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Aug 28 2011

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Durch das Spiel in die Tiefe zum Erfolg

Das Spiel in die Tiefe kann man als eines der Hauptziele im Fußball bezeichnen. Bei jedem Ballbesitz versucht man bekannterweise dem Ballführenden Anspielstationen in Tiefe und Breite zu schaffen. Die Tiefe hat dabei die höhere Priorität, weil dies der direkte Weg zum gegnerischen Tor ist. Die Breite ist dabei nur Mittel zum Zweck, um gegnerische Spieler nach außen zu ziehen und so den zentralen Spielern mehr Möglichkeiten zu bieten.

Der Pass in die Tiefe gehört also zu den wichtigsten Elementen im Fußball. Die Spieler müssen für diesen Pass sensibilisiert werden. Ihr Blick soll zunächst immer in die Tiefe des Spiels gehen, bevor sie einen Pass in die Breite in Erwägung ziehen. Mitspieler müssen natürlich dann versuchen die Tiefe immer möglichst gut zu besetzen. Sie sollen stets auf der Suche nach offenen Passwegen sein und den Pass mittels Gesten, Blickkontakt und Kommandos fordern.

Das Schaffen von Räumen in der Tiefe wird durch das Spiel in die Breite vorbereitet. Sie können aber auch entstehen, wenn Mitspieler Räume verlassen, vom Gegner verfolgt werden und analog dazu andere Mitspieler in genau diesen Raum starten. Dann heißt es dem hineinlaufenden Spieler einen Pass in die Bewegung zu spielen. Die Passqualität ist sehr wichtig: Ball flach über den Boden, ohne Rotation und mit der nötigen Schärfe.

Besonders effektiv ist der Pass in Tiefe, wenn er durch eine Lücke des letzten gegnerischen Mannschaftsteils (Abwehr) gespielt wird. Erfolgt hier ein Pass zum Mitspieler, ohne dass der Torwart den Ball erlaufen kann, spricht man von einem tödlichen Pass im Rücken der Abwehr. Daraus resultiert oft eine 1-gegen-1-, oder sogar 2-gegen-1-Situation gegen den Torwart.

Folgendes ist beim Pass in die Tiefe zu beachten:

  • Blickkontakt zwischen Passgeber und Passempfänger
  • Durch Lauffinten vom Gegner lösen, zwecks Bewegungsvorsprung
  • Vom Passgeber weg starten
  • Nicht zu früh in den freien Raum starten
  • Auf Abseits achten
  • Temposteigerung des Passempfängers
  • Den Pass mit der richtigen Schärfe spielen
  • Gelegenheit für ein Zuspiel verpasst, sofort neue Räume (Lücken) suchen

Für das Abschlussspiel (auf einer Spielfeldhälfte) zwei Mannschaften Verteidiger und Angreifer bilden. Es wird der Bereich 20 Meter vor dem festen Tor zu einer Tabuzone für die Verteidiger erklärt. Das heißt nur die Angreifer dürfen diesen Bereich betreten. Es gilt die Abseitsregel und die angreifende Mannschaft darf nur flache Pässe spielen. Selbst beim Spielaufbau dürfen die Verteidiger die Tabuzone nicht betreten. Zur Not muss der Torwart der Verteidiger das Spiel mit einem Flugball eröffnen.

Trainingseinheit "Pass in die Tiefe", Tag 1

Erste Trainingseinheit:

Übung 1. Für je 8 Spieler ein ca. 30 Meter großes Hütchenquadrat entsprechend der Zeichnung aufbauen. An jede Ecke zwei Spieler und der vorderste Spieler auf den beiden Positionen A hat einen Ball. Die beiden Spieler A starten gleichzeitig in den Parcours, indem sie parallel der Hütchenreihe entlang dribbeln. Auf Höhe des letzten Hütchens erfolgt ein Pass in die Tiefe zu Spieler B. Dieser leitet den Ball zum zweiten Spieler A weiter. A wechselt zu B und B zu A. Eine andere 8er-Gruppe absolviert die gleiche Aufgabe in einem zweiten Parcours, der aber spiegelverkehrt aufgebaut ist. Hier wird in die andere Richtung gespielt. Welche Gruppe hat nach 4 Minuten mehr Pässe durch das Zähltor Z gespielt? Für einen zweiten Durchgang wechseln die Gruppen den Parcours. Tipp: Spieler B startet immer erst mit dem Pass von A in die Tiefe. Würde er zu früh starten, hieße es analog zum realen Spiel, dass er entweder ins Abseits läuft oder den Raum schließt, weil er zu früh drin steht und vom Gegner wahrgenommen werden kann.

Spielform 2a. Ein ca. 12-15 x 40 Meter großes Feld mit zwei besetzten Toren aufbauen. Es wird 4-gegen-4 in einer 1-2-1-Grundformation gespielt. Durch das tiefe Spielfeld sind die Spieler ständig angehalten in die Tiefe zu spielen. Es sollen flache Pässe gespielt werden. Spielt eine Mannschaft drei hohe Bälle, erhält die andere Mannschaft einen Strafstoß. Tipp: Häufige Positionswechsel entsprechende dem Merkmal „Raum verlassen – Raum hineintraten“. Ballübergaben absolvieren. Variantenreiches Positionsspiel.

Spielform 2b. Ein 20 x 40 Meter großes Spielfeld mit Mittellinie aufbauen. Zentral ca. 5 Meter hinter den beiden Grundlinien stehen jeweils zwei Minitore nebeneinander. Es wird 4-gegen-4 in einer 1-2-1-Grundformation gespielt. Es zählen nur Tor aus der eigenen Hälfte. Es dürfen nur Flachpässe gespielt werden. Die Spieler dürfen das Feld nicht verlassen, z. B. verteidigende Spieler um ihre Minitore zu blocken. Tipp: Sobald sich eine Lücke Richtung der Minitore ergibt, diese sofort mit einem Pass nutzen. Die Grundordnung im Spiel mit Ball und gegen den Ball beibehalten.

Trainingseinheit "Pass in die Tiefe", Tag 2

Zweite Trainingseinheit:

Übung 1. Für je 8 Spieler einen Parcours aufbauen. Dazu 3 Hütchenreihe nebeneinander stellen die eine Abwehrkette simulieren und davor die Positionen A und B in einem Abstand von ca. 25 Metern gegenüber. Hinter der Hütchenreihe das Zieltor C, ein Zähltor E und die Position D. An den Hütchen C und D jeweils zwei Spieler ohne Ball. Die restlichen Spieler teilen sich an den beiden Positionen A und B auf. Die Spieler A haben je einen Ball. A spielt nun einen Pass zu B, B nimmt den Ball an und mit und dribbelt auf den entgegen startenden A zu. Etwa mittig zwischen den beiden Positionen A und B findet eine Ballübergabe statt. A dribbelt mit dem Ball weiter, B läuft in die Gasse und erhält von A einen Pass in die Tiefe. B spielt durch das Zieltor zu C, C nimmt den Ball in Spielrichtung an und mit und passt durch das Zähltor E zu D. D nimmt den Ball ebenfalls an und mit und dribbelt zum Starthütchen A. A wechselt zu B, B zu C und C zu D. Spiegelverkehrt einen zweiten Parcours aufbauen und zwei Gruppen im Wettbewerb gegeneinander antreten lassen. Wer hat nach 4 Minuten mehr Pässe durch das Zähltor gespielt? Für einen zweiten Durchgang den Parcours wechseln. Tipp: Spieler B startet erst mit dem Pass von A in die Tiefe, sonst steht er in Abseitsposition.

Übung 2a. Bei der Torschussübung müssen für den Hin- und Rückweg verschiedene Aufgaben absolviert werden. Hinweg: Zwei Spieler ohne Ball auf die Positionen B und C und 2-3 Spieler mit je einem Ball zum Starthütchen A. Die Hütchenreihen vor dem Tor simulieren wieder eine Abwehrreihe. A passt zu B, B lässt klatschen (nach einer Auftaktbewegung) und A spielt in die Tiefe zu C der zum Torabschluss kommt. A wechselt nach B, B nach C und C geht mit Ball zur Position D. Aufgabe Rückweg: Je ein Spieler ohne Ball an die Positionen E und F. 2-3 Spieler mit je einem Ball an Position D. D spielt zu E, E lässt klatschen und umläuft sofort das ca. 4 Meter entfernte Hütchen und bekommt von D einen Pass in die Gasse gespielt. Den Ball leitet er nach F weiter, der den Pass an und mitnimmt und zum Starthütchen A dribbelt. E läuft nach seinem Pass zu F zur „Sprintstrecke“ und absolviert dort einen Antritt. D wechselt zu E. Variation: Zum Training der Beidfüßigkeit das Hütchen gegenüber der Position C zum Starthütchen erklären und den Rückweg auf der anderen Spielfeldseite aufbauen.

Spielform 2b. Ein ca. 25 Meter großes Quadrat aufbauen. Im Quadrat vier 2 Meter breite Hütchentore entsprechend der Zeichnung aufbauen. Diese stehen ca. 4-5 Meter innerhalb des Feldes. Zwischen den Hütchentoren wird 3-gegen-3 gespielt. Ziel ist es einen Mitspieler durch eines der vier Hütchentore anzuspielen (Spieler soll ausserhalb des Hütchentors zum Pass starten). Es darf nicht zweimal hintereinander durch das gleiche Hütchentor gepasst werden. Verlässt ein Pass das Quadrat, erhält die andere Mannschaft den Ball. Nach jeweils drei Tore 2 Minuten Pause. Tipp: Häufige Richtungs- und Tempowechsel absolvieren, um sich vom Gegner zu lösen und Räume zu schaffen.

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