immer darauf achten, dass der Ball eng am Fuß liegt. Idealerweise führt man den Ball so mit der Innenseite, dass er sich „unterm“ Körper befindet. Zusätzlich ist noch zu beachten wenn man den Verteidiger andribbelt, dass der Oberkörper in keine Richtung gedreht ist. Er soll gerade nach vorne zeigen, so dass man sich schnell in beide Durchbruchsrichtungen weg drehen kann.

Um Finten erfolgreich anzuwenden sind noch weitere Sachen zu beachten. So sollte man stets versuchen den Blick vom Ball zu lösen, um das Verteidigerverhalten zu erkennen. Wichtig ist den idealen Zeitpunkt zum Ausführen der Finte. Hier heißt das Motto: Nicht zu spät und nicht zu früh. Beim Fintieren sollte man immer den kompletten Körper in die anzutäuschende Richtung kippen (Körperschwerpunkt verlagern) und der anschließende Durchbruch mit einer Temposteigerung erfolgen.

Der Schwerpunkt der ersten Trainingseinheit liegt auf dem Ausfallschritt. Also dem Abkappen entgegen der Laufrichtung des Verteidigers. In der zweiten Trainingseinheit steht der Übersteiger (Durchbruch in Dribbelrichtung) im Mittelpunkt. In der dritten Einheit sollen die Spieler lernen den Blick vom Ball zu lösen, um das Verteidigerverhalten zu erkennen und dann die entsprechende Finte anwenden.

Komplette Trainingseinheit zum Ausfallschritt

Komplette Trainingseinheit zum Ausfallschritt

  • Alle Spieler -> Übung 1 -> Schwerpunkt: Dribbling, Ballan- und -mitnahme
  • Alle Spieler -> Übung 2 -> Schwerpunkt: Fintieren, Dribbling, Koordination, Ballan- und -mitnahme
  • 1/2 Mannschaft -> Übung 3a -> Schwerpunkt: Fintieren, Dribbling, Koordination, Innenseitstoß
  • 1/2 Mannschaft -> Übung 3b -> Schwerpunkt: Fintieren, Dribbling, Koordination, Schießen

Übung 1:

  • Für je acht Spieler ein Parcours entsprechend der Zeichnung aufbauen. Falls ein zweiter Parcours benötigt wird, diesen spiegelverkehrt aufbauen.
  • Je zwei Spieler an den vier Stationen aufteilen. Die Spieler an den beiden Startpositionen A haben je einen Ball.
  • Die beiden vorderen Spieler A starten gleichzeitig in den Parcours. Sie absolvieren zunächst ein Slalomdribbling und passen nach dem letzten Hütchen zum vorderen Spieler vom Hütchentor B.
  • Dieser nimmt den Ball in offener Stellung an und mit und dribbelt zum Starthütchen A.
  • Spieler A folgen ihren Pässen.
  • Die nächsten Spieler von A starten sobald der Pass zu B gespielt wurde.
  • Nach Hälfte der Zeit, zum Trainieren der Beidfüßigkeit, zum spiegelverkehrt aufgebauten Parcours wechseln.

Übung 2:

  • Für je acht Spieler ein Parcours entsprechend der Zeichnung aufbauen. Falls ein zweiter Parcours benötigt wird, diesen spiegelverkehrt aufbauen.
  • Je zwei Spieler an den vier Stationen A und C aufteilen. Die Spieler an den beiden Startpositionen A haben je einen Ball.
  • Die beiden vorderen Spieler A starten gleichzeitig in den Parcours. Sie dribbeln schräg auf das Hütchen B zu, absolvieren einen Ausfallschritt, kappen ab und dribbeln durch das Hütchentor. Sofort im Anschluss erfolgt ein Pass durch das Hütchentor C.
  • C nimmt den Ball in offener Stellung an und mit und dribbelt zum Starthütchen A.
  • Spieler A folgen ihren Pässen.
  • Die nächsten Spieler von A starten sobald der Pass zu C gespielt wurde.
  • Nach Hälfte der Zeit, zum Trainieren der Beidfüßigkeit, zum spiegelverkehrt aufgebauten Parcours wechseln.

Übung 3a:

  • Den Parcours mit zwei Minitoren entsprechend der Zeichnung aufbauen.
  • Die Spieler teilen sich an den Positionen A und B auf. Alle Spieler haben einen Ball.
  • Spieler A dribbelt als erstes in den Parcours. Kurz danach startet Spieler B in den Parcours, indem er A schräg andribbelt und er, ca. auf Höhe des Minitors, mit einem Ausfallschritt entgegen der Laufrichtung von A abkappen kann und absolviert dann einen Zielschuss aufs Minitor. Er holt den Ball und stellt sich bei A an. A dribbelt bis zum Hütchentor C weiter, absolviert davor einen Ausfallschritt und führt ebenfalls einen Zielschuss aus. Nachdem er den Ball geholt hat, stellt er sich bei B an.
  • Nach den Zielschüssen starten die nächsten Spieler in den Parcours.

Übung 3b:

  • Einen doppelten Strafraum markieren und zwei Tore mit Torhütern besetzen.
  • Alle Spieler mit Bällen an den Positionen A und B aufteilen.
  • Spieler A dribbelt als erstes in den Parcours. Kurz danach startet Spieler B in den Parcours, indem er A schräg andribbelt und er, ca. in der Mitte des Feldes, mit einem Ausfallschritt entgegen der Laufrichtung von A abkappen kann und kommt dann zum Torabschluss. Er holt den Ball und stellt sich bei A an. A dribbelt weiter und kommt aufs andere Tor zum Abschluss. Nachdem A den Ball geholt hat, stellt er sich bei B an.
  • Nach dem Torschuss von A starten sofort die nächsten Spieler in den Parcours.
Komplette Trainingseinheit zum Übersteiger

Komplette Trainingseinheit zum Übersteiger

Ablauf, 2. Trainingseinheit:

  • Alle Spieler -> Übung 1 -> Schwerpunkt: Dribbling, Koordination, Tempodribbling
  • Alle Spieler -> Übung 2 -> Schwerpunkt: Fintieren, Dribbling, Koordination, Ballan- und -mitnahme
  • 1/2 Mannschaft -> Übung 3a -> Schwerpunkt: Fintieren, Dribbling, Koordination, Ballan- und -mitnahme
  • 1/2 Mannschaft -> Übung 3b -> Schwerpunkt: Fintieren, Dribbling, Koordination, Schießen

Übung 1:

  • Zwei ineinander liegende Quadrate aufbauen.
  • Alle Spieler mit Ball ins innere Quadrat.
  • Dort werden nun folgende Dribbelaufgaben gestellt: Nur mit der Innenseite (links und rechts) dribbeln. Ausfallschritt. Ball zwischen den Innenseiten hin und her kicken. Übersteiger.
  • Jeweils nach einem Trainerkommando müssen alle Spieler im höchsten Tempo um eines der vier äußeren Hütchen dribbeln und wieder zurück ins innere Quadrat. Der letzte Spieler muss fünf Liegestütze absolvieren.
  • Variation: Zwischen den Trainerkommandos zum losdribbeln, muss auf Signal noch der Ball mit einem Mitspieler getauscht werden. Es muss direkt zweimal in Folge ein äußeres Hütchen umrundet werden.

Übung 2:

  • Für je acht Spieler ein Parcours entsprechend der Zeichnung aufbauen. Falls ein zweiter Parcours benötigt wird, diesen spiegelverkehrt aufbauen.
  • Je zwei Spieler an den vier Stationen aufteilen. Die Spieler an den beiden Startpositionen A haben je einen Ball.
  • Die beiden vorderen Spieler A starten gleichzeitig in den Parcours. Sie dribbeln schräg auf das Hütchentor C zu, absolvieren einen Übersteiger in Richtung Fahnenstange (symbolisiert die Richtung des kommenden Verteidigers), aber halten ihre Dribbelrichtung bei. Sobald sie das Hütchentor C durchdribbelt haben, erfolgt ein Pass durch das Hütchentor B.
  • B nimmt den Ball in offener Stellung an und mit und dribbelt zum Starthütchen A.
  • Spieler A folgen ihren Pässen.
  • Die nächsten Spieler von A starten sobald der Pass zu B gespielt wurde.
  • Nach Hälfte der Zeit, zum Trainieren der Beidfüßigkeit, zum spiegelverkehrt aufgebauten Parcours wechseln.

Übung 3a:

  • Den Parcours entsprechend der Zeichnung aufbauen.
  • Je zwei Spieler an den vier Stationen aufteilen. Die Spieler an den beiden Startpositionen A und B haben je einen Ball.
  • Spieler A dribbelt als erstes in den Parcours. Kurz danach startet Spieler B in den Parcours, indem er A schräg andribbelt und er mittig im Feld mit einem Übersteiger ein Abkappen antäuscht, dann aber weiter in seiner Dribbelrichtung bleibt. Er dribbelt frontal an Spieler A vorbei und passt dann durch das Hütchentor C. A dribbelt bis zum Hütchentor E weiter, absolviert einen Übersteiger und passt durch das Hütchentor D.
  • C und D nehmen den Ball in offener Stellung an und mit und dribbeln zu A, bzw. zu B.
  • A und B folgen ihren Pässen.
  • Sofort nach den beiden Pässen starten die nächsten Spieler in den Parcours.

Übung 3b:

  • Einen doppelten Strafraum markieren und zwei Tore mit Torhütern besetzen.
  • Alle Spieler mit Bällen an den Positionen A und B aufteilen.
  • Spieler A dribbelt als erstes in den Parcours. Kurz danach startet Spieler B in den Parcours, indem er A schräg andribbelt und er, ca. in der Mitte des Feldes, mit einem Übersteiger ein Abkappen entgegen der Laufrichtung von A antäuscht, dann aber weiter in seiner Laufrichtung dribbelt und zum Torabschluss kommt. Er holt den Ball und stellt sich bei A an. A dribbelt weiter und kommt aufs andere Tor zum Abschluss. Nachdem A den Ball geholt hat, stellt er sich bei B an.
  • Nach dem Torschuss von A starten sofort die nächsten Spieler in den Parcours.
Trainingseinheit zur Entscheidungsfindung einer situationsgerechten Finte

Trainingseinheit zur Entscheidungsfindung einer situationsgerechten Finte

Ablauf, 3. Trainingseinheit:

  • Alle Spieler -> Übung 1 -> Schwerpunkt: Dribbling, Handlungsschnelligkeit, Peripheres Sehen
  • Alle Spieler -> Übung 2 -> Schwerpunkt: Fintieren, Dribbling, Koordination, Handlungsschnelligkeit, Peripheres Sehen
  • 1/2 Mannschaft -> Übung 3a -> Schwerpunkt: Fintieren, Koordination, Antrittsschnelligkeit, Handlungsschnelligkeit, Peripheres Sehen
  • 1/2 Mannschaft -> Übung 3b -> Schwerpunkt: Fintieren, Koordination, Antrittsschnelligkeit, Handlungsschnelligkeit, Peripheres Sehen

Übung 1:

  • Für alle Spieler ein ca. 20 mal 20 Meter großes Quadrat aufbauen. Alle Spieler mit Ball.
  • Jeder Spieler bekommt ein Hütchen in die Hand. Die Hütchen haben vier verschiedene Farben und werden zu gleicher Zahl verteilt.
  • Die Spieler dribbeln frei im Feld. Während des Dribbelns tauschen die Spieler aber ständig ihre Hütchen untereinander.
  • Nach einem Trainerkommando müssen alle Spieler einer Hütchenfarbe zusammen in einer beliebigen Ecke des Quadrates dribbeln. Welche Mannschaft ist am langsamsten?
  • Variation: Auch die Bälle während des Dribbelns tauschen.

Übung 2 Vorübung:

  • Für je vier Spieler zwei Hütchendreiecke gegenüber stellen. Alle Spieler mit einem Ball.
  • Je ein Spieler in das Hütchendreieck und der Zweite dahinter.
  • Die vorderen Spieler dribbeln gleichzeitig schräg nach vorne aus dem Hütchendreieck. Dies geschieht mit einem Ballkontakt der Fußinnenseite. Ohne einen zweiten Ballkontakt wird nun ein Ausfallschritt absolviert und zum gegenüberliegenden Hütchendreieck gedribbelt. Siehe Zeichnung 2a.
  • Nach der Finte, starten die nächsten zwei Spieler in den Parcours.
  • Variation 2b: Gleicher Ablauf jedoch mit einem Übersteiger anstatt des Ausfallschrittes. Beide Aufgaben ca. drei Minuten absolvieren.

Übung 2 Hauptübung:

  • Je Parcours ein „Haupt“-Hütchendreieck bestimmen.
  • Ähnlicher Ablauf wie zuvor, jedoch mit dem Unterschied, dass der Spieler der aus dem „Haupt“-Hütchendreieck startet, frei zwischen Ausführung eines Übersteiger und eines Ausfallschrittes entscheiden kann.
  • Der gegenüberstehende Spieler startet gleichzeitig, beobachtet den anderen Spieler und muss dann versuchen ohne große Zeitverzögerung die gleiche Finte zu absolvieren.

Übung 3a:

  • Den Parcours mit den zwei Minitoren entsprechend der Zeichnung aufbauen.
  • Die Spieler hinter den beiden Hütchentore A und B aufteilen. Alle Spieler A haben einen Ball.
  • A passt druckvoll durch das Hütchentor B und startet sofort um das linke Minitor, um schnellstmöglich vor den beiden Minitoren zu kommen.
  • B nimmt den Pass von A an und Richtung der Minitore mit. Sein Ziel ist es nach einer Finte vor Spieler A, in eines der beiden Minitore zu schießen.
  • Je nach Verteidigerverhalten wählt er seine Finte. Nach unserem System wäre es bei einem „zögernden“ Verteidiger der Übersteiger und bei einem „zügigen“ Verteidiger der Ausfallschritt mit Abkappen.
  • Nach jeder Aktion Seitenwechsel und es starten sofort die nächsten Spieler.
  • Erzielt der Angreifer ein Treffer, muss der Verteidiger fünf Liegestütze absolvieren.
  • Tipp: Die Abstände so wählen, dass Verteidiger A in der Lage ist, bei höchstem Tempo auch das entfernte Minitor zu verteidigen.

Übung 3b:

  • Einen doppelten Strafraum markieren und zwei Tore mit Torhütern besetzen.
  • Die Spieler hinter den beiden Hütchentore A und B aufteilen. Alle Spieler A haben einen Ball.
  • A passt druckvoll zwischen den beiden mittleren Hütchentore zu B und startet sofort um das linke Hütchentor, um schnellstmöglich vor den beiden Hütchentore zu kommen.
  • B nimmt den Pass von A an, dribbelt um das rechte Hütchen seines Hütchentores und versucht nach dem Ausspielen von A durch eines der beiden mittleren Hütchentore zu dribbeln. Nachdem durchdribbeln kommt er zum Torabschluss (je nach Leistungsvermögen auf das ballnahe oder ballferne Tor). Der Verteidiger darf nicht nachsetzen, aber schießt direkt im Anschluss einen vom Trainer zugeworfenen Ball aufs andere Tor.
  • Je nach Verteidigerverhalten wählt Angreifer B seine Finte. Nach unserem System wäre es bei einem „zögernden“ Verteidiger der Übersteiger und bei einem „zügigen“ Verteidiger der Ausfallschritt mit Abkappen.
  • Nach jeder Aktion Seitenwechsel und es starten sofort die nächsten Spieler.
  • Erzielt der Angreifer ein Treffer, muss der Verteidiger fünf Liegestütze absolvieren.
  • Tipp: Die Abstände so wählen, dass Verteidiger A in der Lage ist, bei höchstem Tempo auch das entfernte Minitor zu verteidigen.

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1 Kommentar

  1. Schmid Daniel

    gibts die auch als PDF zum Donwload?

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